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Kirchen in Wien, ein Vergleich

Allgemein undZukunft, Mittwoch 23 Dezember 2009 15:35

Wieder einmal über die neue Beta-Version des Wien.at-Stadtplanes gestolpert. Da gibt es jetzt die Möglichkeiten Zusatzinformationen einzublenden.

Unter anderem auch, wo sich in Wien “Kirchenhäuser” (unter Anführungszeichen, da jede Religion dafür einen anderen Namen hat) befinden. Weihnachten ist ja sehr nah, deshalb habe ich mir einmal die verschiedenen Religionen einblenden lassen, mit, so finde ich, beeindruckenden Resultaten.

Fangen wir mit den Religionen mit den wenigsten “Kirchenhäusern” in Wien an:

Sowohl der Islam als auch die Jüdische Gemeinde haben laut Wien.at jeweils nur ein “Kirchenhaus” in Wien (mir ist klar das die Islamische Gemeinschaft mehrere Gebetsräume hat, auch dachte ich, dass es mehr als eine Synagoge gibt). Obwohl der Islam die zweitgrößte Religion in Wien ist.

Auf den nächsten Plätzen folgen:

Wobei hier bei Wien.at nicht näher definiert wird was unter “Sonstige Kirchen” zu verstehen ist (Zeugen Jehovas? Scientology?).

Interessant ist, dass z.B. der Buddhismus mehr “Kirchen” in Wien hat als die Orthodoxe Kirche, siehe die nächsten Plätze:

Die Evangelische Kirche war ja bis vor kurzem die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Österreich, kein Wunder, dass es da einige Kirchen gibt.

Aber wirklich erstaunt, ja fast entsetzt war ich, als ich die Katholische Kirche ausgewählt habe:

Und trotzdem Angst vor anderen haben? Geh bitte!

Eher könnte man Angst vor der Katholischen Kirche haben.

#unibrennt auf Twitter, eine Analyse

Internet, Computer undPolitik, Freitag 27 November 2009 09:00

Seit 23. Oktober sammle ich alle Tweets auf Twitter mit den Hashtags “#unibrennt”, “#unsereuni” und “#audimax”.

Gerald Bäck und ich haben diese Tweets analyisiert. Gerald errechnete z.B. die “absolute Reichweite der Tweets”, während ich mich mit zeitlichen Abläufen beschäftigte.

Zuerst mal die Rohdaten: Im Zeitraum von 23. Oktober bis einschließlich 21. November 2009 wurden 66.379 Tweets von 6.780 UserInnen abgesetzt.

So sieht der zeitliche Verlauf der Tweets aus:

Tweets pro StundeTweets summiert

Aus diesen Tweets kann man natürlich eine TagCloud machen  (Hashtags und Stream-Url entfernt):

TagCloud der Tweets

Man erkennt, dass Twitter klarerweise als Organisationstool, aber auch als “die Message an die Frau / den Mann bringen”-Tool verwendet wurde.

In diesen 66.379 Tweets wurden 1.808  Fotos, die auf Twitpic geladen wurden, getwittert. Nach Abzug der Retweets bleiben 1.043 Bilder übrig, von denen 1.011 noch auf Twitpic verfügbar sind. Diese Fotos wurden insgesamt 125.612 Mal abgerufen.

Hier ein Video aller auf Twitpic noch verfügbaren Fotos mit der Anzeige der Gesamtviews:

Wem dies zu schnell war, kann hier eine Auswahl von 300 Twitpic Bilder als Animoto-Slideshow sehen:

Als Detail find ich es sehr spannend zu sehen wie Hörsäle in Europa aussehen :)

Die Studentenproteste gingen ja von der Akademie der bildenden Künste in Wien aus. Im Verlauf der letzten Wochen kamen wurden immer mehr besetzte Hörsäle und immer mehr Unis in ganz Europa dazu.

