Internet, Computer, Sonntag 9 März 2008 11:48
Damals, im Jahr 2000 als die Firma AlphaThinx, die eine mobile Spieleplattform etablieren wollte, Konkurs ging, war der damalige CEO von One, Jørgen Bang-Jensen, zu Gast bei AlphaThinx um mögliche neue MitarbeiterInnen für sein Unternehmen zu finden.
Das war die Zeit als in Österreich gerade die UMTS-Lizenzen teuer versteigert wurden und alle sich extrem viel vom mobilen Internet (damals in der Ausführung “WAP”
) erwarteten.
Herr Bang-Jensen erzählte damals von seiner Zukunftsstrategie, die, wie in Firmen üblich, zu einem “Leitsatz” zusammengefasst wurde:
“50:50 by 2005″
Soll heißen 50% des Umsatzes sollen im Jahr 2005 durch Datendienste erwirtschaftet werden.
Nun Ja, wir schreiben das Jahr 2008 und vorgestern präsentierte der jetzige CEO von One, Michael Krammer, die Geschäftszahlen 2007, unter anderem auch wie es mit dem Anteil der Datendienste am Gesamtumsatz aussieht (siehe hier):
Außerdem gelte es, das Datengeschäft auszubauen. Dieses legte bei One 2007 um 30 Prozent gegenüber 2006 zu und macht nun rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, erklärte Krammer. Derzeit habe man knapp 100.000 Kunden, die mobiles Breitband verwenden.
Da war wohl die Erwartung etwas zu hoch gesteckt, oder?
Lustig finde ich ja auch wie man etwas für ein Unternehmen eigentlich unangenehmes wie den Preisverfall als etwas positives darstellen kann:
Der Durchschnittspreis für Telefonate habe sich seit 2002 fast halbiert, rechnete Krammer vor. Damit habe die Mobilfunkbranche einen “wesentlichen Beitrag zur Inflationsbekämpfung geleistet”.
No Comment, oder?
Ich hoffe das diese Branche wieder ihre Innovationsfreudigkeit findet und nicht nur froh ist endlich Google am Handy zu haben, sonst wird sie von Google und Co überrannt.
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Das Problem liegt meines Erachtens darin, dass wirklich attraktive Datenprodukte einen Mobilfunkbetreiber zum Mobile-ISP degradieren. Der Trend ist zwar unaufhaltbar, aber die Operators versuchen das halt solange es geht aufzuhalten - denn es bedeutet Verlust der lukrativen Datennebengeschäfte (Klingeltöne über die WAP-Portale und so Zeugs) sowie eine Öffnung des Kerngeschäfts für Fremdanbieter von VOIP, IM und WebSMS, und damit Verlust von weiteren lukrativen Märkten.
Anders gesagt: Irgendwann ist man halt draufgekommen, dass 50:50 zwar geht, aber die Summe dann nicht mehr 100 ergibt..
Trotzdem: Auf lange Sicht ist diese Walled-Garden-Strategie ein Fehler, wie die Geschichte von Compuserve und AOL zeigt.
Gebe dir 100% recht, vor allem wenn die Geschichte zeigt das Infrastruktur-Firmen es eigentlich noch nie geschafft haben auch guten Content zu erzeugen.
Zum Glück ist dieser Trend unaufhaltbar, denn was Anbieter teilweise immer noch für Datenübertragung und selbst Telefonie verlangen, ist unverschämt. Durch die Prepaid-Anbieter wird es aber Ende 2008/Anfang 2009 endgültig zu einem Einbruch der Kosten kommen - es stecken viele Leute (inklusive mir) noch in einem Zweijahresvertrag fest mit Preisen wie z.B. 39 Cent pro Minute in Fremdnetze.
(…) “wesentlichen Beitrag zur Inflationsbekämpfung geleistet” - wirklich ironisch. Natürlich möchten Konzerne den Bürgern Gutes tun. Immer.
In Österreich sind die Preise für mobile Datenkommunikation viel geringer als in Deutschland. Ich hoffe wir haben hier auch bal so niedrige Kosten.
Ich bin mir aber sicher, daß in Zukunft viel mehr mobile Datentarife genutz werden. Neue Handys wie das iPhone oder das N95 werden auch die akzeptanz für Internetnutzung mit dem Handy fördern