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1. Prezicamp am Samstag, 22. Jänner im Sektor5

Internet, Computer, Montag 17 Januar 2011 08:00

Am Samstag, den 22. Jänner 2011 gibt es im Sektor5 das erste Prezicamp!

Die Idee ist ganz einfach: Sehr viele verwenden oder kennen Prezi als Präsentationsoftware, warum nicht einmal treffen und Tipps & Tricks austauschen!

Deswegen hatten Michael und ich die Idee zu dem Prezicamp. Ich habe dann versucht jemanden von Prezi einzuladen (die Firma ist ja aus Budapest) und zugesagt hat Adam Somlai-Fischer, Founder, Head of Design von Prezi!

Das freut uns sehr, er wird sicherlich einiges über die Geschichte von Prezi und die Zukunft (seit einer Woche gibt es einen iPad-Viewer!) erzählen, auch steht er für Fragen zur Verfügung.

Das ganze Prezicamp wird wie ein Barcamp ablaufen. Adam macht sozusagen die Einleitung des Nachmittags, danach kann jede(r) der/die will einen Vortrag/Diskussion/die besten Prezis zeigen/andere Präsentationsoftware vorstellen/übers präsentieren allgemein reden/etc. machen.

Los geht es am Samstag um 13:00 im Sektor5, Siebenbrunnengasse 44, 1050 Wien.

Wer dabei sein will, einfach hier Anmelden!

Ich freue mich drauf!

Merry X-Mas and a Leaky New Year!

Allgemein, Freitag 24 Dezember 2010 09:28


Foto: Anonymous

Dazu sehr gut passend:

Freuen wir uns auf die spannende Zukunft!

WikiLeaks, Anonymous und Operation Payback, eine Erläuterung

Internet, Computer, Mittwoch 15 Dezember 2010 13:42

Nachdem ich den Schwachsinn nicht mehr aushalte, der in den letzten Wochen vor allem in den Österreichischen Zeitungen und “Onlinemedien” zum Thema WikiLeaks und der Aktionen von Anonymous gestanden ist, hier ein paar Erläuterungen:

Wer oder was ist Anonymous?
Jeder ist Anonymous! Anonymous  ist, wie es Wikipedia eigentlich ganz gut beschreibt, “the concept of many on-line community users, or the on-line community itself, acting anonymously in a coördinated manner, usually toward a loosely self-agreed goal”.
Der Entstehungszeitpunkt ist unklar, möglicherweise existierte Anonymous schon immer :)
Bekannt geworden ist Anonymous 2008 mit dem Project Chanology, dass sich gegen Scientology richtete. Es gibt aber auch ganz andere Aktionen wir z.B. die “Habbo Raids”, wo Anonymous-Mitglieder das populäre Onlinespiel “Habbo Hotel” besuchen und z.B. den Zugang zu einem virtuellen Swimmingpool zu blockieren (als Protest gegen einen Vorfall in den USA).

Was ist “4chan”?
4chan ist ein 2003 gegründetes “Imageboard”, d.h. ein Diskussionforum in dem vor allem über Bilder, in diesem Fall über Mangas, etc. diskutiert wird. Auf 4chan wird Anonym gepostet und es hat eine sehr große Userbasis mit rund 8-9 Millionen Unique Visitors im Monat und rund 800.000 neuen Meldungen pro Tag (siehe dazu auch diese Präsentation von Jana über 4chan).
4chan ist nicht, wie ÖSTERREICH behauptete, ein IRC-Chat in dem zwischen Pornoseiten versteckt Nachrichten ausgetauscht werden.

Was hat 4chan mit Anonymous zu tun?
4chan ist einer der Gründungsorte der aktuellen Anonymous-Bewegung, dort wurden (und werden) Aktionen abgestimmt und umgesetzt.

Hilfe, das sind doch Hacker!
Nein, die TeilnehmerInnen von Anonymous sind keine Hacker!
Ziel der Anonymous-Aktionen war nie, in die Systeme von z.B. Firmen einzudringen, oder mit ausgeklügelter Software Passwörter zu knachken/bekommen. Auch hat der Gawker-Hack diese Woche nichts mit Anonymous zu tun! Viel mehr geht es darum durch gezielte Aktionen Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema zu lenken.

Zusatzfrage: Sind Hacker prinzipiell böse?
Nein, Hacker sind per Definition nicht böse, viele Hacker arbeiten für Firmen um die Sicherheit der Netzwerke zu testen. Hacker sind eher für den freien Zugang zu Information, denn “Information wants to be free” (Lesetipp: Bruce Sterlings “The Hacker Crackdown“).

Wie organisiert sich Anonymous?
Anonymous hat keine Organisationsstruktur, so schnell wie Anonymous entsteht kann Anonymous auch wieder verschwinden, es gibt niemanden der bestimmt was, wann, wo Anonymous macht. Zugegeben, der Vergleich hinkt etwas, aber man kann es sich ein bisschen so vorstellen wie #unibrennt ohne Uni, ohne Audimax und globalisiert. Entscheidungsprozesse sind von Abstimmungen geprägt, die dann aber nicht unbedingt bindend sind, jeder kann ja selbst entscheiden wo er/sie mitmachen will. Anonymous als gesamtes wird dann schon irgendetwas umsetzen, ein bisschen wie ein Ameisenstaat.

Wer kann da mitmachen?
Jeder! Es gibt keine Aufnahmetests oder Prüfungen! Wer es schafft z.B. bei der “Operation Payback” in einen IRC-Chat zu kommen und sich nicht wirklich dumm anstellt ist dabei, egal von wo, egal wie lange, Wie heißt es in diesem Song so schön: “It doesn’t matter what you wear, just as long as you are there”.