Ich wollte unbedingt diese räumliche Ausbreitung visualisieren. Mit Geralds Hilfe konnte ich bei 4.653 Twitter-UserInnen die Location (die beim jeweiligen Twitter-Account eingetragen ist) via Google einer Kartenposition zuordnen. Unter Verwendung einiger Perl-Skripte entstand so dieses Video (unbedingt in HD & Fullscreen anschauen!):

Leider erlaubt mir YouTube nicht, Mozart als musikalische Untermalung zu verwenden :(

Legende:

  • “Tweets” zeigt die Tweets/Stunde.
  • “User” zeigt wieviele unterschiedliche User pro Stunde einen Tweet abgesetzt haben.
  • “Retweets” sind die Tweets/Stunde in denen ein “@” vorkomm.
  • “URLs” sind die  Tweets/Stunde in denen eine URL (z.B. Bit.ly, Twitpic.com, etc.) vorkommt.
  • “Twitpic des Tages” ist das Twitpic-Foto an diesem Tag  mit den meisten Views.

Man sieht sehr schön wie sich einige Aktionen (Besetzung München) und vor allem der Aktionstag am 17. November auswirken. Auch sind Veranstaltungen in den besetzten Hörsälen und Fernsehsendungen zum Thema klar erkennbar.

Die meisten Tweets/Stunde (483) gab es übrigens zur “Am Punkt“-Sendung am 4. November, hier wird auch ersichtlich, dass erst danach die #unibrennt-Welle richtig nach Deutschland über schwappte.

Schlusssatz: In einer globalisierten Welt, in der es keinen Produktionsvorteil mehr gibt,  ist es für einen Staat wichtiger in Bildung, Wissen und Menschen  zu investieren als z.B. in den Bau des Koralmtunnels, der veranschlagte 5,1 Milliarden (also nach Österreichischer Rechnung im Endeffekt wohl über 10 Milliarden) Euro kosten wird.

Um so wichtiger ist es unsere uni zu unterstützen!

Meine Laudatio beim Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten

Internet, Computer undPolitik, Sonntag 15 November 2009 11:05

Gestern wurde im Figurentheater Lilarum mit einer fullminanten Show zum ersten Mal der “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” vergeben.

Ich hatte die Ehre mit den Wiener Grünen auch den “Sieger” des Abends nominieren zu dürfen und ziehe meinen Hut vor Christoph Chorherr, der den Preis vor Ort entgegen nahm.

Hier meine Nominierungsrede, mit den Powerpoint Overheadfolien eingebaut, alle Zitate findet man in den Reaktionen auf die Grünen Vorwahlen:

Morgen, Sonntag (Anm.: 15. November 2009), hätte ein historischer Tag werden können.

Es hätte der Tag sein können an dem die Wiener Grünen auf ihrer Landesversammlung erfolgreich einen Vorwahlkampf um die Plätze für die Gemeinderatswahlen nächstes Jahr abschließen und mit vielen neuen Unterstützerinnen, Unterstützern, Mitgliedern und mit viel Aufmerksamkeit im Internet und in der Presse gestärkt in den kommenden Wahlkampf in Wien gehen.

So habe ich mir das vorgestellt als ich Anfang April von der Idee der Grünen Vorwahlen hörte. Eine Idee, die von den Grünen selber stammt:

Reformvorschlag: Grüne Vorwahlen.

Damals dachte ich, dass die Aufnahme als Unterstützerin und Unterstützer der Wiener Grünen ein reiner Formalakt sei. Mir persönlich war der Gedanke völlig fremd das eine Partei auch nur auf die Idee kommen könnte, Personen, die helfen, hundertausenden von Menschen in Österreich zu zeigen, dass diese Partei wirklich ihre Basis ernst nimmt, abzulehnen. Auch viele Wiener Grüne signalisierten Freude an der Idee von Vorwahlen:

Diese Initiative ist aber auch eine große Chance für die Demokratie als Ganzes.

Die Initiatoren Jana Herwig, Helge Fahrnberger, Martin Schimak und Michael Schuster, sowie das mit der Zeit um Nicky Bäck, Susanne Zöhrer, Gerald Bäck und mich erweiterte Team dachten immer, das größte Problem wird sein, für den langen Zeitraum bis Mitte Juli genügend Öffentlichkeit zu haben um vielleicht so um die 200 Unterschriften zu sammeln.
Doch plötzlich passierte etwas, womit wir alle nicht gerechnet hatten:

Dieser Passus war nie dafür, wofür er jetzt verwendet wird, gedacht gewesen.

Hat sich die Initiative Vorwahlen im schwierigsten Bereich der Grünen Innenpolitik eingemischt: die Mandatsvergabe.

Wißt ihr, dass aktive Unterstützung der Grünen erstmal nötig ist, um überhaupt UnterstützerIn werden zu können?

