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Monatsarchiv für April 2009

Die FPÖ, das BZÖ und der Photoshop

Politik, Mittwoch 29 April 2009 17:19

Was fällt einem auf wenn man sich diese FPÖ-Plakat zur EU-Wahl anschaut?

Wahlplakat FPO zur EU-Wahl

Bei genauerem Hinschauen entdeckt man ein das zwar der Körper von Strache im Vordergrund ist (übrigens wohl wieder das Einheitsgesicht), dafür aber der Kopf von Mölzer vor dem Kopf von Strache steht!

Wenn man sich das dazugehörige PDF-File genauer anschaut erkennt man auch wie schlecht da mit Photoshop gearbeitet wurde, eigentlich etwas für den wunderbaren Blog “Photoshop-Distasters“:

Detail FPÖ-Plakat

Oder hat Herr Strache solche komischen Ohren?

Das BZÖ ist auch nicht besser, so schaut das Foto von Herrn Stadler auf Wikipedia aus:

Foto Ewald Stadler von Wikipedia

und so schaut Herr Stadler auf den BZÖ-Wahlplakaten zu EU-Wahl aus:

BZÖ-Plakat zur EU-Wahl

Wenn man da beim PDF-File genauer hinsieht, erkennt man das der Schmiss “sanft-gemalt” wurde:

Detail BZÖ-Wahlplakat zur EU-Wahl

Da will man wohl bestimmte WählerInnen nicht “verschrecken” :)

Beide Fälle zeigen wie schlecht da gearbeitet wird, auch sollen die BZÖ-Plakate wohl an die Haider-Plakate zur Nationalratswahl 2008 erinnern, was eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ist.

Die FPÖ, Plakate und Assoziationen

Politik, Dienstag 28 April 2009 09:37

Unglaublich, aber es geht weiter!

Auch die FPÖ setzt auf eine Assoziation die aus den späten 80ern/frühen 90ern stammt:

FPÖ-Plakat zur EU-Wahl 2009

Der Spruch “Tag der Abrechnung” wurde 1991 durch diesen Film sehr bekannt:


“Terminator 2 – Tag der Abrechnung” kam 1991 in die Kinos und ist momentan laut IMDB der 62. erfolgreichste Film aller Zeiten.

Lustig ist die englische Tagline zu dem Film, vor allem wenn man das FPÖ-Plakat vor Augen hat:

This time there are two

Wer von den beiden kämpft auf der Seite der Menschen?
Oder sind hier beide auf der gleichen Seite?
Wenn ja, auf welcher?

Ich bin Grüner Vorwähler weil…

Politik, Montag 27 April 2009 10:04

Das ist einer der Gründe warum ich Grüner Vorwähler für die Kandidatenliste der Wiener Grünen für die Gemeinderatswahlen 2010 bin:

Ein weiterer Grund:

Um die vielen unterschiedlichen Meinungen zu zeigen die Menschen dazu bewegen VorwählerInnen bei den Grünen Vorwahlen zu werden gibt es jetzt die Möglichkeit dies mittels Banner auszudrücken.

Einfach deinen Grund eingeben und die Banner (drei verschiedene Formate!) erstellen lassen:

Mit dem Einbaucode sollte es kein Problem sein die Banner auf Webseiten zu integrieren, falls jemand Probleme hat bitte melden!

Nicht vergessen! Um mitbestimmen zu können musst du UnterstützerIn werden, deswegen schnell anmelden!

Denn: Am 16. Juni ist es zu spät!

Die SPÖ, Plakate und Assoziationen

Politik, Freitag 24 April 2009 10:22

Anscheinend ist Europa so weit weg in den Köpfen der PolitikerInnen (und wohl auch bei den WählerInnen) deswegen müssen die Parteien auf eine alteingesessene Bildsprache zurückgreifen.

Nach den Grünen ist jetzt das SPÖ-Wahlplakat für die EU-Wahl am 7. Juni gesichtet worden (Dank an rupprECHT für die Info):

SPÖ Wahlplakat zur EU-Wahl am 7. Juni

Auch hier ergibt sich natürlich sofort eine Assoziation:

Ten years ago / In 1972, a crack commando unit was sent to prison by a military court for a crime they didn’t commit. These men promptly escaped from a maximum security stockade to the Los Angeles underground. Today, still wanted by the government, they survive as soldiers of fortune. If you have a problem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire… The A-Team.

Da frag ich mich ob der Herr Swoboda jetzt immer eine dicke Zigarre rauchen wird und wer wohl die Rolle von Capt. H.M. “Howling Mad” Murdock bzw. die von Sgt. B.A. “Bad Attitude” Baracus übernehmen wird!

