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Monatsarchiv für September 2009

SPÖ: Klare Aussagen braucht das Land!

Politik, Mittwoch 30 September 2009 17:54

So, jetzt hat die Stille Post doch noch ihren Empfänger erreicht und Herr Haider aus Oberösterreich ist zurückgetreten, hat ja nur drei Tage gedauert seit seiner großen Niederlage am Sonntag. Sehr passend dazu der Artikel von Michael Völker im heutigen Standard.

Hier zeigt sich für mich eines der Grundprobleme der SPÖ derzeit: die schlechte Kommunikation gemischt mit fehlenden Vision und der daraus sich ergebende Unfähigkeit klare Aussagen zu formulieren.

Vorgestern, am Montag war Faymann in der ZIB2 noch gegen ein “personelles Opfer”, jetzt plötzlich nicht mehr? Gerade dieses Interview in der ZIB2 zeigt wunderbar diese Formulierungsprobleme.

Sätze wie “Wir müssen mit klarer Politik das ansprechen was die Menschen bewegt”, “Verlässlicher Partner sein für das was man in einem Wahlkampf verspricht”, “Missstände hat niemand für gut zu halten”, “Ein Konflikt ist keine Schande in einer Regierung” haben irgendwie keinerlei Aussage und geben auch keinen Weg vor wie es weitergehen soll.

Da helfen noch so viele “bezahlte Anzeigen” in Standard, ÖSTERREICH, Krone, Presse & Co nicht, zuerst muss ich wissen was ich sagen will.

Ein wunderbares Beispiel für unklare Aussagen ist diese Grafik des bm:ukk von Gestern, die darstellen soll wie in Zukunft die Museen in Wien zusammenarbeite sollen:

Museumsstruktur

Alles klar, oder? Sowas nennt sich dann “Fundament der Museumslandschaft des 21. Jahrhunderts:)

Hier wünsche ich mir klarere Aussagen, einfach mal nachdenken was ich wie vermitteln will.

Die SPÖ sollte sich ein Beispiel an diesem Ausschnitt aus dem tollen Film “Thank You for Smoking” nehmen:


Alleine das Aufatmen der Bosse sagt doch alles!

Denn: Ohne Ziel dreht sich auch der beste Kapitän nur im Kreis!

Warum ich nicht mehr Grün wählen kann

Politik, Freitag 25 September 2009 11:05

Wie ja einige wissen wurde ich, im Rahmen der Grünen Vorwahlen,  als Grüner Unterstützer abgelehnt. Ich habe damals, rechtzeitig vor der letzten Sitzung des Landesvorstandes der Wiener Grünen in der noch Unterstützeranträge behandelt wurden damit die möglichen UnterstützerInnen am 15. November bei der Landesversammlung mitwählen können (vier Monate Sperrfrist), einen zweiten Antrag als Unterstützer gestellt. Auf dem offiziellem Formular, mit Angabe wo ich mich einbringen kann, usw.

Der Sommer verstrich, ich hörte nichts von den Wiener Grünen.

Über zwei Monate (!) später, Anfang September, erhielt ich einen Anruf von den Wiener Grünen bezüglich meines Unterstützerantrages. Ich sagte das ich diesen doch damals rechtzeitig geschickt hätte, das wurde mir auch am Telefon bestätigt. Auf meine Frage warum er dann damals nicht erledigt wurde erhielt ich als Antwort:

“Da hat sich keiner drübergetraut, deswegen wurde dein Antrag unerledigt liegen gelassen.”

Da war ich erst mal Paff,  so macht man es sich halt einfach, Fristen verstreichen lassen, fertig. Darauf hin fragte ich warum ich dann erst über zwei Monate später darüber informiert werde, Antwort:

“Du weißt, über die Sommermonate passiert halt nicht viel.”

Da war ich das zweite mal Paff. Nun gut, der/die mich anrufende(r) hat keine politische Position, er/sie exekutiert nur im Namen des Landesvorstandes. Deswegen war ich dann richtig sprachlos  als der/die mir die folgende Frage am Telefon stellte:

“Da du, auch wenn du jetzt als Unterstützer aufgenommen wird, am 15. November nicht wählen kannst, fragen wir dich ob du deinen Antrag zurückziehen willst?”

Ich hab gar nicht glauben können was ich da gefragt werde. Über zwei Monate haben die Wiener Grünen gebraucht um zu der Entscheidung zu kommen mich zu fragen ob ich meinen Antrag zurückziehe? Natürlich verneinte ich und sagte auch, dass ich mir eine offizielle Entscheidung erwarte.

Wieder vergingen weit über zwei Wochen, deswegen fragte ich vorgestern via Twitter-DM bei einem Vorstandsmitglied nach was denn jetzt der Status sei. Einen Tag später bekam ich dann diese Email:

Ablehnung meines Unterstützerantrages

(Ich hab den Namen des Senders/der Senderin unkenntlich gemacht da diese Person nur exekutiert und keine politische Entscheidungsmacht hat, selbst für das verschicken dieser Email ist der Vorstand zu feige.)

