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Visualisiert: 24 Stunden Wiener Linien

Kunst, Design, Dienstag 22 September 2009 09:04

Ich liebe ja Visualisierungen von Infrastrukturen, denn normalerweise wird erst dann jedem klar wie wichtig sie sind, wenn sie ausfallen. Ein schönes Beispiel dafür ist “Taxis in London” der BBC.

Sowas will ich auch für Wien haben!

Darum fing ich an nach Daten zu suchen und wurde bei den Wiener Linien fündig. Auf dieser Seite (bzw. auf der Barrierefreien Version)  kann man sich anzeigen lassen, wann der nächste Bus, die nächste Straßenbahn kommt.

Das ist schon mal ganz brauchbar, nur musste ich erst einmal herausfinden wie viele Haltestellen darüber abgebildet werden. Ein kleines Perl-Skript gab mir, nach rund 20.000 Seiten-abrufen :) , die Antwort.

Das nächste Problem war, dass immer nur die Daten für die nächsten zwei Stunden angezeigt werden. Auch hier half ein Perl-Skript das stündlich alle gefundenen Stationen abfragte und so, über einen Zeitraum von mehreren Tagen, alle Daten sammelte.

Da die Uhrzeitangabe nicht unbedingt immer dem Fahrplan entspricht sondern ja auch Realtime-Daten enthält, musste ich noch einen Filter einbauen der Abfahrten an einer Haltestelle die zu nah zusammen liegen bereinigt.

Das Resultat ist eine Datenbank mit 1048 Haltestelle die von 44 Buslinien, 29 Straßenbahnlinien und 18 Nightline-Busse innerhalb von 24 Stunden 510.026 Mal angefahren werden!

Leider bietet die Webseite der Wiener Linien keine Informationen über U-Bahnen und Busse die auf “B” enden an, eigentlich eigenartig, weiß jemand wieso?

Nach einer Geocodierung der Haltestellen und ein paar Korrekturen konnte ich das ganze auch schon visualisieren, hier das Ergebnis, “24 Stunden Wiener Linien“, am besten in “HD” und Fullscreen ansehen:

Die Balken links oben zeigen wie viele Busse und Straßenbahnen zu der angezeigten Uhrzeit Stationen anfahren.

So stehen jeden Tag um 18:00 Uhr 242 Busse und 266 Straßenbahnen in Haltestellen!

Wobei ich Systembedingt nicht nachrechnen kann wie viele Busse oder Straßenbahnen zu dem Zeitpunkt sich gerade zwischen zwei Stationen befinden.

Interessant ist auch die Zeit so um 1:30 in der Nacht wenn alle Straßenbahnen und Busse in die Remisen fahren.

Ich denke man bekommt ein Gefühl dafür wie wichtig und logistisch aufwendig der öffentliche Nahverkehr ist und das dieser ruhig etwas kosten darf!

Auch finde ich das solche Daten über APIs zugänglich sein sollten, wer weiß was da noch alles entstehen könnte!

EDIT: Da es schon einige Anfragen gab: Wer mit den Daten selber herumexperimentieren will kann sich einen MySQL-Dump runterladen, freue mich auf andere Visualisierungen!

Ars Electronica: Cloud Intelligence Symposium

Internet, Computer, Donnerstag 10 September 2009 15:39

Letzten Samstag fand im Rahmen der Ars Electronica das Cloud Intelligence Symposium statt (siehe auch hier).

Schon der erste Vortrag von David Sasaki brachte einige Beispiele aus der “Entstehungsgeschichte” des Cloud Computing, so z.B. die Ideen von Paul Otlet, der bereits 1934 sich eine Art Internet ausdachte:


Sasaki zeige auch dieses, manchen schon bekannte aber immer noch tolle, Werbevideo für dieses Buch:


Sasakis Vortrag kann man als Videostream, auf slideshare oder im Blog nachschauen/nachlesen.