Taryn Simon: “Index of the Hidden and Unfamiliar”

Kunst, Design, Donnerstag 23 April 2009 08:24

In der sehr guten, noch bis 26. April laufenden, Ausstellung “Biennale Cuvée 2009″ im Offenen Kulturhaus in Linz zeigt Taryn Simon Teile ihre Arbeit “Index of the Hidden and Unfamiliar”, 2004-2007.

Diese 60 Fotos zeigen Orte und Dinge des amerikanischen Lebens und der nationalen Identität, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. So z.B. Endlager für radioaktiven Abfall, Container in denen Leichen darauf hoffen das sie, wenn die Medizin soweit ist, wieder belebt werden, Essen das am Flughafen JFK den Reisenden abgenommen wurden, Playboy-Ausgaben in Blindenschrift, Fotos der Kunst die im CIA-Hauptgebäude hängt, usw.

Eigentliche journalistische Themen, aber durch die aufwendig aufgenommenen und hochwertig produzierten Fotos ergibt sich eine eigenartige Vermischung zwischen Kunst, Design und Journalismus. Denn zusammen mit dem Text, der meistens neben dem Foto hängt und erklärt was da so toll abgebildet ist, entsteht eine sehr eigenartige Atmosphäre.

Hier ein Beispiel, gefunden in der nytimes:

Tary Simon: Index of the Hidden and Unfamiliar

Der dazugehörige Text:

White Tiger (Kenny) Turpentine Creek Wildlife Refuge Eureka Springs, Ark.: In the United States, all living white tigers are the result of selective inbreeding to artificially create the genetic conditions that lead to white fur, ice-blue eyes and a pink nose. Kenny was born in the care of a breeder in Bentonville, Ark., on Feb. 3, 1999. As a result of inbreeding, Kenny is mentally retarded.

Auf YouTube gibt es ein Video bei dem die Erklärung zu einigen Fotos vorgelesen wird:


Und bei Amazon gibt es ein Buch mit allen 60 Fotos.

Absolut Sehenswert!

Grüne, Plakate und Assoziationen

Politik, Montag 20 April 2009 12:11

Seit letzter Woche gibt es das “offizielle” Plakat der Grünen zur Europawahl am 7. Juni:

Wahlplakat der Grünen zur Europawahl 09

Natürlich wird sofort klar was hier das Vorbild war:

Eugene Delacroix: Die Freiheit führt das Volk, 1830

Die Freiheit führt das Volk” von Eugène Delacroix, entstanden 1830.

Auf dem Wahlplakat sieht man leider nicht worauf die Personen stehen.

Denn im Original stehen sie auf  Leichen!

Nach all den internen Kämpfen bei den Grünen sehr passend.

PS: versteht jemand was einige auf dem Wahlplakat in der Hand halten? Eine Papierrolle?

Die ÖVP, die neue Homepage und die alten Blogs

Politik, Mittwoch 15 April 2009 19:31

Die ÖVP hat seit heute eine neue Homepage.  Gut, jeder ändert mal seine Homepage, aber die ÖVP behauptet jetzt “Web2.0 konform” zu sein, laut Aussage des ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger:

Die Website ist technisch auf dem letzten Stand, enthält eine eigene Video- und Foto-Plattform, bietet Zugang zu den jeweiligen Web 2.0-Aktivitäten der ÖVP auf Facebook, Youtube und Flickr und ist mit ihrer einfachen Struktur sehr benutzerfreundlich.

Nun ja, nur weil eine Seite blau wie die von Obama ist heißt noch nicht das sie Web2.0 ist. Aber sie ist solide gemacht, alles an seinem Platz, eine stinknormale, Österreichische Parteiseite eben.

Lustig finde ich dieses Zitat aus der Presseaussendungen:

Im Unterschied zu praktisch allen anderen Parteien sind bei allen unseren Web 2.0 Auftritten alle Kommentarfunktionen ohne Zensur freigeschaltet.

Ok, ist ja lieb, aber auf der Homepage selber gibt es keine Kommentarfunktion :)   Zumindest ein Anfang, angeblich soll das auf der Homepage nachgeliefert werden, noch vor der Europawahl?

Weniger lustig finde ich das es zwar einen prominenten Punkt “ÖVP-Blogs” gibt, aber darunter befinden sich ganze fünf (!) bloggende PolitikerInnen:

ÖVP Blogs

Das waren doch schon mal weitaus mehr, zur Nationalratswahl hatte doch jeder plötzlich einen Blog, oder?

