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Monatsarchiv für Mai 2010

Infos zum Barcamp Vienna am 29. & 30. Mai

Web2.0, Mittwoch 26 Mai 2010 14:37

Am Samstag ist es soweit: das Barcamp Vienna (bei Microsoft, Am Europlatz 3, A-1120 Wien) öffnet die Tore!

Als Rolf und ich im Februar das Barcamp ankündigten gingen wir von rund 150 TeilnehmerInnen aus, bis heute sind es aber (“komme sicher”, “komme vielleicht” zusammengezählt) über 250 Anmeldungen (Anmeldung weiterhin möglich)!

Das freut uns sehr, bestand doch unsere “Werbung” aus ganzen zwei Tweets :)

Hier nun weitere Infos zum Barcamp Vienna:

Der Eingang zum Barcamp wird auf der Rückseite des Microsofts-Gebäude sein. Wir werden natürlich den Weg vom Haupteingang aus Beschildern.

Abseits des obligatorischen WLANs gibt es bei Microsoft  neben der Cafeteria (mit Garten) zwei große Vortragsräume und fünf(!) mittlere bis kleine Vortragsräume, natürlich alle mit Beamer, d.h. Platz ist genug und alles ist ohne Stufen erreichbar.

Los geht’s am Samstag um 9:00 mit dem Frühstück, um 9:30 startet die Begrüßungssession mit der Vorstellungsrunde und Programmeinteilung. Am Sonntag startet die erste Session um 10:00 nach dem Frühstück.

Die Sessionlänge wird 45 Minuten sein, der Timetable ist hier Online.

Es gibt am Samstag und Sonntag Frühstück und Mittagessen, am Samstag zusätzlich noch ein Abendessen mit anschließender Party in der Cafeteria (da gibt’s dann natürlich auch Bier und Wein). Bring your own Music! DJ-Equipment und DJ sind vor Ort! Song Contest schauen ist auch möglich!

Ich freue mich schon auf spannende Vorträge & Diskussionen und wünsche uns allen viel Spass!

And don’t forget:

  • 1st Rule: You do talk about Barcamp.
  • 2nd Rule: You do blog about Barcamp.

Bitte immer den Tag bcvie verwenden wenn ihr über das Barcamp berichtet.

PS: 195, 225, 244 und 463 sind die Panini-Pickerl die mir noch fehlen, dazu hab ich hunderte Doppelte, deswegen gibt es natürlich am Barcamp eine Tauschbörse :)

“Social Micropayment”, ein Zukunftsmodell?

Internet, Computer undWeb2.0, Dienstag 18 Mai 2010 16:50

Ach, wie gut kann ich mich noch daran erinnern, vor rund 15 Jahren saßen wir (Christine, Herwig, Christoph, Roland und ich) zusammen und diskutierten über Micropayment. Damals dachten wir noch, dass in Zukunft die (damals noch böse) Firma Microsoft jedes Mal fünf Groschen für einmal ausdrucken in Word verlangen wird.

Anfang der 2000er versuchte dann mein damaliger Arbeitgeber einen Online-Shop für Musik zu machen, scheiterte aber unter anderem an den hohen Gebühren der Kreditkartenunternehmen (Grundgebühr pro Transaktion plus Prozente).

Da ist in den letzten Jahren, dank iTunes & Co eine “stille” Revolution passiert. Amazons AWS hat kein Problem, mir im Monat einen Cent von meiner Kreditkarte abzubuchen, genauso wenig wie Cent-Beträge für Apps etwas alltägliches sind.

Insofern ist es endlich möglich, auch außerhalb von “Closed Garden” wie z.B. iTunes, Micropayment auch für Inhalte jeglicher Art anzubieten, z.B. Blogbeiträge wie dieser, Zeitungen, Videos, Musik, Flashgames, etc.

Seit kurzem gibt es dazu mindestens zwei Anbieter: Flattr und Kachingle.