Sehr spannend war der Vortrag von Ethan Zuckermann, den ausgehend von den “Stick-Karten” der Seeleute der Marshall Islands sich mit “der Cloud” und dem Einfluss auf die Globalisierung beschäftigte. Die Langversion des Vortrages ist nachschaubar/nachlesbar und auf slideshare. Er endete mit dem schönen Satz:

“The cloud is not a prediction, it’s a prophecy”

Die sehr interessanten Ausführungen von Evgeny Morozov zum Thema Slacktivism kann man hier nachlesen.

Sehr lustig fand ich den Vortrag von Kristen Taylor, die sich selbst als “Food Pornograhper” bezeichnet. In ihrem sehr amerikanischen und sehr Bobo geprägtem Vortrag ging es unter anderem darum wie “die Cloud” verwendet wird um lokale Nahrungsmittel zu verkaufen bzw. zu “erbeuten”, z.B. mit Hilfe der Webseite http://fallenfruit.org, wo eingetragen wird welche Obstbäume in der Umgebung über den Zaun hängen und somit eine lokale “Nahrungsquelle” darstellen.

Nett finde ich auch den Schnitzeltruck, der über Twitter verkündet wann und wo er in New York seine Schnitzel verkauft, sozusagen Guerillacooking :) Ihr Vortrag ist hier nachlesbar.

Spannend war Andrés Monroy-Hernández Vortrag über Scratch, eine sehr einfache, visuelle Programmiersprache (erinnert irgendwie an Logo), die es Kindern ermöglicht eigene Animationen zu machen und diese dann mit anderen zu teilen, bewerten, etc.

Alles in allem ein gelungenes Symposium mit vielen interessanten Vorträgen und auch die Twitterwall hat, nach Anlaufproblemen, sehr gut funktioniert.

“The Whispered World”: Wenn der Kopierschutz ein Spiel ruiniert

Games undKonsumenten, Donnerstag 3 September 2009 19:59

Seit knapp einer Woche ist “The Whispered World“, ein in Deutschland entwickeltes Point & Click Adventure wie Monkey Island, im Handel. Das Computerspiel erhielt sehr gute Benotungen in verschiedenen Magazinen, Gamestar 86 Punkte, GEE liebt es, usw.

Da ich solche Adventures gerne spiele habe ich mir es gleich gekauft. Die Handlung, die Rätsel und die Grafik sind sehr gut, es würde richtig Spass machen das Spiel zu spielen, wären da nicht ein paar kleinere Probleme:

Bei der Installation des Spieles wird auch der Tages-Kopierschutz installiert, eigentlich kein Problem (hatte ich schon bei anderen Games), um das Spiel zu starten muss nur die DVD im Laufwerk sein. Aber leider nein, sobald ich das Icon aum Desktop auswähle kommt folgende Meldung:

CD

Obwohl die DVD im Laufwerk ist.

Normalerweise geht es dann so ungefähr nach dem 10. bis 15. Versuch.

Das dieses Spiel mit diesem Kopierschutz ausgestattet ist wurde übrigens in den Print-Computerspielmagazinen verschwiegen! EDIT: habe es auf Anregung eines Kommentars nochmals überprüft, im Gamestar steht es im kleingedrucktem dabei, im GEE nicht.

Worüber berichtet wurde ist der zweite Kopierschutz, diese drei Würfel:

Würfel als Kopierschutz

Jedes Mal, wenn  ich es geschafft habe das Spiel zu starten muss ich diese Abfragen über mich ergehen lassen:

Einführung Würfel KopierschutzAuswahl SeitenflächeWieder einmal geschafft, ich irre mich oft da nicht immer klar ersichtlich

Der Text wird von einer sonoren Herrenstimme vorgelesen.

Jetzt wird sicherlich jeder sagen: “Wo ist jetzt das Problem, musst du ja nur einmal beim starten machen!”

