Hubert Sielecki, Filmemacher und Leiter des Lehrstudios für Animationsfilm in der Meisterklasse Ludwig Attersee auf der Angewandten, hat seit kurzem sein gesamtes Werk auf Youtube gestellt.
Darunter befinden sich so bekannte Arbeiten wie die “Maria Lassnig Kantate” aus dem Jahr 1992, aber auch das schöne “Österreich !” aus dem Jahr 2001, absolut Sehenswert:
In der Galerie Christine König (Map) läuft seit Donnerstag die Ausstellung “Cafe Paparazzi” von G.R.A.M.
G.R.A.M., eine 1987 in Graz gegründete Künstlergruppe, wird auf dem Grazer Kulturserver wie folgt beschrieben:
Über bewusst gewählte Ausschnitte aus der Fülle medialer Bildwelten, agiert G.R.A.M. ,,nach Motiven von Politiken der Sichtbarkeit” (Reinhard Braun) und betreibt ein sinnlich-subversives Spiel mit (negativer) Berühmtheit, mit Heroismen, Pathos, mit Triumphen und Tragödien, die – nicht nur – Massen bewegen.
Die in Wien gezeigten Arbeiten stammen aus der 1997 begonnenen Serie “Paparazzi” und zeigen Fotos von Prominenten, Doubles und unbekannten in klassischer Paparazzi-Manier, von G.R.A.M. selbst “geschossen”. Dazu aus dem Pressetext der Ausstellung:
G.R.A.M. liefert mit der seit über einem Jahrzehnt andauernden Bildserie PAPARAZZI einen eigenständigen Beitrag zum medial beschworenen „Ende der Privatheit“. Alle Bilder sind von der Künstlergruppe selbst aufgenommen, durch die Vermengung von Prominenz (z.B. Barack Obama, David Beckham, Kate Moss oder Paris Hilton) und Nicht-Prominenz entsteht ein visuelles Dickicht, in dem es keine Sicherheiten zu geben scheint.
Die in Hollywood, New York, Cannes, Nizza, Monte Carlo, London, Wien, Berlin oder Graz “geschossenen” Bilder simulieren Realitäten, die nur in den Köpfen der Betrachter existieren. Die verinnerlichten Codes der Massenmedien erleichtern das Einschwenken auf falsche Fährten.
Leider findet man nur sehr wenig über G.R.A.M. im Internet, hier ein Foto aus der Paparazzi-Serie das man auch kaufen kann:
Die Ausstellung läuft noch bis 1. August und ist wirklich sehenswert, auch gibt es einen tollen Katalog (mit einer Einleitung eines alten Freundes, Reinhard Braun) dazu!
In der sehr guten, noch bis 26. April laufenden, Ausstellung “Biennale Cuvée 2009″ im Offenen Kulturhaus in Linz zeigt Taryn Simon Teile ihre Arbeit “Index of the Hidden and Unfamiliar”, 2004-2007.
Diese 60 Fotos zeigen Orte und Dinge des amerikanischen Lebens und der nationalen Identität, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. So z.B. Endlager für radioaktiven Abfall, Container in denen Leichen darauf hoffen das sie, wenn die Medizin soweit ist, wieder belebt werden, Essen das am Flughafen JFK den Reisenden abgenommen wurden, Playboy-Ausgaben in Blindenschrift, Fotos der Kunst die im CIA-Hauptgebäude hängt, usw.
Eigentliche journalistische Themen, aber durch die aufwendig aufgenommenen und hochwertig produzierten Fotos ergibt sich eine eigenartige Vermischung zwischen Kunst, Design und Journalismus. Denn zusammen mit dem Text, der meistens neben dem Foto hängt und erklärt was da so toll abgebildet ist, entsteht eine sehr eigenartige Atmosphäre.
White Tiger (Kenny) Turpentine Creek Wildlife Refuge Eureka Springs, Ark.: In the United States, all living white tigers are the result of selective inbreeding to artificially create the genetic conditions that lead to white fur, ice-blue eyes and a pink nose. Kenny was born in the care of a breeder in Bentonville, Ark., on Feb. 3, 1999. As a result of inbreeding, Kenny is mentally retarded.