Was ist IRC?
IRC steht für “Internet Relay Chat”, ein Internet-Dienst, der bereits in den 80ern entwickelt wurde, somit viel älter als alle Webseiten & Social Media-Sachen ist. IRC ist ein Chat wie Google Talk, Microsoft Instant Messenger, etc., mit dem Unterschied, dass er nicht von einer Firma betrieben wird. Jeder kann einen IRC-Server betreiben und diese Server werden dann zu IRC-Netzwerken zusammengeschlossen. Da es keinen global verantwortlichen Betreiber gibt, gibt es auch keine Zensur oder ähnliches. IRC ist auch nicht verboten oder gefährlich, es gibt sehr gute IRC-Clients, z.B. mIRC für Windows. Anonymous organisiert sich für “Operation Payback” hauptsächlich über IRC-Chats.

Was ist “Operation Payback”?
schon seit September 2010 gibt es die “Operation Payback” von Anonymous. Sie richtet sich anfangs gegen Organisationen/Firmen die ihre Rechte mit z.B. DOS-Attacken gegen Webseiten mit “illegal kopiertem” Material (Videos, Music, etc.) verteidigen wollten. “Operation Payback” verwendet, sozusagen als “Gegenangriff”, auch DOS-Attacken.
Als im Dezember 2010 Amazon die WikiLeaks-Seiten “verbannte” und PayPal sowie Mastercard die Wikileaks-Konten sperrten und die Schwedische Regierung einen internationalen Haftbefehl gegen Julian Assange erließ, organisierte sich Anonymous neu und beschloss, die DOS-Attacken gegen diese Firmen zu richten.

Was ist eine DOS-Attacke?
Jede(r), der/die schon einmal in seinem Webbrowser die “Reload”-Taste geklickt hat oder z.B. F5 zum Reloaden einer Webseite gedrückt hat, hat im Prinzip eine DOS-Attacke ausgeführt. DOS-Attacken (“Denial of Service) machen nichts anderes als innerhalb kurzer Zeit sehr viel Anfragen an einen Webserver zu stellen, damit dieser nicht mehr die Anfragen abarbeiten kann und die Arbeit verweigert, eben “Denial of Service”. Dafür reicht natürlich bei großen Webseiten nicht ein einzelner Rechner. Für “Operation Payback” wird eine OpenSource-Stresstestsoftware für Webserver namens LOIC (“Low Orbit Ion Cannon” in Anlehnung an die Ionen-Waffen aus SF-Romanen), verwendet.
Weder der Besitz noch die Benutzung von LOIC ist strafbar!
Um eine große Webseite wie MasterCard in die Knie zu zwingen waren um die 500-800 Rechner weltweit, auf denen LOIC läuft, notwendig. Diese Rechner werden entweder händisch auf das entsprechende Ziel eingestellt oder automatisiert über IRC gesteuert, diese Entscheidung liegt einzig und allein bei den BesitzerInnen dieser Rechner. Im Laufe von “Operation Payback” waren auch schon mehrere tausend Rechner weltweit beteiligt, die genaue Anzahl wird nie ermittelbar sein. Auch die BesitzerInnen dieser Rechner sind keine Hacker! Die Software ist so einfach zu bedienen wie ein Webbrowser.

Sind die DOS-Benutzer Anonym?
Nicht unbedingt, wenn man nicht Netzwerke wie TOR verwendet (wobei DOS-Attacken über TOR nicht funktionieren) kann der angegriffene Webserver die IP-Adresse der Teilnehmer der DOS-Attacke speichern und die Internet-Provider können, falls es zu einer Anzeige kommen sollte, wohl auch nachweisen, wer sich hinter dieser IP-Adresse versteckt, siehe nächste Frage.

Sind die Aktionen von “Operation Payback” strafbar?
Das ist völlig unklar, in Österreich gab es noch keine Anzeige bzw. keine Rechtsprechung dazu. Auch wird ja bei einer DOS-Attacken nicht in den angegriffenen Rechner/Webserver eingebrochen und etwas entwendet, etwas zerstört oder gelöscht. Am ehesten kann man es mit einem (friedlichen) Sitzstreik in der Eingangstür vergleichen, der anderen es nicht mehr erlaubt den Webserver zu betreten, der Webserver kann nicht mehr kommunizieren.
Auch International gibt es noch keine klaren Aussagen ob strafbar oder nicht, hängt auch stark von den Absichten der jeweiligen Aktion ab. Im Fall von “Operation Payback” müssten dazu auch sehr umfangreiche, Internationale Prozesse gegen tausende von Personen geführt werden.

Gegen wen richteten sich die DOS-Attacken?
Im Rahmen der WikiLeaks-Variante von “Operation Payback” wurde MasterCard, PayPal, Visa, Seiten der Schwedischen Regierung und Moneybookers angegriffen. Alle anderen Meldungen über Angriffe haben nichts mit Anonymous zu tun und sind entweder falsch, auf “Nachahmungstäter”, Hardwarefehler (Amazon) oder auf Mediengeilheit (Sarah Palin) zurückzuführen.
Anonymous hat auch nie Webseiten wie Twitter oder Facebook angegriffen, es geht ja um Aufmerksamkeit, d.h. man schießt sich doch nicht selbst ins Knie!

Wurde durch die DOS-Attacken jemand geschädigt?
Nicht unbedingt, bei MasterCard, Visa und PayPal wurden die Webserver mit den Firmenwebseiten angegriffen, d.h. die Zahlungsysteme funktionierten ohne Probleme weiterhin. Einzig bei PayPal wurde versucht, die Server für die Zahlungskommunikation anzugreifen, was aber nicht sehr lange von Erfolg gekrönt war. Meistens kam zu einer Verlangsamung der Zahlungsabwicklung wenn jemand etwas Online bestellt hatte. Es gibt auch noch keine offiziellen Schadensmeldungen, nur sehr eigenartige, großteils falsche oder schlecht recherchierte Artikel in den Medien.

