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Archiv des Tags ‘Grüne’

Meine Laudatio beim Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten

Internet, Computer undPolitik, Sonntag 15 November 2009 11:05

Gestern wurde im Figurentheater Lilarum mit einer fullminanten Show zum ersten Mal der “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” vergeben.

Ich hatte die Ehre mit den Wiener Grünen auch den “Sieger” des Abends nominieren zu dürfen und ziehe meinen Hut vor Christoph Chorherr, der den Preis vor Ort entgegen nahm.

Hier meine Nominierungsrede, mit den Powerpoint Overheadfolien eingebaut, alle Zitate findet man in den Reaktionen auf die Grünen Vorwahlen:

Morgen, Sonntag (Anm.: 15. November 2009), hätte ein historischer Tag werden können.

Es hätte der Tag sein können an dem die Wiener Grünen auf ihrer Landesversammlung erfolgreich einen Vorwahlkampf um die Plätze für die Gemeinderatswahlen nächstes Jahr abschließen und mit vielen neuen Unterstützerinnen, Unterstützern, Mitgliedern und mit viel Aufmerksamkeit im Internet und in der Presse gestärkt in den kommenden Wahlkampf in Wien gehen.

So habe ich mir das vorgestellt als ich Anfang April von der Idee der Grünen Vorwahlen hörte. Eine Idee, die von den Grünen selber stammt:

Reformvorschlag: Grüne Vorwahlen.

Damals dachte ich, dass die Aufnahme als Unterstützerin und Unterstützer der Wiener Grünen ein reiner Formalakt sei. Mir persönlich war der Gedanke völlig fremd das eine Partei auch nur auf die Idee kommen könnte, Personen, die helfen, hundertausenden von Menschen in Österreich zu zeigen, dass diese Partei wirklich ihre Basis ernst nimmt, abzulehnen. Auch viele Wiener Grüne signalisierten Freude an der Idee von Vorwahlen:

Diese Initiative ist aber auch eine große Chance für die Demokratie als Ganzes.

Die Initiatoren Jana Herwig, Helge Fahrnberger, Martin Schimak und Michael Schuster, sowie das mit der Zeit um Nicky Bäck, Susanne Zöhrer, Gerald Bäck und mich erweiterte Team dachten immer, das größte Problem wird sein, für den langen Zeitraum bis Mitte Juli genügend Öffentlichkeit zu haben um vielleicht so um die 200 Unterschriften zu sammeln.
Doch plötzlich passierte etwas, womit wir alle nicht gerechnet hatten:

Dieser Passus war nie dafür, wofür er jetzt verwendet wird, gedacht gewesen.

Hat sich die Initiative Vorwahlen im schwierigsten Bereich der Grünen Innenpolitik eingemischt: die Mandatsvergabe.

Wißt ihr, dass aktive Unterstützung der Grünen erstmal nötig ist, um überhaupt UnterstützerIn werden zu können?

Plötzlich zeigte sich, dass die sogenannte „Internetpartei“ ganz und gar nicht das lebt, was sie predigt und Großteils keine Ahnung vom Kommunizieren im Internet hat:

 Wenn ich den Christoph richtig verstanden habe, dann arbeitet ihr mit so kleinen automatischen Benachrichtigungen, die sich melden wenn irgendwer zu einem bestimmten Thema etwas hinterlassen hat. Das finde ich richtig gut. Aber ich und der Großteil von uns arbeitet nicht so.

Jetzt müßte ich technisch wohl in der Lage sein das Wort „Marsch“ als Link zu benutzen. Vielleicht geht es aber auch, wenn ich sage, dass es etwas dazu auf der Website der Wiener Grünen gibt.

Da brachen Gräben auf! Plötzlich bekamen die Wiener Grünen Angst! Da wurden einige 10.000 Visits auf einer Webseite mit dem Verteilen von Flyern „aufgewogen“:

Jedes Medium erreicht Menschen, sogar unsere Flyer, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt verteilt werden.