Auf YouTube gibt es ein Video bei dem die Erklärung zu einigen Fotos vorgelesen wird:
Und bei Amazon gibt es ein Buch mit allen 60 Fotos.
Mein Wunsch, den ich hier geäußert hatte, wurde erhört:
Finde die Nummer ja lustig, Peter Weibel in einer Telefonzelle und am Graben singend, sehr New Wavig
1990 gab es im U4 eine Veranstaltung (bei der Franz Xaver und ich zwei Videoinstallationen zeigten) namens “More Media Torture” wo die Nummer Live auf der Bühne gespielt wurde und Peter Weibel, singend ein paar Tage vorher auf Video aufgenommen (unter dem Vorwand er hat Lokalverbot im U4, in Wirklichkeit musste er an dem Abend ins Ausland ), zugespielt wurde. Muss mal Fadi fragen ob es da noch ein Video gibt
Ina Zwerger, Leiterin der Radiokolleg-Reihe in Ö1 und Armin Medosch haben eine spannende Mischung von Leuten eingeladen die, so hoffe ich, abseits des ganzen Hypes eine andere Sichtweise auf die, meiner Meinung nach sehr schwammig definierte, Themenwelt “Creative Industries” geben werden.
Los geht es, bei freiem Eintritt, um 14:00, wird sicherlich ein interessanter Nachmittag!
Da Zbigniew Rybczynski vor kurzem 60 geworden ist hier eine seiner Werke, “Tango” aus dem Jahr 1980:
Vor allem das Ende ist eine sehr schöne Auflösung!
Nach diesem Film widmete sich Rybczynski dem Video und nutzte sofort die neuesten Technologien (z. B. HDTV) um damit zwar manchmal etwas langatmige, aber dennoch beeindruckende Werke wir z.B. “Steps” (hier ein Ausschnitt), zu machen.
Bekannt wurde er als Regisseur von Musikvideos wie z. B. diesem:
Hier gibt es eine kleine Playlist mit Videos auf Youtube, leider findet man nur sehr wenig im Internet.
Schon oft daran vorbeigefahren, heute endlich mal ein Foto gemacht:
Ist wohl eine Arbeit von Martin Kitzler wie man diesem Text entnehmen kann (das Original-PDF ist wohl nicht mehr vorhanden):
dieses schriftbild bezieht sich auf den kommunalen wohnungsbau in wien zwischen 1950 und 1980. als künstlerförderung durften bildhauer in parks und grünanlagen ihre skulpturen aufstellen. dabei handelte es sich sehr oft um nette „bären- und seelöwenmotive“. die maler hingegen konnten ihre bilder mittels mosaiktechnik an die wand bringen. so entstanden über 3000 mosaike an wiens wohnhausanlagenfassaden – und nicht alle waren gut. deswegen wollte ich mit diesem schriftbild kritik an dem umgang mit kunst im öffentlichen raum zu jener zeit üben.
Gibt’s zwar schon länger, habs aber erst jetzt installiert und bin begeistert:
Das Firefox-Plugin funktioniert ganz einfach, im Zusammenspiel mit “Adblock Plus” werden Werbebanner auf fast allen Seiten entfernt. Aber die “Plätze” bleiben nicht leer sondern werden mit wechselnden Kunstausstellungen bespielt.
Alle paar Wochen gibt es eine neue “Ausstellung”, die natürlich auf die Standard-Bannerformate angepasst ist.
Als Beispiel hier TechCrunch, zuerst die Seite mit “klassischer” Onlinewerbung:
Nun die gleiche Seite mit einem Banner von Graham Harwood, die Arbeit hat den Titel “Rehearsal of Memory“:
Das ganze funktioniert natürlich auch auf deutschsprachigen Seiten. Hier der Spiegel Online, einmal mit “klassischer” Werbung, einmal mit Melinda Rackhams “line“:
Die aktuelle Ausstellung stellt neben den gerade erwähnten Beispielen noch andere “Klassiker” der Net-Kunst vor, so z. B. Arbeiten von jodi oder Vuk Cosic.
