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Archiv für die Kategorie 'Konsumenten'

Möbelkauf in Österreich, ein Hindernislauf

Konsumenten undKunst, Design, Dienstag 27 Juli 2010 15:37

Möbelkauf in Österreich ist einfach, denkt man: Ikea, Leiner, XXLutz, etc. besuchen, Möbel mitnehmen und aufbauen.

Ja, aber abseits des “Mainstreams” wird es schwieriger.

Die kleinen Designerläden haben meistens auch nur Kataloge, wenig vor Ort (Lagerkosten, besonders schlimm beim Lampenkauf) und meistens steht im Internet mehr über ein Produkt  als die VerkäuferInnen wissen.  Schade eigentlich!

All das musste ich wieder schmerzhaft erfahren, als mein “Fernsehwagerl” kurz vor dem Zusammenbrechen war. Ich suchte verzweifelt nach einem Ersatz und fand diesen im “Audio-Scooter” des wirklich tollen und sehr empfehlenswerten “System 180“:

In Online-Shops wie z.B. hier wird das Möbel um 239 Euro inkl. Ust. & Versand innerhalb Deutschlands angeboten. Auch im Shop in Berlin kostet das Teil 239 Euro inkl. Ust. Leider liefern beide nicht nach Wien, da es für Österreich ja einen Vertriebspartner gibt.

Dieser Vertriebspartner in Österreich ist cento-design. Also bin ich frohen Mutes dorthin und habe mich erkundigt was der “Audio Scooter” in Österreich bei Abholung im Geschäft bzw. Lieferung (jeweils bei Selbstmontage) kostet. Brav habe ich meine Visitenkarte hinterlassen, da man, siehe erster Absatz, das “erst nachfragen müsse”.

3-4 Wochen vergingen, ich bekam natürlich keine Antwort.

Also wieder in das Geschäft, man konnte sich an mich erinnern(!), hat sich entschuldigt, mir noch eine Visitenkarte abgenommen und mir wieder gesagt, dass sich am nächsten Tag jemand melden wird.

Wieder vergehen ein paar Tage, nichts bekommen. Also angerufen und es wurde mir versichert, dass ich am nächsten Tag das entsprechende Angebot erhalte.

Und wirklich, am nächsten Tag bekam ich eine Email mit einem Angebot. Im Vorfeld hatte ich mir schon überlegt, um welchen Preis dieses Möbel mir wohl angeboten wird? 250 Euro? (1% mehr Ust. in Österreich) 300 Euro? 350 Euro? Mehr nicht, oder?

Nun, es kam völlig anders:

Da war ich dann baff!

In Berlin kostet das Möbel 239 Euro, in Wien zahle ich dafür 540 Euro inkl. Ust.!

Wenn ich es mir liefern lasse: 684 Euro!!! Das sind um 445 Euro mehr!

Wenn ich in München wohne und es mir liefern lasse zahle ich 239 Euro, wenn ich ein paar Kilometer weiter in Österreich wohne und es mir liefern lasse 684 Euro!

Ok, zusammengebaut, obwohl ich das gar nicht wollte und der Aufbau max. 25-30 Minuten dauert!

Also habe ich das Angebot des Österreichischen Vertriebes an die Deutsche Zentrale geschickt mit der Bitte um Aufklärung wie so ein Preisunterschied zustande kommt.

Ich bekam als Antwort keine Erklärung zur Preisgestaltung, sondern nur den Hinweis, dass das Möbel ja montiert geliefert wird!

Aber wenigstens machte man mir ein Angebot, das Möbel unmontiert zum Preis von 298,50 Euro inkl. Ust. & Versand an meine Adresse zu schicken.  Das habe ich dann auch getan und somit knapp 400 Euro gespart!

Fazit: Wieder ein Wirtschaftsbereich, in dem KundInnen sich emanzipieren und Zwischenhändler (in diesem Fall die “Möbelhändler” die nur mittels Katalog verkaufen und sonst keine Leistung bieten) durch das Internet hoffentlich bald ihr “Geschäftsmodell” (einfach den Preis verdoppeln) verlieren!