Der Landesvorstand war nicht mehr imstande eine so einfache Entscheidung, wie die Annahme eines Unterstützungsantrages, wo die Antragstellerin, der Antragsteller unterschreiben, dass sie aktiv mitarbeiten wollen, zu treffen:

Man kann und darf es natürlich für einen großen Fehler halten Leute abzulehnen, genauso wie man das Gegenteil für einen Fehler halten darf, überhaupt darauf einzugehen.

Dass ihr uns nur so wahrnehmt ist total unser Problem, was ich vollkommen ernst meine.

Begreife ich mich als Teil der Grünen oder bin ich eigentlich nur WählerIn und sehe ich mich nicht als Teil der Grünen.

Die Reaktionenseite auf „gruenevorwahlen.at“ wurde immer größer, immer mehr Menschen verstanden die Welt nicht mehr, was passiert da in „ihrer“ Partei? Die Presse interessierte sich mehr und mehr für die Initiative, wobei wir nie auch nur einen Euro für Medienarbeit ausgegeben haben. Hierzu ein kleiner Vergleich: Der Beitrag im ORF-Report hatte fast 100.000 Zuschauer mehr als das Sommergespräch mit Maria Vassilakou.

Plötzlich wurde öffentlich gefragt, wann Anträge angenommen werden und niemand konnte glauben, dass die Wiener Grünen Personen ablehnen werden. Erklärungsnotstand machte sich breit, jede Regung der Partei wurde im Internet heftig diskutiert:

Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.

Ablehnung und Annahmen werden sich einigermaßen die Waage halten.

Wir haben von den hunderten Anträgen, die großteils über das Internet eingetrudelt sind, drei Viertel positiv bearbeitet.

Am Schluss wurden gerade einmal 52% der 445 Anträge angenommen, Lukas Wurz sollte Wahrsager werden.

Auch Verschwörungstheorien wurden öffentlich zum besten gegeben:

Es gibt eine Hidden Agenda.

Aber auch wunderbare Kommentare zur politischen Ausrichtung der Wiener Grünen gab es:

Weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht intern, weil wir momentan in Wien eher so was sind wie linke Grüne.

Unter den „noch nicht“ oder „leider nein“ Unterstützern, aber auch unter den angenommenen machte sich Frust breit, der sich heftig im Internet widerspiegelte. Aber zu diesem Zeitpunkt hat sich die Kommunikation des Landesvorstands schon längst auf Durchhalte- bzw. Kampfparolen reduziert, die entsprechend kommentiert wurden:

„Der Vorstand könne anhand der eingereichten Unterlagen erkennen, wie sich die VorwählerInnen entwickeln werden“ Ist er der liebe Gott?

Auch wurde in den ausgeschickten Ablehnungsschreiben die eigene Partei „verleugnet“:

Die Grünen gibt es nicht.

Oder Ihre Ziele „definiert“:

Es ist ein wichtiger Zwang für eine Partei mehr Wählerinnenstimmen zu bekommen, aber kein notwendiger.

Die unprofessionelle Kommunikation des Landesvorstandes und anderer Teile der Wiener Grünen ließ kein Fettnäpfchen aus, als Beispiel sei nur die eilig einberufene Pressekonferenz genannt, wo man bekannt gab, Aufnahmekriterien zu haben, diese aber den anwesenden Journalisten leider nicht mitteilen konnte. Transparenz ist alles!

Fazit: Alles in allem bleibt ein viermonatiges Kommunikationsdisaster der Wiener Grünen übrig und so kam es wie es kommen mußte: viele, die mitarbeiten wollten, haben sich von der Partei abgewandt und sind zutiefst enttäuscht.

Das wird auch in Zukunft noch Auswirkungen haben. Man darf gespannt sein, wie oft die „Grünen Vorwahlen“ nächstes Jahr im Wiener Wahlkampf ein Thema sein werden.

Auch hat die Partei gezeigt, dass sie keine Ahnung im Umgang mit dem Internet hat und auch jetzt – nach acht Monaten – eigentlich nichts dazugelernt hat. Siehe etwa die Website „ichkandidiere.at“.
Zum Schluss das wunderbare Fazit des Landesgeschäftsführers der Wiener Grünen über die Grünen Vorwahlen:

Der Vorstand hat, obwohl von vielen Seiten auf ihn eingehackt, gezogen und gedrückt wurde, den Überblick behalten und einen Weg entschieden, der niemanden wirklich zufrieden stellt.