Mir gefällt die Idee sehr gut, warum nicht diese “Räume” anders bespielen!
Auch haben diese Banner einen Vorteil: Man kann NICHT draufklicken!
Ich finde ja solche Diskussion sehr gut, sie zeigen das die Kunst und Kultur doch irgendwie noch in den Köpfen der Menschen ist.
Jetzt gibt es einen europaweiten Kunstskandal!
Der “böse” tschechische Künstler David Cerny hatte den Auftrag für Brüssel ein Kunstwerk zu schaffen das alle EU-Staaten repräsentiert und dazu sollte er auch KünstlerInnen eben aus diesen 27 EU-Staaten einladen. Gemacht hat er etwas ganz anderes: Niemanden eingeladen und alles selber gemacht (erinnert mich an die Peter Weibel-Ausstellung “Inszenierte Kunstgeschichte” 1988 im MAK).
Der Name des Kunstwerkes: “Entropa”
Groß war und ist die Aufregung, einzelne Staaten fordern eine Entschuldigung (die es auch schon gibt), usw.
Was ich aber weitaus interessanter finde: Schon bei der “Willkommen Österreich”-Sache (die ich total harmlos finde) war es so das die eigentliche Sendung von knapp 200.000 Menschen gesehen wurde, die Diskussion dazu im Fernsehen sahen aber doppelt so viele Menschen. Genau das gleiche passiert jetzt mit “Entropa”: Es gibt nur ganz wenig Fotos bzw. Videos davon, keiner erklärt die Intention dahinter, usw. jeder redet über etwas das er/sie nicht kennt.
Deswegen habe ich mal versucht mehr Infos zu dem Kunstwerk selber zu finden, hier ein sehr schönes Video auf YouTube (unbedingt in HD ansehen):
Schön wäre zu wissen was in dem Folder, den gegen Ende des Videos die Besucher in der Hand halten, steht!
Auf FLickr gibt es nur sehr wenig, hier eine Frontansicht, das Foto selber ist aber von Reuters:
Ich finde ja die Arbeit sehr gelungen, der Baukasten Europa passt genau. Ich muss auch zugeben das so aus dem Kontext gerissen ich viele Länder nicht Aufgrund des Umrisses erkenne, bei einigen aber die Assoziation (Ikea für Sschweden) sehr treffend ist. Auch muss klar sein das die Darstellung Österreichs (vier Atommeiler in der grünen Wiese) aus Tschechischer Sicht sicherlich ein guter Kommentar ist.
Ich Bin gespannt wie sich diese Diskussion weiter entwickelt!
In Berlin sind bis 21. Februar 2009 im Hauch of Venison Installationen von Bill Viola zu sehen.
Bill Viola ist wohl einer der wichtigsten Video- und Medienkünstler, der seit den 80er fest im Kunstdiskurs und Kunstbetrieb verankert ist.
Im großen Raum der tollen Galerie sieht man die Projektion “The Messenger” (1996):
In den weiteren Räumen sie sind einige sehr beeindruckende Arbeiten auf LCD-Monitoren in verschiedenen Größen zu sehen, wobei mich am meisten die Arbeit “Small Saints” auf sechs kleinen OLED-Panels beeindruckt hat. Zu sehen sind jeweils Personen die durch einen Regenvorhang schreiten und dabei in Zeitlupe von ihrem “Geistbild” ins Farbbild wechseln um anschließend wieder als Geist hinter dem Vorhang zu verschwinden.
Diese Arbeiten sind Weiterentwicklungen von “Ocean without a Sea” das auf der letzten Biennale in Venedig gezeigt wurden, hier eine Doku dazu:
Wobei ich es sehr spannend fand das die neue Arbeiten ohne Ton sind, dadurch werden sie noch präziser. Hier ein Foto von der Galerie-Webseite auf dem man die OLED-Panels im Vergleich zu einem LCD-Schirm sieht:
Absolut Sehenswert, ich war nur zu begeistert um selber Fotos von den Werken zu machen