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Ich wurde als Grüner Unterstützer abgelehnt

Politik, Sonntag 21 Juni 2009 11:34

Soeben bekam ich folgende Email:

ablehnung

Ich will jetzt gar nicht auf diese Mail eingehen, dazu später mehr.

Nur eine kleine Metapher dazu (ich besitze keinen Führerschein):

Da spart jemand  Jahre lang, um sich endlich sein Lieblingsauto zu kaufen und plötzlich erklärt einem die geliebte Automarke: “Wir wissen,  nicht welchen Sinn es macht, ihnen eines unserer Produkte zu verkaufen, da sie ja nur damit fahren möchten”, deswegen verbietet man einem den Kauf.

Was wird diese Person ihren Freunden sagen?

“Tolle Marke, aber vegiss es, in fünf Jahren bekommst du keine Ersatzteile mehr!”

  1.  
    21. Juni 2009 | 11:37

    WTF? No, Seriously. WTF?

  2.  
    21. Juni 2009 | 11:40

    Du hast für die Grünen einfach einen viel zu schwarzen Humor.

  3.  
    21. Juni 2009 | 11:44

    [...] Blog20.at Weblog-Übersicht INNENPOLITIK | WELT « Österreichischer Klimaschutzbericht 2009 und EU-Klimavorgaben   Ich wurde als Grüner Unterstützer abgelehnt [...]

  4.  
    21. Juni 2009 | 11:53

    Überrascht mich gar nicht, leider :-(

  5.  
    21. Juni 2009 | 11:54

    lieber vorstand,

    frage: wie kann man jemandem der maßgeblich am projekt grüne vorwahlen mitgearbeitet hat vorwerfen, er würde außer eine stimmabgabe nichts für die grünen leisten (wollen)?

    antwort: man braucht dazu einen kräftigen schluck aus der flasche.

    erbost,

    ich

  6.  
    21. Juni 2009 | 12:03

    Das muss man als ein Signal nicht nur an dich verstehen – wahscheinlich eh klar. Die Grünen können und wollen mit der ganzen Szene, deren Exponent du bist, nichts anfangen – sie verstehen sich wohl lieber als Sammelbecken regressiver Altlinker.

    Mich interessiert, ob das bei grünen Parteien in anderen Ländern ähnlich ist (ich kann in Österreich nur bei Kommunal- und Europawahlen mitwählen). Hier bleibt wohl nur die Piratenpartei.

  7.  
    21. Juni 2009 | 12:04

    Ich bin sehr erstaunt, wie unreif sich die Wr. Grünen hier zeigen.

  8.  
    Alex Weber
    21. Juni 2009 | 12:07

    Bin entsetzt. mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen.
    Da überleg ich mir schon fast meine Funktionen zurückzulegen.

    traurig ist sowas

  9.  
    21. Juni 2009 | 12:43

    Da fehlen auch mir die worte. Besser nicht zu viel grün bloggen, sonst gibts eine ablehnung, oder wie?

  10.  
    21. Juni 2009 | 12:46

    Hab auch heute eine bekommen. Wenn auch mit anderer Begründung:

    http://www.baeck.at/blog/2009/06/21/an-alte-zeiten-erinnert-meine-ablehnung-als-unterstuetzer/

    Interessant ist, wir beide dürften bisher die einzige sein, die wirklich eine individuelle Ablehnung bekommen haben. Der Rest hat meines Wissens ja nur diesen unpersönlichen Serienbrief bekommen.

  11.  
    21. Juni 2009 | 12:57

    gemein, ich will auch eine individuelle absage! ich hab nur eine 0815 zusage bekommen, mit mir hat man sich also nichtmal auseinandergesetzt… ;-)

  12.  
    max
    21. Juni 2009 | 13:08

    @Gerald ist das jetzt gut oder schlecht “persönlicher” abgelehnt worden zu sein? :)

  13.  
    21. Juni 2009 | 13:12

    @max gut fürs Ego!-) Durchschnittlich hat sich der Landesvorstand bei über 600 Anträgen mit einem Unterstützer maximal 60 Sekunden beschäftigt. Mit uns beiden anscheinend länger!-)

  14.  
    mao
    21. Juni 2009 | 13:36

    max, da du weder Sozialarbeiter_In, pragmatisierte Genderbeauftragter, Lehrer_In, Berufspolitker_In seit Studienende (oder wahlweise seit Studienabbruch) bist oder in einer von Steuergeldern finanzierten NGO arbeitest, bist du schon kraft Funktion für die Grünen als Unterstützer nicht geeignet.

    mich wundert ja nur, warum so viele die Grünen überhaupt unterstützen wollen. green new deal ist ja auch nicht gerade ein spannendes konzept.

    bin allerdings wirklich überrascht, wie schlecht die Grünen mit Unterstützern und Wohlwollen umgehen und wie lang diese unsägliche Farce jetzt schon dauert.

