Fernsehen, Mittwoch 10 März 2010 15:49
Der ORF ist ja stolz auf seine beiden Programme.
Wobei ORF1 ja eigentlich kein Öffentlich-rechtlicher Sender mehr ist, eher eine Abspielstation für nationale und internationale Serien.
Stimmt das wirklich? Um dies zu überprüfen habe ich mittels einer DVB-T Karte und dem Programm Fraps 24 Stunden lang (3. März 2010 bis 4. März 2010) alle zehn Sekunden einen Screenshot von ORF1 gemacht.
Aneinandergereiht, ergänzt um das Fernsehprogramm und die offiziellen Durchschnittsreichweiten ergibt dies folgendes Video:
Zu diesen 24 Stunden ein paar Fakten
Die Sendung mit der geringsten Durchschnittsreichweite (was für ein Wort!) war in diesen 24 Stunden “Avatar” um 6:00 in der Früh mit 12.000 ZuschauerInnen(!), die beste Durchschnittsreichweite hatte die zweite Spielhälfte des Länderspiels Österreich gegen Dänemark mit 539.000 ZuschauerInnen (nicht vergessen, Österreich hat 8 Millionen Einwohner).
Die älteste Sendung war “Der rosarote Panther” aus dem Jahr 1967.
Fünf Stunden und 40 Minuten (knapp 24% der 24 Stunden) waren Wiederholungen innerhalb dieser 24 Stunden.
Interessant ist das Verhältnis zwischen Werbung und Nachrichten. In den 24 Stunden gab es rund 44 Minuten (3,1%) lang Werbung und etwas mehr als 39 Minuten (2,7%) Nachrichten. ORF1 sendet also mehr Werbung als Nachrichten.
Spannend finde ich auch die knapp 59 Minuten (4,1%) Trailer/Programmpromotion, die innerhalb von 24 Stunden auf ORF1 gesendet wurden, ganz schön viel!
Und wie sieht es jetzt mit den Serien aus?
Nun ja, von diesen 24 Stunden waren knapp zwölf Stunden und 30 Minuten (52%!) US-Serien (obwohl auch ein Fußballspiel übertragen wurde!) und damit meine ich nur “klassische” Serien, keine Zeichentrickfilme oder Spielfilme.
Deutsche Serien (“Anna und die Liebe”, “Eine wie keine”) machten rund eine Stunde und 30 Minuten (6,2%) aus.
Somit sendete ORF1, trotz Kinderprogramm und Fußballspiel, rund 14 Stunden (58,2%) Serien in diesen 24 Stunden.
Kann man so was noch Öffentlich-rechtlich nennen?
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Seit sich das RECHT in Österreich aufgelöst hat kann man alles rechtlich nennen.
sehr spannende Analyse
Super gemacht! Danke dafür. Auch die Auswertung ist sehr aufschlussreich. Es zeigt leider, was für Schrott hier als öffentlich-rechtlich verkauft wird.
Super gemacht wieder mal
lG Walter
Was ist die Alternative zu Serien? Nur mehr Nachrichten und Bildungsfernsehen und dafür sieht sich das keiner mehr an?
Das ändert natürlich nichts dran, dass ich deine Analyse für sehr interessant und aufschlußreich halte. Vielleicht sollte man aber weniger die ganzen 24 Stunden analysieren, sondern zumindest den Bereich zwischen 02:00 und 07:00 (o.ä.) exkludieren.
spannend.
interessant wäre ein vergleich mit anderen öffentlich-rechtlichen, zb. ard oder zdf (sind die noch ö-r?) oder einem deutschen dritten programm.