Plötzlich zeigte sich, dass die sogenannte „Internetpartei“ ganz und gar nicht das lebt, was sie predigt und Großteils keine Ahnung vom Kommunizieren im Internet hat:

 Wenn ich den Christoph richtig verstanden habe, dann arbeitet ihr mit so kleinen automatischen Benachrichtigungen, die sich melden wenn irgendwer zu einem bestimmten Thema etwas hinterlassen hat. Das finde ich richtig gut. Aber ich und der Großteil von uns arbeitet nicht so.

Jetzt müßte ich technisch wohl in der Lage sein das Wort „Marsch“ als Link zu benutzen. Vielleicht geht es aber auch, wenn ich sage, dass es etwas dazu auf der Website der Wiener Grünen gibt.

Da brachen Gräben auf! Plötzlich bekamen die Wiener Grünen Angst! Da wurden einige 10.000 Visits auf einer Webseite mit dem Verteilen von Flyern „aufgewogen“:

Jedes Medium erreicht Menschen, sogar unsere Flyer, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt verteilt werden.

Der Landesvorstand war nicht mehr imstande eine so einfache Entscheidung, wie die Annahme eines Unterstützungsantrages, wo die Antragstellerin, der Antragsteller unterschreiben, dass sie aktiv mitarbeiten wollen, zu treffen:

Man kann und darf es natürlich für einen großen Fehler halten Leute abzulehnen, genauso wie man das Gegenteil für einen Fehler halten darf, überhaupt darauf einzugehen.

Dass ihr uns nur so wahrnehmt ist total unser Problem, was ich vollkommen ernst meine.

Begreife ich mich als Teil der Grünen oder bin ich eigentlich nur WählerIn und sehe ich mich nicht als Teil der Grünen.

Die Reaktionenseite auf „gruenevorwahlen.at“ wurde immer größer, immer mehr Menschen verstanden die Welt nicht mehr, was passiert da in „ihrer“ Partei? Die Presse interessierte sich mehr und mehr für die Initiative, wobei wir nie auch nur einen Euro für Medienarbeit ausgegeben haben. Hierzu ein kleiner Vergleich: Der Beitrag im ORF-Report hatte fast 100.000 Zuschauer mehr als das Sommergespräch mit Maria Vassilakou.

Plötzlich wurde öffentlich gefragt, wann Anträge angenommen werden und niemand konnte glauben, dass die Wiener Grünen Personen ablehnen werden. Erklärungsnotstand machte sich breit, jede Regung der Partei wurde im Internet heftig diskutiert:

Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.

Ablehnung und Annahmen werden sich einigermaßen die Waage halten.

Wir haben von den hunderten Anträgen, die großteils über das Internet eingetrudelt sind, drei Viertel positiv bearbeitet.

Am Schluss wurden gerade einmal 52% der 445 Anträge angenommen, Lukas Wurz sollte Wahrsager werden.

Auch Verschwörungstheorien wurden öffentlich zum besten gegeben:

Es gibt eine Hidden Agenda.

Aber auch wunderbare Kommentare zur politischen Ausrichtung der Wiener Grünen gab es:

Weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht intern, weil wir momentan in Wien eher so was sind wie linke Grüne.

Unter den „noch nicht“ oder „leider nein“ Unterstützern, aber auch unter den angenommenen machte sich Frust breit, der sich heftig im Internet widerspiegelte. Aber zu diesem Zeitpunkt hat sich die Kommunikation des Landesvorstands schon längst auf Durchhalte- bzw. Kampfparolen reduziert, die entsprechend kommentiert wurden:

„Der Vorstand könne anhand der eingereichten Unterlagen erkennen, wie sich die VorwählerInnen entwickeln werden“ Ist er der liebe Gott?

Auch wurde in den ausgeschickten Ablehnungsschreiben die eigene Partei „verleugnet“:

Die Grünen gibt es nicht.

Oder Ihre Ziele „definiert“:

Es ist ein wichtiger Zwang für eine Partei mehr Wählerinnenstimmen zu bekommen, aber kein notwendiger.

Die unprofessionelle Kommunikation des Landesvorstandes und anderer Teile der Wiener Grünen ließ kein Fettnäpfchen aus, als Beispiel sei nur die eilig einberufene Pressekonferenz genannt, wo man bekannt gab, Aufnahmekriterien zu haben, diese aber den anwesenden Journalisten leider nicht mitteilen konnte. Transparenz ist alles!