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Und so nominiere ich die Wiener Grünen für den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten.

EDIT: Christoph Chorherr hat auf der Landesversammlung den Preis an den Landesgeschäftsführer Robert Korbei übergeben übergeben:

Christoph Chorherr übergibt den Preis an Robert Korbei

EDIT2: Heute, am Tag der Landesversammlung, wird “ichkandidiere.at” gut eingesetzt um die Wahlergebnisse zu präsentieren, wobei die nummerischen Ergebnisse noch schön wären.

Warum ich nicht mehr Grün wählen kann

Politik, Freitag 25 September 2009 11:05

Wie ja einige wissen wurde ich, im Rahmen der Grünen Vorwahlen,  als Grüner Unterstützer abgelehnt. Ich habe damals, rechtzeitig vor der letzten Sitzung des Landesvorstandes der Wiener Grünen in der noch Unterstützeranträge behandelt wurden damit die möglichen UnterstützerInnen am 15. November bei der Landesversammlung mitwählen können (vier Monate Sperrfrist), einen zweiten Antrag als Unterstützer gestellt. Auf dem offiziellem Formular, mit Angabe wo ich mich einbringen kann, usw.

Der Sommer verstrich, ich hörte nichts von den Wiener Grünen.

Über zwei Monate (!) später, Anfang September, erhielt ich einen Anruf von den Wiener Grünen bezüglich meines Unterstützerantrages. Ich sagte das ich diesen doch damals rechtzeitig geschickt hätte, das wurde mir auch am Telefon bestätigt. Auf meine Frage warum er dann damals nicht erledigt wurde erhielt ich als Antwort:

“Da hat sich keiner drübergetraut, deswegen wurde dein Antrag unerledigt liegen gelassen.”

Da war ich erst mal Paff,  so macht man es sich halt einfach, Fristen verstreichen lassen, fertig. Darauf hin fragte ich warum ich dann erst über zwei Monate später darüber informiert werde, Antwort:

“Du weißt, über die Sommermonate passiert halt nicht viel.”

Da war ich das zweite mal Paff. Nun gut, der/die mich anrufende(r) hat keine politische Position, er/sie exekutiert nur im Namen des Landesvorstandes. Deswegen war ich dann richtig sprachlos  als der/die mir die folgende Frage am Telefon stellte:

“Da du, auch wenn du jetzt als Unterstützer aufgenommen wird, am 15. November nicht wählen kannst, fragen wir dich ob du deinen Antrag zurückziehen willst?”

Ich hab gar nicht glauben können was ich da gefragt werde. Über zwei Monate haben die Wiener Grünen gebraucht um zu der Entscheidung zu kommen mich zu fragen ob ich meinen Antrag zurückziehe? Natürlich verneinte ich und sagte auch, dass ich mir eine offizielle Entscheidung erwarte.

Wieder vergingen weit über zwei Wochen, deswegen fragte ich vorgestern via Twitter-DM bei einem Vorstandsmitglied nach was denn jetzt der Status sei. Einen Tag später bekam ich dann diese Email:

Ablehnung meines Unterstützerantrages

(Ich hab den Namen des Senders/der Senderin unkenntlich gemacht da diese Person nur exekutiert und keine politische Entscheidungsmacht hat, selbst für das verschicken dieser Email ist der Vorstand zu feige.)

Für mich ist das Thema “Wiener Grüne” und “Grüne Vorwahlen” ein für alle mal beendet.

Auch wenn ich einige Mitglieder schätze.

Ich hoffe die Landesversammlung am 15. November zieht aus der ganzen unprofessionalität der Wiener Grünen beim Umgang mit den Grünen Vorwahlen die Konsequenten und wählt die KandidatInnen aus dem derzeitigen Landesvorstand NICHT auf die Liste für den Gemeinderat.

Symptomatisch ist auch: Ich zeige zwar zu wenig Interesse um als Unterstützer angenommen zu werden, aber für Werbung  (obwohl ich dieser nie zugestimmt habe) bin ich gut genug. Darum:

Diese Wiener Grünen sind es nicht wert unterstützt zu werden!