Interessant…
Wiederholungen finde ich nicht schlimm, im Gegenteil, manchmal wünsche ich mir mehr Wiederholungen, um verpasste Sendungen anschauen zu können, andererseits wird das mehr und mehr hinfällig mit den Online-Videotheken (auch wenn ORF da schwach ist.. BITTE full time sendungen online senden)
zuerst hab ich mir gedacht, was, so wenig Werbung? kommt einem immer so viel vor…
bis der Punkt Trailer/Programmpromotionen kam – genau diese sind das Nervtötendste im ORF…
@ Serien … naja… lieber die meisten US-Serien als “Eine wie keine” und Co, diese furchtbaren deutschen Telenovelas sind Volksverblödung deluxe… auch die meisten österreichischen Comedy-Formate oder österreichischen Shows kannst im Grunde vergessen…
also was soll ORF 1 sonst senden?
Die wenigen guten Sendungen rennen eh auf ORF 2
It s simple… ORF sollte sich als Vorbild die BBC nehmen…
@hermann Es schaut schon jetzt niemand ORF1, 120.000 Zuschauer im Vorabendprogramm sind normal, das sind 1,5% der ÖsterreicherInnen.:)
@Philipp mit der Werbung ging es mir genauso, dachte auch zuerst es ist mehr um dann zu merken wie viel die Promotion ist.
ARD und ZDF dürfen übrigens nur 20 Minuten Werbung pro Tag machen und nicht nach 20:00. Dafür haben sie am Nachmittag fast jede Stunde Nachrichten.
Ich habe auch nichts gegen Serien, nur dafür gibt es doch Privatfernsehen, oder? Oder zu mindestens weniger als die Hälfte der Sendezeit.
Der Auftrag des ORF ist doch neben der Information auch die Eigenproduktion. Die BBC macht im Jahr einen Umsatz von einer Milliarde(!) Euro nur mit dem Verkauf von Serien/Dokumentationen/etc. Jetzt werden wieder alle aufschreien das die BBC viel mehr Budget hat, stimmt, aber trotzdem könnte man das Geld beim ORF besser einsetzen als z.b. für Chili. Grad die BBC ist bei Serien (auch bei Sitcoms) sehr innovativ, das fehlt in Österreich völlig.
Taxi Orange im Jahr 2000 war das erste Sendeformat in der Geschichte des ORF, dass ins Ausland verkauft wurde!
Da hab ich dann lieber nur einen Öffentlich-rechtlichen Sender, dafür einen guten, man könnte sich ja auch ARTE, Bayern Alpha oder 3Sat als Vorbild nehmen.
»2008 kommt die größte Programmreform in der Geschichte des ORF.«
(Alexander Wrabetz, am 10. April 2007)
»Noch mehr Einsparungen beim Programm sind nicht mehr möglich.«
(Alexander Wrabetz, am 27. November 2008)
Interessant waere der direkte Vergleich mit einem Privaten eg pro7 oder sogar rtl
Immerhin muessen die sich durch ihr programmformat finanzieren
@andreas ich kann nur vergleichen was ich in wien via dvb-t empfange, orf2, atv, 3sat, puls4, etc. vergleich ist in arbeit.
[...] 24 Stunden Programm des Senders ORF1 werden auf 5 Minuten komprimiert und mit den Zuschauerzahlen dazu versehen: 24 Stunden ORF in 5 Minuten. [...]
Furchtbares Programm! Und wenn mans mal umrechnet sind die Quoten ja auch eher mickrig.
»2009 wird furchtbar, 2010 wird furchtbar.«
(ebenfalls Wrabetz, am 27. November 2008)
Vermutlich hat er eh das Programm gemeint ..
Kurzvergleich mit deutschen Privaten:
Pro7: Scrubs, Malcolm mittendrin, Simpsons, Mein cooler Onkel Charlie (2 and a Half men)
Sat.1: Der Bulle von Tölz, Eine wie Keine, Anna und die Liebe
Vox: Gilmore Girls
RTL: Reba (aber schon lange abgesetzt)
Nickelodeon: Avatar
Super.RTL: Hanna Montana
Und auch alle Krimi(nal)-Serien laufen bei RTL oder Sat.1 oder Vox oder Kabel1
ö-R:
KIKA: Heidi
@Lawrence in Österreich ist das duale System in einem Sender vereinigt
Muss ein Sender, der öffentlich-rechtlich ist denn Zwangsweise nur Nachrichten und Dokus senden?Dafür gibts doch ORF2. ORF1 sendet halt, was die Öffentlichkeit sehen WILL =)
Interessant,
vorallem dass hier nur ORF1 aufgelistet wurde. Wie schaut’s mit ORF2 aus?
