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Fon.com: Wolf im Schafspelz

Web2.0, Dienstag 26 Februar 2008 10:22

Helge hat ja über die sehr eigenartigen “Marketingaktivitäten” von FON.com berichtet. Ich bin auf diese Firma vor etwas mehr als einem Jahr aufmerksam geworden da ich damals noch einen Funkfeuer-Knoten hatte (der leider ein Herbstgewitter nicht überlebt hat) und FON.com basiert eigentlich auf einem ähnlichen Prinzip: Jeder der eine Internetverbindung hat shared diese für andere User und hat somit auch überall anders wo es einen FON.com-Anschluss gibt gratis WLAN-Zugang.

So weit so gut, klingt alles Web2.0-mäßig, jeder shared seine Internetverbindung, Software Opensource, alle sind happy. So kommt auch die Webseite daher.

Die Wirklichkeit schaut dann wieder anders aus, wenn man sich z.B. so einen Router von FON.com kauft verpflichtet man sich diesen mindestens ein Jahr angeschlossen zu verwenden, wie bei Mobilfunkunternehmen mit Mindestvertragsdauer, siehe diese Antwort aus den offiziellen FAQs:

FON-FAQ

D. h. auch das ich mit dem Kauf eines Routers mich verpflichte meine Internetleitung (für die ich ja auch bezahle und hafte) zu teilen und noch eine Bindungsfrist eingehe.

Lustig ist auch die Vorgehensweise wenn jemand als Gast meine Internetverbindung verwendet:

FON-Werbung

Heist das jetzt FON.com beschickt über meine Internetverbindung mögliche User mit Werbung (an denen ich natürlich nichts verdiene)? Denn was dieses kurze Video wirklich ist wird nicht definiert.

Womit wir beim wichtigsten Punkt sind: Beim Geldverdienen.

FON.com teilt die Einnahmen von neuen “Foneros”, die sich über einen FON.com-Knoten registrieren und via PayPal (wieder eine Zwangsbeglückung mit PayPal) bezahlt haben, mit dem jeweiligen Betreiber des Knoten. Der/die BetreiberIn bekommt 50% der drei Euro (für ein Tagesticket, vor oder nach Steuer?). Das klingt ja recht praktisch, nur gibt es für mich da ein Google-Phänomen:

Wer außer FON.com kann nachvollziehen wie viele User z.B. über meinen Knoten bezahlt haben? Niemand.

Bei solchen Punkten bin ich immer für Nachvollziehbarkeit!

Außerdem stellt sich für mich die Frage wieso ich 50% meiner möglichen Einnahmen an eine Firma abgeben soll die schon beim Router-Kauf an mir verdient hat und eigentlich nichts anderes macht als einen Login-Server (und Logfiles) zu verwalten?

Wäre ja alles immer noch nicht sooo schlimm, aber wenn man das ganze jetzt mit der aggressiven Marketingstrategie, wie von Helge beschrieben, verknüpft ergibt sich für mich ein Wolf im Schafspelz, denn in dem von Helge zitiertem Brief, der an jede Menge Lokale in Wien mit Gratis WLAN verschickt wurde, machen solche Absätze zum Thema “Sicherhet” stutzig:

Jede Nutzung ist bei Bedarf nachvollziehbar

und

…Können Sie nicht verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird.

Ok, mit FON.com kann man das dann verhindern? ist da gleich ein “Kinderschutz” mit eingebaut? Oder gehen die Daten direkt an das BIA? :)

Den Lokalen die diese Brief bekommen haben kann ich nur empfehlen nicht auf dieses Angebot einzugehen. Wenn schon kostenpflichtig dann selber machen, dann bleiben auch 100% beim Lokalbetreiber (vor allem, ist garantiert das die 50% auch in Zukunft 50% bleiben???).

Aber viel besser, auch für die Besucherzahlen, ist ein Gratis WLAN-Zugang.

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18 Kommentare für 'Fon.com: Wolf im Schafspelz'

  1.  
    26. Februar 2008 | 12:17

    nach völlig offenem, freien und gratis wifi ist FON noch immer die beste alternative.

    wobei mir der unterschied zwischen linus und bill nicht ganz klar ist:

    linus = FON kassiert tagestickets und der fonero kriegt nix.
    bill = FON kassiert tagestickets und der fonero kriegt die hälfte.

    ???