Der ORF, die Grünen und das Sommergespräch

Politik, Mittwoch 12 August 2009 08:28

Ich habe jetzt einige Zeit zu den Grünen Vorwahlen geschwiegen. Nach meiner Ablehnung als Unterstützer war ich eigentlich so wie Gerald motiviert das ich “den Weg durch die Instanzen” gehe um mein Stimmrecht zu bekommen, ich habe auch einen zweiten Unterstützerantrag, vor dem Ablauf der Frist und auf dem offiziellem Formular, den Wiener Grünen zukommen lassen. Antwort dazu habe ich bis jetzt nicht bekommen.

Jetzt, mit einiger zeitlicher und räumlicher Distanz, sieht die Sache für mich anders aus.

Symptomatisch für den Umgang der Grünen mit den Grünen Vorwahlen und mit der angekündigten “Offenheit” sind für mich die Aussagen von Maria Vassilakou gestern im ORF Sommergespräch:


Da stellt Frau Thurnher eine Frage zu den Grünen Vorwahlen und behauptet das diese eine Idee der Grünen selber waren(!), obwohl ich noch letzte Woche von der ORF-Sommerredaktion angerufen wurde da sie wissen wollten ob das Absage-Email von Robert Korbei wirklich echt ist! Irgendwie symptomatisch für den schlechten Journalismus in Österreich.

Maria Viassilakou, die ich bis jetzt immer als Befürworterin der Grünen Vorwahlen gesehen habe (sie war ja auch beim letzten Infoabend dabei), fand es nicht mal die Mühe Wert darauf hinzuweisen das die Initiative NICHT von den Grünen selber ausgegangen ist (was man sehr gut positiv darstellen könnte, wo gibt es das sonst, dass WählerInnen sich engagieren?) , aber das ist nur ein “Nebenthema”.

Was mich wirklich gestört hat war, dass Frau Vassilakou wieder mit Zahlen herum schmeißt die nicht der Wahrheit entsprechen, da ist von 500 neuen Personen die Rede wenn es in Wirklichkeit nur 230 von den Grünen Vorwahlen sind (die in dem Interview angesprochen wurden) und insgesamt nur knapp 400 aufgenommen wurden. Auch schafft sie es nicht zu erklären warum Leute abgelehnt wurden und spricht wieder von Kriterien die, wie immer, nicht erklärt werden können oder dürfen.

Hier verstehe ich nicht warum sie so schlecht vorbereitet in die Diskussion gegangen ist, aber auch das ist symptomatisch für diese Partei.

Apropos Zahlen: lustig finde ich auch die widersprüchlichen Angaben zur Anzahl der Mitglieder/UnterstützerInnen der Wiener Grünen, im April war da von 1400 Personen die Rede, dann hieß es im Jahr kommen 100-200 dazu (dann müssten die Wiener Grünen aber schon viel größer sein), danach hieß es wieder es sind um die 1200.

Gestern sagte Frau Vassilakou es sind um die 1000. Das würde dann heißen, wenn man die Zahlen von Frau Vassilakou ernst nimmt, dass durch die Grünen Vorwahlen die Parteibasis verdoppelt wurde :)

Auch verstehe ich nicht warum Frau Vassilakou nicht offen sagt, dass sie als Klubobfrau der Wiener Grünen keinen Einfluss auf die Entscheidung des Landesvorstandes hat, da sie dort kein Stimmrecht hat. Oder ist dieses komische System zu schwer zu erklären?

Hier zeigt sich das die angebliche Offenheit der Wiener Grünen einfach nicht existiert.

Wenn als einziger konkreter politischer Erfolg in einer 60 Minuten Diskussion nur ein Biomassekraftwerk (das schon vor 2 Jahren eröffnet wurde!) übrig bleibt ist das eher armselig.

Gerade dieses Sommergespräch hat für mich wieder einen Punkt bestätigt:

Bei den Grünen geht es nur um Befindlichkeiten.

Auf allen Ebenen und als einziges Thema.

Und das ist mir einfach zu wenig.

Deswegen habe ich für mich persönlich die Entscheidung getroffen, dass ich, ähnlich wie Martin, mit den Wiener Grünen eigentlich nichts mehr zu tun haben will.

