Schon oft daran vorbeigefahren, heute endlich mal ein Foto gemacht:
Ist wohl eine Arbeit von Martin Kitzler wie man diesem Text entnehmen kann (das Original-PDF ist wohl nicht mehr vorhanden):
dieses schriftbild bezieht sich auf den kommunalen wohnungsbau in wien zwischen 1950 und 1980. als künstlerförderung durften bildhauer in parks und grünanlagen ihre skulpturen aufstellen. dabei handelte es sich sehr oft um nette „bären- und seelöwenmotive“. die maler hingegen konnten ihre bilder mittels mosaiktechnik an die wand bringen. so entstanden über 3000 mosaike an wiens wohnhausanlagenfassaden – und nicht alle waren gut. deswegen wollte ich mit diesem schriftbild kritik an dem umgang mit kunst im öffentlichen raum zu jener zeit üben.
Gibt’s zwar schon länger, habs aber erst jetzt installiert und bin begeistert:
Das Firefox-Plugin funktioniert ganz einfach, im Zusammenspiel mit “Adblock Plus” werden Werbebanner auf fast allen Seiten entfernt. Aber die “Plätze” bleiben nicht leer sondern werden mit wechselnden Kunstausstellungen bespielt.
Alle paar Wochen gibt es eine neue “Ausstellung”, die natürlich auf die Standard-Bannerformate angepasst ist.
Als Beispiel hier TechCrunch, zuerst die Seite mit “klassischer” Onlinewerbung:
Nun die gleiche Seite mit einem Banner von Graham Harwood, die Arbeit hat den Titel “Rehearsal of Memory“:
Das ganze funktioniert natürlich auch auf deutschsprachigen Seiten. Hier der Spiegel Online, einmal mit “klassischer” Werbung, einmal mit Melinda Rackhams “line“:
Die aktuelle Ausstellung stellt neben den gerade erwähnten Beispielen noch andere “Klassiker” der Net-Kunst vor, so z. B. Arbeiten von jodi oder Vuk Cosic.
Mir gefällt die Idee sehr gut, warum nicht diese “Räume” anders bespielen!
Auch haben diese Banner einen Vorteil: Man kann NICHT draufklicken!
Ich finde ja solche Diskussion sehr gut, sie zeigen das die Kunst und Kultur doch irgendwie noch in den Köpfen der Menschen ist.
Jetzt gibt es einen europaweiten Kunstskandal!
Der “böse” tschechische Künstler David Cerny hatte den Auftrag für Brüssel ein Kunstwerk zu schaffen das alle EU-Staaten repräsentiert und dazu sollte er auch KünstlerInnen eben aus diesen 27 EU-Staaten einladen. Gemacht hat er etwas ganz anderes: Niemanden eingeladen und alles selber gemacht (erinnert mich an die Peter Weibel-Ausstellung “Inszenierte Kunstgeschichte” 1988 im MAK).
Der Name des Kunstwerkes: “Entropa”
Groß war und ist die Aufregung, einzelne Staaten fordern eine Entschuldigung (die es auch schon gibt), usw.
Was ich aber weitaus interessanter finde: Schon bei der “Willkommen Österreich”-Sache (die ich total harmlos finde) war es so das die eigentliche Sendung von knapp 200.000 Menschen gesehen wurde, die Diskussion dazu im Fernsehen sahen aber doppelt so viele Menschen. Genau das gleiche passiert jetzt mit “Entropa”: Es gibt nur ganz wenig Fotos bzw. Videos davon, keiner erklärt die Intention dahinter, usw. jeder redet über etwas das er/sie nicht kennt.
Deswegen habe ich mal versucht mehr Infos zu dem Kunstwerk selber zu finden, hier ein sehr schönes Video auf YouTube (unbedingt in HD ansehen):
Schön wäre zu wissen was in dem Folder, den gegen Ende des Videos die Besucher in der Hand halten, steht!
Auf FLickr gibt es nur sehr wenig, hier eine Frontansicht, das Foto selber ist aber von Reuters:
Ich finde ja die Arbeit sehr gelungen, der Baukasten Europa passt genau. Ich muss auch zugeben das so aus dem Kontext gerissen ich viele Länder nicht Aufgrund des Umrisses erkenne, bei einigen aber die Assoziation (Ikea für Sschweden) sehr treffend ist. Auch muss klar sein das die Darstellung Österreichs (vier Atommeiler in der grünen Wiese) aus Tschechischer Sicht sicherlich ein guter Kommentar ist.
Ich Bin gespannt wie sich diese Diskussion weiter entwickelt!
In Berlin sind bis 21. Februar 2009 im Hauch of Venison Installationen von Bill Viola zu sehen.
Bill Viola ist wohl einer der wichtigsten Video- und Medienkünstler, der seit den 80er fest im Kunstdiskurs und Kunstbetrieb verankert ist.