Die Post, die Werbung und mein Briefkasten

Allgemein undKonsumenten, Mittwoch 12 Mai 2010 16:57

Auf meinem Briefkasten und an meiner Haustür pickt schon seit Jahren der “Bitte keine umadressierte Werbung”-Kleber. Bis auf ein paar Pizzazusteller und das Wien-Magazin halten sich Post & Co auch daran. Bis gestern.

Gestern fand ich in meinem Briefkasten folgenden “Brief” der Post:

Adressiert an den “Werbeverzichter” in meiner Straße und meiner Hausnummer, nur die Türnummer fehlt:

Ist das jetzt der Weg um den Aufkleber zu umgehen, auch wenn man nicht die genaue Adresse hat? Anscheinend ja, aber richtig schlimm wird es wenn man den Brief aufmacht:

Schön, dass ich bestimmen darf was in meinen Briefkasten darf, ich dachte diese Entscheidung habe ich schon vor Jahren durchs aufkleben des oben erwähnten Aufklebers getroffen, aber anscheinend hab ich da was missverstanden.

So, die Post will also das ich auswähle von welchen Firmen bzw. Branchen ich Werbung haben will. Praktisch, dass die Post mir gleich eine Auswahl an Firmen gibt:

Was wohl diese Firmen für diese “Exklusivität” bezahlt haben, damit sie offiziell ihr Logo den Menschen präsentieren können, an die sie sonst, siehe Aufkleber oben, nicht ran kommen? Schön auch das Kleingedruckte!

Aber die Post bietet mir noch mehr, ich kann neben den Firmen auch Branchen auswählen, warum meine Adresse nur einmal verkaufen wenn es auch 100x geht!

Besonders lachen musste ich über die Zeile: “Bitte beachten Sie, dass kein Anspruch auf den Erhalt von Flugblättern besteht.

Den Gipfel der Unverschämtheit schießt aber die Rückseite der “Antwortkarte” ab (Ich habe wieder das vor-ausgefüllte aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht):

Da steht im kleingedrucktem: “Ich erteile meine ausdrückliche Einwilligung zur Verwendung meiner oben angeführten Daten für Marketingzwecke Dritter durch die zur Ausübung des Gewerbes der Adressverlage und Direktmarketingunternehmen berechtigten Gewerbetreibenden.

Auf gut Deutsch:  “Scheissegal, was sie auf der Vorderseite für Unternehmen und Branchen auswählen, wir verkaufen ihre Adresse eh an alle.

Darf ich Fragen was passiert wenn ich auf diesen tollen “Brief” nicht reagiere? Hält sich die Post dann weiterhin an den Aufkleber? Und: was macht die Post eigentlich wenn ich ankreuze “Nein, ich bin mit einer solchen Datenverwendung nicht einverstanden.”, eigentlich ein Widerspruch zur Vorderseite, oder? :)

Ich fordere die Post auf, in Zukunft diese Art der Werbung zu unterlassen und mich nicht mehr damit zu belästigen, ich finde dieser “Brief” ist eine Frechheit!

“The Whispered World”: Wenn der Kopierschutz ein Spiel ruiniert

Games undKonsumenten, Donnerstag 3 September 2009 19:59

Seit knapp einer Woche ist “The Whispered World“, ein in Deutschland entwickeltes Point & Click Adventure wie Monkey Island, im Handel. Das Computerspiel erhielt sehr gute Benotungen in verschiedenen Magazinen, Gamestar 86 Punkte, GEE liebt es, usw.

