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Ö3, Hitparaden und die fehlende Vielfalt

Konsumenten, Sonntag 1 März 2009 19:47

Ich bin ja immer auf der Suche nach Datenmaterial mit dem man spielen kann. Nach einer Idee vor ein paar Tagen habe ich mich mit den wöchentlich aktualisierten Ö3-Charts gespielt. Ich dachte ich kann da einige Visualisierungen machen, stellte aber schnell etwas anderes fest:

Die Vielfalt an Nummern in den Ö3-Charts ist sehr gering!

Ich dachte zuerst das sich in 52 Wochencharts wohl so um die 1000 Nummern tummeln werden (also in die Top 75 der Ö3-Charts neu hinzukommen während andere wieder “rausfallen”), nach dem Sammeln der Daten wurde ich eines besseren belehrt, gerade einmal 424 Nummern haben es im Jahr 2008 in die Top 75 geschafft, in die Top 10 sogar nur 78 und in die Top 3 ganze 30 Songs, auf Platz eins der Ö3-Charts im letzten Jahr schafften es nur 10 Nummern! Am längsten in den Top 3 der Ö3-Charts war übrigens “Kid Rock, 13 Wochen mit “All Summer Long” (war auch mit 10 Wochen am längsten auf Platz eins).

Das hat mich doch sehr gewundert und zeigt wie gering die Vielfalt im Musikgeschmack ist. Hier eine Tabelle der zehn am längsten in den Top 75 der Ö3-Charts 2008 gewesenen Nummern:

Top 10 der am längsten in den Ö3-Charts gewesenen Nummern

Wirklich spannend wird es wenn  man die Ö3-Charts (sind ja Verkaufscharts) mit den Ö3-Hörercharts vergleicht.

Hier wird die Vielfalt noch geringer!

Während in den Top 36 der Ö3-Charts immerhin 229 Nummern vertreten waren sind es in den Top 36 der Ö3-Hörercharts nur noch 151!

Hier ein Vergleich der 20 Songs, die am längsten in den Top 36 der jeweiligen Charts waren (die Hörercharts sind zwar als “Top 40″ tituliert zeigen aber immer nur die Top 36 Online):

Vergleich Top 20 Ö3- und Hörercharts

Hier sieht man große Unterschiede! Lenny Kravitz mit  “I’ll Be Waiting” findet sich in den Verkaufscharts erst auf Platz 25, Jennifer Kae mit “Little White Lies” erst auf Platz 36.

Erinnert mich an eine Umfrage der Textilwirtschaft wo die Kette “Kik” zwar (mit Abstand) die schlechtesten Imagewerte hatte, trotzdem aber die ÖsterreicherInnen am zweit-häufigsten (nach H&M) dort einkaufen gehen :)

Das ganze ist für mich ein indirekter Beweis das im Musikbereich wohl der “Longtail” funktioniert, ansonsten kann ich mir nicht vorstellen das die jährlichen Neuerscheinungen irgendwie, irgendwann einmal Geld verdienen, wobei ich keine Zahlen finde konnte wie viele Songs pro Jahr in Österreich neu veröffentlicht werden, falls da jemand zahlen hat bitte melden!

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