Abgesehen von der sonstigen eher schlechten technischen Umsetzung (max. Auflösung 1024×768, 100% CPU-Time für ein 2D-Adventure, sekundenlange Ladezeiten bei Szenenwechsel) gibt es da ein großes Problem:

Das Spiel ist leider so schlecht programmiert das es so ca. alle 20 Minuten abstürzt.

D.h. wieder hoffen das der Kopierschutz die DVD erkennt, wieder die drei Würfel hernehmen, usw.

Da es auch keine Autosave-Funktion gibt (eigentlich Standard heutzutage) muss man andauernd, wie bei einem Egoshooter, F9 drücken um ein Quicksave zu machen. Einmal vergessen und man hat Pech.

Somit wird ein wirklich tolles Spiel durch technische Probleme und zwei(!) Kopierschutz- mechanismen unspielbar. Selbst das offizielle Forum ist voll von Diskussionen dazu. Wobei hier die offizielle Empfehlung ist die € 0,53/Minute-Hotline anzurufen, obwohl auf meinem Rechner alle anderen Games ohne Probleme laufen (alles aktuell), soll ich noch dafür bezahlen damit der Hersteller sein Spiel in den  Griff bekommt?

Wirklich Schade, vor allem wenn es nicht mal 24 Stunden nach dem Verkaufsstart die Raubkopie Online gab, ohne DVD-Kopierschutz und ohne Würfelschutz.

Da fühle ich mich dann, als zahlender Kunde, verarscht!

Mashup und Partizipation in Kunst und Politik

Internet, Computer undKunst, Design undPolitik, Samstag 29 August 2009 12:55

Gestern durfte ich im Rahmen des Media Sculptures Projektes einen Vortrag mit anschließender Diskussion über “Mashup und Partizipation in Kunst und Politik” halten.

Hier der Vortrag zum “nachschauen”, nach dem starten bitte etwas warten bis die prezi geladen ist und am besten in Fullscreen anschauen:



EDIT: Falls jemand Probleme hat die Präsentation anzuschauen (der Prezi-Player ist noch sehr Beta) hier der direkte Link zur Präsentation.

Da es viele Fragen zu den gezeigten Projekten gab, hier, “in order of appearance”, eine Linkliste:

Danke an alle die gestern mit diskutiert haben und viel Spass beim surfen!

Krems, das Alter und der Tod

Allgemein undPolitik, Donnerstag 27 August 2009 10:19

Irgendwie reicht es mir jetzt: Jedes Mal, wenn in den Medien über die Todesschüsse von Krems gesprochen wird, kommt in den Kommentaren sofort die Argumentation: “Was macht ein 14-jähriger um die Uhrzeit auf der Straße? Selber Schuld, dass er getötet wurde!”.

Dazu muss endlich einmal gesagt werden:

Der Tod des 14-jährigen hat nichts mit seinem Alter zu tun!

Wieso? Ganz einfach, in dem Moment, als der Junge von den Polizisten erschossen wurde, war die Tatsache, das der Einbrecher 14 Jahre alt war, irrelevant. Er hätte auch 18, 25, 45, 62 oder Skifahrer, Baumeister, Ausländer, Inländer, Katholik, Jude, Zeuge Jehovas  oder irgendetwas anderes sein können, er wäre jetzt trotzdem tot.

Das einzige, was er zu dem Zeitpunkt war, ist ein Einbrecher.

Das ist genauso wie wenn man den Angehörigen der Opfer von 9/11 sagt: “Warum ist das Opfer an dem Tag nicht zuhause geblieben?” oder wenn ein Autofahrer, der soeben einen Unfall verursacht hat, sagt: “Warum sind sie nicht schon 10 Minuten früher hier entlang gefahren?”.

Deswegen ist diese oben genannte Argumentation einfach falsch und ein Äpfel mit Birnen Vergleich.

