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Die ÖBB, die S-Bahn und der Fahrplan

Konsumenten, Montag 3 August 2009 08:02

Die ÖBB hat momentan auf ihrer Nahverkehrsvorzeigestrecke, der Wiener S-Bahn (warum wurde die eigentlich von ein paar Jahren von “Schnellbahn” auf “S-Bahn”, wie in Berlin, umgetauft?) massive Probleme, fast kein Zug ist pünktlich, überall gibt es Baustellen (ich habe schon immer behauptet das die ÖBB ein Bauunternehmen mit angeschlossenem Schienennetz ist). Dazu kommt noch der Blitzeinschlag in ein Stellwerk bei dem vorher die Blitzableiter von Metalldieben gestohlen wurden  :) .

Deswegen hat die ÖBB am 27.7. eine Kommunikationsoffensive gestartet. Permanente Durchsagen mit Entschuldigungen, angeblich MitarbeiterInnen am  Bahnsteig, die den KundInnen sagen wann welcher Zug ausfällt, usw.

Herzstück dazu ist ein “Baustellensonderfahrplan”, der in allen Stationen der Wiener S-Bahn aufgehängt wurde:

Baustellensonderfahrplan

Soweit so gut, leider ist dieser “Baustellensonderfahrplan” ein Lehrbeispiel für schlechtes Infodesign.

Hier ein Beispiel: Der “Baustellensonderfahrplan” ist gültig von 27.7.2009 bis 6.9.2009. In dem Fahrplan sind einige Züge grün unterlegt (Gratulation an die ÖBB für die Einführung von Farben im Fahrplan!), wie z. B. diese S2, die täglich um 8:41 Uhr fährt:

Grün unterlegter Zug im Fahrplan

Da denkt man natürlich an was Gutes, in einem Fahrplan, der mich darauf aufmerksam machen sollte welche Züge ausfallen, bedeutet Grün doch, dass ich da auf der sicheren Seite bin, oder?

Nun ja, man sollte einen Blick auf die Legende des Fahrplans werfen:

legende des Baustellensonderfahrplans

Hier wird klar das diese S2 in gesamten Zeitraum, in dem der “Baustellensonderfahrplan” gültig ist, kein einziges Mal fährt!

Da frage ich mich: Warum steht der Zug dann überhaupt auf dem Fahrplan?

Solche Beispiele gibt es jede Menge auf diesem sinnlosen Stück Papier, auch sind die anderen Farbenspiele undurchschaubar. Es war gestern wirklich faszinierend den KundInnen der ÖBB zuzuschauen wie sie vor dem “Baustellensonderfahrplan” verzweifelt sind. Noch dazu hat sich niemand bei der ÖBB die Mühe gemacht zu markieren in welcher Station man sich gerade befindet, die meisten BetrachterInnen scheitern, aufgrund des schlechten Designs, schon an dieser Aufgabe.

Dazu kommt noch das meistens rechts oder links neben dem “Baustellensonderfahrplan” (ich liebe dieses Wort :) ) folgendes hängt:

Sonderinformationen der ÖBB

Eine lose Anhäufung von Informationen zu Sperren, Zugausfällen, Verspätungen, etc. Da stellt sich natürlich die große Frage:

Sind diese Informationen jetzt in den “Baustellensonderfahrplan” eingebaut oder nicht?

Ersichtlich wird das nicht. Wenn ja dann bitte abhängen oder darauf hinweisen!

Also, liebe ÖBB, eine Informationsoffensive wäre wirklich angebracht, aber bitte holt euch dafür jemanden der sich damit auskennt, so ist das Chaos pur!

Mehr Infos zum “Baustellensonderfahrplan” und noch jede Menge weitere seltsame PDF-Files gibt es hier.

UPDATE: Online findet man bei der Fahrplanauskunft weiterhin alle bis 6.9. ausfallenden Züge so wie wenn sie ganz normal unterwegs wären!

  1.  
    3. August 2009 | 08:56

    ““Baustellensonderfahrplan” (ich liebe dieses Wort “…

    “Baustellensonderfahrplan” (ich liebe dieses Wort …

  2.  
    3. August 2009 | 09:40

    Tja, das überrascht mich nun wirklich nicht! Es scheint als ob “unsere” (das sind sie, wenn’s ums Schulden machen geht…) ÖBB nach dem Motto: “Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht” arbeitet. Ich habe bisher in jedem anderen Land, in dem ich länger gelebt, oder intensiv die Bahn benutzt habe, besseres Service erlebt, als bei der ÖBB. Nachdem dort jedoch politisch besetzt wird, d.h. nicht die Fähigsten an den nötigen Stellen sitzen, hab ich die Hoffnung, dass sich mal was zum Positiven ändern wird aufgegeben. Fazit: Viel zu teuer, nicht besonders schnell, extrem umständlich. Hätte ich ein Auto, würd ich keine Sekunde dran denken, ev. auf den Zug umzusteigen. Eigentlich traurig.

  3.  
    3. August 2009 | 10:04

    Hübsch. Das erinnert mich an meine Deutsch als Fremdsprache-Zeiten in Südafrika, als meine Kollegin U. und ich beschlossen, jetzt nur noch in Grün zu korrigieren, weil Rot so abschreckend ist:)

    Wenig verblüffendes Resultat: Beim Aushändigen der Ergebnisse des nächsten Tests war die erste Reaktion eines Studierenden “Oh no, it’s all green!”

  4.  
    4. August 2009 | 07:48

    Ihr fordert eine Informationsoffensive der ÖBB – seid ihr völlig durchgeknallt ;)

    Da bei der ÖBB immer etwas anderes im Ergebnis herauskommt (als geplant) werdet ihr noch erreichen das die alle Fahrpläne einstellen.

    Aber für Geisterzüge einen eigenen Fahrplan herausbringen.

    Geisterzüge gibt es nicht ?
    Geisterzüge gibt es, ich durfte sogar einmal vor Jahren in der Lok mitfahren. (Bei einem Freund)

    Sobald ich mal darüber Zeit habe werde ich Max darüber die Geschichte schicken.

  5.  
    King
    19. August 2009 | 17:18

    ihr spassten nur weil ihr zu wenig hirn habt um die bahn zu nutzen omg wird gleich gesagt die bahn ist scheisse steht doch eh alles angeschrieben was man braucht nur man darf natürlich trotzdem nicht unter drogen stehen wie manche poster hier ……..

  6.  
    max
    19. August 2009 | 18:20

    @King wer da wohl unter drogen steht? :)

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