Da ich solche Adventures gerne spiele habe ich mir es gleich gekauft. Die Handlung, die Rätsel und die Grafik sind sehr gut, es würde richtig Spass machen das Spiel zu spielen, wären da nicht ein paar kleinere Probleme:

Bei der Installation des Spieles wird auch der Tages-Kopierschutz installiert, eigentlich kein Problem (hatte ich schon bei anderen Games), um das Spiel zu starten muss nur die DVD im Laufwerk sein. Aber leider nein, sobald ich das Icon aum Desktop auswähle kommt folgende Meldung:

CD

Obwohl die DVD im Laufwerk ist.

Normalerweise geht es dann so ungefähr nach dem 10. bis 15. Versuch.

Das dieses Spiel mit diesem Kopierschutz ausgestattet ist wurde übrigens in den Print-Computerspielmagazinen verschwiegen! EDIT: habe es auf Anregung eines Kommentars nochmals überprüft, im Gamestar steht es im kleingedrucktem dabei, im GEE nicht.

Worüber berichtet wurde ist der zweite Kopierschutz, diese drei Würfel:

Würfel als Kopierschutz

Jedes Mal, wenn  ich es geschafft habe das Spiel zu starten muss ich diese Abfragen über mich ergehen lassen:

Einführung Würfel KopierschutzAuswahl SeitenflächeWieder einmal geschafft, ich irre mich oft da nicht immer klar ersichtlich

Der Text wird von einer sonoren Herrenstimme vorgelesen.

Jetzt wird sicherlich jeder sagen: “Wo ist jetzt das Problem, musst du ja nur einmal beim starten machen!”

Abgesehen von der sonstigen eher schlechten technischen Umsetzung (max. Auflösung 1024×768, 100% CPU-Time für ein 2D-Adventure, sekundenlange Ladezeiten bei Szenenwechsel) gibt es da ein großes Problem:

Das Spiel ist leider so schlecht programmiert das es so ca. alle 20 Minuten abstürzt.

D.h. wieder hoffen das der Kopierschutz die DVD erkennt, wieder die drei Würfel hernehmen, usw.

Da es auch keine Autosave-Funktion gibt (eigentlich Standard heutzutage) muss man andauernd, wie bei einem Egoshooter, F9 drücken um ein Quicksave zu machen. Einmal vergessen und man hat Pech.

Somit wird ein wirklich tolles Spiel durch technische Probleme und zwei(!) Kopierschutz- mechanismen unspielbar. Selbst das offizielle Forum ist voll von Diskussionen dazu. Wobei hier die offizielle Empfehlung ist die € 0,53/Minute-Hotline anzurufen, obwohl auf meinem Rechner alle anderen Games ohne Probleme laufen (alles aktuell), soll ich noch dafür bezahlen damit der Hersteller sein Spiel in den  Griff bekommt?

Wirklich Schade, vor allem wenn es nicht mal 24 Stunden nach dem Verkaufsstart die Raubkopie Online gab, ohne DVD-Kopierschutz und ohne Würfelschutz.

Da fühle ich mich dann, als zahlender Kunde, verarscht!

Die ÖBB, die S-Bahn und der Fahrplan

Konsumenten, Montag 3 August 2009 08:02

Die ÖBB hat momentan auf ihrer Nahverkehrsvorzeigestrecke, der Wiener S-Bahn (warum wurde die eigentlich von ein paar Jahren von “Schnellbahn” auf “S-Bahn”, wie in Berlin, umgetauft?) massive Probleme, fast kein Zug ist pünktlich, überall gibt es Baustellen (ich habe schon immer behauptet das die ÖBB ein Bauunternehmen mit angeschlossenem Schienennetz ist). Dazu kommt noch der Blitzeinschlag in ein Stellwerk bei dem vorher die Blitzableiter von Metalldieben gestohlen wurden  :) .

Deswegen hat die ÖBB am 27.7. eine Kommunikationsoffensive gestartet. Permanente Durchsagen mit Entschuldigungen, angeblich MitarbeiterInnen am  Bahnsteig, die den KundInnen sagen wann welcher Zug ausfällt, usw.