Waren die DOS-Attacken erfolgreich?
Durchaus, die Internationale Aufmerksamkeit war und ist enorm, auch hat PayPal die gesperrten WikiLeaks-Konten wieder freigegeben. Es kann niemand sagen, was passiert wäre, wenn es “Operation Payback” nicht geben würde. Auch ist Anonymous klar geworden, dass man für Webseiten wie Amazon sehr viel mehr MitstreiterInnen braucht :)
Wobei sich die Frage stellt, ob das überhaupt Sinn macht, die Aufmerksamkeit ist da, egal ob z.B. Amazon angegriffen wird oder nicht.

Gab oder gibt es einen “Gegenschlag” gegen Anonymous?
Ja, gab und gibt es! Auf verschiedenen Ebenen und darüber wurde nur sehr wenig berichtet. So hat z.B. Google immer wieder Google Docs mit Abstimmungen von Anonymous wegen Verletzung der “Terms of Service” gesperrt, Twitter hat jede Menge Accounts gesperrt, auf Scribd wurden Pressemitteilungen von Anonymous gelöscht, die Domains der benutzten IRC- sowie Webserver wurden aus den DNS-Servern entfernt (waren somit nicht unter der Internetadresse erreichbar, nur mehr über die IP-Adresse), Hoster haben Webserver entfernt. Viele von Anonymous verwendeten IRC-Server sowie Webserver, die Infos zu Anonymous speichern, wurden und werden mit DOS-Attacken “bestraft”, Betreiber von IRC-Servern wurden verhaftet (und mittlerweile wieder freigelassen). Bis jetzt ist nicht wirklich bekannt, wer oder was hinter diesen Attacken steckt, es gibt nur Vermutungen.

Wie wird es weitergehen?
Keine Ahnung, die Teilnehmer von “Operation Payback” warten momentan ab wie die Gerichte in England entscheiden, um dann über weitere Aktionen zu entscheiden. Auch gibt es mittlerweile von Anonymous neben “Operation Payback” auch “Mission: Leakflood” wo die Faxgeräte von z.B. MasterCard, Visa, etc. “zugemüllt” werden sollen (wobei Netcraft klarstellt, das sie NICHT Faxgeräte monitoren :) ) oder “Operation Leakspin“, ein “crowd-journalism” Projekt zu den von WikiLeaks veröffentlichten Depeschen.
Auch gibt es Ansätze wie z.B. das “ServerLess Project“, um die Anonymität der Anonymous Mitstreiter zu gewährleisten.
Außerdem ist das alles nicht nur auf das Internet beschränkt, diesen Samstag ruft Anonymous zu “COME OUT AND PLAY” auf:

Es kann aber auch sein, dass Anonymous sich plötzlich wieder auflöst um sich zu einem anderen Projekt wieder neu zu formieren.

Fazit
Wir leben in einer spannenden Zeit. WikiLeaks in Kombination mit Bewegungen wie Anonymous werden in Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen. Für mich ist die Selbstorganisation von Anonymous ein Prototyp für zukünftige Demonstrationsformen, ein logischer nächster Schritt nach #unibrennt.

Zum Abschluss eine Bitte:
Liebe JournalistInnen, bitte recherchiert gründlich oder fragt jemanden der sich auskennt bevor ihr solchen Schwachsinn wie in den letzten Wochen schreibt!

Wien.at-Veranstaltungskalender als iCalendar-Feed

Internet, Computer, Montag 6 Dezember 2010 15:24

Am Samstag fand der internationale Open Data Hackathon statt, dazu gab es auch in Wien ein Treffen, wo ich natürlich dabei war. Neben vielen sehr interessanten Themen und Diskussionen zeigte mir jemand den Veranstaltungskalender auf wien.at, den ich bisher nicht kannte:

Dieser ist sehr umfangreich und bietet so schöne Auswahlmöglichkeiten wie “Premieren” oder Ausstellungen”:

Leider sind diese Veranstaltungsdaten nicht als iCalendar-Feed verfügbar, was sehr praktisch wäre, denn dann könnte ich sie, so wie z.B. bei Webtermine.at, in meinem Google-Kalender als Kalender importieren. Beim durchstöbern der wien.at-Veranstaltungsdatenbank fiel mir dieser Punkt auf:

Mit diesem RSS-Feed lässt sich doch sicher etwas anfangen!

Nach einigem experimentieren mit diesem RSS-Feed, der leider keine genauen Zeitangaben enthält und auch sonst sehr rudimentär ist, hatte ich nach kurzer Zeit ein 54-Zeilen langes Perl-Skript fertig, das folgendes macht wenn es aufgerufen wird:

  • Den Ausstellungs- bzw. Theaterpremieren-RSS-Feed für alle Veranstaltungen vom heutigen Tag bis zum 31.12.2020 vom wien.at-Server zu holen.
  • Diesen Feed zu konvertieren und in einen iCalendar-Feed umzuwandeln.
  • Diesen iCalendar-Feed auszugeben.

Die URL des jeweiligen Skriptes lässt sich jetzt im Google-Kalender importieren und fertig ist ein Kalender der aktuellen Ausstellungen in Wien und der kommenden Theaterpremieren:

Natürlich kann man einen Termin anklicken, dann sieht man die URL der wien.at-Seite wo man mehr Infos zu der jeweiligen Veranstaltung bekommt:

Praktisch und einfach!

Das ganze soll zeigen, wie einfach es eigentlich sein könnte, wenn man Daten in maschinenlesbarer Form exportiert und wie praktisch so etwas sein könnte. Für die Stadt Wien wäre es sicherlich noch einfacher, sie müsste eigentlich nur ein anderes Template basteln, schon jetzt unterscheiden sich RSS-Feed und normale Darstellung nur durch die Angabe eines anderen Templates in der URL zu einem Suchergebnis.

