Wissen belastet
Home Über die Titel-Grafik Impressum Wissen belastet by Email RSS RSS Feed

Archiv für die Kategorie 'Internet, Computer'

#unibrennt auf Twitter, eine Analyse

Internet, Computer und Politik, Freitag 27 November 2009 09:00

Seit 23. Oktober sammle ich alle Tweets auf Twitter mit den Hashtags “#unibrennt”, “#unsereuni” und “#audimax”.

Gerald Bäck und ich haben diese Tweets analyisiert. Gerald errechnete z.B. die “absolute Reichweite der Tweets”, während ich mich mit zeitlichen Abläufen beschäftigte.

Zuerst mal die Rohdaten: Im Zeitraum von 23. Oktober bis einschließlich 21. November 2009 wurden 66.379 Tweets von 6.780 UserInnen abgesetzt.

So sieht der zeitliche Verlauf der Tweets aus:

Tweets pro StundeTweets summiert

Aus diesen Tweets kann man natürlich eine TagCloud machen  (Hashtags und Stream-Url entfernt):

TagCloud der Tweets

Man erkennt, dass Twitter klarerweise als Organisationstool, aber auch als “die Message an die Frau / den Mann bringen”-Tool verwendet wurde.

In diesen 66.379 Tweets wurden 1.808  Fotos, die auf Twitpic geladen wurden, getwittert. Nach Abzug der Retweets bleiben 1.043 Bilder übrig, von denen 1.011 noch auf Twitpic verfügbar sind. Diese Fotos wurden insgesamt 125.612 Mal abgerufen.

Hier ein Video aller auf Twitpic noch verfügbaren Fotos mit der Anzeige der Gesamtviews:

Wem dies zu schnell war, kann hier eine Auswahl von 300 Twitpic Bilder als Animoto-Slideshow sehen:

Als Detail find ich es sehr spannend zu sehen wie Hörsäle in Europa aussehen :)

Die Studentenproteste gingen ja von der Akademie der bildenden Künste in Wien aus. Im Verlauf der letzten Wochen kamen wurden immer mehr besetzte Hörsäle und immer mehr Unis in ganz Europa dazu.

Ich wollte unbedingt diese räumliche Ausbreitung visualisieren. Mit Geralds Hilfe konnte ich bei 4.653 Twitter-UserInnen die Location (die beim jeweiligen Twitter-Account eingetragen ist) via Google einer Kartenposition zuordnen. Unter Verwendung einiger Perl-Skripte entstand so dieses Video (unbedingt in HD & Fullscreen anschauen!):

Leider erlaubt mir YouTube nicht, Mozart als musikalische Untermalung zu verwenden :(

Legende:

  • “Tweets” zeigt die Tweets/Stunde.
  • “User” zeigt wieviele unterschiedliche User pro Stunde einen Tweet abgesetzt haben.
  • “Retweets” sind die Tweets/Stunde in denen ein “@” vorkomm.
  • “URLs” sind die  Tweets/Stunde in denen eine URL (z.B. Bit.ly, Twitpic.com, etc.) vorkommt.
  • “Twitpic des Tages” ist das Twitpic-Foto an diesem Tag  mit den meisten Views.

Man sieht sehr schön wie sich einige Aktionen (Besetzung München) und vor allem der Aktionstag am 17. November auswirken. Auch sind Veranstaltungen in den besetzten Hörsälen und Fernsehsendungen zum Thema klar erkennbar.

Die meisten Tweets/Stunde (483) gab es übrigens zur “Am Punkt“-Sendung am 4. November, hier wird auch ersichtlich, dass erst danach die #unibrennt-Welle richtig nach Deutschland über schwappte.

Schlusssatz: In einer globalisierten Welt, in der es keinen Produktionsvorteil mehr gibt,  ist es für einen Staat wichtiger in Bildung, Wissen und Menschen  zu investieren als z.B. in den Bau des Koralmtunnels, der veranschlagte 5,1 Milliarden (also nach Österreichischer Rechnung im Endeffekt wohl über 10 Milliarden) Euro kosten wird.

Um so wichtiger ist es unsere uni zu unterstützen!

Meine Laudatio beim Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten

Internet, Computer und Politik, Sonntag 15 November 2009 11:05

Gestern wurde im Figurentheater Lilarum mit einer fullminanten Show zum ersten Mal der “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” vergeben.

Ich hatte die Ehre mit den Wiener Grünen auch den “Sieger” des Abends nominieren zu dürfen und ziehe meinen Hut vor Christoph Chorherr, der den Preis vor Ort entgegen nahm.