Fazit: Alles in allem bleibt ein viermonatiges Kommunikationsdisaster der Wiener Grünen übrig und so kam es wie es kommen mußte: viele, die mitarbeiten wollten, haben sich von der Partei abgewandt und sind zutiefst enttäuscht.

Das wird auch in Zukunft noch Auswirkungen haben. Man darf gespannt sein, wie oft die „Grünen Vorwahlen“ nächstes Jahr im Wiener Wahlkampf ein Thema sein werden.

Auch hat die Partei gezeigt, dass sie keine Ahnung im Umgang mit dem Internet hat und auch jetzt – nach acht Monaten – eigentlich nichts dazugelernt hat. Siehe etwa die Website „ichkandidiere.at“.
Zum Schluss das wunderbare Fazit des Landesgeschäftsführers der Wiener Grünen über die Grünen Vorwahlen:

Der Vorstand hat, obwohl von vielen Seiten auf ihn eingehackt, gezogen und gedrückt wurde, den Überblick behalten und einen Weg entschieden, der niemanden wirklich zufrieden stellt.

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Und so nominiere ich die Wiener Grünen für den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten.

EDIT: Christoph Chorherr hat auf der Landesversammlung den Preis an den Landesgeschäftsführer Robert Korbei übergeben übergeben:

Christoph Chorherr übergibt den Preis an Robert Korbei

EDIT2: Heute, am Tag der Landesversammlung, wird “ichkandidiere.at” gut eingesetzt um die Wahlergebnisse zu präsentieren, wobei die nummerischen Ergebnisse noch schön wären.

Vortrag “Brennpunkt eTourism”

Web2.0, Dienstag 10 November 2009 08:11

Gestern fand in Garmisch-Partenkirchen der diesjähre “Brennpunkt eTourism“, eine Veranstaltung der FH Salzburg gemeinsam mit dem Tourismusverband München Oberbayern, statt.

Gerade für den Tourismus wird ja Social Media immer wichtiger, wohl deswegen waren auch über 400 VertreterInnen von Hotels, Regionen, Ländern, Tourismuswebseiten, usw. hauptsächlich aus Deutschland, aber auch aus Österreich, angereist.

Ich hatte die Ehre einen Vortrag über “Web 2.0: Tendenzen erkennen und analysieren” halten zu dürfen, hier die entsprechenden Folien dazu, am besten in Fullscreen (auf den “More”-Button klicken) anschauen:

Webseiten, in “Order of Appearance”:

War ein sehr spannender Tag mit vielen interessanten und sehr guten Vorträgen!
Bin gespannt was sich hier in den nächsten Jahren tun wird.

Sehenswert: “RIP: A Remix Manifesto”

Kunst, Design undZukunft, Dienstag 27 Oktober 2009 08:15

Freitag Nacht spielte es im Rahmen der Viennale im den Film “RIP: A Remix Manifesto“.

Der Film ist ein Pflichtfilm für alle die sich mit Copyright, Samplen, Mashups und Creative Commons befassen, da er,  anhand eines meiner Lieblingsmusikers, Greg Gillis aka “Girl Talk“, die aktuellen Probleme auf diesem Gebiet aufzeigt.

So wird z.B. “nachgerechnet” wie viel Girl Talk an Lizenzgebühren für nur eine einzige Nummer zahlen müsste: über $400.000 an über 80 Firmen, macht das wirklich Sinn?

Auch werden “historische” Beispiele gezeigt: Mir war nicht klar, dass wenn ich bei einem Geburtstagsfest “Happy Birthday” mitsinge, ich eigentlich eine Lizenz zahlen müsste, da das Copyright an diesem Song in Europa frühestens 2016 auslaufen wird. Bis dahin verdient Warner/Chappell Music jedes Jahr Millionen damit.

Filmemacher Brett Gaylor zeigt dazu noch viele andere Beispiele und Interviews. Auch mit Greg Gillis und Cory Doctorow.

Dabei werden im Verlauf des Filmes seine vier Punkte des sehr guten “Remix Manifesto” erklärt:

Das Remix Manifesto

Der Film selber ist in den USA als “pay-what-you-want to download” erhältlich, auch gibt es die Möglichkeit ein Screening zu hosten.