Noch trauriger wird es aber wenn man sich diese fünf Blogs genauer anschaut:

Herr Lopaktka bloggt zwar halbwegs regelmäßig, nur sollte er vielleicht nicht die Druckfotos mit 3000×2000 Pixels verwenden, die dann vom Browser auf 400×266 runterskaliert werden, wie hier und bei fast allen Fotos geschehen  :)   Weitaus bemerkenswerter aber ist das Herr Lopatka seit Jänner 2007 552 Blogbeiträge gescfhrieben hat, dafür aber nur sieben(!) Kommentare bekommen hat! Und zwar hier, hier, hier (diese Kommentare sind Spam!) und hier :) Da der Blog von Herrn Lopatka der letzte Blog auf der ehemaligen ÖVP-Blog-Plattform ist kann man hier sehen wie viele Zugriffe sein Blog hat :)

Herr Khol bloggt wenig aber regelmäßig, verwendet ja auch wordpress.com, da funktioniert ja alles halbwegs. Seine Statistik ist ein bisschen besser: Seit Agust 2008 35 Blogbeiträge und 15 Kommentare.

Der Webblog von Frau Fuhrmann ist ein Witz, von der Software her unbrauchbar, in einem Frame engebettet wo man fast nichts lesen kann und nur noch scrollen muss. Insgesamt gibt es seit Jänner 2009 10 Beträge und keinen einzigen(!) Kommentar!

Herr Huainigg bespielt seinen Blog wohl am besten von den fünf . Er bloggt regelmäßig und sehr authentisch, seit April 2007 522 Beiträge. Leider gibt es keine Möglichkeit zum Kommentieren im Blog, nur ein Gästebuch mit 187 Einträgen seit Mai 2007.

Schlimm ist der Blog von Frau Hakl. Da fängt ein Artikel z.B. mit der Zeile: “Letzten Donnerstag war ich bei der e-Health Enquete der Telekom Austria zu Gast.” an, nur leider steht nirgendwo auf der Webseite ein Datum, somit ist nicht nachvollziehbar welcher Donnerstag gemeint war :) Kategorien, ein Archiv oder sonstige Ordnungsmöglichkeiten sucht man vergebens. Laut RSS-Feed der Kommentare hat sie seit April 2008 10 Kommentare bekommen, insgesamt hat sie seit irgendwann 2006 154 Beiträge geblogt.

Apropos RSS-Feed: Die neue ÖVP-Homepage hat für jede Seite einen RSS-Feed, ist zwar nett, nur eine handvoll gut gepflegte Feeds wären weitaus besser, so ist immer nur ein Satz pro Artikel im Feed, unbrauchbar.

Interessant finde ich das die neuen ÖVP-Homepage eine Creative Commons Lizenz verwendet, nur leider eben die “strengste” Version, man darf mit den Inhalten, außer sie zu veröffentlichen, gar nichts machen, also eigentlich keine Veränderung zu vorher, eher schlimmer :)

Hier zeigt sich eben das eine neue Webseite heutzutage nicht ausrreicht um im Internet “mitspielen” zu können, wenn das so weitergeht wird die Europawahl wohl wieder ein Internet-Desaster :)

Trtotzdem, es tut sich wenigstens was, vielleicht beginnt ja jetzt ein Kampf der Parteiwebseiten :)



Grüne Vorwahlen: Ein Eselsohr!

Politik undWerbung, Dienstag 14 April 2009 11:15

Mit Hilfe der Unterstützung von Dominik habe ich das “Eselsohr” (auch “Pagepeel” genannt) der Metternich 2.0-Kampagne für die Grünen Vorwahlen angepasst:

Eselsohr Grüne Vorwahlen

Für WordPress gibt es dank Ralf “Arby” Brostedt ein Plugin das ich entsprechend modifiziert habe, zum einbauen:

1. WordPress Plugin “Grüne Vorwahlen” herunterladen.

2. Das in dem Archiv enthaltene File “gruenevw.php” in den Plugin-Folder der WordPress-Installation kopieren (befindet sich im Ordner “wp-content”).

3. Im Adminbereich unter “Plugins” das Plugin “Grüne Vorwahlen” aktivieren, fertig. Das Ergebnis sollte so aussehen wie hier am Blog rechts oben.