Hier meine Nominierungsrede, mit den Powerpoint Overheadfolien eingebaut, alle Zitate findet man in den Reaktionen auf die Grünen Vorwahlen:

Morgen, Sonntag (Anm.: 15. November 2009), hätte ein historischer Tag werden können.

Es hätte der Tag sein können an dem die Wiener Grünen auf ihrer Landesversammlung erfolgreich einen Vorwahlkampf um die Plätze für die Gemeinderatswahlen nächstes Jahr abschließen und mit vielen neuen Unterstützerinnen, Unterstützern, Mitgliedern und mit viel Aufmerksamkeit im Internet und in der Presse gestärkt in den kommenden Wahlkampf in Wien gehen.

So habe ich mir das vorgestellt als ich Anfang April von der Idee der Grünen Vorwahlen hörte. Eine Idee, die von den Grünen selber stammt:

Reformvorschlag: Grüne Vorwahlen.

Damals dachte ich, dass die Aufnahme als Unterstützerin und Unterstützer der Wiener Grünen ein reiner Formalakt sei. Mir persönlich war der Gedanke völlig fremd das eine Partei auch nur auf die Idee kommen könnte, Personen, die helfen, hundertausenden von Menschen in Österreich zu zeigen, dass diese Partei wirklich ihre Basis ernst nimmt, abzulehnen. Auch viele Wiener Grüne signalisierten Freude an der Idee von Vorwahlen:

Diese Initiative ist aber auch eine große Chance für die Demokratie als Ganzes.

Die Initiatoren Jana Herwig, Helge Fahrnberger, Martin Schimak und Michael Schuster, sowie das mit der Zeit um Nicky Bäck, Susanne Zöhrer, Gerald Bäck und mich erweiterte Team dachten immer, das größte Problem wird sein, für den langen Zeitraum bis Mitte Juli genügend Öffentlichkeit zu haben um vielleicht so um die 200 Unterschriften zu sammeln.
Doch plötzlich passierte etwas, womit wir alle nicht gerechnet hatten:

Dieser Passus war nie dafür, wofür er jetzt verwendet wird, gedacht gewesen.

Hat sich die Initiative Vorwahlen im schwierigsten Bereich der Grünen Innenpolitik eingemischt: die Mandatsvergabe.

Wißt ihr, dass aktive Unterstützung der Grünen erstmal nötig ist, um überhaupt UnterstützerIn werden zu können?

Plötzlich zeigte sich, dass die sogenannte „Internetpartei“ ganz und gar nicht das lebt, was sie predigt und Großteils keine Ahnung vom Kommunizieren im Internet hat:

 Wenn ich den Christoph richtig verstanden habe, dann arbeitet ihr mit so kleinen automatischen Benachrichtigungen, die sich melden wenn irgendwer zu einem bestimmten Thema etwas hinterlassen hat. Das finde ich richtig gut. Aber ich und der Großteil von uns arbeitet nicht so.

Jetzt müßte ich technisch wohl in der Lage sein das Wort „Marsch“ als Link zu benutzen. Vielleicht geht es aber auch, wenn ich sage, dass es etwas dazu auf der Website der Wiener Grünen gibt.

Da brachen Gräben auf! Plötzlich bekamen die Wiener Grünen Angst! Da wurden einige 10.000 Visits auf einer Webseite mit dem Verteilen von Flyern „aufgewogen“:

Jedes Medium erreicht Menschen, sogar unsere Flyer, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt verteilt werden.

Der Landesvorstand war nicht mehr imstande eine so einfache Entscheidung, wie die Annahme eines Unterstützungsantrages, wo die Antragstellerin, der Antragsteller unterschreiben, dass sie aktiv mitarbeiten wollen, zu treffen:

Man kann und darf es natürlich für einen großen Fehler halten Leute abzulehnen, genauso wie man das Gegenteil für einen Fehler halten darf, überhaupt darauf einzugehen.

Dass ihr uns nur so wahrnehmt ist total unser Problem, was ich vollkommen ernst meine.

Begreife ich mich als Teil der Grünen oder bin ich eigentlich nur WählerIn und sehe ich mich nicht als Teil der Grünen.