Leider geht das in Europa (noch) nicht, da er hier wohl erst (hoffentlich noch) in die Kinos kommt. Hier der Trailer zum Film:

Sehr schön ist die Aussage von Cory Doctorow nach seinem Besuch in Disneyland:
“All this stuff makes me wanna download a movie!”

Online kann man sich den Film, aufgeteilt in 13 Kapitel (die auch einzeln downloadbar sind) aber jetzt schon hier anschauen.

Brett Gaylor hat auch die Webseite “Open Source Cinema” ins Leben gerufen. Dort kann jeder an Mashups mitarbeiten oder eben diesen Film remixen.

Hier geht’s zur offiziellen Webseite von “RIP: A Remix Manifesto”.

Erste Erfahrungen mit Amazon’s Kindle

Internet, Computer undZukunft, Mittwoch 21 Oktober 2009 11:05

Heute, kurz nach 9:00, war es soweit, mein letzter Woche bestellter Kindle wurde mit DHL geliefert.

Dann ging es mal ans auspacken:

VerpackungDas GerätKindle und Verpackung

Alle TeileDer Kindle

Der Kindle zeigt auch im ausgeschaltetem Zustand ein Bild, beim entpacken eben die Anleitung wie man ihn, zum aufladen, ansteckt. Hier gibt es dann die erste “Überraschung”, der Stecker des Ladegerätes:

US-Stecker des Ladegerätes

Natürlich ein US-Stecker! aber kein Problem, einfach den USB-Stecker des beiliegenden Kabels (die Buchse am Kindle ist übrigens kein Mini-USB, sondern noch kleiner) in z.B. das iPhone-Ladegerät stecken ein mit dem Kindle funktionierendes USB-Ladegerät stecken und schon wird geladen.

Wenn man das Kindle direkt am Rechner ansteckt verhält es sich wie ein USB-Stick, wobei das Gerät selber dann nicht benutzbar ist, erst wenn man es unter Windows ”auswirft” kann man weiter lesen.

Natürlich habe ich sofort angefangen die Dinge die vorinstalliert sind zu lesen. Ein gut gemachtes Tutorial, ein Englisch-Wörterbuch und ein personalisiertes Begrüssungsmemo von Amazon sind die “Bücher” die Anfangs am Kindle sind.

Was einem sofort beim lesen auffällt: Das wirklich tolle Display!

Ich hatte vor kurzem die neuen E-Bookreader von Sony in der Hand (z.B. der mit Touchscreen) und war eigentlich entsetzt wie unscharf bzw. verwaschen die Schrift dort war. Beim Kindle ist das nicht der Fall, gestochen scharf und wunderbar lesbar.

Habe natürlich sofort den Online-Shop ausprobiert. Funktioniert einwandfrei. Das Kindle ist an den Amazon.com-Shop gebunden (wird gleich vorkonfiguriert geliefert)  und wenn man auf Amazon.com unter “Manage my Kindle” eine Kreditkartennummer angegeben hat kann man sofort, via One-Click-Shopping, einkaufen.

Habe mir gleich ein Abo der New York Times gekauft. Die gestrige Ausgabe war Sekunden später zum lesen bereit, fantastisch! Während ich diesen Artikel schreibe wurde im Hintergrund die heutige Ausgabe auf das Kindle gepusht, perfekt!

Auch das umblättern geht sehr schnell, was man von anderen E-Bookreadern nicht behaupten kann.

Da sind wir auch schon beim Thema Bedienung: die Tasten zum umblättern sind perfekt angeordnet. Auch ist der “Mini-Joystick” sehr praktisch und damit lässt sich sehr gut zwischen Kapiteln, Artikeln, etc. hin und her springen.

Neben dem US-Stecker zeigt das Kindle auch bei der Tastatur klar aus welchem Land es kommt:

Die Tastatur des Kindle

War ja klar :) Auch hab ich bis jetzt noch nicht herausgefunden wie ich die Uhrzeit einstellen kann, da sie erstens US-Format anzeigt und zweitens zwei Stunden nachgeht :(

Ich habe das “Leather Cover” zum Kindle von Amazon gekauft, das ist OK, wirkt aber etwas “Cheesy” bzw. sehr “plastifiziert”, erfüllt aber seine Zweck:

Kindle in der Hülle

Amazon sagt ja, dass der eingebaute Webbrowser in Europa disabled ist, stimmt nicht ganz, man kann ihn aufrufen, aber bis auf Wikipedia kann man keine Seite abrufen, es kommt immer diese Meldung: “Due to local restrictions, web browsing is not available for all countries”. Auch das wird sich wohl in Zukunft ändern.

