Politik, Montag 23 Februar 2009 09:39
Am 8. Februar war H. C. Strache in der Pressestunde im ORF zu Gast, soweit so uninteressant.
am 13. Februar schrieb Alexander Pollak einen meiner Meinung nach sehr guten Kommentar zu dieser Pressestunde und dem Umgang mit rechten Parteien in Österreich unter dem Titel “Diskutieren mit HC Strache“. Dazu gibt es auf dem Standard auch eine heftige Diskussion mit über 200 Kommentaren.
Heute, am 23. Februar, also knapp zehn Tage nach dem erscheinen des Artikels im Standard (!), gibt es plötzlich eine “Lesermeinung” im Print-Standard von Hans Bürger, Stv. CR “Zeit im Bild”, Ressortleiter ZiB-Innenpolitik/EU.
Da leider nicht Online hier eingescannt:

Wenn ich mir das so durchlese kann ich nur sagen:
Beim ORF müssen die Nerven wirklich blank liegen!
Das ist eine Schimpforgie von einem Ressortleiter des ORFs bei der ich richtig erschrocken bin, keinerlei Argumente, nur Beleidigungen und als einzige Rechtfertigung für die Sendung wird die Quote genannt (wobei 290.000 grad mal 5% Reichweite entspricht)!
Ist das wirklich öffentlich rechtlicher Journalismus?
Hier fordere ich “Change”, aber schnell!
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yep, das schaut sehr nach blank liegenden Nerven aus. Da hat sich Herr Bürger erst gar nicht mit dem Kommentar auseinandergesetzt, sondern sich sofort persönlich beleidigt gefühlt.
Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder dahergelaufene Sozialwissenschaftler die journalistische Praxis einer erfolgreichen Fernsehsendung in frage stellt
Gut möglich das Bürger auch einfach ein arroganter Trottel ist?
@Thomas da hast du auf jeden fall recht
Ich glaub inzwischen, dass bei ORF die Nerven wirklich blank liegen. Wenn ich mit ORF-Journalisten rede, was beruflich halt häufig vorkommt, dann verstärkt sich derzeit folgender Eindruck: Viele im ORF sehen den ORF als unersetzbar. Das der ORF nicht exisitiert ist denkunmöglich.
Das zu viele Menschen im ORF arbeiten, wird zwar “auch kritisch” gesehen, aber dann muss halt mehr öffentliches Geld kommen. Eine offene Diskussion über journalistische Qualität wird meist als Angriff gewertet und rundweg abgelehnt.
Der ORF vergleicht sich gerne mit Privatsendern und zeigt dann in welchen Punkten er besser ist (oder zu sein scheint). Aber er vergleicht sich ungern mit anderen öffentlich-rechtlichen wie beispielsweise ZDF, ARD, BBC oder SRG-SSR (Schweiz). Es ist noch nicht so lange her, da war der ORF im Bereich Nachrichten und Sport wirklich vergleichbar mit den genannten. Doch die letzten Jahre gab es kaum eine Weiterentwicklung und das ist jetzt ein Problem.
Die Verteidigungsrede von Bürger könnte man auch so zusammenfassen: “Ja, stimmt. Aber es war gemein sowas zu sagen.”
@Martin stimmt!!! dein letzter Satz bringt es wunderbar auf den Punkt!
Auch hast du vollkommen recht, der ORF vergleicht sich nie mit ARD, ZDF, BBC oder sogar den schweizern (dort würde die größe keine ausrede mehr sein)… eigentlich schlimm!
alle achtung.
q.e.d. :-/
wenn mensch schon seit längerem vermutet,
dass es solchen journalistInnen allein schon an den intellektuellen grundlagen fehlt,
journalistische qualitäten im positiven sinne überhaupt nur entwickeln zu können,
dann ist so ein leserbrief die noch unmissverständlichere evidenz für diese hypothese,
als dass dies die unzähligen fallbeispiele hoffnungloser interviewführung in der tv-vorführung nur sein könnten.
der Kommentar hat mir auch ganz gut gefallen.
Ich denke, durch so Fragestellung wird sich der Strache als Opfer stilisieren können. “Ins Nazieck stellen” etc. aber stimmt. es ist wirklich unerträglich, wie die anstreifen – entweder dazu sachlich fragen. Aufruhr-T-Shirts verstoß gegen Verbotsgesetz oder durch anderes Aufblatteln – da gebe es genug Möglichkeiten.
Bsp. Abfertigung von Graf und deren Aufregung über den Gusenbauer oder die Wirtschaftskompetenz. Welche Maßnahmen gegen die Krise – da wäre er sicher ins Strudeln gekommen.