Für alle anderen Webseiten hier die Anleitung zum händischen Einbau:

1. Folgende Zeilen in den HEAD-Bereich des HTML-Codes der Webseite einfügen:

<!– gruenevw head start v1.0 –>
<style type=”text/css”>
<!–
div#akct {
position: absolute; top:0px; right: 0px; z-index: 2342; width:113px; height:125px;
background-image: url(http://wissenbelastet.com/gruenevw/gvorwahlen_eohr_klein.gif);
background-repeat: no-repeat;
background-position: right top;
border:none;
padding:0;
margin:0;
text-align: right;
}

div#akct img {
border:none;
padding:0;
margin:0;
background: none;
}

div#akct a#akpeel img {
width: 113px;
height: 125px;
}

div#akct a, div#akct a:hover {
text-decoration: none;
border:none;
padding:0;
margin:0;
display: block;
background: none;
}

div#akct a#akpeel:hover {
position: absolute; top:0px; right: 0px; z-index: 4223; width:361px; height:400px;
display: block;
background-image: url(http://wissenbelastet.com/gruenevw/gvorwahlen_eohr_gross.gif);
background-repeat: no-repeat;
background-position: right top;
}

div#akct a#akpreload {
background-image: url(http://wissenbelastet.com/gruenevw/gvorwahlen_eohr_gross.gif);
background-repeat: no-repeat;
background-position: 234px 0px;
}
–>
</style>
<!–[if gte IE 5.5]>
<![if lt IE 7]>
<style type=”text/css”>
div#akct a#akpeel:hover {
right: -1px;
}
</style>
<![endif]>
<![endif]–>
<!– gruenevw head end –>

2. Folgende Zeilen in den BODY-Bereich des HTML-Codes der Webseite einfügen:

<!– gruenevw body start v1.0 –>
<div id=”akct”><a id=”akpeel” href=”http://gruenevorwahlen.at/” target=”_blank” title=”Wir wollen mitbestimmen und rufen für die Wiener Wahl 2010 Grüne Vorwahlen aus.”><img src=”http://wissenbelastet.com/gruenevw/Ueberwt.gif” alt=”Wir wollen mitbestimmen und rufen für die Wiener Wahl 2010 Grüne Vorwahlen aus.” /></a></div>
<!– gruenevw body end –>

3. Fertig, sollte funktionieren!

Also, einbauen, mitmachen und natürlich unterschreiben!

Bei Problemen bitte melden, alles natürlich ohne Gewähr!

EDIT: Dank Oliver gibt es für alle die das Eselsohr aus diversen Gründen nicht einbauen wollen hier statische Banner.

Peter Weibel: “Sex in der Stadt” (1983)

Kunst, Design, Donnerstag 9 April 2009 17:15

Mein Wunsch, den ich hier geäußert hatte, wurde erhört:


Finde die Nummer ja lustig, Peter Weibel in einer Telefonzelle und am Graben singend, sehr New Wavig :)

1990 gab es im U4 eine Veranstaltung (bei der Franz Xaver und ich zwei Videoinstallationen zeigten) namens “More Media Torture” wo die Nummer Live auf der Bühne gespielt wurde und Peter Weibel, singend ein paar Tage vorher auf Video aufgenommen (unter dem Vorwand er hat Lokalverbot im U4, in Wirklichkeit musste er an dem Abend ins Ausland  :) ), zugespielt wurde. Muss mal Fadi fragen ob es da noch ein Video gibt :)

Grüne und Vorwahlen, ein Aufeinandertreffen

Politik, Mittwoch 8 April 2009 09:08

Gestern trafen sich über 30 Personen im Cafe Ritter um über die Initiative Grüne Vorwahlen zu sprechen.

Aufgeschreckt durch die Resonanz (ist länger her das es z.B. im derstandard.at positive (!) Kommentare zu einem Artikel über die Grünen gibt) auf die Idee UnterstützerInnen zu finden die dann bei der Wiener Landesversammlung der Grünen die Kandidatenliste mitbestimmen bzw. auf den Kopf stellen könnten waren sehr viele Parteimitglieder (Funktionäre, Angestellte, Gemeinderat-, Landesrat- und Nationalratsabgeordnete) anwesend, um wohl raus zu finden was “die da” wollen.

Nach einer Erläuterung des Projekts durch die drei Initiatoren (Jana, Helge, Martin) ging es schnell in eine Fragerunde über die von den anwesenden Grünen fleißig genutzt wurde.

Hier zeigte sich für mich genau das Problem der Grünen: Sie haben den Bezug zu ihren WählerInnen/SympathisantInnen/UnterstützerInnenn komplett verloren.