Was würden diese KommentiererInnen schreiben wäre der Bub 19 Jahre alt gewesen? Was wäre dann die Argumentation?

Hier wird versucht eine Argumentationslinie zu bauen die im Endeffekt auf: “Wer als Minderjährige(r) um zwei in der Früh unterwegs ist muss damit rechnen das er/sie erschossen wird” hinausläuft, um damit die Schüsse der Polizisten zu rechtfertigen.

Deswegen fordere ich alle auf diesen Vergleich bleiben zu lassen!

Ich hoffe (ja, ich weiß, sehr naiv) das der Vorfall im Krems lückenlos aufgeklärt wird und die entsprechenden Schlüsse daraus gezogen werden.

Dichand: Wer, wenn nicht er?

Politik, Dienstag 25 August 2009 09:36

Hans Dichand hat in seinem Leben viel erreicht, aber eine Sache, die er immer wollte, gelang ihm eigentlich nie richtig: WIRKLICH die Politik zu bestimmen.

Keine Frage, die Krone hat genug Einfluss, aber einige Sachen konnte er nicht verhindern, so z.B. Wolfgang Schüssel als Bundeskanzler und den Vertrag von Lissabon, um nur zwei aktuellere Beispiele zu nennen. Auch sind 17,7% für Hans Martin bei der Europawahl viel, aber wenn von 3 Millionen LeserInnen nur 500.000 übrig bleiben ist es wenig. Oder, Böse gesagt: 

Berlusconi ist der erfolgreichere Dichand.

Gerade der Lissabon-Vertrag ist Dichand ein Dorn im Auge, deswegen denke ich das Hans Dichand eine “Schwarze Liste” hat, auf der alle Namen der PolitikerInnen stehen, die diesen Vertrag verhandelt oder unterschrieben haben. Diese Liste könnte so aussehen (schön alphabetisch geordnet):

  • Heinz Fischer
  • Alfred Gusenbauer
  • Ursula Plassnik
  • Wolfgang Schüssel

Bis auf den Bundespräsidenten hat Dichand sein Ziel erreicht: alle anderen haben sich aus der Politik (wenn auch nur in dem sie auf einen “Hinterbänkler”-Platz im Parlament sitzen) verabschiedet.

Deswegen behaupte ich:

Dichand will Pröll damit er Fischer von seiner Liste streichen kann!

Da dies, Aufgrund der Reaktionen der  ÖVP, noch nicht fix ist, hier meine Alternative:

Hans Dichand for Bundespräsident!

Und in Anlehnung an ein Wahlplakat von Wolfgang Schüssel:

Entwurf Wahlplakat Hans Dichand

(Schön wäre auch der Wahlspruch Klestils: “Macht braucht Kontrolle” oder Faymanns: “Genug gestritten“  :) )

Bei 3 Millionen LeserInnen müsste er doch locker diese Wahl gewinnen, das richtige Alter hat Dichand und “unabhängig” ist er genauso wie seine Zeitung. Wäre doch, wie heißt es immer so schön: “Ein krönender Abschluss einer erfolgreichen Karriere”.

Dann noch Eva Dichand als Bundeskanzlerin und Dichand lacht über Berlusconi :)

PS: Ich bin immer noch dafür 50% der Krone zu kaufen!

Die Wahlprogramme Deutscher Parteien als Tagcloud

Politik, Montag 17 August 2009 08:26

Im Zuge der Wahl in Deutschland im September habe ich mir mir die “Wahlprogramme” der Opposition (Grüne, FDP, Piratenpartei) bzw. die “Regierungsprogramme” von SPD und CDU/CSU zur Bundestagswahl 2009 angeschaut (wird von allen Parteien als PDF angeboten). Z. B. wie viele Seiten eine Partei braucht um ihre Ideen unterzubringen:

  1. Bündnis 90/Die Grünen 229 Halbseiten (115 A4 Seiten)
  2. CDU/CSU 94 Seiten
  3. SPD 93 Seiten
  4. FDP 86 Seiten
  5. Die Linke 62 Seiten
  6. Piratenpartei 26 Seiten

Die Deutschen Grünen haben entweder das umfangreichste Wahlprogramm oder es ist am schwierigsten erklärt.