Für mich ist das Thema “Wiener Grüne” und “Grüne Vorwahlen” ein für alle mal beendet.

Auch wenn ich einige Mitglieder schätze.

Ich hoffe die Landesversammlung am 15. November zieht aus der ganzen unprofessionalität der Wiener Grünen beim Umgang mit den Grünen Vorwahlen die Konsequenten und wählt die KandidatInnen aus dem derzeitigen Landesvorstand NICHT auf die Liste für den Gemeinderat.

Symptomatisch ist auch: Ich zeige zwar zu wenig Interesse um als Unterstützer angenommen zu werden, aber für Werbung  (obwohl ich dieser nie zugestimmt habe) bin ich gut genug. Darum:

Diese Wiener Grünen sind es nicht wert unterstützt zu werden!


Visualisiert: 24 Stunden Wiener Linien

Kunst, Design, Dienstag 22 September 2009 09:04

Ich liebe ja Visualisierungen von Infrastrukturen, denn normalerweise wird erst dann jedem klar wie wichtig sie sind, wenn sie ausfallen. Ein schönes Beispiel dafür ist “Taxis in London” der BBC.

Sowas will ich auch für Wien haben!

Darum fing ich an nach Daten zu suchen und wurde bei den Wiener Linien fündig. Auf dieser Seite (bzw. auf der Barrierefreien Version)  kann man sich anzeigen lassen, wann der nächste Bus, die nächste Straßenbahn kommt.

Das ist schon mal ganz brauchbar, nur musste ich erst einmal herausfinden wie viele Haltestellen darüber abgebildet werden. Ein kleines Perl-Skript gab mir, nach rund 20.000 Seiten-abrufen :) , die Antwort.

Das nächste Problem war, dass immer nur die Daten für die nächsten zwei Stunden angezeigt werden. Auch hier half ein Perl-Skript das stündlich alle gefundenen Stationen abfragte und so, über einen Zeitraum von mehreren Tagen, alle Daten sammelte.

Da die Uhrzeitangabe nicht unbedingt immer dem Fahrplan entspricht sondern ja auch Realtime-Daten enthält, musste ich noch einen Filter einbauen der Abfahrten an einer Haltestelle die zu nah zusammen liegen bereinigt.

Das Resultat ist eine Datenbank mit 1048 Haltestelle die von 44 Buslinien, 29 Straßenbahnlinien und 18 Nightline-Busse innerhalb von 24 Stunden 510.026 Mal angefahren werden!

Leider bietet die Webseite der Wiener Linien keine Informationen über U-Bahnen und Busse die auf “B” enden an, eigentlich eigenartig, weiß jemand wieso?

Nach einer Geocodierung der Haltestellen und ein paar Korrekturen konnte ich das ganze auch schon visualisieren, hier das Ergebnis, “24 Stunden Wiener Linien“, am besten in “HD” und Fullscreen ansehen:

Die Balken links oben zeigen wie viele Busse und Straßenbahnen zu der angezeigten Uhrzeit Stationen anfahren.

So stehen jeden Tag um 18:00 Uhr 242 Busse und 266 Straßenbahnen in Haltestellen!

Wobei ich Systembedingt nicht nachrechnen kann wie viele Busse oder Straßenbahnen zu dem Zeitpunkt sich gerade zwischen zwei Stationen befinden.

Interessant ist auch die Zeit so um 1:30 in der Nacht wenn alle Straßenbahnen und Busse in die Remisen fahren.

Ich denke man bekommt ein Gefühl dafür wie wichtig und logistisch aufwendig der öffentliche Nahverkehr ist und das dieser ruhig etwas kosten darf!

Auch finde ich das solche Daten über APIs zugänglich sein sollten, wer weiß was da noch alles entstehen könnte!

EDIT: Da es schon einige Anfragen gab: Wer mit den Daten selber herumexperimentieren will kann sich einen MySQL-Dump runterladen, freue mich auf andere Visualisierungen!

Ars Electronica: Cloud Intelligence Symposium

Internet, Computer, Donnerstag 10 September 2009 15:39

Letzten Samstag fand im Rahmen der Ars Electronica das Cloud Intelligence Symposium statt (siehe auch hier).

Schon der erste Vortrag von David Sasaki brachte einige Beispiele aus der “Entstehungsgeschichte” des Cloud Computing, so z.B. die Ideen von Paul Otlet, der bereits 1934 sich eine Art Internet ausdachte:


Sasaki zeige auch dieses, manchen schon bekannte aber immer noch tolle, Werbevideo für dieses Buch:


Sasakis Vortrag kann man als Videostream, auf slideshare oder im Blog nachschauen/nachlesen.

Sehr spannend war der Vortrag von Ethan Zuckermann, den ausgehend von den “Stick-Karten” der Seeleute der Marshall Islands sich mit “der Cloud” und dem Einfluss auf die Globalisierung beschäftigte. Die Langversion des Vortrages ist nachschaubar/nachlesbar und auf slideshare. Er endete mit dem schönen Satz:

“The cloud is not a prediction, it’s a prophecy”

Die sehr interessanten Ausführungen von Evgeny Morozov zum Thema Slacktivism kann man hier nachlesen.