Herzstück dazu ist ein “Baustellensonderfahrplan”, der in allen Stationen der Wiener S-Bahn aufgehängt wurde:

Baustellensonderfahrplan

Soweit so gut, leider ist dieser “Baustellensonderfahrplan” ein Lehrbeispiel für schlechtes Infodesign.

Hier ein Beispiel: Der “Baustellensonderfahrplan” ist gültig von 27.7.2009 bis 6.9.2009. In dem Fahrplan sind einige Züge grün unterlegt (Gratulation an die ÖBB für die Einführung von Farben im Fahrplan!), wie z. B. diese S2, die täglich um 8:41 Uhr fährt:

Grün unterlegter Zug im Fahrplan

Da denkt man natürlich an was Gutes, in einem Fahrplan, der mich darauf aufmerksam machen sollte welche Züge ausfallen, bedeutet Grün doch, dass ich da auf der sicheren Seite bin, oder?

Nun ja, man sollte einen Blick auf die Legende des Fahrplans werfen:

legende des Baustellensonderfahrplans

Hier wird klar das diese S2 in gesamten Zeitraum, in dem der “Baustellensonderfahrplan” gültig ist, kein einziges Mal fährt!

Da frage ich mich: Warum steht der Zug dann überhaupt auf dem Fahrplan?

Solche Beispiele gibt es jede Menge auf diesem sinnlosen Stück Papier, auch sind die anderen Farbenspiele undurchschaubar. Es war gestern wirklich faszinierend den KundInnen der ÖBB zuzuschauen wie sie vor dem “Baustellensonderfahrplan” verzweifelt sind. Noch dazu hat sich niemand bei der ÖBB die Mühe gemacht zu markieren in welcher Station man sich gerade befindet, die meisten BetrachterInnen scheitern, aufgrund des schlechten Designs, schon an dieser Aufgabe.

Dazu kommt noch das meistens rechts oder links neben dem “Baustellensonderfahrplan” (ich liebe dieses Wort :) ) folgendes hängt:

Sonderinformationen der ÖBB

Eine lose Anhäufung von Informationen zu Sperren, Zugausfällen, Verspätungen, etc. Da stellt sich natürlich die große Frage:

Sind diese Informationen jetzt in den “Baustellensonderfahrplan” eingebaut oder nicht?

Ersichtlich wird das nicht. Wenn ja dann bitte abhängen oder darauf hinweisen!

Also, liebe ÖBB, eine Informationsoffensive wäre wirklich angebracht, aber bitte holt euch dafür jemanden der sich damit auskennt, so ist das Chaos pur!

Mehr Infos zum “Baustellensonderfahrplan” und noch jede Menge weitere seltsame PDF-Files gibt es hier.

UPDATE: Online findet man bei der Fahrplanauskunft weiterhin alle bis 6.9. ausfallenden Züge so wie wenn sie ganz normal unterwegs wären!

Kaufen wir uns doch 50% der Kronen Zeitung!

Konsumenten, Donnerstag 28 Mai 2009 15:14

Die WAZ-Gruppe will, so berichten einige Medien, ihre 50% an der Kronen Zeitung verkaufen.

Als Interessenten werden die die Raiffeisen Gruppe und Herr Dichand (dem ja schon die anderen 50% gehören), mit finanzieller Unterstützung durch die Erste Bank und/oder Wiener Städtische,  genannt.

Da frage ich mich: Wollen wir wirklich das eine Bank wie die Raiffeisen, die schon an einer Menge anderer Zeitungen und Medien beteiligt ist, indirekt das größte Medienunternehmen Österreichs wird?

Vor allem wo die knapp drei Millionen Krone-LeserInnen ja immer und überall die Unabhängigkeit “ihrer” Zeitung verteidigen, sei es in Leserbriefen oder in (Stammtisch-) Diskussionen.

Deswegen gibt es eigentlich nur einen einzigen Weg um diese Unabhängigkeit zu verteidigen:

Die Krone-LeserInnen sollen ihre Zeitung kaufen!