Die Reaktionenseite auf „gruenevorwahlen.at“ wurde immer größer, immer mehr Menschen verstanden die Welt nicht mehr, was passiert da in „ihrer“ Partei? Die Presse interessierte sich mehr und mehr für die Initiative, wobei wir nie auch nur einen Euro für Medienarbeit ausgegeben haben. Hierzu ein kleiner Vergleich: Der Beitrag im ORF-Report hatte fast 100.000 Zuschauer mehr als das Sommergespräch mit Maria Vassilakou.

Plötzlich wurde öffentlich gefragt, wann Anträge angenommen werden und niemand konnte glauben, dass die Wiener Grünen Personen ablehnen werden. Erklärungsnotstand machte sich breit, jede Regung der Partei wurde im Internet heftig diskutiert:

Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.

Ablehnung und Annahmen werden sich einigermaßen die Waage halten.

Wir haben von den hunderten Anträgen, die großteils über das Internet eingetrudelt sind, drei Viertel positiv bearbeitet.

Am Schluss wurden gerade einmal 52% der 445 Anträge angenommen, Lukas Wurz sollte Wahrsager werden.

Auch Verschwörungstheorien wurden öffentlich zum besten gegeben:

Es gibt eine Hidden Agenda.

Aber auch wunderbare Kommentare zur politischen Ausrichtung der Wiener Grünen gab es:

Weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht intern, weil wir momentan in Wien eher so was sind wie linke Grüne.

Unter den „noch nicht“ oder „leider nein“ Unterstützern, aber auch unter den angenommenen machte sich Frust breit, der sich heftig im Internet widerspiegelte. Aber zu diesem Zeitpunkt hat sich die Kommunikation des Landesvorstands schon längst auf Durchhalte- bzw. Kampfparolen reduziert, die entsprechend kommentiert wurden:

„Der Vorstand könne anhand der eingereichten Unterlagen erkennen, wie sich die VorwählerInnen entwickeln werden“ Ist er der liebe Gott?

Auch wurde in den ausgeschickten Ablehnungsschreiben die eigene Partei „verleugnet“:

Die Grünen gibt es nicht.

Oder Ihre Ziele „definiert“:

Es ist ein wichtiger Zwang für eine Partei mehr Wählerinnenstimmen zu bekommen, aber kein notwendiger.

Die unprofessionelle Kommunikation des Landesvorstandes und anderer Teile der Wiener Grünen ließ kein Fettnäpfchen aus, als Beispiel sei nur die eilig einberufene Pressekonferenz genannt, wo man bekannt gab, Aufnahmekriterien zu haben, diese aber den anwesenden Journalisten leider nicht mitteilen konnte. Transparenz ist alles!

Fazit: Alles in allem bleibt ein viermonatiges Kommunikationsdisaster der Wiener Grünen übrig und so kam es wie es kommen mußte: viele, die mitarbeiten wollten, haben sich von der Partei abgewandt und sind zutiefst enttäuscht.

Das wird auch in Zukunft noch Auswirkungen haben. Man darf gespannt sein, wie oft die „Grünen Vorwahlen“ nächstes Jahr im Wiener Wahlkampf ein Thema sein werden.

Auch hat die Partei gezeigt, dass sie keine Ahnung im Umgang mit dem Internet hat und auch jetzt – nach acht Monaten – eigentlich nichts dazugelernt hat. Siehe etwa die Website „ichkandidiere.at“.
Zum Schluss das wunderbare Fazit des Landesgeschäftsführers der Wiener Grünen über die Grünen Vorwahlen:

Der Vorstand hat, obwohl von vielen Seiten auf ihn eingehackt, gezogen und gedrückt wurde, den Überblick behalten und einen Weg entschieden, der niemanden wirklich zufrieden stellt.

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Und so nominiere ich die Wiener Grünen für den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten.

EDIT: Christoph Chorherr hat auf der Landesversammlung den Preis an den Landesgeschäftsführer Robert Korbei übergeben übergeben:

Christoph Chorherr übergibt den Preis an Robert Korbei

EDIT2: Heute, am Tag der Landesversammlung, wird “ichkandidiere.at” gut eingesetzt um die Wahlergebnisse zu präsentieren, wobei die nummerischen Ergebnisse noch schön wären.

Erste Erfahrungen mit Amazon’s Kindle

Internet, Computer und Zukunft, Mittwoch 21 Oktober 2009 11:05

Heute, kurz nach 9:00, war es soweit, mein letzter Woche bestellter Kindle wurde mit DHL geliefert.