Wer die beiden iCalendar-Feeds verwenden will:

Theaterpremieren in Wien, http://ical.wissenbelastet.com/premieren.cgi
Ausstellungen in Wien, http://ical.wissenbelastet.com/ausstellungen.cgi

Viel Spass damit!
Das ganze ist natürlich noch massiv ausbaubar, aber ich hoffe das die Stadt dies selber macht! :)

OpenDataDay: Interview mit Andreas Schildbach, Entwickler der Android “Öffi”-App

Internet, Computer undPolitik, Mittwoch 24 November 2010 14:36

Am 4. Dezember ist der International Open Data Hackathon Day!

Dazu findet auch in Wien ein Hackathon statt, zu dem natürlich Jede(r) herzlichst eingeladen ist! Ziel ist es, mit den bereits direkt oder indirekt vorhandenen, öffentlich zugänglichen Daten (Wetterdaten, Verkehrsinformationen, Budgetkürzungen, etc.) vor Ort Applikationen zu entwickeln.

Ein tolles Beispiel für so eine Applikation ist die Öffi-App für Android von Andreas Schildbach. Er schafft es europaweit an Daten zu gelangen, die sonst oft nur in den “closed garden” der jeweiligen Nahverkehrsunternehmen vorhanden sind, hier ein paar Screenshots davon:

Solche Apps sind wichtig, um zu zeigen was man mit diesen Daten noch alles anstellen könnte, wenn sie offiziell frei verfügbar wären!

Ich habe via Email mit Andreas Schildbach ein Interview geführt, in dem er erklärt wie seine App funktioniert und was die Zukunft bringen kann:

Kannst Du dich bitte kurz vorstellen?

Ich habe als 7-jähriger meine Berufung gefunden: Coden, coden, coden… Zuerst einen programmierbaren Taschenrechner, den mein Vater der Arbeit entliehen hat. Später ZX81, C64, Amiga (jeweils Assembler). Dann habe ich eine längere Programmierpause eingelegt, da ich mich nie richtig mit C und dessen Derivaten anfreunden konnte. Erst mit Java und der Gewißheit, endlich “meine” Hochsprache gefunden zu haben, griff ich dann auf dem PC wieder voll in die Tasten. Projekte hatte ich viele, neben Öffi ist vielleicht noch 3moves.net erwähnenswert, einer Platform für klassische Strategiespiele (Schach, Dame, u.s.w.).

Wie kamst du auf die Idee zur “Öffi”-App?

Ich war lange Zeit neidisch auf “FahrInfo Berlin” (von Jonas Witt), von dem ich allerdings mangels iPhone in meinem Bekanntenkreis nur einen Screenshot kannte.

Wie viele Städte werden mittlerweile mit der “Öffi”-App abgedeckt?

Theoretisch alle in Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien sowie die wichtigsten Haltestellen im Rest Europas und den angrenzenden Ländern. So richtig überprüfen kann ich das jedoch nicht, dazu sind es mit knapp einer Millionen zu viele. Regionale Verkehrsnetze sind derzeit 27 abgedeckt.

Wie funktioniert “Öffi”?

Öffi ist eigentlich nur ein spezialisierter Web-Browser. Man gibt Anfragen ein, im Hintergrund reicht Öffi diese Anfragen an die Auskunftsdienste der Verkehrsunternehmen weiter. Die Ergebnisse werden freilich etwas übersichtlicher als auf den Webseiten der Verkehrsunternehmen dargestellt.

Willst du auch sagen wie viele Downloads die App bis jetzt hat?

Um die 100.000.

War die OpenData-Thematik für dich bei der Entwicklung von ‘”Öffi” wichtig oder ging es dir eher um den Nutzen?

Der Hauptgrund für die Entwicklung von Öffi war, daß ich schon lange endlich mal ne mobile Applikation entwickeln wollte. Mein erstes Android-Smartphone hatte ich mir im November 2009 gekauft, und nach 2 Monaten rein konsumierender Nutzung hatte ich genug – ich war entschlossen, loszulegen. Was liegt näher, als eine App zu entwickeln, die (fast) jeder braucht? An OpenData hatte ich weniger gedacht, auch wenn dieser Ideologie sehr zugeneigt bin. Aber die Idee ist, möglichst viele Leute vom Auto weg in “die Öffis” bringen.

Wie bist Du zu deinen ersten Daten gekommen? Bist du immer den “offiziellen” Weg gegangen?

Was ist denn der offzielle Weg?

Der offizielle Weg wäre die Unternehmen anzusprechen und zu fragen, ob sie z.B. eine API haben um an die Daten zu gelangen. In Wien haben .z.B. die Wienerlinien einer Firma die Exclusivrechte für die Nutzung der Echtzeitdaten verkauft. Bist du jemals diesen Weg gegangen?

Ja.

Ist es mittlerweile für Dich einfacher, an die Daten zu gelangen? ist die Kooperationsbereitschaft gestiegen?

Ich bin inzwischen schneller darin, ein neues Verkehrsnetz abzudecken. Weitere Kooperationen haben sich nicht ergeben.

Hast Du schon Probleme gehabt (z.B. Server-IP gesperrt,  Abmahnung, etc.)?

Keine ernsthaften Probleme. Manchmal ändern sich unangekündigt Datenformate, was dann schon mal zu einem stressigen Feierabend führen kann. Ein nicht funktionierendes Verkehrsnetz betrifft schnell eine fünfstellige Anzahl von Usern, von denen nicht wenige nach eigenen Angaben von Öffi abhängig geworden sind :-)

Welche Städte sind aus deiner Sicht am offensten? Wo ist es unmöglich, Daten zu bekommen? Wie reagieren die Verantwortlichen wenn Du sie nach einem Zugang zu den Daten fragst?