ORF1 gehört nunmal dem jugendlichen Publikum. Deshalb werden da auch nur kurze Nachrichtensendungen gezeigt. Zum Glück werden dort überhaupt Nachrichten gezeigt! Wer sich für die (ausführlicheren)Nachrichten interessiert der schaltet auf ORF2.
Warum soll sich ORF mit seinen beiden Programmen gegenseitig das Publikum wegnehmen? Wäre das nicht ausserordentlich doof?
Ich bin mit dem Programm auf ORF1 höchst zufrieden. Vorallem dass dort hauptsächlich US-Serien gezeigt werden. Wir erinnern uns an “Mitten im 8ten”?
@SoWhy @Bernhard abseits der Frage, ob ORF2 Öffentlich-rechtlich ist (mehr als ORF1 sicher) geht es mir mehr und die Verhältnismäßigkeit.
Ich habe nichts gegen US-Serien (schaue auch sehr viele!), nur weltweit werden diese Serien von Sendern ausgestrahlt, die nur mit Werbung ihr Geld verdienen, nicht so in Österreich.
Auch ist es interessant, z.B. für diesen 4. März, die Zuschauerzahlen ORF1 (wenig Öffentlich-rechtlich) und ORF2 (mehr Öffentlich-rechtlich) zu vergleichen:
um 18:30:
ORF1 (Anna und die Liebe): 173.000
ORF2 (Konkret): 370.000
19:00:
ORF1 (Mein cooler Onkel Charlie): 97.00
ORF2 (Bundesland Heute): 1.165.000
19:30:
ORF1 (Backstage/Chili): 124.000
ORF2: (ZiB): 995.000
kurz nach 20:00:
ORF1 (Wetter): 183.000
ORF2 (Seitenblicke): 760.000
20:15:
ORF1 (Länderspiel): 245.000
ORF2 (Schön das es dich gibt): 761.000
Von 12:00 Mittag bis 00:00 hatte ORF2 immer weitaus mehr Zuschauer als ORF1, deswegen behaupte ich mal: es fehlt mehr Öffentlich-rechtliches Programm! Da nimmt sich niemand gegenseitig das Publikum weg. Die Öffentlichkeit will das nicht sehen was auf ORF1 läuft.
Siehe auch Deutschland, alleine die ARD hat 11 Vollprogramme, ZDF hat, mit einem Budget von knapp über 2 Milliarden Euro, 6 Vollprogramme und ist bei ARTE und 3Sat beteiligt und darf nur 20 Minuten (insgesamt, da nur auf ZDF) Werbung pro Tag machen.
Der ORF hat ein Budget von knapp einer Milliarde Euro, dafür macht er 2 Vollprogramme und ist bei 3Sat beteiligt.
UND: ZDF hat rund 3.600 MitarbeiterInnen, der ORF 4.280, damit bespielt er ORF1 zu 52% mit eingekauften Serien, dass passt für mich einfach nicht.
Immerhin gibts m.W. die US Serien beim ORF ohne Werbeunterbrechung und zusätzlich im Originalton. Ich wäre froh, wenns in Deutschland wenigstens einen ÖR-Sender gäb, der sowas macht. Bei uns weigern sich die Sender vehement, die englische Tonspur auszustrahlen und US Serien gibts eh nur bei den werbeverseuchten Privaten inkl. nervigen Gewinnspiel/Klingelton Popups während der Sendung. Insgesamt habt ihr glaub das kleinere Übel erwischt.
@fn0rd in Österreich wird, soweit ich weiß, nur Desperate Housewife (immer noch?) mit zweiter, englischer Tonspur ausgestrahlt, sonst keine einzige US-Serie.
Das eigentlich schlimme meiner Meinung nach, die Briten machen viel bessere Serien als die Amis. Was von BBC, Channel 4 und ITV ins deutsche Fernsehn kommt ist bescheiden.