  15.  
    21. Juni 2009 | 15:48

    nein, überrascht bin ich nicht ob des ergebnisses, aber ob der lieblosigkeit, mit der der ablehnungsgrund erdacht worden ist.

    ist das vielleicht doch alles unsichtbares theater bei dem unser vermögen, politische parteien zu beurteilen getestet wird?

    kriegen vielleicht am schluss all diejenigen eine grüne nadel, die sich gefragt haben ‘wtf? spinnen die eigentlich? sind das die grünen, auf die wir gesetzt haben?’

    to be continued…

  16.  
    mao
    21. Juni 2009 | 17:03

    nachtrag:
    ich glaub ernsthaft das das dreigestirn scheuder vana ellensohn angst vor dem kontakt mit grünwählern hat.

    ellensohn sagt ja, die wiener grünen seien links.
    jakobischer tugendterror und moralisierung der politik sind historisch gesehen keine linken Tugenden.

    grün wähler, die ich kenne sind mit sicherheit nicht links, dass sind ja großteils besserverdienende bürgerinnen

  17.  
    21. Juni 2009 | 18:39

    Wenn ich diese Mails an dich bzw. Gerald Bäck lese, glaube ich jetzt, richtig gehandelt zu haben, als es mich nicht (genug) interessierte “Grüner Unterstützer” zu werden. Irgendwie traurig.

  18.  
    21. Juni 2009 | 20:08

    @mao, wer ist scheuder?

  19.  
    jj1
    21. Juni 2009 | 21:54

    Als Experiment ok, aber schade um die Zeit, war das Ergebnis doch klar…
    P.s.: Es gibt Schreiben, in denen Kluge Tippfehler vermeiden ;-)

  20.  
    mao
    22. Juni 2009 | 00:33

    http://wien.gruene.at/index.php?id=686

    schreuder,heißt aber auch jakobinisch ;-)

  21.  
    hannes hernler
    22. Juni 2009 | 08:45

    lieb mitposter_innen, ich hab eine bitte: machts jetzt nicht den gleichen fehler wie diese spezielle wiener funktioärsclique und die zeitungen: NICHT “Die Grünen” haben das abgelehnt!

    im gegentum.

    bei “Den Grünen” gibt es jede menge, die diese vorgangsweise im kopf nicht aushalten. das ist ein richtungsstreit, ob ein paar hauptberufliche kaderfunktionäre in wiener bezirksgruppen ihre schrebergärten voranstellen oder ob wir endlich aufbrechen, das 21. jahrhundert anzugehen.

    wir haben die schlimmste wirtschaftskrise seit menschengedenken. das klima spielt verrückt. migrantenströme sind unterwegs. reiche dürfen nicht besteuert werden (O-Ton finanzminister). bildung wird durch ausbildung ersetzt.
    bitte jetzt nicht wegen ein paar fundifuzzis aus der bezirksgruppe aufgeben.

  22.  
    hannes hernler
    22. Juni 2009 | 08:49

    @Gerald_Bäck – ich finde den brief, den du vom Korbei erhalten hast bemerkenswert: “Die Grünen gibt es nicht” – meint der etwa “nicht mehr lange”?

  23.  
    ameno
    22. Juni 2009 | 08:56

    @mao

    äh also 1. marco schreuder war (afaik von anfang an) und ist pro VW (hat zb. auch einen link in seinem blog).

    2. äh… warum sollen besserverdienende “bürgerinnen” nicht links sein? muß man wenig verdienen und aus neid für umverteilung sein? ich würde – wenn es nicht viel zu pauschal wäre – sogar sagen, es ist eher umgekehrt: nur finanziell gut abgesicherte personen können ohne hintergedanken für eine umverteilung aussprechen und haben noch genug zeit sich um umweltschutz gedanken zu machen! wäre, wie gesagt, genauso falsch, wie deine aussage.