Dann ging es mal ans auspacken:

VerpackungDas GerätKindle und Verpackung

Alle TeileDer Kindle

Der Kindle zeigt auch im ausgeschaltetem Zustand ein Bild, beim entpacken eben die Anleitung wie man ihn, zum aufladen, ansteckt. Hier gibt es dann die erste “Überraschung”, der Stecker des Ladegerätes:

US-Stecker des Ladegerätes

Natürlich ein US-Stecker! aber kein Problem, einfach den USB-Stecker des beiliegenden Kabels (die Buchse am Kindle ist übrigens kein Mini-USB, sondern noch kleiner) in z.B. das iPhone-Ladegerät stecken ein mit dem Kindle funktionierendes USB-Ladegerät stecken und schon wird geladen.

Wenn man das Kindle direkt am Rechner ansteckt verhält es sich wie ein USB-Stick, wobei das Gerät selber dann nicht benutzbar ist, erst wenn man es unter Windows ”auswirft” kann man weiter lesen.

Natürlich habe ich sofort angefangen die Dinge die vorinstalliert sind zu lesen. Ein gut gemachtes Tutorial, ein Englisch-Wörterbuch und ein personalisiertes Begrüssungsmemo von Amazon sind die “Bücher” die Anfangs am Kindle sind.

Was einem sofort beim lesen auffällt: Das wirklich tolle Display!

Ich hatte vor kurzem die neuen E-Bookreader von Sony in der Hand (z.B. der mit Touchscreen) und war eigentlich entsetzt wie unscharf bzw. verwaschen die Schrift dort war. Beim Kindle ist das nicht der Fall, gestochen scharf und wunderbar lesbar.

Habe natürlich sofort den Online-Shop ausprobiert. Funktioniert einwandfrei. Das Kindle ist an den Amazon.com-Shop gebunden (wird gleich vorkonfiguriert geliefert)  und wenn man auf Amazon.com unter “Manage my Kindle” eine Kreditkartennummer angegeben hat kann man sofort, via One-Click-Shopping, einkaufen.

Habe mir gleich ein Abo der New York Times gekauft. Die gestrige Ausgabe war Sekunden später zum lesen bereit, fantastisch! Während ich diesen Artikel schreibe wurde im Hintergrund die heutige Ausgabe auf das Kindle gepusht, perfekt!

Auch das umblättern geht sehr schnell, was man von anderen E-Bookreadern nicht behaupten kann.

Da sind wir auch schon beim Thema Bedienung: die Tasten zum umblättern sind perfekt angeordnet. Auch ist der “Mini-Joystick” sehr praktisch und damit lässt sich sehr gut zwischen Kapiteln, Artikeln, etc. hin und her springen.

Neben dem US-Stecker zeigt das Kindle auch bei der Tastatur klar aus welchem Land es kommt:

Die Tastatur des Kindle

War ja klar :) Auch hab ich bis jetzt noch nicht herausgefunden wie ich die Uhrzeit einstellen kann, da sie erstens US-Format anzeigt und zweitens zwei Stunden nachgeht :(

Ich habe das “Leather Cover” zum Kindle von Amazon gekauft, das ist OK, wirkt aber etwas “Cheesy” bzw. sehr “plastifiziert”, erfüllt aber seine Zweck:

Kindle in der Hülle

Amazon sagt ja, dass der eingebaute Webbrowser in Europa disabled ist, stimmt nicht ganz, man kann ihn aufrufen, aber bis auf Wikipedia kann man keine Seite abrufen, es kommt immer diese Meldung: “Due to local restrictions, web browsing is not available for all countries”. Auch das wird sich wohl in Zukunft ändern.

Was auffällt ist das, wenn der UMTS-Empfang schlecht ist, das Kindle manchmal langsam wird da es dann wohl zwischen 3G und GPRS hin und her wechselt (3G wird durch ein eigenes Icon angezeigt). Man kann aber Wireless komplett abschalten, dann hat man das Problem nicht.

Deswegen mein erste Fazit: Ich bin begeistert vom Kindle!

Bin gespannt wie sich das weiter entwickeln wird :)

Und ja, ich weiß Amazon ist böse, da Amazon DRM verwendet, aber vergleicht mal Apple’s iTunes vor fünf Jahren mit jetzt, da hat sich in diese Richtung einiges getan, das wird auch bei E-Bookreadern passieren, in fünf Jahren gibt’s da auch kein DRM mehr, wetten?

Aber: das Kindle und die Nachfolger, hoffentlich auch von anderen Herstellern, werden die Welt erobern, gemeinsam mit einem guten Store und der (wirklich genialen) UMTS-Verbindung wird dies unseren Umgang mit Lesestoff massiv verändern, davon bin ich überzeugt.