Was auffällt ist das, wenn der UMTS-Empfang schlecht ist, das Kindle manchmal langsam wird da es dann wohl zwischen 3G und GPRS hin und her wechselt (3G wird durch ein eigenes Icon angezeigt). Man kann aber Wireless komplett abschalten, dann hat man das Problem nicht.

Deswegen mein erste Fazit: Ich bin begeistert vom Kindle!

Bin gespannt wie sich das weiter entwickeln wird :)

Und ja, ich weiß Amazon ist böse, da Amazon DRM verwendet, aber vergleicht mal Apple’s iTunes vor fünf Jahren mit jetzt, da hat sich in diese Richtung einiges getan, das wird auch bei E-Bookreadern passieren, in fünf Jahren gibt’s da auch kein DRM mehr, wetten?

Aber: das Kindle und die Nachfolger, hoffentlich auch von anderen Herstellern, werden die Welt erobern, gemeinsam mit einem guten Store und der (wirklich genialen) UMTS-Verbindung wird dies unseren Umgang mit Lesestoff massiv verändern, davon bin ich überzeugt.

Bleibt nur noch eine Frage: Ist es DER Kindle oder DAS Kindle? :)

Fernsehen, HD+ und DRM durch die Hintertür!

Fernsehen undZukunft, Dienstag 20 Oktober 2009 09:37

Wer kann sich noch an VHS erinnern? Damals hat man einen Film, der im Fernsehen lief, aufgenommen und bei Bedarf angeschaut. Wichtig war, falls der aufgenommene Film durch Werbung unterbrochen wurde, zu wissen wo die Fast Forward-Taste ist, damit man vorspulen konnte. Ich wette viele haben immer noch alte VHS-Kassetten irgendwo rumliegen.

Was hätten wir damals gesagt wenn plötzlich der Videorecorder sagt: “RTL hat die Benutzung der Fast Forward-Taste für diese Aufnahme verboten” oder: “Pro Sieben hat ihre Videoaufnahme zehn Tage nach der Aufnahme löschen lassen” oder, wenn man zum Kinoabend bei Freunden eine VHS-Kassette mit nimmt, in den Videoplayer schiebt und dieser plötzlich sagt: “VOX erlaubt das abspielen auf diesem VHS-Rekorder nicht”.

Undenkbar, oder?

Genau das wollen alle Deutschen, privaten Medienanstalten in plötzlicher Einigkeit ab 1. November einführen!

Ab 1. November bietet eine ASTRA-Tochter (die Firma, die die wichtigsten Fernsehsatelliten in Europa betreibt) HD+ an, eine Plattform unter der die HDTV-Angebote der Deutschen Privatsender zum Empfang angeboten werden. Jetzt geht wohl jeder davon aus, dass dies Kostenlos passiert, sind diese Sender doch durch Werbung finanziert, aber weit gefehlt! €50/Jahr verlangt die HD PLUS GmbH von den Nutzern um zu Beginn  ProSieben, Sat.1, VOX, Kabel eins und RTL in HD-Qualität zu empfangen.

Somit wird Bezahlfernsehen für werbefinanzierte Sender eingeführt.

Das ist Schlimm, aber bei weitem nicht das schlimmste!

Das “+” in HD+ steht nicht für eine bessere Auflösung oder höhere Bandbreite oder sonstige Verbesserungen des Bildes oder Tons. Das “+” steht eigentlich für CI+ (oder CI Plus). CI steht für “Common Interface” und ist die Hardware, die in einem Sat-Receiver eingebaut ist, welche, zusammen mit der Smartcard (z.B. die ORF-Smartcard, wohl in der Hälfte der Österreichischen Haushalte im Einsatz) dafür sorgt, damit das verschlüsselte Signal auf dem Fernseher richtig angezeigt wird.