In einer Phase des Projekts Grüne Vorwahlen, wo es hauptsächlich darum geht bis 15. Juni genug UnterstützerInnen zu finden damit die ganze Sache überhaupt funktioniert, wurde eigentlich keinerlei Frage zu diesem Prozess gestellt. Es ging immer nur um die Wahl der KandidatInnen und um Parteiinterne Dinge. Wo das Problem liegt zeigen gleich die ersten drei Fragen die gestern gestellt wurden:

“Wie schaut das mit dem Datenschutz aus, ihr sammelt ja die Seiten”

Ähem, jeder kann die Unterstützung auch direkt schicken, außerdem ist auf dem Formular, im Gegensatz zum Formular der Grünen, ein Feld das man ankreuzen kann wenn man keine Zusendungen der Grünen haben möchte und das Projekt selber wird damit nichts machen außer erinnern wann die Landesversammlung ist (steht auch auf dem Formular).

“Wieso wird dazu einen kommerzielle Plattform wie Facebook verwendet, warum nicht Open Source?”

Ähem, was will das Projekt  erreichen? UnterstützerInnen bekommen, nicht einen neue Online Community der Grünen aufbauen und die Leute sind nun mal auf z.B. Facebook, außerdem gibt es ja auch die eigentliche Webseite. Hier war ich gleich entsetzt über den Kommentar “Ich musste den Facebook-Account meiner Tochter verwenden um mir das anschauen zu können” Hallo? Da kann sich jeder registrieren, mehr Mut bitte!

“Das System ist unfair da es Kandidaten, die mehr im Internet machen, bevorzugt!”

Sorry, da musste ich fast lachen. Hier geht es doch jetzt einmal darum UnterstützerInnen zu bekommen, das Internet ist da “nur”, richtig eingesetzt,  eine Methode um Aufmerksamkeit zu erreichen. Wenn es genug UnterstützerInnen gibt sind die Wiener Grünen die einzigen die alle Adressen haben, dann liegt es an den KandidatInnen diese WählerInnen zu umwerben, wie ist ihnen überlassen, wenn sie wollen können sie auch von Tür zu Tür gehen! Außerdem kann ja jeder andere auch um UnterstützerInnnen werben, wo ist das Problem?

So ging es fast drei Stunden weiter, hier noch ein paar Beispiele die mich entsetzten:

“Was ist wenn da Wähler den Grünen eins auswischen wollen?”

Was ist den Grünen lieber? Leute die sich die Mühe machen zu registrieren, sich informieren und dann hoffentlich bei der Landesversammlung für Kandidaten zu stimmen oder Leute die die Grünen einfach nicht wählen? Wer dann auf die Landesliste kommt hängt einzig von den KandidatInnen ab und wie sie sich “verkaufen”. Und selbst wenn einige den Grünen eins auswischen wollen, so what? Damit muss die Partei halt umgehen, ist wohl besser es wischen ihnen nur 600 Leute bei der Landesversammlung “eins aus” als 60.000 bei der Wahl, oder?

Am schlimmsten wurde es dann als es um Inhalte ging (nicht missverstehen, es ging nie um konkrete Inhalte, es ging um den Begriff Inhalte):

“Die Plattform sollte auch Inhaltsvorschläge für die Grünen liefern!”

Sorry, soll das jetzt ein Outsourcen der Parteiarbeit werden? Das ist verdammt noch einmal die Aufgabe der Grünen Themen zu finden, nicht die Aufgabe der WählerInnen! Und wenn den Grünen da nichts einfällt sollten sie vielleicht Geld in die Hand nehmen und in Meinungsforschung investieren.

Wie gesagt, so ging es stundenlang weiter, da wurde z.B. noch gefordert das “Grüne Vorwahlen” den KandidatInnen eine Plattform zur Präsentation bieten muss (sic), das die Plattform um Projektförderung bei den Grünen ansuchen soll (LOL), usw.

Man merkte richtig das hier sich Unwissen mit Angst (vor den WählerInnen!) mischte.

Natürlich gab es auch ein paar gute Kommentare, vor allem von Personen die sehr aktiv im Internet sind, das war aber sehr wenig.

Im Endeffekt hat das Treffen für mich gezeigt das die Grünen schleunigst Erneuerung brauchen. Hier ist die Diskrepanz zwischen Partei und WählerInnen weitaus größer als in anderen Parteien.

Deswegen muss ich nochmals das Zitat von Michael Moore wiederholen:

Take over your local Democratic Party.

In most counties the local Democratic Party is run by just a few people, ’cause most citizens would never think of showing up. Go to the next county or town Party meeting, and bring ten friends. In most cases your bunch will constitute a majority. Use the rules and the state party by-laws (which can often be found on the Web) and seize control.

Darum jetzt UnterstützerIn werden um mitzuwählen!

EDIT: hier ein direkter Link zum Formular.