Bleibt nur noch eine Frage: Ist es DER Kindle oder DAS Kindle? :)

A-Tag 09: Rückblick & mein Vortrag

Internet, Computer, Montag 19 Oktober 2009 09:24

Am Freitag fand der A-Tag 09, eine Veranstaltung im Bereich Web Accessibility in Österreich, im Techgate in Wien statt.

Grandios war der Vortrag von Christian Heilmann, Yahoo-Developer, am besten hier auf seinem Blog nachlesen! Tomas Caspers zeigte unter anderem die seiner Meinung hässlichsten Webseiten, z. B. diese und diese. Interessant waren auch die Vorträge über den Relaunch von Linz.at und Wien.info.

Ich hatte die Ehre, da ich in Bezug auf Barrierefreiheit Laie bin, einen Vortrag über “Wie wird Web2.0 unser Leben verändern?” zu halten, hier die entsprechende Prezi dazu:

Hier die Links aus den Folien in chronologischer Reihenfolge:

War ein wirklich sehr spannend Tag und Gratulation an die Veranstalter, im besonderen an Markus, für die tolle Organisation!

Ars Electronica: Cloud Intelligence Symposium

Internet, Computer, Donnerstag 10 September 2009 15:39

Letzten Samstag fand im Rahmen der Ars Electronica das Cloud Intelligence Symposium statt (siehe auch hier).

Schon der erste Vortrag von David Sasaki brachte einige Beispiele aus der “Entstehungsgeschichte” des Cloud Computing, so z.B. die Ideen von Paul Otlet, der bereits 1934 sich eine Art Internet ausdachte:


Sasaki zeige auch dieses, manchen schon bekannte aber immer noch tolle, Werbevideo für dieses Buch:


Sasakis Vortrag kann man als Videostream, auf slideshare oder im Blog nachschauen/nachlesen.

Sehr spannend war der Vortrag von Ethan Zuckermann, den ausgehend von den “Stick-Karten” der Seeleute der Marshall Islands sich mit “der Cloud” und dem Einfluss auf die Globalisierung beschäftigte. Die Langversion des Vortrages ist nachschaubar/nachlesbar und auf slideshare. Er endete mit dem schönen Satz:

“The cloud is not a prediction, it’s a prophecy”

Die sehr interessanten Ausführungen von Evgeny Morozov zum Thema Slacktivism kann man hier nachlesen.

Sehr lustig fand ich den Vortrag von Kristen Taylor, die sich selbst als “Food Pornograhper” bezeichnet. In ihrem sehr amerikanischen und sehr Bobo geprägtem Vortrag ging es unter anderem darum wie “die Cloud” verwendet wird um lokale Nahrungsmittel zu verkaufen bzw. zu “erbeuten”, z.B. mit Hilfe der Webseite http://fallenfruit.org, wo eingetragen wird welche Obstbäume in der Umgebung über den Zaun hängen und somit eine lokale “Nahrungsquelle” darstellen.

Nett finde ich auch den Schnitzeltruck, der über Twitter verkündet wann und wo er in New York seine Schnitzel verkauft, sozusagen Guerillacooking :) Ihr Vortrag ist hier nachlesbar.

Spannend war Andrés Monroy-Hernández Vortrag über Scratch, eine sehr einfache, visuelle Programmiersprache (erinnert irgendwie an Logo), die es Kindern ermöglicht eigene Animationen zu machen und diese dann mit anderen zu teilen, bewerten, etc.

Alles in allem ein gelungenes Symposium mit vielen interessanten Vorträgen und auch die Twitterwall hat, nach Anlaufproblemen, sehr gut funktioniert.

Mashup und Partizipation in Kunst und Politik

Internet, Computer und Kunst, Design und Politik, Samstag 29 August 2009 12:55

Gestern durfte ich im Rahmen des Media Sculptures Projektes einen Vortrag mit anschließender Diskussion über “Mashup und Partizipation in Kunst und Politik” halten.

Hier der Vortrag zum “nachschauen”, nach dem starten bitte etwas warten bis die prezi geladen ist und am besten in Fullscreen anschauen:



EDIT: Falls jemand Probleme hat die Präsentation anzuschauen (der Prezi-Player ist noch sehr Beta) hier der direkte Link zur Präsentation.

Da es viele Fragen zu den gezeigten Projekten gab, hier, “in order of appearance”, eine Linkliste:

Danke an alle die gestern mit diskutiert haben und viel Spass beim surfen!

