Politik, Samstag 29 November 2008 10:32
Zu Beginn muss ich mich wiederholen: Herr Ötsch, treten Sie (endlich) zurück!
Vor weniger als einem Monat hat es noch geheißen der Verlust der AUA wird heuer rund 120 Millionen betragen. Seit gestern wissen wir: es wird weitaus mehr sein, bis zu 500 Millionen Euro und selbst da sagen die Analysten das ist noch sehr optimistisch gerechnet. Die Analysten sagen ja auch schon seit Monaten das die Flugzeuge-Abschreibungen sich heuer noch massiv auswirken werden, was seit gestern (SIC!) auch der AUA bewusst ist.
Dann der ORF. Auch hier ist seit JAHREN klar das es eine Veränderung braucht. Jeder wusste das es nicht so weitergehen kann. Das ist jetzt nicht mal der Fehler von Herrn Wrabetz, sondern die globale Veränderung der Medienlandschaft (Stichwort “Scheiss Internet“). Der Fehler von Herrn Wrabetz besteht darin das einfach ignoriert zu haben. SIehe dazu auch den sehr passenden Kommentar “ORF: Vom Leit- zum Leidmedium” von Andrea Schurian.
AUA und ORF sind (leider!) zwei sehr gute Beispiele von fehlender Zukunftsgestaltung.
Der ab Dienstag Ex-Vizekanzler Willhelm Molterer bringt es in seinem heutigen Interview im Standard ausnahmsweise recht gut auf den Punkt:
Die Radikalität des Denkens ist notwendig, damit man tiefer gehende strukturelle Reformen machen kann.
Etwas das ich in Österreich in der Politik und vor allem auch im Journalismus stark vermisse!
Hat jemals irgendjemand, egal ob Politik oder Medien, nur die Idee geäußert die AUA Konkurs gehen zu lassen? Um z. B. “Altlasten” wie die Lauda Air los zu werden? Nein, in Österreich ist sowas verboten!
Nicht das ich jetzt behaupte das ein AUA-Konkurs die Lösung des Problems ist, aber man sollte den Mut haben Ideen zu äußern und zu diskutieren, denn vielleicht kommt man dann auf eine komplett neue Lösung
Da muss ich wieder in die USA und wieder einmal in die Businessweek schauen, in der Ausgabe diese Woche gibt es einen radikalen Vorschlag um die US-Autoindustrie, die dringend Geld von Staat haben möchte, neu aufzustellen: Anstatt $25 Milliarden in die drei großen Autohersteller (Ford, GM und Chrysler) zu pumpen, die laut Jack and Suzy Welch nur eine “life-support solution, not a cure” sind, sollen GM und Chrysler Konkurs anmelden und dann zusammengehen. Somit sollte sich die neue Firma rund $15 Milliarden ersparen und wäre sowohl am US-Markt als auch International weitaus besser aufgestellt.
Auch hier: keine Ahnung ob das jetzt die beste Lösung ist, aber man kann darüber diskutieren und findet vielleicht eine bessere Lösung als einfach nur nach den Staat zu schreien um Geld in die Autoindustrie zu pumpen.
Genau das ist es was ich in Österreich vermisse: Ideen und den Mut zur Diskussion!
Wann wachen wir endlich auf und fangen an zu agieren anstatt zu reagieren? Wo ist der Mut zur Zukunftsgestaltung geblieben?
Die Chance der Politik die Zukunft aktiv, zu Gunsten der Menschen zu gestalten, war noch nie so groß wie jetzt, wenn dieses Fenster nicht genutzt wird wird es sich für sehr, sehr lange wieder schließen.
Auch muss diese Diskussion mit den Menschen direkt geführt werden. Ein sehr guter Ansatz ist die Initiative “SUPER INTERNET” um Ideen für die Neugestaltung des ORF zu sammeln (NICHT vom ORF ausgehend!).
Denn dieser fehlende Mut zu Ideen, zur Diskussion und zur aktiven Zukunftsgestaltung sind die Probleme warum die Jugend Strache wählt.
Das ist zwar ausgelutscht aber es sollten sich die Politiker und die Medienmacher mal wieder anschauen:
Sorry für die Polemik
, aber nachdem ich gestern Studenten etwas über den Web2.0 Wahlkampf in Österreich und den USA erzählt habe und gemerkt habe das diese absolut keinen Bezug zur Politik haben braucht es da dringend etwas!
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[...] auch: ÖIAG Kredit an AUA AUA und der Mut zur Zukunftsgestaltung Gesellschafterdarlehen von [...]
Zukunftsgestaltung á la ORF: 1.000 Kündigungen (das schreiben zumindest deutsche Medien). Wobei Kündigungen nicht das richtige Wort ist: Outssourcing… Weg mit den Planstellen aus dem eignen Budget, nur woandershin verlagert. Liest sich dann viel besser. Für die Mitarbeiter heißt das aber:schlechtere Tarifverträge, wenn überhaupt welche.
Schön langsam kommen ja Details an`s Tageslicht:
http://airpol.jimdo.com/2008/12/01/aua-alternative-statt-geschenk-an-lufthansa/
ja, aber sehr, sehr spät!
interessant das die ÖIAG jetzt plötzlich alternativen überlegt, ein zeichen das der verkauf platzt?