    @topic… zumindest ist der inhalt dieser ablehnungsmail weniger wtf als die von GB. wahrscheinlich aber auch nur, weil sie kürzer ist :)

  24.  
    22. Juni 2009 | 09:27

    Ich kann mich nicht erinnern in den Diskussionen mit den Wr. Grünen jemals viel anderes erwähnt zu haben, als dass ich ebenfalls mein Stimmrecht bei der Wahl für die kommenden Gemeinderatswahlen nutzen möchte. Warum ich angenommen wurde und Max, oder Gerald, nicht – kann ich absolut nicht ergründen? Offensicht vollkommen willkürliche Entscheidungen, die mehr auf Antipathie oder gar Furcht vor bestimmten Personen gründen.

  25.  
    22. Juni 2009 | 09:37

    @hannes:

    Vielleicht bin ich zu naiv: Aber sind es nicht letztlich doch die “fundifuzzis”, die entscheiden? Hier wollen Funktionäre nichts aufgeben – wer könnte sie dazu zwingen? Wobei ich zugebe, dass mir noch nicht klar ist, was gestern in Wien tatsächlich beschlossen wurde.

  26.  
    Thomas Stodulka
    22. Juni 2009 | 10:28

    „Assume Good Faith“ oder
    Warten auf das (Gottes)urteil!

    Näherer Kontakt zu den gewählten Mandataren, Ideen und deren Umsetzung diskutieren, einfach mitreden oder sogar die Kandidaten mitbestimmen – was am Anfang der Aktion „Grüne Vorwahlen“ so schön geklungen hat, wird durch die Realität hintangestellt. Mein Unterstützungsantrag wurde bisher nicht einmal ignoriert.

    Das Warten auf das (Gottes)urteil dauert an. Schade. Aber, wer ist eigentlich dieser Gott, der offensichtlich recht willkürlich, die guten von den bösen UnterstützerInnen trennt. Ein bisschen Einblick haben wir ja schon bekommen, die Auswahlkriterien versteh ich trotzdem nicht ganz – oder doch:

    1. Eigentlich Gruppe 0, wird nicht einmal ignoriert.

    2. Diese Gruppe beinhaltet jene Vorwähler/innen, die dem lieben Gott gleich suspekt, die erhalten eine Ablehnung. Name und Geburtsdatum sind für ein (Gottes)urteil sicher ausreichend. Dennoch gibt es auch Zusatzkriterien: Ein Grund wäre etwa, die „Grünen Vorwahlen“ ins Rollen gebracht zu haben – und wer braucht schon Bewegung?
    Oder das Kreuzerl zur Massenmailbeglückung gefehlt hat. Traut sich eigentlich irgendwer zugeben, ErfinderIn dieses Auswahlkriteriums zu sein?

    3. Dann gibt es die Gruppe der Vorwähler/innen, die ein Mail bekommen mit der Kernaussage „Wir freuen uns, dir nun mitteilen zu können, dass wir dich als UnterstützerIn im Kreis der Grünen Wien herzlich willkommen heißen.”
    Na bitte, es klappt doch. Eigentlich wäre es sogar logisch, dass nicht zuletzt nach dieser EU-Wahl-Schlappe die Grünen froh sein sollten, dass es InteressentInnen, UnterstützerInnen und auch VorwählerInnen gibt.

    4. Die vierte Gruppe erhält ein Gesinnungs-Deklarierungs-Mail: „Aus Ihrem Ansuchen, Unterstützer der Grünen zu werden, konnten wir diese uns wichtige Bereitschaft nicht herauslesen. Das kann unserer Vermutung nach auch daran liegen, dass die Idee der Grünen Vorwahlen eine andere war und Sie sich dieser Frage deshalb noch gar nicht gestellt haben.“
    Über die Art und den Zweck der Gewissensprüfung kann man zwar diskutieren, aber es wäre eine durchaus gangbare Vorgangsweise … wenn nicht danach wieder ein nicht logisch begründbares (Gottes)urteil stünde.

    5. Interessant wird es aber jetzt bei der vierten Gruppe:
    Diese VorwählerInnen bekommen zuerst auch das Gesinnungs-Deklarierungs-Mail. Fünf Tage später erkennt aber „Gott“ nur aus dem Namen und dem Geburtsdatum, dass er sich geirrt hat (geht das überhaupt?). Mail: Liebe VorwählerIn, du wirst gerne angenommen, bei der ersten Runde der Überprüfung haben wir uns geirrt?