  2.  
    max
    26. Februar 2008 | 12:22

    klar, es ist noch das geringste Übel, aber auch nicht mehr.

    soweit ich es verstanden habe:

    linus = FON kassiert alles, dafür darf der linus bei anderen foneros gratis surfen.
    bill = FON kassiert die Hälfte, dafür muss der bill bei anderen foneros zahlen.

    also verdienen & gratis überall anders gibt es nicht, find ich auch nicht ok.

  3.  
    26. Februar 2008 | 12:32

    nein, der bill darf schon auch gratis bei den anderen surfen. deswegen ist es ja so verwirrend, weil einmal FON die hälfte abtritt und einmal nicht. wieso sollte jemand dann noch linus sein wollen?

  4.  
    26. Februar 2008 | 12:35

    Wirklich freies WLAN (zumindest in Lokalen und Hotels) gibt es durch Freewave. Keine Gebühren, keine Registrierung, keine Zwangs-Werbung.

    Die Liste der Hotspots, immerhin schon 90 in Österreich, findest du hier: http://www.freewave.at/hotspots

  5.  
    max
    26. Februar 2008 | 12:38

    @christian: stimmt, du hast recht, ist mir auch nicht klar!

    @Walter: auch du hast recht, verwende gerne Freewave, funktioniert auch immer einwandfrei, z.B. im Cafe Engländer.
    Natürlich gibt es auch viele Lokale die das selbst betreiben und wo es ohne Problem auch funktioniert, siehe WerkzeugH.

  6.  
    max
    26. Februar 2008 | 12:41

    @christian:
    wobei es wirklich nicht klar ist, siehe hier:

    8.4. Wenn Sie als ein Bill registriert sind und eine Verbindung zur FON
    Community über einen anderen Hotspot als den Ihrigen herstellen, so gelten für
    Sie alle vorgenannten Bedingungen, die für Aliens gelten.

    Und die Bedingungen für Aliens besagen:

    7.3. Der Alien zahlt FON den entsprechenden Betrag für jedes FON Tagesticket
    und ist verantwortlich für die Begleichung aller weiteren Beträge, die er FON
    schuldet.
    7.4. FON behält sich das Recht vor jeder Zeit die Preise, Promotionen und/oder
    Rabatte für die Produkte und Dienstleistungen von FON zu ändern.

  7.  
    26. Februar 2008 | 12:44

    Hallo Max,

    vielen Dank für Deinen Bericht über FON! Leider hast Du wohl einiges nicht so ganz korrekt wiedergegeben (danke Christian!)

    Wir wollen nicht Bezahl-Hotspots aufbauen, aber freies Internet für alle Teiler! Wenn ihr viel im Netz seid habt ihr eine Internet-Flat zuhause - das ist auch alles was Ihr braucht, um unterwegs - auf allen 250.000 FON Hotspots - kostenlos zu surfen! Nichts weiter!

    Kleine Frage: Wie stellt ihr euch ein kostenloses WiFi Netz vor, dass gleichzeitig so sicher sein muss, dass euch selbst nichts durch den Missbrauch dritter passieren kann? Freu mich auf euer Feedback an you@spreadfon.de

  8.  
    max
    26. Februar 2008 | 12:50

    @Florian: Gegenfrage, wieso müsst ihr immer WLAN mit Sicherheit kombinieren?
    Vor allem, wieso ist das bei Gratis WLAN in Lokalen ein Argument?
    Oder ist das nur ein Verkaufsargument?

    Auch Funkfeuer ist sicher und funktioniert wunderbar und kostet nichts.

    und das was Christian geschrieben hat jetzt nicht direkt mit meinem Artikel zu tun, sondern er hat die Frage aufgeworfen und wir diskutieren gerade darüber…
    Was habe ich in meinem Artikel nicht korrekt wiedergegeben?

  9.  
    26. Februar 2008 | 13:11

    Es gibt mehrere Stufen von Sicherheit: wenn Du einen offenen WLAN Hostpot hast …
    1. können Externe über diesen u.U. auf dein Intranet - zB auf Deinen Drucker, evtal auch auf Deinen Rechner zugreifen! Das ist offensichtlich schlecht.
    2. kann jeglicher Traffic ohne dass er nachvollziehbar ist passieren! Dh im Zweifel war’s halt mal der Anschlussinhaber. Das ist augenscheinlich noch schlechter!
    Beides ist nicht lustig und passiert mit FON nicht, da sich jeder Nutzer vor dem Surfen einmalig valide bei uns anmelden muss!