Am offensten sind die Städte, die Ihre Daten direkt unter eine offene Lizenz stellen. Ich glaube, Vorreiter sind hier London und San Francisco. Dann gibt es Verkehrsnetze, die nur nach Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung einzelne Apps unterstützen, z.B. Linz und Berlin-Brandenburg. Super offen ist das nicht, aber immerhin besser als nichts.

Auf der anderen Seite reagieren viele Unternehmen gar nicht auf Anfragen. Es gibt einige Verkehrsnetze, die unter Hinweis auf eine kommende Eigenentwicklung keine Unterstützung geben. Ein paar dieser Apps sind inzwischen erschienen; bei der technischen Umsetzung gruselt’s mich mitunter…

Recht offen gehen glücklicherweise fast alle Verkehrsunternehmen mit der Einbindung ihrer schematischen Netzpläne um. Die einzige Bedingung, die üblicherweise gestellt wird, ist, dass der Plan immer aktuell gehalten wird.

Wie kommst du an die Österreichischen (Wiener Linien, ÖBB) Daten?

Siehe oben, über die ÖBB-Auskunft.

Schauen sich die jeweiligen Verkehrsbetriebe deine App an? Wenn ja, wie reagieren sie darauf?

Die offiziellen Ansprechpartner haben noch nie einen Kommentar zu Öffi abgegeben, ich habe aber auch nicht groß gefragt. Ich bekomme aber viele positive Kommentare von ÖPVN-Mitarbeitern, die Öffi privat bzw. inoffziell im Einsatz haben.

Wie wichtig siehst Du, in Bezug auf OpenData, solche Applikationen?

Ist nicht OpenData etwas anderes? Will man bei OpenData nicht, dass die Nutzer nicht nur konsumieren, sondern auch erzeugen? Öffi ist im Moment nur ein verlängerter Arm der Verkehrsunternehmen, mehr nicht.

Im ersten Schritt ist es auch OpenData, dass solche, von den BürgerInnen bezahlte Daten frei für jeden zur Verfügung gestellt werden, insofern ist das definitv OpenData :-)

Wichtig für OpenData fände ich eine App, die beispielsweise anhand von Bewegungsprofilen neue Haltestellen “findet” oder Verspätungen erkennt. Würde man all diese Daten mashen, könnte man ganz neue Anwedungen bauen.

Was wird die Zukunft hier bringen? Wie wichtig ist OpenData? Was wird sich verändern?

Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Ich kümmere mich lieber um das, was jetzt ist. OpenData finde ich wichtig für die Gesellschaft, und ohnehin unvermeidbar. Schon vor dem Internet haben sich über kurz oder lang alle Informationen verbreitet, die verbreitenswert waren. Durch die Vernetzung geht es halt noch schneller.

Vielen Dank für das Interview!

Andreas ist übrigens auch Mitentwickler von Blinkendroid, wer das noch nicht kennt dem sei dieses Video empfohlen:

ich hoffe wir sehen uns am 4. Dezember beim Hackathon!

Wienwahl: Live Politikpodcast am 10.10.10 um 16:30

Politik, Samstag 9 Oktober 2010 13:45

Am Sonntag, den 10.10.10 ist Wienwahl. Nach dem Spass, den wir beim Livepodcast zur Steiermarkwahl hatten, gehen wir diesmal noch einen Schritt weiter und machen einen Live Politikpodcast mit Publikum, hier und in Farbe zu sehen am 10.10.10 ab 16:30 hier in der Aufzeichnung zu sehen:

Diesmal sitzen wir (Nattl, Susanne, Gerald, Martin und ich, übrigens zum ersten Mal alle gemeinsam in einem Raum!) im Sektor5-Café (siehe Foto rechts) und schauen, zusammen mit jedem der vorbeikommen will, die Wahlberichterstattung auf ORF2, ATV, Puls4 und wo auch immer darüber berichtet wird (Twitterwall vorhanden!) und geben unsere Kommentare dazu ab.

Deswegen: hinkommen!

Natürlich gibt es dort genug zum Trinken um Niederlagen zu verdauen oder Siege zu feiern.

Wer es nicht schafft, hinzukommen, kann auch via Skype mitreden, einfach den User “politikpodcast” anrufen und man ist Live auf Sendung!

Auch auf Twitter werden wir alles verfolgen, wer Fragen, Kommentare, Kritikpunkte oder was auch immer uns sagen will, einfach den Hashtag #ppcast verwenden!

Hier die Adresse, wir sind ab 16:00 vor Ort, um 16:30 startet der Livestream:

Sektor5
Siebenbrunnengasse 44
A-1050 Wien


Größere Kartenansicht

Bin schon sehr gespannt und freue mich drauf!

ORF-Sommergespräche 2010

Politik, Dienstag 7 September 2010 08:01

Das einzige, dass mir zu den Sommergesprächen 2010 im ORF sofort einfiel, ist dieser Ausschnitt (Dritte Szene, Seite 119) aus Thomas Bernhards “Heldenplatz” aus dem Jahr 1988(!). Beeindruckend, wie aktuell dieses Stück immer noch ist!