CI+ erweitert die Möglichkeiten um die oben schon als Horrorszenario angeführten Fähigkeiten (Quelle: Wikipedia, entspricht den offiziellen Spezifikationen), nämlich:

  • die Aufnahme einer Sendung gänzlich unterbinden.
  • die Wiedergabe von TV-Aufnahmen zeitlich begrenzen (zwischen sechs Stunden und 61 Tagen).
  • zeitversetztes Fernsehen gänzlich unterbinden oder begrenzen (zum Beispiel nur bis 90 Minuten nach Sendungsende).
  • TV-Aufnahmen an das jeweilige Gerät binden, die dann nicht von anderen Geräten wiedergegeben werden können
  • das Vorspulen (z. B. bei Werbung) gänzlich unterbinden. ProSieben, Sat.1 und RTL haben dies bereits angekündigt.

Mit anderen Worten: Die Privatsender wollen bestimmen, was die SeherInnen mit ihren, bereits durch Werbung finanzierten, aufgenommenen Sendungen machen dürfen!

Ein weiterer, wirklich “brutaler” Punkt ist, dass die Betreiber der Plattform die Möglichkeit haben, gezielt einzelne Sat-Receiver “auszuschalten”, um “das umgehen des Kopierschutzes zu verhindern”. Ein so “ausgeschalteter” Receiver muss dann zur kostenpflichtigen Reparatur geschickt werden!

Um all dies umzusetzen muss jede(r), der/die HD+ empfangen will, einen neuen Sat-Receiver kaufen, da die bestehenden Geräte dies natürlich nicht unterstützen. In Österreich soll das ganze erst 2010 vermarktet werden.

Für mich stellt HD+ einen Wolf im Schafpelz dar, der überhaupt nicht meinem Verständnis vom Umgang mit Informationen entspricht und eine Idee verwirklichen will, die mich an die Musikindustrie vor 10 Jahren erinnert, die Folgen sind bekannt. Wenn sich TV-Sender so ihre Zukunft vorstellen können sie sich gleich ihr eigenes Grab schaufeln.

Deswegen schließe ich mich den bereits zahlreichen Aufrufen zum Boykott von HD+ an!

Dieses Konzept ist zum Scheitern verurteilt!


A-Tag 09: Rückblick & mein Vortrag

Internet, Computer, Montag 19 Oktober 2009 09:24

Am Freitag fand der A-Tag 09, eine Veranstaltung im Bereich Web Accessibility in Österreich, im Techgate in Wien statt.

Grandios war der Vortrag von Christian Heilmann, Yahoo-Developer, am besten hier auf seinem Blog nachlesen! Tomas Caspers zeigte unter anderem die seiner Meinung hässlichsten Webseiten, z. B. diese und diese. Interessant waren auch die Vorträge über den Relaunch von Linz.at und Wien.info.

Ich hatte die Ehre, da ich in Bezug auf Barrierefreiheit Laie bin, einen Vortrag über “Wie wird Web2.0 unser Leben verändern?” zu halten, hier die entsprechende Prezi dazu:

Hier die Links aus den Folien in chronologischer Reihenfolge:

War ein wirklich sehr spannend Tag und Gratulation an die Veranstalter, im besonderen an Markus, für die tolle Organisation!

SPÖ: Klare Aussagen braucht das Land!

Politik, Mittwoch 30 September 2009 17:54

So, jetzt hat die Stille Post doch noch ihren Empfänger erreicht und Herr Haider aus Oberösterreich ist zurückgetreten, hat ja nur drei Tage gedauert seit seiner großen Niederlage am Sonntag. Sehr passend dazu der Artikel von Michael Völker im heutigen Standard.

Hier zeigt sich für mich eines der Grundprobleme der SPÖ derzeit: die schlechte Kommunikation gemischt mit fehlenden Vision und der daraus sich ergebende Unfähigkeit klare Aussagen zu formulieren.

Vorgestern, am Montag war Faymann in der ZIB2 noch gegen ein “personelles Opfer”, jetzt plötzlich nicht mehr? Gerade dieses Interview in der ZIB2 zeigt wunderbar diese Formulierungsprobleme.

Sätze wie “Wir müssen mit klarer Politik das ansprechen was die Menschen bewegt”, “Verlässlicher Partner sein für das was man in einem Wahlkampf verspricht”, “Missstände hat niemand für gut zu halten”, “Ein Konflikt ist keine Schande in einer Regierung” haben irgendwie keinerlei Aussage und geben auch keinen Weg vor wie es weitergehen soll.

Da helfen noch so viele “bezahlte Anzeigen” in Standard, ÖSTERREICH, Krone, Presse & Co nicht, zuerst muss ich wissen was ich sagen will.