Windows 7: It simply works!

Internet, Computer, Montag 15 Juni 2009 09:31

Jetzt, nachdem ich mit meinen Netbook und Windows 7 (siehe auch hier) ein Barcamp überstanden habe kann ich ein Kompliment aussprechen das zwar nach wenig klingt aber gerade für einen Windows-Rechner wohl ungewohnt ist:

It simply works!

Mir ist Windows 7 bis jetzt kein einziges Mal abgestürzt, selbst auf dem Netbook ist es mit Outlook offen (IMAP-Account mit 4+GB Daten), Twitter-Client, Firefox, usw. sehr flüssig bedienbar und schnell.

Probleme hatte ich ein paar Mal beim “wiedererwecken” aus dem Ruhezustand, da war das Speicherabbild plötzlich fehlerhaft. Dass kann aber auch am Compaq Mini 701 liegen, der zwar recht nett aussieht, nur leider hat HP hier ein paar wirklich schwere Fehler gemacht (z.B. kein VGA-Ausgang!) und ein wenig enttäuscht war ich bei der Installation eines Gerätetreibers einer nicht automatisch erkannten Hardware, die Dialoge sind gleich schlecht und umständlich wie bei Windows XP.

Ansonsten ist wirklich alles dort wo es ist oder wo man es vermutet. Ich liebe die neue Taskleiste, funktional ohne Ende und weniger Schnickschnack als das Dock am Mac.

Auch fühlt sich das Interface viel schneller an und Programme starten (gefühlt) schneller, liegt vielleicht daran das Windows 7 mehr Priorität auf das Interface legt, unter XP war es wohl andersrum.

Verbindungen zu WLANs sind jetzt wirklich einfach, hier war ich immer umständliche und schlechte Programme der WLAN-Chip-Hersteller gewohnt, da konnte ich letzte Woche schon Apple-User beeindrucken :)

Eine Frage bleibt: Ob Steve Ballmer (oder ein Double) diesmal wieder als Werber auftritt wie in diesem Clip vor über 20 Jahren?


Windows 7 im Test

Internet, Computer, Samstag 30 Mai 2009 09:59

Microsoft Österreich hat BloggerInnen (Meral, Michael, Helge) eingeladen, Windows 7 (RC 1) für zwei Monate auf einem Netbook von Compaq zu testen (nein, wir dürfen das Netbook nachher nicht behalten!) .

Um die Evolution von Windows ein bisschen nachvollziehen zu können hier ein Video dass die Startup-Sounds und Screenshots fast aller Windows-Versionen (Windows 7 fehlt noch) zeigt:


Ich hatte mich mit der ersten Beta von Windows 7 schon herumgespielt und war positiv überrascht.

Nach dem Auspacken und Einschalten des Netbooks hatte ich ein Problem das ich immer bei Notebooks habe: Ich mag es nicht wenn durch tippen auf das Touchpad die linke Maustaste simuliert wird (Ausnahme sind die neuen Notebooks von Apple, da hat man aber ein auch mechanisches Feedback). Deswegen habe ich mich gleich auf die Suche nach dem entsprechenden Treiber, um dieses “tippen” abschalten zu können, gemacht.

Diese Suche wurde etwas komplizierter, da es von Synaptics noch keine Windows 7 Driver gibt und der Vista-Driver, der eigentlich funktionieren sollte, das Betriebssystem nicht erkennt und die Installation verweigert. Zum Glück habe ich im Windowsblog (ehemaliger Vistablog, dreimal darf geraten werden wieso diese Namensänderung :) ) einen Kommentar dazu gefunden, der das Problem löste.

Windows 7 läuft auf dem Netbook wirklich erstaunlich schnell, da ist mein knapp drei Jahre alter “Normal”-Laptop fast langsamer (Ok, der hat dafür eine Full-HD Auflösung :) ), vielleicht liegt es aber auch daran das ich meinen “Normal”-Laptop noch nie neu aufgesetzt habe :) .

Ich konnte ja nie viel mit Vista anfangen, hat mir nicht gefallen und war mir immer zu langsam. Auch bin ich in Sachen Oberfläche immer sehr altmodisch, wenn ich irgendwo Windows XP installiert habe, ist meine erste Tätigkeit das Design auf das “klassische” Windows 2000 Design zu ändern, mit dem bunten Aussehen kann ich nichts anfangen.