Frau Liebig
Mit dem einzelnen wird heute gemacht was der Staat will

Professor Liebig
Das war immer so

Professor Robert
Dem einzelnen ist vom Staat immer auf den Kopf gemacht worden

Professor Liebig
Eine schlimme Zeit

Professor Robert
Dem Denkenden kann in der Frühe nur übel werden

Professor Liebieg
Es herrschen überall chaotische Zustände
Die Lüge beherrscht alles
und das Unvermögen

Herr Landauer
Wahrscheinlich wird die Regierung im Herbst umgebildet

Professor Liebig
Darum geht es ja nicht
das ist ja vollkommen gleichgültig was das für eine Regierung ist
es ist ja eine wie die andere
es sind ja immer dieselben Leute
es sind ja immer dieselben Geschäfte
die diese Leute machen
es sind ja immer dieselben Interessen
das sind ja immer diese ganz und gar verkommenen Leute
die mit jedem Tag den Staat mehr zugrunde richten

Professor Robert
Allein die Sprache dieser Leute
ist so widerwärtig
hören Sie sich doch den Bundeskanzler an
der kann ja nicht einmal einen Satz korrekt zu Ende führen
und die anderen auch nicht
aus allen diesen Leuten kommt immer nur Unrat heraus
was sie denken ist Unrat
und wie sie es aussprechen ist auch Unrat

iPhone 4 vs. HTC Desire 2.2

Gadget undInternet, Computer undMobile, Sonntag 8 August 2010 19:36

T-Mobile gab mir diese Woche die Gelegenheit, ein iPhone 4 zu testen. Da ich selber jahrelang begeisterter iPhone Besitzer war und vor kurzem erst auf ein HTC Desire umgestiegen bin, bietet sich ein Vergleich natürlich an, noch dazu wenn es seit rund einer Woche für das HTC Desire Android 2.2 gibt, das ja einige Verbesserungen und neue Features (z.B. 720p Videos) enthält (hier gibt es eine Auflistung aller Neuerungen).

Auf den Preis und dem damit möglicherweise verbundenen Mobilfunk-Tarif gehe ich hier nicht näher ein.

Äußerlichkeiten

Plastik vs. Metall. Das iPhone gewinnt natürlich den Style-Preis, obwohl ich mich mit den Kanten im Vergleich zum 3G oder 3GS nicht so schnell anfreunden kann.  Das Desire liegt, dank der rauen Rückseite, besser in der Hand (vielleicht aber auch nur Gewohnheit). “Gefühlt” ist das iPhone schwerer obwohl beide fast aufs Gramm genau gleich viel wiegen, liegt wohl an den sichtbaren Materialien.

Das iPhone-Display ist wirklich sehr schön, dafür ist es kleiner als das Desire-Display. Bei der Helligkeit sind meiner Meinung beide gleich auf. Die etwas höhere Auflösung des iPhones sieht man.

Das was ich am Desire vermisse ist der geniale Lautlosschalter vom iPhone (den kann man auch mit dem Handy in der Hosentasche betätigen), dafür vermisse ich am iPhone den “Back”- und den “Menu”-Button, hab immer in den iPhone-Apps versucht das Menü zu finden :) Den Trackball am Desire verwende ich so gut wie nie. Beim Desire reagiert der Einschaltknopf oben auf sehr leichten Druck, was in der Hosentasche dazu führen kann, dass das Handy sich einschaltet.

Natürlich hab ich versucht die Empfangsprobleme des iPhone 4 zu replizieren und ja, es ist möglich das iPhone 4 so zu halten das man sofort zwei Stricherln beim UMTS-Empfang verliert und beim WLAN 50% der Geschwindigkeit. Aber Gesprächsabbrüche oder Unterbrechung der WLAN-Verbindung habe ich nie zusammen gebracht. Habe auch versucht beim Desire Empfangsprobleme zu “erzeugen”, ohne sichtbaren Erfolg. Grad das Desire hat seit dem Update auf Froyo, aka Android 2.,2 einen viel besseren UMTS Empfang als vorher. Ein Vergleich der generellen Empfangsqualität ist nicht wirklich möglich, da ich mein HTC mit einer Bob-Karte bestückt habe und dank Micro-SIM ich auch nicht die T-Mobile Karte des iPhones im Desire verwenden kann.

Akkulaufzeit habe ich nicht getestet, 10 Jahre Smartphones haben mir gezeigt, dass immer eine Ladestation in der Nähe sein muss :) . Wobei, beim Desire kann man einen Ersatzakku mitnehmen wenn man will :) .

Innerlichkeiten

Die technischen Daten beider Geräte sind ja sehr ähnlich. Seit Android 2.2 kann auch das Desire, so wie das iPhone 4, 720p (1280×720) Videos aufnehmen, deswegen hier ein Video das einen direkten Vergleich zeigt (am besten in HD und Fullscreen anschauen!):

Das iPhone 4 schafft eine konstantere und höhere Framerate als das Desire. Hier noch ein Standbild aus dem Video mit Vergrößerung, dabei sieht man die bessere Bildqualität des iPhone 4-Videos:

Bei der Kamera ein ähnliches Bild. Wobei ich, als ich mein Desire gekauft habe, sehr enttäuscht von der Fotoqualität war, dann aber im XDA-Forum gelesen habe, dass wenn man die Rückseite des Handys abnimmt oder zu mindestens die Plastikabdeckung innen und außen intensiv säubert wird die Bildqualität besser und das stimmt! Hier ein Vergleich, links mit (dreckiger) Abdeckung, rechts ohne Rückendeckel, wobei, wenn man die Abdeckung wirklich gut putzt werden die Fotos auch mit Abdeckung brauchbarer:

Wie sieht es nun im Vergleich bei den Fotos aus? Hier zwei Fotos:


Wie schon beim Video wirkt das iPhone Foto schärfer und hat sattere Farben. Beim Desire kann ich dafür unter verschiedenen Auflösungen auswählen und auch zwischen 5:3 und 4:3 umschalten, beim iPhone 4 ist die Auflösung mit 2592×1936 fix bei der Apple-Kamera-App eingestellt.

Userinterface

Nein, ich will jetzt keinen Glaubenskampf Apple vs. Android. Ich habe beides verwendet, war und bin mit beidem zufrieden. Jedes Betriebssystem hat seine Vor- und Nachteile. Ich mag die Aufgeräumtheit und Sauberkeit des iOS4, dafür aber auch die Freiheiten von Android.