Wirklich interessant wird es wenn man die Wahl-/Regierungsprogramme mittels Wordle als Tagcloud darstellt (immer der Text nach dem Inhaltsverzeichnis und ohne Stichwortverzeichnis natürlich):

CDU/CSU
Regierungsprogramm CDU

SPD
Regierungsprogramm SPD

FDP
Wahlprogramm FDP

Die Linke
Wahlprogramm Die Linke

Bündnis 90/Die Grünen
Wahlprogramm Bündnis 90/Die Grünen

Piratenpartei
Wahlprogramm Piratenpartei

Spannend wie sich da angeblich typischen Merkmale bei CDU/CSU (Deutschland) und SPD (Arbeit) abbilden. Die FDP, die das am wenigsten gestaltete PDF-File auf ihrer Webseite anbietet, nennt sich darin dafür am häufigsten. Bei den Grünen ist kein Thema klar dominierend (was mich eigentlich wundert), dafür dominiert die “Krise”. Bei der Piratenpartei erkennt man die klare Fokussierung auf Bürgerrechte und die Linken sprechen von Gesellschaftsthemen.

Lustig finde ich ja wie oft das Wort “müssen” genannt wird, speziell bei den Grünen.

Inhaltlich  finde ich das Wahlprogramm der Piratenpartei am neuesten und innovativsten. Konzentriert auf das Wesentliche und genau diese Nische bespielend in der die Piraten wohl die Experten sind.

Ich bin sehr gespannt wie diese Wahl wohl ausgehen wird und welche Rolle das Internet in diesem Wahlkampf noch spielen wird.

EDIT: Ja, das Grüne Parteiprogramm hat auf jeder Seite den Satz “Aus der Krise hilft nur Grün”, deswegen ist wohl auch “Krise” das häufigste Wort bei den Grünen. Ich bin der Meinung, dass eine Partei, die explizit mit der Krise Parteiwerbung macht, es verdient, dass in der entsprechenden Tagcloud das Wort auch prominent vorkommt, aber wer damit nicht leben kann sollte sich diese Tagcloud anschauen oder sich das “Krise” wegdenken. Die anderen Parteien sind davon nicht betroffen da dort das Layout anders ist, bzw. ich die entsprechenden, offensichtlichen, Wörter (bei der CDU) entfernt habe.

Der ORF, die Grünen und das Sommergespräch

Politik, Mittwoch 12 August 2009 08:28

Ich habe jetzt einige Zeit zu den Grünen Vorwahlen geschwiegen. Nach meiner Ablehnung als Unterstützer war ich eigentlich so wie Gerald motiviert das ich “den Weg durch die Instanzen” gehe um mein Stimmrecht zu bekommen, ich habe auch einen zweiten Unterstützerantrag, vor dem Ablauf der Frist und auf dem offiziellem Formular, den Wiener Grünen zukommen lassen. Antwort dazu habe ich bis jetzt nicht bekommen.

Jetzt, mit einiger zeitlicher und räumlicher Distanz, sieht die Sache für mich anders aus.

Symptomatisch für den Umgang der Grünen mit den Grünen Vorwahlen und mit der angekündigten “Offenheit” sind für mich die Aussagen von Maria Vassilakou gestern im ORF Sommergespräch:


Da stellt Frau Thurnher eine Frage zu den Grünen Vorwahlen und behauptet das diese eine Idee der Grünen selber waren(!), obwohl ich noch letzte Woche von der ORF-Sommerredaktion angerufen wurde da sie wissen wollten ob das Absage-Email von Robert Korbei wirklich echt ist! Irgendwie symptomatisch für den schlechten Journalismus in Österreich.