@max: Dexter wird/(wurde?) auch mit 2. Tonspur gesendet…
@Max: OK, also wenn ich dich richtig verstanden habe willst du – indem du die Zuschauerzahlen von ORF1 mit ORF2 vergleichst – verdeutlichen, dass sich in Österreich mehr Leute für das Programm auf ORF2 interessieren als für das Programm auf ORF1.
Weiters ziehst du daraus den Schluss dass sich ORF1 dem ORF2 Programm (bzw. dem öffentlich rechtlichen Programm) annähern sollte.
Ich bin der Meinung dass man keine angemessene Schlussfolgerung ziehen kann solang man nicht eindeutig identifiziert hat auf welche Programme die Österreicher ausweichen. D.h. Solang man nicht weiss was der Österreicher sehen will kann man nicht sagen dass der Österreicher mehr öffentlich rechtliches Programm haben will.
Ich will’s nämlich nicht
Ich will mehr US- Serien 
=> Wenn ich am Abend die Wahl habe zwischen ORF1 (Länderspiel) und ORF2 (Schön das es dich gibt), dann wähle ich Pro7, RTL2, Kabel1 oder sonst was.
Der letzte Absatz soll nicht bedeuten dass ORF wegen MIR mehr US-Serien zeigen soll
Die Werbungen und Programmvorschauen stören mich eigentlich garnicht, da sie zwischen den Sendungen ablaufen. In der Zeit kann man Geschirrspüler aus/einräumen, einen Happen essen oder Pipi machen
Ist schon ein Zeiterl her,
aber scheinbar dürft
das schon länger Usus sein:
http://boomerang.twoday.net/stories/21953/#21975
Wenn man die Kritik am ORF in den verschiedenen Medien und auch hier liest und sich ein wenig in der Bevölkerung umhört, kommt man drauf, dass die Kritiker zum Teil ganz unterschiedliche Dinge am ORF bemängeln. Der ORF sende zu viel oder zu wenig Sport, österreichische Serien, deutsche Serien, Krimis, Kultur, Eigenproduktionen, Fußball, Schirennen, Formel 1, amerikanische Serien, heimische Produktionen, alte Filme, Schwarzweißfilme, Opernübertragungen, Quizshows, seichte Talkshows, Polittalk, Volksgruppensendungen, Informationssendungen, Society, Hollywood, …–je nachdem, wen man fragt. Außerdem sei die GIS-Gebühr (die der ORF in voller Höhe kassiere) zu hoch, es gäbe zu viel Werbung, er sende Dinge deswegen, weil sie Quote bringen und die Quoten für einige Sendungen seien schlecht.
Alle diese Kritiker nehmen dabei gerne darauf Bezug, dass der ORF “öffentlich-rechtlich” ist oder einen Bildungsauftrag habe.
“Öffentlich-rechtlich” ist der ORF jedenfalls alleine dadurch, dass seine Existenz durch das ORF-Gesetz geregelt ist (im Gegensatz zu privaten Rundfunkanstalten, die ganz gewöhnliche Unternehmen sind und keine eigenen Gesetze haben).
Die Forderung, der ORF müsse her “öffentlich-rechtliches” Programm machen, geht daher ins Leere.
Den Bildungsauftrag in der Form, in der sich ihn die meisten Kritiker vorstellen, hat der ORF schon seit einiger Zeit nicht mehr–wohl aber hat er einen Versorgungsauftrag, einen Programmauftrag und einige weitere Aufgaben, die im ORF-Gesetz genau festgelegt sind (zum Beispiel ein im Wortanteil vorwiegend fremsprachiges bundesweit augestrahltes Radioprogramm, für Gehörlose verfolgbare Nachrichtensendungen, …). Siehe hier: http://www.rtr.at/de/rf/ORF-G#z3
Das Gesetz ist natürlich sehr an die Gegebenheiten des ORF angepasst und schreibt daher die Zahl der Fernseh- und Radiokanäle vor, lässt es dem ORF aber größtenteils freigestellt, auf welchen Kanälen er welche Teile seiner Aufträge erfüllt. Aus diesem Grund finde ich es aber nicht zielführend, nur einen der beiden Fernsehkanäle herauszunehmen und die Unterhaltungslastigkeit zu kritisieren.
