Allgemein, Donnerstag 5 März 2009 10:23
Diese Woche gab es, von den Medien wenig beobachtet, den ersten Prozesstag im Streitfall Martin Huber gegen die ÖBB. Dabei geht es um eine “Abfertigung” die Martin Huber, dessen Vertrag letztes Jahr vorzeitig von der ÖBB gekündigt wurde, für die Restlaufzeit seines Vertrages haben möchte, da diese ihm angeblich zusteht.
Diese “Abfertigung” sollte irgendwie, durch irgendwelche komischen Verträge die keiner unterschrieben haben will, in Form eines Konsulentenvertrages oder sowas ähnlichem ausgezahlt werden.
Dieses Gerichtsverfahren und die dadurch öffentlich werdenden Infos zeigen, wie bestimmte Manager wirklich keinerlei Gefühl für Moral mehr haben, siehe dieses Zitat aus einem Wirtschaftsblatt-Artikel zum Prozess:
Eingangs wurde außer Streit gestellt, dass künftig nur noch Hubers IMC Immobilien Management Consulting GmbH Klagspartei ist und nicht mehr der Ex-ÖBB-Chef persönlich: Denn erstere ist aus steuerlichen Gründen die Empfängerin der umstrittenen Abfertigung Hubers in Höhe von 836.654,52 €.
Wie kann es möglich sein das ein Manager, der bei einem Konzern angestellt war, sich aus “steuerlichen Gründen” seine Abfertigung an eine Firma auszahlen lassen kann?
Ich weiß, die Frage ist Naiv, da Manager-Verträge anders aussehen als Arbeitsverträge, aber trotzdem war er ein “Angestellter” der ÖBB, oder? Wer hat den da wohl die Sozialversicherung bezahlt und in die Pensionskasse eingezahlt?
Was würde wohl passieren, wenn ein(e) normal in Österreich Angestellte(r) seinem/ihrem Arbeitgeber sagen würde das er/sie gerne das 13. und 14. Gehalt aus “steuerlichen Gründen” an die Firma XY überwiesen hätte?
Oder, was genauso verwundert, wenn jemand, der einen arbeitsrechtlichen Prozess mit seinem (Ex-) Arbeitsgeber am laufen hat, plötzlich sagt das nicht mehr er der Kläger ist sondern die Firma XY?
Versteht das jemand? Ich nicht.
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