Jetzt ist die Plakat-Aktion von Christoph Chorherr (siehe auch hier) in den “alten” Medien (z. B. Fernsehen) angekommen, was nun?
Ich denke es ist mal Zeit darüber kurz zu reflektieren, es wurde viele Entwürfe gemacht, viel darüber geschrieben usw.
Deswegen lasst uns mal die Entwürfe in Ruhe anschauen, z. B. hier.
Wenn man diese Plakate so durchgeht sieht man fast nur Dinge die sich mit der Vergangenheit beschäftigen und/oder eine große Koalition verhindern wollen (einige erinnern mich stark an Plakate der 20er des letzten Jahrhunderts). Irgendwie wird bei den Entwürfen (fast) kein neues Thema angerührt, ich hoffe auch das die Grünen mehr zu bieten haben als “Wir verhindern eine große Koalition”!
Was ich vermisse ist der Blick in die Zukunft!
Deswegen finde ich ja die Aktion von Christoph Chorherr so schön, da es auch darum geht eine Perspektive zu ermöglichen um wichtige Fragen zu stellen:
Was wollen wir von der Politik?
Wie soll das Zusammenspiel/die Kommunikation der PolitikerInnen und der Bevölkerung funktionieren?
Wie definiert sich Politik in einer globalisierten, informierten Welt?
Warum ist Politik für uns alle wichtig?
Welche Kanäle werden dafür benötigt, welche nicht?
Wahrscheinlich ist das jetzt die erste Phase eines Weges den wir gemeinsam gehen müssen. So lasst uns diese Aktion doch als Anstoss sehen:
Das Ziel kann nicht sein das mein Plakat im Fernsehen gezeigt wird (erinnert mich irgendwie an “15 minutes of fame“), das Ziel muss sein das auch meine/unsere Themen in einem politischen Prozess diskutiert und umgesetzt werden!
Wie kann z. B. die Kommunikation zwischen PolitikerInnen und der Bevölkerung wieder funktionieren? Mit, aber auch abseits der “alten” Medien. Hier gibt es ja unendlich viele Berührungsängste und von allen Seiten Micro-Zielgruppen zu bedienen um den Selbsterhalt zu sichern.
Darum lasst uns in den Blogs, Foren, Chats, Micro-Blogs, auf Twitter, Flickr, YouTube, Facebook, Myspace in allen anderen Communities, wo auch immer darüber reden! Lösungen brauchen gerade bei diesen Themen Gespräche und im Moment traut weder die Bevölkerung den PolitikerInnen noch die PolitikerInnen der Bevölkerung die Diskussionsfähigkeit zu.
Es geht jetzt nicht um Partei X oder Partei Y sondern um die Zukunft, denn wie Christoph Chorherr richtig meinte: “Was passiert nach der Wahl?”, egal wie diese ausgeht.