Kronen Zeitung

Wenn jede(r) der drei Millionen LeserInnen knapp €70 zahlt sind die 200 Millionen, die als Kaufpreis kolportiert werden kein Problem!

Mit anderen Worten: Um den Preis einer Autobahn-Vignette gibt es eine Tageszeitung und die Gewissheit das diese unabhängig, so wie es von den Krone-LeserInnen gefordert wird, bleibt!

Da gibt es International einige Vorbilder, z.B. die taz, die einer Genossenschaft gehört oder der Spiegel, der mehrheitlich den MitarbeiterInnen gehört.

Das mag jetzt alles als Scherz klingen, aber warum nicht?

Das würde wirklich die Medienlandschaft in Österreich ändern. Warum nicht einfach mal neue Ideen ins Spiel bringen?

Ist doch ein schönes Gedankenexperiment!

Tempo, Red Bull und Verpackungen

Konsumenten, Montag 25 Mai 2009 10:11

Jeder kennt so eine Packerl Taschentücher:
Tempo Taschentücher Packerl
Wenn ich fragen würde: “Wie viele Taschentücher sind den da drinnen?

Wäre die Antwort wohl immer: “Zehn natürlich!!!“.

Nun ja, schon mal nachgezählt?

Es sind nur neun!

Auf der Großpackung und auf dem Einzelpackerl steht das auch drauf, nur halt im “Kleingedruckten”:

tTempo Großpackung

Das 24x Packerl rechts oben (das sehr Prominent auch auf der Vorderseite steht) spricht die alte Erfahrung an, dass ich 24×10 Taschentücher kaufe, in Wirklichkeit kaufe ich aber nur 24×9, also um 10% weniger. Hier zahlt sich wohl der Vergleich mit anderen Produkten aus, denn selbst von Tempo gibt es z.B. auch 30×10 Verpackungen (wobei ich gerne wissen würde seit wann es diese 9er-Größe gibt!).

Ein anderes Beispiel: Seit Anfang April gibt es, auch in Österreich, plötzlich eine riesige Red Bull-Dose:

Red bull mit 473ml

Warum genau eine 473ml-Dose?

Hierzu eine (angebliche) Aussage von Red Bull:

The answer to that is it keeps a slim-line look, maintains its premium appearance and offers Red Bull a point of difference versus other big cans – we never like to be the same as everyone else!

Naja, schöne PR-Story, aber ich denke da spielen ganz andere Faktoren mit: 473ml sind zufälligerweise exakt ein (amerikanisches) Pint, die bevorzugte Größe für Getränke in den USA!

Hie erspart sich Red Bull einfach das produzieren einer weiteren Dosengröße, fertig, nix Aussehen und so, vor allem gab es früher schon eine 500ml Dose. Auch ist klar warum seit Anfang April: Da fielen in der EU die Vorschriften für Verpackungsgrößen!

Also, aufpassen beim Einkaufen! :)

Die ÖBB, Werbung und die Wahrheit

Konsumenten undWerbung, Freitag 1 Mai 2009 10:27

Abgesehen davon das ich über die Aussagen von Herrn Pöchhacker gestern im Morgenjournal erschüttert war, finde ich es sehr eigenartig das die ÖBB nach den Rekordverlusten und den Diskussionen über Prämienzahlungen heute in der Kronen Zeitung eine ganzseitige Anzeige schaltet mit folgender Überschrift:

Überschrift ÖBB-Werbung in der heutigen Kronen Zeitung

Da musste ich das erste Mal lachen, obwohl es eigentlich traurig ist. In dieser Werbung wird die Preiserhöhung ab 1. Juli mit den gestiegenen Strom- und Energiepreisen begründet (die längst wieder gesunken sind), komisch, steht doch auf der ÖBB-Homepage das 89% des Strombedarfs aus Wasserkraftwerken gedeckt wird, 1/3 davon sogar aus Kraftwerken die im Besitz der ÖBB sind, wird da jetzt intern mehr verrechnet?