Sehr lustig fand ich den Vortrag von Kristen Taylor, die sich selbst als “Food Pornograhper” bezeichnet. In ihrem sehr amerikanischen und sehr Bobo geprägtem Vortrag ging es unter anderem darum wie “die Cloud” verwendet wird um lokale Nahrungsmittel zu verkaufen bzw. zu “erbeuten”, z.B. mit Hilfe der Webseite http://fallenfruit.org, wo eingetragen wird welche Obstbäume in der Umgebung über den Zaun hängen und somit eine lokale “Nahrungsquelle” darstellen.

Nett finde ich auch den Schnitzeltruck, der über Twitter verkündet wann und wo er in New York seine Schnitzel verkauft, sozusagen Guerillacooking :) Ihr Vortrag ist hier nachlesbar.

Spannend war Andrés Monroy-Hernández Vortrag über Scratch, eine sehr einfache, visuelle Programmiersprache (erinnert irgendwie an Logo), die es Kindern ermöglicht eigene Animationen zu machen und diese dann mit anderen zu teilen, bewerten, etc.

Alles in allem ein gelungenes Symposium mit vielen interessanten Vorträgen und auch die Twitterwall hat, nach Anlaufproblemen, sehr gut funktioniert.

“The Whispered World”: Wenn der Kopierschutz ein Spiel ruiniert

Games undKonsumenten, Donnerstag 3 September 2009 19:59

Seit knapp einer Woche ist “The Whispered World“, ein in Deutschland entwickeltes Point & Click Adventure wie Monkey Island, im Handel. Das Computerspiel erhielt sehr gute Benotungen in verschiedenen Magazinen, Gamestar 86 Punkte, GEE liebt es, usw.

Da ich solche Adventures gerne spiele habe ich mir es gleich gekauft. Die Handlung, die Rätsel und die Grafik sind sehr gut, es würde richtig Spass machen das Spiel zu spielen, wären da nicht ein paar kleinere Probleme:

Bei der Installation des Spieles wird auch der Tages-Kopierschutz installiert, eigentlich kein Problem (hatte ich schon bei anderen Games), um das Spiel zu starten muss nur die DVD im Laufwerk sein. Aber leider nein, sobald ich das Icon aum Desktop auswähle kommt folgende Meldung:

CD

Obwohl die DVD im Laufwerk ist.

Normalerweise geht es dann so ungefähr nach dem 10. bis 15. Versuch.

Das dieses Spiel mit diesem Kopierschutz ausgestattet ist wurde übrigens in den Print-Computerspielmagazinen verschwiegen! EDIT: habe es auf Anregung eines Kommentars nochmals überprüft, im Gamestar steht es im kleingedrucktem dabei, im GEE nicht.

Worüber berichtet wurde ist der zweite Kopierschutz, diese drei Würfel:

Würfel als Kopierschutz

Jedes Mal, wenn  ich es geschafft habe das Spiel zu starten muss ich diese Abfragen über mich ergehen lassen:

Einführung Würfel KopierschutzAuswahl SeitenflächeWieder einmal geschafft, ich irre mich oft da nicht immer klar ersichtlich

Der Text wird von einer sonoren Herrenstimme vorgelesen.

Jetzt wird sicherlich jeder sagen: “Wo ist jetzt das Problem, musst du ja nur einmal beim starten machen!”

Abgesehen von der sonstigen eher schlechten technischen Umsetzung (max. Auflösung 1024×768, 100% CPU-Time für ein 2D-Adventure, sekundenlange Ladezeiten bei Szenenwechsel) gibt es da ein großes Problem:

Das Spiel ist leider so schlecht programmiert das es so ca. alle 20 Minuten abstürzt.

D.h. wieder hoffen das der Kopierschutz die DVD erkennt, wieder die drei Würfel hernehmen, usw.

Da es auch keine Autosave-Funktion gibt (eigentlich Standard heutzutage) muss man andauernd, wie bei einem Egoshooter, F9 drücken um ein Quicksave zu machen. Einmal vergessen und man hat Pech.

Somit wird ein wirklich tolles Spiel durch technische Probleme und zwei(!) Kopierschutz- mechanismen unspielbar. Selbst das offizielle Forum ist voll von Diskussionen dazu. Wobei hier die offizielle Empfehlung ist die € 0,53/Minute-Hotline anzurufen, obwohl auf meinem Rechner alle anderen Games ohne Probleme laufen (alles aktuell), soll ich noch dafür bezahlen damit der Hersteller sein Spiel in den  Griff bekommt?

Wirklich Schade, vor allem wenn es nicht mal 24 Stunden nach dem Verkaufsstart die Raubkopie Online gab, ohne DVD-Kopierschutz und ohne Würfelschutz.

Da fühle ich mich dann, als zahlender Kunde, verarscht!