    Was da im Hintergrund passiert ist, weiss nur Gott.

    @ Robert Korbei: Assume Good Faith oder existiert ein noch größerer Gott im Hintergrund…

    … dabei haben ich euch geliebt und wollten euch endlich einmal aus Überzeugung und ganzem Herzen wählen – und nicht schon wie so oft nur als geringeres Übel in der verkrusteten Parteienlandschaft…

    Liebe Grüße Thomas Stodulka

  27.  
    22. Juni 2009 | 12:57

    :-( ((

  28.  
    22. Juni 2009 | 13:39

    es wird immer absurder – ich gehöre zu der von Thomas Stodulka(übrigens mein Mann) letztgenannten Gruppe. Zuerst ein Gesinnungsprüfungs-mail, das sich dann als Irrtum (???) herausstellt.
    Ich glaube, ich bringe es auf 30 sec. Beschäftigung mit meinem Antrag – wow!
    Aber – lieber Robert Korbei & Co: Was sind nun wirklich die Kriterien für eine Annahme oder eine Ablehnung?
    MIr drängt sich zunehmend der Verdacht auf, dass es sich um eine etwas merkwürdige Zuordnung nach Stapeln handelt:
    Da ist einmal der Stapel der Massenzusendungs-Ablehner: Hier landen die wirklich Bösen, die, die sich nicht für grüne Inhalte interessieren, aber mitbestimmen wollen.
    Das Gesinnungs-Prüfungs-mail erhalten offensichtlich diejenigen, die sich “nur” angemeldet haben, dies aber nicht näher begründet haben (aber immerhin schlau genug waren, die Massensendungen nicht abzulehnen). Der Modus der weiteren Bearbeitung dieses Stapels hat sich mir bis jetzt nicht entschlüsselt.
    Tja – und dann die Gruppe, der ich jetzt angehöre – was hat euren Gesinnungswandel bewirkt?
    Ich habe vorige Woche -zusammen mit vielen – immer noch – hochmotivierten Leuten an einem Treffen der Grünen Vorwähler teilgenommen und mich wirklich gefreut, hier auf engagierte Menschen zu treffen. Hier trafen sich einerseits diejenigen, die diese Plattform initiiert haben – andererseits diejenigen, die schon lange grün wählen, jetzt aber dank der neuen Initiative wieder Lust auf politisches Engagement bekommen haben – und glaubt mir, hier ging es nicht nur um ein Mitbestimmungsrecht.
    Ich kann verstehen, dass der plötzliche Andrang potenzieller grüner Vorwähler bei einigen, die schon lange mit viel Engagement bei den Wiener Grünen arbeiten, Verunsicherung auslöst.
    Aber bitte – überlegt euch genau, wie ihr mit dieser Verunsicherung umgeht. Das derzeitige ziemlich chaotische Um-sich-Schlagen wird viele, die jetzt wieder Lust auf “aktives Grün” bekommen haben, abschrecken. Schade, denn eigentlich können wir es uns nicht leisten, diese Leute zu verlieren. Also – wenn schon Aufnahmekriterien, dann bitte transparente!

    lg, Eva Pilz

  29.  
    22. Juni 2009 | 16:47

    was ja im vergleich zu geralds ablehnung recht fleischlos daher kommt – hab mich mal in einer kurzen analyse versucht

  30.  
    22. Juni 2009 | 20:09

    @mao

    Marco Schreuder ist und wahr ein Befürworter der Grünen Vorwahlen und ich hätte eigentlich auch sonst nix davon gemerkt, dass er sich in irgendeiner Form vor Kommunikation versteckt – im Gegenteil. Er bloggt und twitter seit lange vor der ganzen Initiative.

  31.  
    22. Juni 2009 | 21:33

    Was ein Schwachsinn. Welch eine sinnfreie Argumentation.

    Tolles Beispiel mit der Automarke. :-D

  32.  
    mao
    24. Juni 2009 | 15:29

    @tom schaffer: danke für die korrektur

  33.  
    12. August 2009 | 08:29

    [...] habe jetzt einige Zeit zu den Grünen Vorwahlen geschwiegen. Nach meiner Ablehnung als Unterstützer war ich eigentlich so wie Gerald motiviert das ich “den Weg durch die Instanzen” gehe [...]

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