Das Multitasking des iPhone 4 ist momentan irgendwie völlig sinnlos und schlecht gelöst, hier hat Android die Nase klar vorne. Auch mag ich das Konzept mit dem “Back”-Button am Android da es eben auch Programm übergreifend geht. Man muss nicht so wie beim iPhone den Umweg über den “Home”-Screen nehmen. Dafür ist das Scrolling am iPhone, z.B. im Browser, gefühlt smoother. Ansonsten starten Apps auf beiden Handys gleich schnell und bei beiden reagiert das Userinterface sehr schnell, es macht Spass, diese Handys zu benutzen!

Programme

Zwar gibt es beim iPhone zahlenmäßig mehr Apps, aber die Apps, die man wirklich braucht, gibt es auch in vielen Varianten unter Android. Was ich an Android auch mag: Wenn dir z.B. die eingebaute Kalender-App nicht gefällt, lad dir einfach eine neue herunter! Genauso bei der SMS-App, dem Browser, etc. Beim iPhone ist das in geringem Ausmaß auch möglich, aber eben nicht für alle Standardprogramme.

Was ich wirklich unter Android vermisse ist Qando, hier ist aber schon Abhilfe angekündigt.

Wer GMail oder Google Apps verwendet ist bei Android natürlich besser aufgehoben als beim iPhone. Auch ist Google Maps unter Android weitaus besser als auf dem iPhone. Dafür ist die Voicemail-Funktion (falls das Netz es erlaubt) am iPhone sehr praktisch.

Die iBooks-Funktion am iPhone schaut zwar Nett aus, nur gibt es eigentlich noch keine Inhalte. Auch bezweifle ich, das ein Handy ein guter E-Bookreader ist.

Was für mich auch ein Grund zum Umstieg auf Android war: kein schlecht adaptiertes iTunes mehr unter Windows!

Facetime

“Seen this, done this!” Und zwar seit 20 Jahren alle paar Jahre wieder. Mehr dazu zu sagen? Nein. Oder: Wer kann sich noch an die Videotelefonie-Kampagne von “Drei” erinnern? Z.B. an solche Presseaussendungen.

Browser

Das Programm, das ich auf meinem Smartphone am häufigsten verwende, ist der Browser. Gerade hier soll ja Android 2.2 einiges an Geschwindigkeit gebracht haben, deswegen habe ich gleich mal zwei Javascript Benchmarks laufen lassen (im gleichen WLAN, nacheinander mehrmals). Zuerst einmal den SunSpider Javascript Benchmark, desto weniger Millisekunden, desto besser:

Hier ist das Desire unter Android 2.2 beinahe doppelt so schnell wie das iPhone 4!

Der zweite Test ist die V8 Benchmark Suite -version 5, hier der Vergleich (höher ist besser):

Auch hier ist der Browser im HTC Desire der ganz klare Sieger.

Aber, nur zum Vergleich: die aktuelle Chrome 6.0 Beta braucht auf meinem Laptop für den ersten Test 340,2 Millisekunden und schafft beim V8 Benchmark einen Score von 5605, d.h. da haben die Handys noch viel Aufholbedarf! :)

Unter Android 2.2 kann der Browser Flash 10.1. Teilweise nervt es wenn die ganzen Flash-Banner geladen werden, anderseits kann ich sogar meine Prezis am Desire wunderbar abrufen. man kann in den Einstellungen aber entscheiden ob Flash-Sachen immer oder nur wenn man es antippt geladen wird.

Bei den Bookmarks und sonstigen Fähigkeit gibt es keine großen Unterschiede. Was mich am Android-Browser nervt ist, dass man immer eine URL von Anfang an eintippen muss, damit er sie erkennt. z.B. wenn ich “derstand” eintippe gibt er mir nicht “mobil.derstandard.at” als Auswahlmöglichkeit, nur wenn ich “mobil” eintippe kommt diese Auswahl.

Netzwerk

Wichtig ist natürlich auch, wie schnell das Handy beim Download und Upload ist. Dazu haben ich Speedtest.net, jeweils mit dem Wiener Server verwendet, da es da für Android als auch für Apple eine App gibt.

Im WLAN-Betrieb sind beim Download beide Handys gleich schnell. iPhone 4 und Desire 2.2 schaffen beim Download zwischen 13 und 14 Mbit pro Sekunde. Beim Upload ist das Desire immer um ein ein paar Prozente schneller aber der Unterschied ist vernachlässigbar.

Beim UMTS-Test schaut es gleich anders aus. das iPhone 4 schafft hier maximal etwas mehr als 2 Mbit pro Sekunde beim Download, das HTC Desire bis zu 4 Mbit/S (unter HSDPA)! Beim Upload sind beide wieder mit rund 1,5 Mbit/S wieder gleich auf. Wobei ich hier nicht sagen kann ob der langsame Download ein Problem des iPhones 4 oder ein Problem mit dem T-Mobile Netz (am iPhone erkennt man nicht ob es HSDPA verwendet oder nicht) ist, ich habe es aber an verschiedenen Orten, immer mit laut iPhone 4 vollen 3G-Balken, getestet und hatte immer das gleiche Ergebnis. Leider konnte ich, wie schon erwähnt habe, nicht die SIM-Karten austauschen.

Fazit

Schwierig, beide Handys sind super, mit beiden macht das Arbeiten/Spielen/was-auch-immer Spass.

Das iPhone ist mehr Lifestyle, das Desire mehr Tech.

Ich fühle mich beim iPhone mehr Bevormundet, bei Android freier, mit allen positiven und negativen Seiten (was hab ich komisch geschaut als ich zum ersten Mal eine Porno-App im Android-Market im Suchergebnis gefunden habe).

Gerade mit Android 2.2 gibt es einige neue Möglichkeiten die noch sehr viel Innovationspotenzial haben (z.B. c2dm). Beim iPhone ist da schon alles sehr etabliert und unaufgeregt, viele innovative Neuerungen haben das “Update” auf das iPhone 4 nicht gebracht.

Also: Jede(r) sollte beide mal in der Hand gehabt haben und dann entscheiden, beide sind die richtigen.