    Kleine Berichtigungen in deinem Beitrag:
    * Es gibt keine Vertrag wie bei Mobilfunktarifen - du zahlt ja keine monatl Gebühren an uns oder hast auch keinen Mindestumsatz
    * zu den 15-gratis Minuten: WIr wollen, dass jeder user das Netz gratis nutzen kann! Auch er muss, zB per SMS sich vorher authetifizieren! Selbst hier (wie auch beim Video) bekommst du die Hälfte des Profits!
    * Nachvollziehbarkeit: In deiner UserZone kannst DU jederzeit sehen, wer bei dir surft. Das “wer” beschränkt sich aber auf den Nicknamen (warum ist dir sicherlich klar)!

    Freu mich auf Dein Feedback zu meiner ersten Frage weiter oben: wie könnte ein gerechtes, weltweites WiFi Community Concept Deiner Meinung nach ausehen?

    PS: echt gute kommentar-benachrichtigung!

  10.  
    max
    26. Februar 2008 | 13:20

    danke für die Antworten, Florian!

    zu 1:
    Auch z.B. Funkfeuer verwendet zwei verschiedene WLANs um Privat von Öffentlich zu trennen.

    zu 2:
    Wie ist das bei FON? angenommen ich surfe über Private-WLAN meines FON-Routers und gleichzeitig benutzen mehrere User den FON-Zugang meines FON-Routers, wie wird ermittelt wer da jetzt z.B. illegale Sachen (was auch immer das sein soll) runtergeladen hat?

    zu den Berechtigungen:
    Was passiert wenn ich den Router nicht ein Jahr lang betreibe sondern z.B. nach einem halben Jahr nicht mehr verwende (Ok, ich kann nicht mehr andere FON-Zugänge vewenden, aber sonst?)? Wo ich ja verpflichtet bin ihn ein Jahr lang zu betreiben.

    Was meinst du mit “Selbst hier (wie auch beim Video) bekommst du die Hälfte des Profits!“? Was kann man mit dem Video verdienen (ich gebe ja zu das ich es noch nie gesehen habe)?

    Zum Thema Nachvollziehbarkeit: ich kann jederzeit nachschauen wer bei mir surft, das ist klar, aber kann ich auch nachvollziehen wer über mich einen Zugang gekauft hat?

  11.  
    27. Februar 2008 | 10:58

    [...] (hier in den Kommentaren): Wenn Du einen offenen WLAN Hostpot hast können Externe über diesen u.U. auf [...]

  12.  
    28. Februar 2008 | 01:24

    Welchen Provider (normales Internet) braucht man denn als potentieller Fonero ? Soweit ich weiß steht in den meisten Verträgen drin das man “sein” Internet *nicht* mit anderen teilen darf (oder es wird automatisch ein Business Tarif benötigt).

    Wird man mit dem Vermieten eigentlich nicht “kommerziell” ?
    => Gewerbeschein etc.

    Technisch ist es ja kein Problem, aber rechtlich ?

  13.  
    28. Februar 2008 | 08:47

    in österreich ist FON bei privaten internetanschlüssen im rechtlichen graubereich. ein bekannter, der sich mit der telekom-materie etwas besser auskennt, meinte mal, dass man als fonero rechtlich gesehen als netzbetreiber auftritt und somit sogar das telekom-gesetz zur anwendung kommt.

    so ganz ausgegoren ist die FON-sache noch nicht…

  14.  
    28. Februar 2008 | 15:03

    [...] zwischen eigenem WLAN und Foneros. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch Max‘ Analyse der fon-AGBs, vor allem im Hinblick auf Bindungsdauer und [...]

  15.  
    denker Stirn
    1. März 2008 | 13:47

    du bist doch wirklich nur ein haltloser Net-Schwätzer. Zu keiner Sekunde hast du Dich mit FON auseinandergesetzt. Dummes Gewäsch, falsche Fakten und Vermutungen. Wirklich abstossend.

  16.  
    Eol
    1. März 2008 | 14:02

    @denker Stirn
    Wer ist denn “Du” ?

  17.  
    max
    1. März 2008 | 20:58

    @denker Stirn:
    Wenn du schimpfen willst, gerne, nur sag bitte gegen wen sich dein Unmut richtet, ansonsten kennt sich niemand aus.

    Begründungen bzw. Erläuterungen deines Unmuts erwarte ich mir eh nicht :)

  18.  
    eol
    1. März 2008 | 23:07

    Danke Max.

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