Ich finde es gut, dass Max hier eine statistische Analyse gewagt hat, würde aber gerne einige andere Dinge statistisch betrachtet sehen:
Das ORF-Gesetz schreibt genau vor, wie viel Werbung gesendet werden darf (http://www.rtr.at/de/rf/ORF-G#a3 ). Wird das ausgenützt?
Besonders interessant finde ich auch §11 Abs. 2: “Der Österreichische Rundfunk hat dafür Sorge zu tragen, dass mindestens 10 vH der Sendezeit seiner Fernsehprogramme, die nicht aus Nachrichten, Sportberichten, Spielshows oder Werbe- und Teletextleistungen besteht oder alternativ mindestens 10 vH seiner Haushaltsmittel für die Programmgestaltung der Sendung europäischer Werke von Herstellern vorbehalten bleibt, die von Fernsehveranstaltern unabhängig sind. Dieser Anteil soll in den Bereichen Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung schrittweise anhand geeigneter Kriterien erreicht werden. Dazu muss ein angemessener Anteil neueren Werken vorbehalten bleiben, das sind Werke, die innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nach ihrer Herstellung ausgestrahlt werden.”
Nebenbei bemerkt-etwas, das ich sehr interessant finde: der ORF unterhält 24 Auslandskorrespondentenbüros. Alle elektronischen und Printmedien der Privatmedienhochburg USA hatten 2006 zusammen (!) nur 141 Korrespondenten. (Quelle: http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1110) Die teilweise Unabhängigkeit von Reuters, AP und anderen Agenturen kostet natürlich auch etwas.
@Dan danke für deinen ausführlichen Kommentar!
Dazu ein paar Anmerkungen: du hast natürlich recht, der Bildungsauftrag steht nicht direkt im Gesetz und du hast auch recht, dass dieses Gesetz sehr zum Gunsten des ORF ausgelegt ist, aber trotzdem steht in dem Gesetz unter Programmauftrag:
Das ist für mich schon ein Bildungsauftrag, der in ORF1 nicht erfüllt wird, auch glaube ich nicht, dass ORF2 wirklich diesen erfüllt. Aber du hast mir eh schon den Auftrag gegeben das ganze auch für ORF2 zu machen um die Werbezeiten zu vergleichen und zu addieren
Zu den Korrespondenten, ich denke die Falter-Zahl ist falsch, alleine die NYTimes hat 300 Internationale MitarbeiterInnen (Ok, sind nicht alle “Korrespondenten”) auch hat der ORF keine 24 Auslandsbüros, sondern 17, davon sind zwei nur mit einer Producerin besetzt.
Was ich mir wünsche ist eine offenere Diskussion darüber, mit allen möglichen Konsequenzen.
Hallo Max,
auf nur 17 Büros aufteilen. Die NY Times produziert in Paris die International Herald Tribune, die in vielen verschiedenen Ländern gedruckt wird, daher die hohe Zahl der Angestellten im Ausland.
Du hast recht, ich wusste nicht, dass sich die 24 Auslandskorrespondenten des ORF (die Zahl stimmt
Man darf nicht vergessen, dass die im §3 behandelten Programme auch die Radiosender beinhalten und sich der ORF aussuchen kann, auf welchem Sender er welche Teile des Programmauftrags erfüllt-wenn er sich in ORF1 hauptsächlich um die Punkte 1, 8 und 15 kümmern möchte ist ihm das (leider?) gestattet, solange die anderen Punkte in den anderen Fernseh-und Radiokanälen bearbeitet werden. Dass das hauptsächlich FM4, Ö1 und ORF2 tun kann man kritisieren, aber es ist rechtlich ok.