Ganz spannend wird dann dieser Teil der Werbeeinschaltung:

Preisvergleich ÖBB

Denn diese Vergleiche hinken gewaltig! Durch die Berechnung in “Bahnkilometer”, die nicht unbedingt den realen Kilometern entsprechen, sind die Entfernungen stark verzerrt. Deswegen hier einmal der Ansatz die Strecken mit Autokilometer, die bei Google Maps angezeigt werden, zu vergleichen (immer von Hauptbahnhof zu Hauptbahnhof):

Wien-Salzburg: 292km

Berlin-Hamburg: 281km

Reiner Zufall das man sich da bei der Österreichischen Strecke so verschätzt hat :) Was die ÖBB in dieser Anzeige komplett vernachlässigt ist etwas, dass heutzutage nicht ganz unwichtig ist: Die Reisezeit!

Die ÖBB braucht für die Strecke Wien-Salzburg mit ihrem Vorzeigeprodukt “Railjet” 2 Stunden, 38 Minuten. Die Deutsche Bahn braucht für die vergleichbare Strecke Berlin-Hamburg 1 Stunde, 36 Minuten!

Die Deutsche Bahn ist auf der gleichen Streckenlänge um eine Stunde schneller!

Vom Wagenmaterial (ICE vs. normaler ÖBB Zug, den der Railjet fährt ja nur ein oder zwei mal am Tag) will ich gar nicht reden. Die Schweizer Bahn ist auch nicht wirklich vergleichbar da dort die Streckenführung um einiges schwieriger ist.

Lustig auch: Die ÖBB gibt an das die Strecke Wien-Wiener Neustadt ab 1. Juli € 9,10 kostet. Wenn ich heute auf der ÖBB-Webseite für diese Strecke am 1. Juli ein Ticket kaufen möchte, bekomme ich folgendes Ergebnis:

Preisangabe für die Strecke Wien-Wiener Neustadt

Also was stimmt jetzt?

Liebe ÖBB, bitte verschont mich in Zukunft mit solchen Anzeigen, spart das Geld und sorgt endlich dafür das eure Dienstleistung gut funktioniert!

PS: hier die komplette Anzeige.

PPS: auch im heutigen ÖSTERREICH ist die selbe Anzeige (etwas anders gestaltet), dort macht man sich nicht mal die Mühe das als Werbung zu kennzeichnen. Im Kurier findet man auch diese ganzseitige Anzeige.

Ö3, Hitparaden und die fehlende Vielfalt

Konsumenten, Sonntag 1 März 2009 19:47

Ich bin ja immer auf der Suche nach Datenmaterial mit dem man spielen kann. Nach einer Idee vor ein paar Tagen habe ich mich mit den wöchentlich aktualisierten Ö3-Charts gespielt. Ich dachte ich kann da einige Visualisierungen machen, stellte aber schnell etwas anderes fest:

Die Vielfalt an Nummern in den Ö3-Charts ist sehr gering!

Ich dachte zuerst das sich in 52 Wochencharts wohl so um die 1000 Nummern tummeln werden (also in die Top 75 der Ö3-Charts neu hinzukommen während andere wieder “rausfallen”), nach dem Sammeln der Daten wurde ich eines besseren belehrt, gerade einmal 424 Nummern haben es im Jahr 2008 in die Top 75 geschafft, in die Top 10 sogar nur 78 und in die Top 3 ganze 30 Songs, auf Platz eins der Ö3-Charts im letzten Jahr schafften es nur 10 Nummern! Am längsten in den Top 3 der Ö3-Charts war übrigens “Kid Rock, 13 Wochen mit “All Summer Long” (war auch mit 10 Wochen am längsten auf Platz eins).

