Fernsehen und Politik, Mittwoch 5 November 2008 11:24
Ich liebe Wahlnächte in den USA. Durch das etwas ungewohnte Wahlsystem ist es stundenlang spannend und dann gibt es plötzlich einen Gewinner (etwas das die Amis ja sehr mögen, ist ja beim Baseball oder Football oft nicht anders).
Alleine das Fernsehstudio von CNN zu sehen war es wert wach zu bleiben (bzw. früh aufzustehen). Als um 5:00 früh verkündet wurde das Obama gewonnen hat hatte ich Tränen in den Augen und musste natürlich noch die Ansprachen abwarten, wobei die Obama-Rede wirklich sehenswert war und ist:
Alleine diese Inszenierung zeigt wie gut das Wahlkampfteam von Obama war.
Barack Obama hat es sehr verdient geschafft! Gratulation!
Dieser Wahlkampf wird noch jahrelang die Analysten und Unis beschäftigen, da er einzigartig in jeder Hinsicht war: Kandidaten, Geld, Herangehensweise, Themen und vieles, vieles mehr. Jede Partei in jedem Land wird versuchen Teile davon auf sich umzulegen, was teilweise funktionieren wird aber auch kläglich scheitern wird, die USA ist nicht die Welt.
Was aber meine Meinung nach einer der wichtigsten Punkte aller Analysen sein wird:
Obama hat dank seines Internet-Wahlkampf gewonnen.
Wieso? Ein einfaches Beispiel: keiner der beiden Kandidaten hat ein Konzept um die Finanzkrise zu bewältigen. Da glaubt man das die Person, die schon länger bekannt ist, einen Vorteil hat da man ihr mehr vertraut.
Es kam aber genau umgekehrt.
Die WählerInnen haben Obama ihre Stimme gegeben da sie, Aufgrund seiner Internet-Präsenz, das Gefühl haben ihn besser zu kennen und ihm mehr Vertrauen. Hier wirkten sich die intensiven Aktivitäten und Aktivierungen im Internet massiv aus. Authentisch (so sehr ich das Wort eigentlich nicht mag) eben. DIese Internet-Community wird auch in Zukunft mitreden und die Politik massiv verändern.
Ein anderes Indiz ist auch: Obama hat eine große Mehrheit der jungen WählerInnen hinter sich, die er auch am besten motivieren konnte wählen zu gehen (und die damit die größte Wahlgruppe waren).
Noch ein Beispiel: Auf der Wahlfeier der Republikaner wurden die negativen Ergebnisse (z. B. als CNN verkündete das Obama Pennsylvania gewonnen hat) nicht verkündet oder auf den Screens angezeigt. Was haben die ganzen Besucher der Wahlparty gemacht? Ihren Blackberry gezückt und dort nachgeschaut.
PS: Für alle Obama-Fans gibt es jetzt auch ein sehr nettes T-Shirt von Tupalo:
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“Die WählerInnen haben Obama ihre Stimme gegeben da sie, Aufgrund seiner Internet-Präsenz, das Gefühl haben ihn besser zu kennen und ihm mehr vertrauen. Hier wirkten sich die intensiven Aktivitäten und Aktivierungen im Internet massiv aus.”
Deine Meinung teile ich. Aber ob ein Wahlkamfp gewonnen wird, hängt nicht nur von dem Medium ab, welches man einsetzt, sondern wie man dieses Medium bedient, um die Wähler zu erreichen, um dieses Vertrauen zu schaffen und um sie dazu zu bewegen, nicht nur ihre Stimmen abzugeben, sondern auch andere zu animieren. Dies funktioniert genauso offline wie online. Warum Tayyip Erdogan seine Wahl gewann, war maßgeblich auch deswegen, wie sein Team jenen Wahlkampf geführt hat, um auf allen möglichen Ebenen der Kommunikation und mit allen möglichen Mitteln Wähler für sich zu gewinnen, und sie in die Aktivierung weiterer Wähler einzubinden. Da will ich natürlich nit Obama mit Erdogan vergleichen, aber die Art und Weise wie sie die Wahl für sich entschieden haben, war sehr ähnlich, in dem Fall offline bzw. online.
@Meral natürlich hast du recht, genau das meine ich ja auch, er hat es (das Internet) richtig bedient und ist auch die richtige Person dafür.
sein Team hat wohl alle Medien perfekt versorgt und vor allem auch die direkte Kommunikation mit den WaehlerInnen am besten gemacht. Wer geht denn bei uns schon von Tuer zu Tuer, egal ob offline oder online.
In dem Zusammenhang wird auch schon von Blaupause für Markenwerbung gesprochen, da bin ich schon gespannt.
Das Tupalo T ist super!!! Danke!
Sicherlich tragen gerade in den USA die Marketingkanäle auch entscheidend mit zum Wahlerfolg. Was da an Summen ausgegeben wird … Ich denke aber auch, dass viele Amerikaner erkannt haben, dass sich unter McCain nicht viel ändern wird. Er ist Bush einfach zu ähnlich, und das wollten sie auf keinen Fall mehr.
Unglaublich. Auch ich hatte Tränen in den Augen. Gestern und auch heute beim Zeitunglesen. Und ich kenne noch zwei weitere Menschen, die Tränen in den Augen hatten. Und ich find das geil. Irgendwie. Aber ich weiß weder genau, warum mich das zu Tränen rührt, und auch nicht, warum ich das gut finde. Aber ich denk noch drüber nach. Spätestens morgen, wenn ich morgens die Zeitung lese und das Häferl langsam übergeht…
Ja. Endlich. Wollen wir hoffen das Obama es schafft aus den USA eine funktionierende Nation zu machen die wegkommt von all dem Krieg und Problemen die sich dieser Nation auch im Inneren stellen (Dollar/Finanzkrise etc.).
Meine Wünsche sind mit ihm. We will see. We want change.
Das T-Shirt ist schon cool, gibts das auch in weiß ???
Ich finde das T-Shirt sehr gut gelungen, selbst darauf kann man sehen wie stark das Charisma von Obama ausgeprägt ist. Er hat verdient gewonnen. Jetzt hoffen wir alle mal auf ein bessere Politik. Klar ist das er eine Menge vor sich hat, aber er ist so stark das er das schaffen wird.
Habe auch die ganze Nacht mitgefiebert (und war am nächsten morgen entsprechend fertig). Aber: Hat sich ja gelohnt, hurra! Palin als potentielle Präsidentin wäre ja auch zu furchtbar gewesen und das Wahlergebnis ist ja auch sehr deutlich.
Zum Thema noch eines der geilsten Videos auf Youtube (Lifemitschnitt):
http://de.youtube.com/watch?v=SxuGHGqVZZ4