“Die Jahres- und Monatsschemata des Fernsehens sind so zu erstellen, dass jedenfalls in den Hauptabendprogrammen (20 bis 22 Uhr) in der Regel anspruchsvolle Sendungen zur Wahl stehen.”
DAS hieße z.B., je eine der folgenden Sendungen sollte “anspruchsvoll” sein:
z.B. Do: Dr. House oder Bergdoktor
Fr.: Millionenshow oder “Der Alte”
Sa.: eine Komödie oder ein Volksmusikfest
So.: The Da Vinci Code oder Tatort
Vielleicht ist das “Frühlingsfest der Volksmusik” anspruchsvoll–es beansprucht meine Nerven so sehr, dass ich es nicht eine Minute lang ansehen wollte.
Ich halte es für sinnvoll, klarzustellen, ob der ORF für sein Programm oder der Gesetzgeber für den ungenau und weitläufig formulierten Programmauftrag die Kritik abbekommen soll. Wenn ich ORF-Generalintendant wäre, würde ich wahrscheinlich auch versuchden, mit einigen wenigen Sendern den Gewinn zu maximieren, um auf den anderen anspruchsvolles Programm machen zu können.
Vorher würde ich allerdings eine ordentliche Wissenschaftssendung im Fernsehen einführen.
Genial
Vielleicht wäre es sinnvoller nicht nur einen Tag zu analysieren sondern, eine gnaze Woche, da gibts ja schon einige Sendungen die den Bildungsauftrag erfüllen und in einem rein privaten Sender keinen Platz hätten.
@chromosFEAR ja und nein, welche Sendung auf ORF1 meinst du da?
ich meine das gesamte angebot des orf, da es 2 sender gibt gibt es natürlich auch zwei unterschiedliche ausrichtungen. ich möchte den orf nicht missen. wenn es nur private gäb, wär die fernsehlandschaft ganz schön beschissen…
@chromosFEAR ja, aber hier ging es einmal nur um ORF1 (keine Angst, ORF2 ist in arbeit!), und ich bin ein großer Verfechter des ORFs, ich will nur das er endlich wieder das ist was er sein sollte.
@max ich bin schon gespannt auf die kombinierte Auswertung von ORF1+2.
Wie ein paar Millionen andere Österreicher willst auch du, dass der ORF “endlich wieder das ist”, was du glaubst, dass er sein sollte.
@max: ja dann… was ich bei allen Diskussion um den ORF vermisse, ist die Alternative, die wir ohne hätten. Bei allen Veränderungen und Verbesserungen die der ORF noch hinter sich bringen muß, und die sind zweifellos notwendig, ohne hätte wir eine Mischung aus rtl und rtl2….
@chromosFEAR das ist genau der punkt, momentan haben wir eine mischung aus rtl und rtl2…
@max ich seh nicht ganz ein warum du dich dagegen wehrst die beiden programme in kombination zu betrachten.
@Dan wie schon gesagt, ORF2 folgt und dann kann man beide kombinieren. aber das ORF-gesetz gilt für beide Programme, deswegen kann man das auch getrennt sehen, oder?
@max: da kann ich dir leider ganz und gar nicht zustimmen, der ORF ist weit entfernt von rtl und noch weiter von rtl2
aber ich bin gespannt auf die orf2 Analyse
@chromosFEAR bist du dir da bei ORF1 sicher?
@chromosFEAR da ich wieder von mittwoch auf donnerstag die analyse machen will und ich erst diese woche dazu komme wird ORF2 noch etwas dauern, aber es kommt (und noch mehr zum thema fernsehen ist in arbeit).
ja da bin ich mir sicher, obwohl als scifi fan am mittwoch rtl2 schaue
)
@max:
Du hast die Passage selbst zitiert:
“§ 4. (1) Der Österreichische Rundfunk hat durch die Gesamtheit seiner gemäß § 3 verbreiteten Programme zu sorgen für:”
Die “Gesamtheit” der Programme bedeutet mbMn eben nicht “in jedem einzelnen”, sondern “in allen zusammen”.