Beide verwenden ein ähnliches Modell: Als KonsumentIn kann ich bestimmen wie viel Geld ich im Monat verteilen will (bei Flattr kann man zwischen €2, €5, €10 oder €20 pro Monat auswählen, bei Kachingle sind es derzeit Fix $5 pro Monat, wobei beide Services von einer Servicegebühr leben). Die Verteilung des Geldes wird recht gut in diesem Video von Flattr erklärt:

Kachingle funktioniert ähnlich, der Unterschied ist, dass ich nur einmal eine Seite “Kachinglen” muss, ab dann wird automatisch mitgezählt wie oft ich diese Seite besuche und mein monatlicher Betrag wird anteilsmäßig auf alle Seiten die ich “Kachingled” habe und in diesem Monat besucht habe aufgeteilt. Cynthia Typaldos, Gründerin von Kachingle, erklärt (gemeinsam mit ihrem Hund) in diesem Video sehr rührend die Entstehungsgeschichte:

Beide Dienste lassen sich natürlich sehr leicht (z.B. als Plugin) in bestehende Seiten einbauen, beide arbeiten sicherlich an Facebook-Applikationen und besserer Web2.0-Integration.

Ich finde diese Ansätze sehr interessant, wobei bei Flattr man wohl bewusster seinen “Kuchen” verteilt, Kachingle dafür vielleicht etwas “ehrlicher” bei der Verteilung ist (nicht jeder gibt zu, dass er z.B. die Kronenzeitung liest :) ).

Meiner Meinung nach ist dies erst ein Anfang, hier gibt es noch viele Möglichkeiten, dazu ein paar Ideen:

  • Jeder Retweet auf Twitter wird gezählt.
  • Jeder Klick auf eine z.B. Bit.ly-Url wird der Person zugerechnet die die URL erstellt hat.
  • Das abspielen eines YouTube-Videos wird gezählt.
  • Flickr-Images anschauen wird gezählt.
  • usw.

Hier gibt es sicherlich noch unendlich viele Ideen. Ganz großes Potential hat auch der Facebook iLike-Button. Man stelle sich vor Facebook steigt in dieses Geschäft ein!

Gespannt bin ich auch auf die Skalierbarkeit, wenn mehr Seiten den Button haben aber auch mehr Personen Geld zum verteilen haben. Die Frage ist auch ob schnell genug der “Tipping Point” erreicht wird (etwas, dass für Facebook einfacher wäre).

Ich finde solche Ansätze weitaus interessanter als z.B. eine Kulturflatrate. Nicht falsch verstehen, ich will sehr wohl, das ContentcreatorInnen bezahlt werden, aber eine Flatrate ist technisch ein massiver Aufwand und die Verteilung sowie Verwaltung weltweit überhaupt nicht geklärt. Diese Micropayment-Dienste sind da weitaus einfacher und nachvollziehbarer.

Außerdem: Ein bewusstes “bezahlen” durch Klick auf einen Button hinterlässt ein besseres Gefühl als eine Flatrate, die in einem “schwarzen Loch” verschwindet.

Ich habe einmal beide Dienste auf meinem Blog eingebaut und bin neugierig wie sich diese Services weiterentwickeln.

Die Post, die Werbung und mein Briefkasten

Allgemein undKonsumenten, Mittwoch 12 Mai 2010 16:57

Auf meinem Briefkasten und an meiner Haustür pickt schon seit Jahren der “Bitte keine umadressierte Werbung”-Kleber. Bis auf ein paar Pizzazusteller und das Wien-Magazin halten sich Post & Co auch daran. Bis gestern.

Gestern fand ich in meinem Briefkasten folgenden “Brief” der Post:

Adressiert an den “Werbeverzichter” in meiner Straße und meiner Hausnummer, nur die Türnummer fehlt:

Ist das jetzt der Weg um den Aufkleber zu umgehen, auch wenn man nicht die genaue Adresse hat? Anscheinend ja, aber richtig schlimm wird es wenn man den Brief aufmacht:

Schön, dass ich bestimmen darf was in meinen Briefkasten darf, ich dachte diese Entscheidung habe ich schon vor Jahren durchs aufkleben des oben erwähnten Aufklebers getroffen, aber anscheinend hab ich da was missverstanden.