Ein wunderbares Beispiel für unklare Aussagen ist diese Grafik des bm:ukk von Gestern, die darstellen soll wie in Zukunft die Museen in Wien zusammenarbeite sollen:

Museumsstruktur

Alles klar, oder? Sowas nennt sich dann “Fundament der Museumslandschaft des 21. Jahrhunderts:)

Hier wünsche ich mir klarere Aussagen, einfach mal nachdenken was ich wie vermitteln will.

Die SPÖ sollte sich ein Beispiel an diesem Ausschnitt aus dem tollen Film “Thank You for Smoking” nehmen:


Alleine das Aufatmen der Bosse sagt doch alles!

Denn: Ohne Ziel dreht sich auch der beste Kapitän nur im Kreis!

Warum ich nicht mehr Grün wählen kann

Politik, Freitag 25 September 2009 11:05

Wie ja einige wissen wurde ich, im Rahmen der Grünen Vorwahlen,  als Grüner Unterstützer abgelehnt. Ich habe damals, rechtzeitig vor der letzten Sitzung des Landesvorstandes der Wiener Grünen in der noch Unterstützeranträge behandelt wurden damit die möglichen UnterstützerInnen am 15. November bei der Landesversammlung mitwählen können (vier Monate Sperrfrist), einen zweiten Antrag als Unterstützer gestellt. Auf dem offiziellem Formular, mit Angabe wo ich mich einbringen kann, usw.

Der Sommer verstrich, ich hörte nichts von den Wiener Grünen.

Über zwei Monate (!) später, Anfang September, erhielt ich einen Anruf von den Wiener Grünen bezüglich meines Unterstützerantrages. Ich sagte das ich diesen doch damals rechtzeitig geschickt hätte, das wurde mir auch am Telefon bestätigt. Auf meine Frage warum er dann damals nicht erledigt wurde erhielt ich als Antwort:

“Da hat sich keiner drübergetraut, deswegen wurde dein Antrag unerledigt liegen gelassen.”

Da war ich erst mal Paff,  so macht man es sich halt einfach, Fristen verstreichen lassen, fertig. Darauf hin fragte ich warum ich dann erst über zwei Monate später darüber informiert werde, Antwort:

“Du weißt, über die Sommermonate passiert halt nicht viel.”

Da war ich das zweite mal Paff. Nun gut, der/die mich anrufende(r) hat keine politische Position, er/sie exekutiert nur im Namen des Landesvorstandes. Deswegen war ich dann richtig sprachlos  als der/die mir die folgende Frage am Telefon stellte:

“Da du, auch wenn du jetzt als Unterstützer aufgenommen wird, am 15. November nicht wählen kannst, fragen wir dich ob du deinen Antrag zurückziehen willst?”

Ich hab gar nicht glauben können was ich da gefragt werde. Über zwei Monate haben die Wiener Grünen gebraucht um zu der Entscheidung zu kommen mich zu fragen ob ich meinen Antrag zurückziehe? Natürlich verneinte ich und sagte auch, dass ich mir eine offizielle Entscheidung erwarte.

Wieder vergingen weit über zwei Wochen, deswegen fragte ich vorgestern via Twitter-DM bei einem Vorstandsmitglied nach was denn jetzt der Status sei. Einen Tag später bekam ich dann diese Email:

Ablehnung meines Unterstützerantrages

(Ich hab den Namen des Senders/der Senderin unkenntlich gemacht da diese Person nur exekutiert und keine politische Entscheidungsmacht hat, selbst für das verschicken dieser Email ist der Vorstand zu feige.)

Für mich ist das Thema “Wiener Grüne” und “Grüne Vorwahlen” ein für alle mal beendet.

Auch wenn ich einige Mitglieder schätze.

Ich hoffe die Landesversammlung am 15. November zieht aus der ganzen unprofessionalität der Wiener Grünen beim Umgang mit den Grünen Vorwahlen die Konsequenten und wählt die KandidatInnen aus dem derzeitigen Landesvorstand NICHT auf die Liste für den Gemeinderat.

Symptomatisch ist auch: Ich zeige zwar zu wenig Interesse um als Unterstützer angenommen zu werden, aber für Werbung  (obwohl ich dieser nie zugestimmt habe) bin ich gut genug. Darum:

Diese Wiener Grünen sind es nicht wert unterstützt zu werden!