Das hat mich doch sehr gewundert und zeigt wie gering die Vielfalt im Musikgeschmack ist. Hier eine Tabelle der zehn am längsten in den Top 75 der Ö3-Charts 2008 gewesenen Nummern:

Top 10 der am längsten in den Ö3-Charts gewesenen Nummern

Wirklich spannend wird es wenn  man die Ö3-Charts (sind ja Verkaufscharts) mit den Ö3-Hörercharts vergleicht.

Hier wird die Vielfalt noch geringer!

Während in den Top 36 der Ö3-Charts immerhin 229 Nummern vertreten waren sind es in den Top 36 der Ö3-Hörercharts nur noch 151!

Hier ein Vergleich der 20 Songs, die am längsten in den Top 36 der jeweiligen Charts waren (die Hörercharts sind zwar als “Top 40″ tituliert zeigen aber immer nur die Top 36 Online):

Vergleich Top 20 Ö3- und Hörercharts

Hier sieht man große Unterschiede! Lenny Kravitz mit  “I’ll Be Waiting” findet sich in den Verkaufscharts erst auf Platz 25, Jennifer Kae mit “Little White Lies” erst auf Platz 36.

Erinnert mich an eine Umfrage der Textilwirtschaft wo die Kette “Kik” zwar (mit Abstand) die schlechtesten Imagewerte hatte, trotzdem aber die ÖsterreicherInnen am zweit-häufigsten (nach H&M) dort einkaufen gehen :)

Das ganze ist für mich ein indirekter Beweis das im Musikbereich wohl der “Longtail” funktioniert, ansonsten kann ich mir nicht vorstellen das die jährlichen Neuerscheinungen irgendwie, irgendwann einmal Geld verdienen, wobei ich keine Zahlen finde konnte wie viele Songs pro Jahr in Österreich neu veröffentlicht werden, falls da jemand zahlen hat bitte melden!

Dein Drucker macht Werbung für sich, auf jedem Blatt!

Konsumenten, Donnerstag 23 Oktober 2008 14:13

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat letzte Woche dieses Video veröffentlicht wo sie (wieder) darauf hinweist das moderne Laserdrucker kleine, fast unsichtbare, gelbe Punkte auf jedes Blatt Papier drucken damit man, wenn man die Codierung versteht, nachvollziehen kann auf welchem Drucker (und mit welcher Seriennummer) dieses Blatt bedruckt wurde:


Ich wollte das ja zuerst nicht glauben und haben mir hier eine der Demoseiten heruntergeladen und auf meinem Drucker ausgedruckt, so sieht die Vorlage aus:

Dieses Blatt Papier habe ich dann mit 600DPI eingescannt und mir nur den Blau-Anteil vergrößert angeschaut, da sind die Dots:

Hier noch mal vergrößert:

Somit weiß ich jetzt das mein Hewlett Packard Color Laserjet 2600n sehr schön auf jedem Blatt Papier das ich drucke für sich selbst Werbung macht, danke HP!

Metallica: “Guitar Hero”-Version des Albums besser als die CD?

Konsumenten, Freitag 19 September 2008 16:03

Anscheinend gibt es große Aufruhr unter Metallica-Fans: Die CD-Soundqualität des neuen Album “Death Magnetic” soll so schlecht sein das sich sogar schon Ted Jensen, Chief Mastering Engineer der Soundfirma, entschuldigt:

“I’m not proud to be associated with this one, and we can only hope that some good will come from this in some form of backlash against volume above all else.”

Das eigenartige ist aber das die Guitar Hero-Versionen der Songs weitaus besser abgemischt sind und weniger “Clipping” enthalten, dazu gibt es jetzt auf Youtube ein Video das den direkten Vergleich zeigt (und hörbar macht):


Jetzt überlegen sich viele Fans die Guitar-Hero Version zu rippen :)

Und da wundert sich die Musikindustrie das niemand mehr CDs kaufen will? *Kopfschüttel*

Gefunden bei Kotaku.

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