Bei Windows 7 ist das anders. Ich habe bis jetzt auf dem Netbook das Design noch nicht zurückgesetzt, habe sogar zum ersten mal ein Bildschirmfoto als Hintergrundbild, hatte ich noch nie :) . Hier ergänzt sich für mich  zum ersten Mal seit langem bei Windows  wieder Design und Funktion.

Es sind diese Kleinigkeiten, die beim arbeiten mit Windows 7 Spaß machen, hier nur ein weiters Beispiel:  So liebe ich es wenn neben dem Start-Button (Apropos, wer kennt diesen Comic dazu?) Outlook in der Taskleiste ist. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich  Programme, die ich brauche, extra schließe und wieder öffne nur damit Outlook ganz links ist :) .

Mit Windows 7 ist es endlich möglich, ähnlich wie beim Mac, Programme in der Taskleiste zu verschieben und auch Verknüpfungen in die Taskleiste ziehen, wobei ich die programmabhängigen Menüs, die man sieht wenn man über ein laufendes Programm in der Taskleiste fährt, am Mac vermisse.

Ich bin ja gespannt wie ich in den kommenden zwei Monaten mit Windows 7 zurecht kommen werde, bis jetzt habe ich einen sehr positiven Eindruck!

Gastbeitrag: Argumentarium “Netzsperren gegen Kinderpornographie?”

Internet, Computer und Politik, Montag 18 Mai 2009 15:29

Gastbeitrag von Michael Eisenriegler.

1. Gegen wen richten sich Netzsperren gegen Kinderpornographie?
Es ist schon jetzt so, daß “echtes” kinderpornographisches Material im Netz nur dann zu finden ist, wenn man genau weiß, wo man suchen muß. Ein versehentliches Anklicken, auch über legale Pornoseiten, kommt praktisch nie vor, da sich die legale Pornoindustrie aus ihrem ureigensten Interesse sehr streng von der Kinderporno-Szene abgrenzt. Netzsperren richten sich also nur gegen Leute, die bewußt auf der Suche nach Kinderpornos sind. Selbst wenn aber “Neugierige” dadurch am Ansehen solchen Materials gehindert würden, wäre das für die Verhinderung von Kindesmißbrauch irrelevant, da solche Personen ja nicht dafür zahlen würden.

2. Sind Netzsperren effizient?
Netzsperren sind in jeder Form einfach zu umgehen, zum Beispiel durch die Nutzung anderer Nameserver, offener Proxyserver oder durch frei verfügbare Anonymisierungsdienste. Anleitungen dazu sind im Netz leicht zu finden, die Installation einer solchen Umgehungsstrategie dauert nur wenige Minuten. Es ist davon auszugehen, daß jemand, der am Konsum von kinderpornographischem Material wirklich interessiert ist, auch in der Lage ist, solche Modifikationen an seinem Internetzugang vorzunehmen.

3. Was sind die Nebeneffekte von Netzsperren?
Durch die verpflichtende Einführung von Netzsperren werden Provider gezwungen, das Internet in “gute” und “böse” Seiten zu unterteilen. Durch die dazu notwendige Infrastruktur ergibt es sich praktisch zwangsläufig, daß bei den Providern auch Daten anfallen, wer “böse” Seiten anzusurfen versucht. Auch wenn diese Daten zunächst nicht mitgespeichert oder nicht herausgegeben werden, so wäre es in einem nächsten Schritt ein Leichtes, die Provider rechtlich zur Herausgabe der Userdaten zu zwingen (z.B. um Kinderporno-Konsumenten strafrechtlich zu belangen). Es benötigt nicht sehr viel Phantasie sich vorzustellen, welche demokratiepolitischen Konsequenzen daraus fast zwangsläufig entstehen, denn durch diese Art von Infrastruktur kann auch jede andere Art von Userverhalten aufgezeichnet und ausgewertet werden.

4. Was hat die Musikindustrie damit zu tun?
Die Musikindustrie hat großes Interesse an der Verfolgung von Kinderpornokonsumenten. Sobald die Infrastruktur bei den Providern funktioniert ist es absehbar, daß sie massives Lobbying betreiben wird, damit auch Filesharing-Seiten darüber blockiert werden. Der deutsche Universitätsprofessor Dr. Thomas Hoeren vom Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster sagt dazu in einem Interview:

Ich habe den Eindruck, dass die Familienministerin nicht weiß, wessen Interessen sie tatsächlich Rechnung trägt. Für die Musikindustrie, die seit Jahren die Nutzer von Privatkopien kriminalisieren möchte, ist das, was jetzt im Jugendschutz geschieht, das Beste, was passieren kann. Damit lässt sich die Ministerin letztlich auch instrumentalisieren.