Möbelkauf in Österreich, ein Hindernislauf

Konsumenten undKunst, Design, Dienstag 27 Juli 2010 15:37

Möbelkauf in Österreich ist einfach, denkt man: Ikea, Leiner, XXLutz, etc. besuchen, Möbel mitnehmen und aufbauen.

Ja, aber abseits des “Mainstreams” wird es schwieriger.

Die kleinen Designerläden haben meistens auch nur Kataloge, wenig vor Ort (Lagerkosten, besonders schlimm beim Lampenkauf) und meistens steht im Internet mehr über ein Produkt  als die VerkäuferInnen wissen.  Schade eigentlich!

All das musste ich wieder schmerzhaft erfahren, als mein “Fernsehwagerl” kurz vor dem Zusammenbrechen war. Ich suchte verzweifelt nach einem Ersatz und fand diesen im “Audio-Scooter” des wirklich tollen und sehr empfehlenswerten “System 180“:

In Online-Shops wie z.B. hier wird das Möbel um 239 Euro inkl. Ust. & Versand innerhalb Deutschlands angeboten. Auch im Shop in Berlin kostet das Teil 239 Euro inkl. Ust. Leider liefern beide nicht nach Wien, da es für Österreich ja einen Vertriebspartner gibt.

Dieser Vertriebspartner in Österreich ist cento-design. Also bin ich frohen Mutes dorthin und habe mich erkundigt was der “Audio Scooter” in Österreich bei Abholung im Geschäft bzw. Lieferung (jeweils bei Selbstmontage) kostet. Brav habe ich meine Visitenkarte hinterlassen, da man, siehe erster Absatz, das “erst nachfragen müsse”.

3-4 Wochen vergingen, ich bekam natürlich keine Antwort.

Also wieder in das Geschäft, man konnte sich an mich erinnern(!), hat sich entschuldigt, mir noch eine Visitenkarte abgenommen und mir wieder gesagt, dass sich am nächsten Tag jemand melden wird.

Wieder vergehen ein paar Tage, nichts bekommen. Also angerufen und es wurde mir versichert, dass ich am nächsten Tag das entsprechende Angebot erhalte.

Und wirklich, am nächsten Tag bekam ich eine Email mit einem Angebot. Im Vorfeld hatte ich mir schon überlegt, um welchen Preis dieses Möbel mir wohl angeboten wird? 250 Euro? (1% mehr Ust. in Österreich) 300 Euro? 350 Euro? Mehr nicht, oder?

Nun, es kam völlig anders:

Da war ich dann baff!

In Berlin kostet das Möbel 239 Euro, in Wien zahle ich dafür 540 Euro inkl. Ust.!

Wenn ich es mir liefern lasse: 684 Euro!!! Das sind um 445 Euro mehr!

Wenn ich in München wohne und es mir liefern lasse zahle ich 239 Euro, wenn ich ein paar Kilometer weiter in Österreich wohne und es mir liefern lasse 684 Euro!

Ok, zusammengebaut, obwohl ich das gar nicht wollte und der Aufbau max. 25-30 Minuten dauert!

Also habe ich das Angebot des Österreichischen Vertriebes an die Deutsche Zentrale geschickt mit der Bitte um Aufklärung wie so ein Preisunterschied zustande kommt.

Ich bekam als Antwort keine Erklärung zur Preisgestaltung, sondern nur den Hinweis, dass das Möbel ja montiert geliefert wird!

Aber wenigstens machte man mir ein Angebot, das Möbel unmontiert zum Preis von 298,50 Euro inkl. Ust. & Versand an meine Adresse zu schicken.  Das habe ich dann auch getan und somit knapp 400 Euro gespart!

Fazit: Wieder ein Wirtschaftsbereich, in dem KundInnen sich emanzipieren und Zwischenhändler (in diesem Fall die “Möbelhändler” die nur mittels Katalog verkaufen und sonst keine Leistung bieten) durch das Internet hoffentlich bald ihr “Geschäftsmodell” (einfach den Preis verdoppeln) verlieren!

Open Design: Ich biege mir einen Sessel!

Kunst, Design, Freitag 9 Juli 2010 15:21

Letzte Woche hatte traf ich bei einer Veranstaltung der Creativwirtschaft Ronen Kadushin, ein in Berlin lebender Designer, der sich mit Open Design beschäftigt.

Open Design bedeutet, dass seine Werke unter einer Creative Commons Lizenz stehen und jeder z. B. die “Schnittmuster” herunterladen kann und das jeweilige “Ding” selbst herstellen kann (er/sie darf es natürlich nicht verkaufen).

Mir gefiel sofort Ronens “Hack chair prototype“, ein aus 6mm dickem Aluminium gebogener Sessel (Den Namen hat der Sessel übrigens, da Ronen eine Hacker-Konferenz besucht hat).

Am nächsten Tag mailte ich gleich mal fünf verschiedene Firmen an, ob sie, auf Basis des DXF-Files (Autocad) mir mit einem Lasercutter so einen Sessel zum biegen herstellen können. Bezeichnend für die Österreichischen KMUs: Nur eine Firma antwortete.

Ich beauftrage die Produktion und heute durfte ich das geschnittene, ungefaltete Produkt in Empfang nehmen:

Alu ist schon ein nettes Material :)

Jetzt ging es ans Biegen, dankenswerterweise hat Johannes das ganze auf Video aufgenommen:

Somit habe ich jetzt einen sehr coolen “Hack chair prototype” (mit Kratzern :) ), der noch dazu recht bequem ist:

Die Kosten für Material und Lasercut lagen bei rund 320 Euro, da ein Einzelstück. Wer sich ebenfalls so etwas biegen möchte, den berate ich gerne!

PS: Unbedingt auch die anderen Objekte von Ronen Kadushin anschauen!