Im großen Raum der tollen Galerie sieht man die Projektion “The Messenger” (1996):
In den weiteren Räumen sie sind einige sehr beeindruckende Arbeiten auf LCD-Monitoren in verschiedenen Größen zu sehen, wobei mich am meisten die Arbeit “Small Saints” auf sechs kleinen OLED-Panels beeindruckt hat. Zu sehen sind jeweils Personen die durch einen Regenvorhang schreiten und dabei in Zeitlupe von ihrem “Geistbild” ins Farbbild wechseln um anschließend wieder als Geist hinter dem Vorhang zu verschwinden.
Diese Arbeiten sind Weiterentwicklungen von “Ocean without a Sea” das auf der letzten Biennale in Venedig gezeigt wurden, hier eine Doku dazu:
Wobei ich es sehr spannend fand das die neue Arbeiten ohne Ton sind, dadurch werden sie noch präziser. Hier ein Foto von der Galerie-Webseite auf dem man die OLED-Panels im Vergleich zu einem LCD-Schirm sieht:
Absolut Sehenswert, ich war nur zu begeistert um selber Fotos von den Werken zu machen
1993 organisierte Christine Meierhofer mit der Unterstützung von HILUS ein Projekt an dem 45 MedienkünstlerInnen teilnahmen. Die Idee war recht simpel: Jede(r) macht eine Computeranimation und gibt das letzte Bild dieser Animation an den/die nächste(n) in der Kette weiter.
Herausgekommen ist ein 21 minütiges Video:
Fast alle Animationen sind auf Amigas gemacht worden, war damals “State of the Art”.
Hier noch die Liste der TeilnehmerInnen (in der Reihenfolge des “Auftretens”), ist interessant zu sehen wer 15 Jahre später immer noch im Kunstbetrieb ist, ich habe versucht Homepages zu finden:
Am Hof, in der Wiener Innenstadt, gibt es seit Oktober jeden Abend, so zwischen 17:00 und 18:00 Uhr, dass gleiche Schauspiel: Passanten stehen verdutzt vor dem Verbund-Gebäude, Kinder toben sich aus und Touristen fangen an zu fotografieren. Warum? Um diese Uhrzeit wird jeden Tag die neue Installation von Olafur Eliasson, “Yellow Fog”, eingeschaltet!
Gelb angestrahlter Nebel steigt aus dem Boden hoch und sollte eigentlich die Wände hochkriechen, aber da Wien im Herbst sehr windig ist verweht es den Nebel in alle Richtungen, ist aber ebenso sehenswert:
(Leider hat die Kamera Probleme das intensive Gelb richtig wieder zu geben)
Eliasson ist bekannt geworden durch seine wunderbare aufgehende Sonne in der Tate Modern (“The Weather Project”, 2003/04) und hat heuer in New York Wasserfälle aufgestellt.
Wer mal am Hof in Wien ist (z. B. beim Weihnachtsmarkt dort) sollte sich das Schauspiel nicht entgehen lassen!
In Schwechater dient dieses ästhetische Credo als Kern der gesamten formalen Konstruktion. Zutiefst ist der visuelle Eindruck, den der Film hinterlässt, vom Charakter des Momenthaften des einzelnen Kaders durchtränkt. Der objektiv vorhandene Zeitverlauf wird in der schleifenförmigen Wiederholung aller Bewegungen aufgehoben: Schwechater macht das Rasen der Zeit im Moment sichtbar.
Kubelka konstruierte in Schwechater, gegen alle Sachzwänge, ein semi-abstraktes Gedicht für Seh- und Hörsinn, einen genau kontrollierten Bilderserientanz, zugleich ein Traktat über die ungeheuerlichen Möglichkeiten des Kinos.
Schwechater wollte damals einen Werbespot haben und bekam diesen, etwas mehr als eine Minute langen, Film. Soweit ich weiß wurde er auch als Werbung ausgestrahlt und war sehr wichtig für die Kunstentwicklung/den Kunstdiskurs Ende der 50er in Österreich.
Der ORF ist ja stolz auf seinen Hochmodernen Newsroom. Ich habe ihn selber live gesehen und der macht schon was her, alleine die Rückseite der Monitorwand (Technik ohne Ende) zeigt schon das sie sehr sehr teuer war (das war sie auch). Was ich aber nicht verstehe:
Wenn schon so ein toller Newsroom, warum spiegelt sich im “Zeit im Bild“-Tisch alles?
Das ist nur ein Beispiel, hier noch ein paar aus der gestrigen ZIB1:
Ich verstehe es nicht, soll das so sein? Schaut doch irgendwie eigenartig aus, oder?
Anscheinend hat der Tisch extra dafür eine schwarze Oberfläche, wie man am Ende der ZIB sieht:
Weiß jemand ob das so sein soll? War das immer schon so? Oder ist der Tisch wieder einmal geputzt worden?