Dieser Zusammenhang wird von der Musikindustrie auch selbst hergestellt:

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: ‘Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.

5. Welche weiteren demokratiepolitischen Konsequenzen sind absehbar?
Nachdem sich relativ bald nach Einführung der Netzsperren herausstellen wird, daß diese größtenteils nutzlos sind, wäre es logisch im nächsten Schritt zu versuchen, die oben geschilderten Umgehungsstrategien gesetzlich zu verbieten. Dadurch würde dann jeder Internet-User, der aus irgendwelchen – völlig legitimen – Gründen gerne anonym im Netz surfen will, zwangsweise kriminalisiert, was letztendlich zu einer massiven Einschränkung der Grundrechte auf Informations- und Meinungsfreiheit sowie des Schutzes der Privatsphäre führen würde. Andersrum ausgedrückt: Die Benutzung des Internets wäre nur noch möglich, wenn man dabei in Kauf nimmt, daß der eigene Provider, der Staat und auch die Eigentümer der besuchten Websiten wissen oder zumindest leicht feststellen können, was sich jemand wann angesehen hat.

6. Was kann man wirklich gegen Kinderpornographie tun?
So wie bei jedem Verbrechen besteht die sinnvollste Möglichkeit zur Verfolgung darin, die Verbrecher zu belangen, wie dies ja schon seit Jahren auf Basis internationaler Zusammenarbeit zwischen Behörden, Internet-Providern und Kinderschutzorganisationen durchaus erfolgreich geschieht (siehe z.B. http://www.stopline.at/, https://www.inhope.org/).
Darüber hinaus kann der Effekt der Netzsperren mit geringerem Aufwand auch dadurch erreicht werden, daß die Provider, die das Material hosten, einfach darauf aufmerksam gemacht und gebeten werden, dieses zu entfernen. Andrea Mayer-Edoloeyi schreibt dazu etwa in der facebook-Gruppe “Gegen Internetsperren in Österreich!“:

Was sind die Alternativen, um Kinderpornos zu bekämpfen? Eine dt. Kinderrechsorganisation hat 1 Tag Arbeit investiert und Mail an 20 Provider geschrieben, die auf der dänischen Sperrliste standen. Dadurch waren 16 Kinderporno-Seiten weg. Ein Weg, nicht der einzige, aber zielführender als Internetsperren.

(Quelle)

7. Fazit
Netzsperren sind gegen die Verbreitung und insbesondere gegen die Produktion von Kinderpornographie größtenteils unwirksam. Es profitiert davon in weiterer Folge allenfalls die Musikindustrie, die demokratie- und gesellschaftspolitischen Folgen sind dagegen unabsehbar.

Dieser Artikel wurde von Michael Eisenriegler der Public Domain zur Verfügung gestellt. Jeder möge damit tun, was er oder sie für richtig hält. Hoffentlich nützt es etwas…

Tab Parade: Parteiseiten im Vergleich

Internet, Computer und Politik, Montag 24 November 2008 17:00

Im Rahmen der von Robert und MAIN veranstalteten Tab Parade habe ich mir (gerade noch rechtzeitig, die Tab Parade läuft bis 25. November  :) ) die Webseiten der im Österreichischen Parlament vertretenen Parteien angeschaut und einfach mal mitgezählt wie oft ich ohne Maus die Tab-Taste drücken muss um zur ersten Schlagzeilen der jeweiligen Seite zu gelangen.

Damit man sieht wie mühsam das ganze sein kann habe ich daraus ein Video gemacht:


So oft muss man bei der jeweiligen Parteiseite die Tab-Taste drücken um auf die erste Schlagzeile zu kommen:

SPÖ: 68x

ÖVP: 24x

FPÖ: 16x

BZÖ: 16x

Die Grünen: 14x bzw. 36x, mit Navigationshilfe  8x (+1x klicken)

Ich bin kein Profi auf dem Gebiet, aber 68x bei der SPÖ ist kein tolles Ergebnis, vor allem dauert das knapp eine Minute. Da sind die Grünen am besten, auch ist die Navigationshilfe oben sehr gut gelöst. Dafür ist bei den Grünen nicht ganz klar was da jetzt die Schlagzeile auf der Webseite ist.

Insgesamt bin ich sehr erstaunt wie viele Bereiche einer Webseite man ohne Maus zu Gesicht bekommt bevor der Fokus auf den (eigentlich wichtigen) Top-News ist!