Maria Viassilakou, die ich bis jetzt immer als Befürworterin der Grünen Vorwahlen gesehen habe (sie war ja auch beim letzten Infoabend dabei), fand es nicht mal die Mühe Wert darauf hinzuweisen das die Initiative NICHT von den Grünen selber ausgegangen ist (was man sehr gut positiv darstellen könnte, wo gibt es das sonst, dass WählerInnen sich engagieren?) , aber das ist nur ein “Nebenthema”.

Was mich wirklich gestört hat war, dass Frau Vassilakou wieder mit Zahlen herum schmeißt die nicht der Wahrheit entsprechen, da ist von 500 neuen Personen die Rede wenn es in Wirklichkeit nur 230 von den Grünen Vorwahlen sind (die in dem Interview angesprochen wurden) und insgesamt nur knapp 400 aufgenommen wurden. Auch schafft sie es nicht zu erklären warum Leute abgelehnt wurden und spricht wieder von Kriterien die, wie immer, nicht erklärt werden können oder dürfen.

Hier verstehe ich nicht warum sie so schlecht vorbereitet in die Diskussion gegangen ist, aber auch das ist symptomatisch für diese Partei.

Apropos Zahlen: lustig finde ich auch die widersprüchlichen Angaben zur Anzahl der Mitglieder/UnterstützerInnen der Wiener Grünen, im April war da von 1400 Personen die Rede, dann hieß es im Jahr kommen 100-200 dazu (dann müssten die Wiener Grünen aber schon viel größer sein), danach hieß es wieder es sind um die 1200.

Gestern sagte Frau Vassilakou es sind um die 1000. Das würde dann heißen, wenn man die Zahlen von Frau Vassilakou ernst nimmt, dass durch die Grünen Vorwahlen die Parteibasis verdoppelt wurde :)

Auch verstehe ich nicht warum Frau Vassilakou nicht offen sagt, dass sie als Klubobfrau der Wiener Grünen keinen Einfluss auf die Entscheidung des Landesvorstandes hat, da sie dort kein Stimmrecht hat. Oder ist dieses komische System zu schwer zu erklären?

Hier zeigt sich das die angebliche Offenheit der Wiener Grünen einfach nicht existiert.

Wenn als einziger konkreter politischer Erfolg in einer 60 Minuten Diskussion nur ein Biomassekraftwerk (das schon vor 2 Jahren eröffnet wurde!) übrig bleibt ist das eher armselig.

Gerade dieses Sommergespräch hat für mich wieder einen Punkt bestätigt:

Bei den Grünen geht es nur um Befindlichkeiten.

Auf allen Ebenen und als einziges Thema.

Und das ist mir einfach zu wenig.

Deswegen habe ich für mich persönlich die Entscheidung getroffen, dass ich, ähnlich wie Martin, mit den Wiener Grünen eigentlich nichts mehr zu tun haben will.

Ich schätze viele Personen sehr die ich im Rahmen der Grünen Vorwahlen kennen gelernt habe (auch von den Grünen!), aber so wie diese Partei momentan funktioniert und agiert kann ich es einfach nicht mit meinen Gewissen vereinbaren mich dort zu engagieren oder sie zu wählen (auch wenn es eigentlich keine Alternativen gibt).

Es ist mir einfach die Energie nicht wert. Leider!

Die ÖBB, die S-Bahn und der Fahrplan

Konsumenten, Montag 3 August 2009 08:02

Die ÖBB hat momentan auf ihrer Nahverkehrsvorzeigestrecke, der Wiener S-Bahn (warum wurde die eigentlich von ein paar Jahren von “Schnellbahn” auf “S-Bahn”, wie in Berlin, umgetauft?) massive Probleme, fast kein Zug ist pünktlich, überall gibt es Baustellen (ich habe schon immer behauptet das die ÖBB ein Bauunternehmen mit angeschlossenem Schienennetz ist). Dazu kommt noch der Blitzeinschlag in ein Stellwerk bei dem vorher die Blitzableiter von Metalldieben gestohlen wurden  :) .