So, die Post will also das ich auswähle von welchen Firmen bzw. Branchen ich Werbung haben will. Praktisch, dass die Post mir gleich eine Auswahl an Firmen gibt:

Was wohl diese Firmen für diese “Exklusivität” bezahlt haben, damit sie offiziell ihr Logo den Menschen präsentieren können, an die sie sonst, siehe Aufkleber oben, nicht ran kommen? Schön auch das Kleingedruckte!

Aber die Post bietet mir noch mehr, ich kann neben den Firmen auch Branchen auswählen, warum meine Adresse nur einmal verkaufen wenn es auch 100x geht!

Besonders lachen musste ich über die Zeile: “Bitte beachten Sie, dass kein Anspruch auf den Erhalt von Flugblättern besteht.

Den Gipfel der Unverschämtheit schießt aber die Rückseite der “Antwortkarte” ab (Ich habe wieder das vor-ausgefüllte aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht):

Da steht im kleingedrucktem: “Ich erteile meine ausdrückliche Einwilligung zur Verwendung meiner oben angeführten Daten für Marketingzwecke Dritter durch die zur Ausübung des Gewerbes der Adressverlage und Direktmarketingunternehmen berechtigten Gewerbetreibenden.

Auf gut Deutsch:  “Scheissegal, was sie auf der Vorderseite für Unternehmen und Branchen auswählen, wir verkaufen ihre Adresse eh an alle.

Darf ich Fragen was passiert wenn ich auf diesen tollen “Brief” nicht reagiere? Hält sich die Post dann weiterhin an den Aufkleber? Und: was macht die Post eigentlich wenn ich ankreuze “Nein, ich bin mit einer solchen Datenverwendung nicht einverstanden.”, eigentlich ein Widerspruch zur Vorderseite, oder? :)

Ich fordere die Post auf, in Zukunft diese Art der Werbung zu unterlassen und mich nicht mehr damit zu belästigen, ich finde dieser “Brief” ist eine Frechheit!

Visualisiert: OpenStreetMap & Österreich

Internet, Computer undWeb2.0, Dienstag 4 Mai 2010 17:28

Fasziniert von diesem Projekt habe ich mich mit OpenStreetMap beschäftigt und einige Visualisierungen für Österreich realisiert (Datenstand 29. April 2010).

Zuerst alle asphaltierten und mit dem Auto befahrbare Straßen in Österreich die in OpenStreetMap eingetragen sind (falls jemand Interesse hat: ich habe davon auch eine Variante mit 53264×27312 Pixel für einen Kunstdruck :) ):

Irgendwie das Nervensystem eines Landes, oder? Ich finde so sieht man viel deutlicher die notwendige Infrastruktur eines Landes, einer Stadt.

Im Gegensatz dazu alle “Pfade” (Wanderwege, Feldwege, etc.) die in OpenStreetMap eingetragen sind, hier sieht man z.B. schön die Wege in den Alpen und wo die meiste Landwirtschaft in Österreich ist:

Interessant ist da auch das Schienennetz:

Im Vergleich dazu sind alle auf OpenStreetMap eingetragenen Radwege eher mickrig, liegt aber auch daran, dass eine Rad-Autobahn wohl keinen Sinn macht:

Auch für Wien schauen solche Karten interessant aus, finde ich:

Leider sind noch nicht alle Bauflächen eingetragen, deswegen nur die (vollständig wirkenden) Wasserflächen.

Mit den OSM-Daten von OpenStreetMap kann man auch sehr gut visualisieren wann welche Node (eine Node in OSM ist ein Punkt der z.B. Teil einer Straße oder die Ecke eines Hauses ist) eingetragen oder zuletzt geändert wurde (da die Historie der Punkte nicht im OSM-File gespeichert wird), dazu eine Video, dass sehr gut zeigt wie Österreich in OpenStreetMap “entstanden” ist (unbedingt in HD & Fullscreen anschauen!):

Dazu ein paar Daten: In diesem Video sind 6.596.519 Nodes visualisiert. Es gibt Tage an denen fast 400.000(!) Nodes verändert/hinzugefügt wurden! Die ältesten Einträge in dem OSM-File sind übrigens vom 1. August 2005, dann ist bis Anfang 2006 Pause.

Danke an alle die bei OpenStreetMap mitarbeiten und damit solche Dinge ermöglichen!