Deswegen hat die ÖBB am 27.7. eine Kommunikationsoffensive gestartet. Permanente Durchsagen mit Entschuldigungen, angeblich MitarbeiterInnen am  Bahnsteig, die den KundInnen sagen wann welcher Zug ausfällt, usw.

Herzstück dazu ist ein “Baustellensonderfahrplan”, der in allen Stationen der Wiener S-Bahn aufgehängt wurde:

Baustellensonderfahrplan

Soweit so gut, leider ist dieser “Baustellensonderfahrplan” ein Lehrbeispiel für schlechtes Infodesign.

Hier ein Beispiel: Der “Baustellensonderfahrplan” ist gültig von 27.7.2009 bis 6.9.2009. In dem Fahrplan sind einige Züge grün unterlegt (Gratulation an die ÖBB für die Einführung von Farben im Fahrplan!), wie z. B. diese S2, die täglich um 8:41 Uhr fährt:

Grün unterlegter Zug im Fahrplan

Da denkt man natürlich an was Gutes, in einem Fahrplan, der mich darauf aufmerksam machen sollte welche Züge ausfallen, bedeutet Grün doch, dass ich da auf der sicheren Seite bin, oder?

Nun ja, man sollte einen Blick auf die Legende des Fahrplans werfen:

legende des Baustellensonderfahrplans

Hier wird klar das diese S2 in gesamten Zeitraum, in dem der “Baustellensonderfahrplan” gültig ist, kein einziges Mal fährt!

Da frage ich mich: Warum steht der Zug dann überhaupt auf dem Fahrplan?

Solche Beispiele gibt es jede Menge auf diesem sinnlosen Stück Papier, auch sind die anderen Farbenspiele undurchschaubar. Es war gestern wirklich faszinierend den KundInnen der ÖBB zuzuschauen wie sie vor dem “Baustellensonderfahrplan” verzweifelt sind. Noch dazu hat sich niemand bei der ÖBB die Mühe gemacht zu markieren in welcher Station man sich gerade befindet, die meisten BetrachterInnen scheitern, aufgrund des schlechten Designs, schon an dieser Aufgabe.

Dazu kommt noch das meistens rechts oder links neben dem “Baustellensonderfahrplan” (ich liebe dieses Wort :) ) folgendes hängt:

Sonderinformationen der ÖBB

Eine lose Anhäufung von Informationen zu Sperren, Zugausfällen, Verspätungen, etc. Da stellt sich natürlich die große Frage:

Sind diese Informationen jetzt in den “Baustellensonderfahrplan” eingebaut oder nicht?

Ersichtlich wird das nicht. Wenn ja dann bitte abhängen oder darauf hinweisen!

Also, liebe ÖBB, eine Informationsoffensive wäre wirklich angebracht, aber bitte holt euch dafür jemanden der sich damit auskennt, so ist das Chaos pur!

Mehr Infos zum “Baustellensonderfahrplan” und noch jede Menge weitere seltsame PDF-Files gibt es hier.

UPDATE: Online findet man bei der Fahrplanauskunft weiterhin alle bis 6.9. ausfallenden Züge so wie wenn sie ganz normal unterwegs wären!

Flatz: “Demontage XI”, 1991

Kunst, Design, Dienstag 28 Juli 2009 09:46

Durch Zufall sah ich gestern ein Video über Flatz, dabei erinnerte ich mich an seine wirklich sehenswerte Performance 1991 bei der Ars Electronica, hier das Video zum “nachschauen”, unbedingt bis zum Ende ansehen!


Mehr Demontagen findet man auf der Homepage von Flatz, dort findet man auch Infos zu seinem relativ bekannten Projekt “Hitler, ein Hundeleben“.