Ich schätze viele Personen sehr die ich im Rahmen der Grünen Vorwahlen kennen gelernt habe (auch von den Grünen!), aber so wie diese Partei momentan funktioniert und agiert kann ich es einfach nicht mit meinen Gewissen vereinbaren mich dort zu engagieren oder sie zu wählen (auch wenn es eigentlich keine Alternativen gibt).

Es ist mir einfach die Energie nicht wert. Leider!

Ich wurde als Grüner Unterstützer abgelehnt

Politik, Sonntag 21 Juni 2009 11:34

Soeben bekam ich folgende Email:

ablehnung

Ich will jetzt gar nicht auf diese Mail eingehen, dazu später mehr.

Nur eine kleine Metapher dazu (ich besitze keinen Führerschein):

Da spart jemand  Jahre lang, um sich endlich sein Lieblingsauto zu kaufen und plötzlich erklärt einem die geliebte Automarke: “Wir wissen,  nicht welchen Sinn es macht, ihnen eines unserer Produkte zu verkaufen, da sie ja nur damit fahren möchten”, deswegen verbietet man einem den Kauf.

Was wird diese Person ihren Freunden sagen?

“Tolle Marke, aber vegiss es, in fünf Jahren bekommst du keine Ersatzteile mehr!”

Die Grünen, die Podiumsdiskussion und mein geheimer Putschplan!

Politik, Sonntag 7 Juni 2009 10:48

Am Donnerstag fand im Kent eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Take over your local Green party” statt, organisiert von der Initiative Grüne Vorwahlen (ohne Fördermittel und ohne Hilfe von den Grünen oder sonstigen Organisationen organisiert, das Budget war 0 Euro, wollte ich nur mal gesagt haben).

Im Zuge der Diskussion gab es einige sehr heftige Meinungen, die im sehr gut besuchten Keller (fast 100 Personen) für Raunen, Applaus, Zustimmung oder Ablehnung sorgten, die Emotionen gingen hoch.

Ich fand die Diskussion sehr spannend, sie bestätigte aber einen Punkt:

Die Wiener Grünen diskutieren zwar jetzt schon zwei Monate(!) darüber, wie sie mit den Unterstützungsanträgen umgehen wollen, sind aber leider noch keinen Millimeter weiter gekommen. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt und die gleichen Vorwürfe gemacht, traurig! Zum Glück aber gibt es auch viele bei den Grünen die verstehen um was es bei den Grünen Vorwahlen geht, diese wurden am Donnerstag teilweise von den eigenen Leuten angegriffen und vor dem Kopf gestoßen.

Dank der Leute von ichmachpolitik.at gibt es die Diskussion jetzt auch Online, absolut Sehenswert! Hat alles was ein guter Spielfilm braucht: Emotionen, Action und sogar über Sex wird gesprochen :) , hier Teil 1:

Hiier Teil 2:

Symptomatisch war die Wortmeldung von David Ellensohn (ab Minute 31:30 in Teil 2).

Ich behaupte: Jemand der,

  • ehemaligen Parteimitgliedern anderer Parteien das Recht abspricht bei den Grünen mitzuarbeiten,
  • UnterstützerInnen global als “rechter stehend” bezeichnet,
  • 2009 immer noch dem Straßenkampf(!) huldigt und stolz darauf ist Morddrohungen zu bekommen,
  • außer dem Straßenkampf keinerlei Konzepte gegen die Rechten Parteien hat,
  • die selbe Sprache wie die FPÖ verwendet (“Wer war denn dort bei der Demo gegen die rechten Trotteln?”),
  • nicht versteht das Demokratie kein Krieg ist, deswegen “Kampf gegen Rechts” schon von der Metapher her falsch ist  (oder will Ellensohn alle FPÖ-WählerInnen als Kriegsgefangene einsperren?),
  • jeden, der nur den geringsten Zweifel an dieser Art der “Kriegsführung gegen Rechts” hat, sofort bei den Grünen ausschließen will,
  • eine Überprüfung/Gesinnungstest jedes/jeder einzelnen UnterstützerIn fordert,
  • diesen Beitrag entweder gar nicht gelesen hat oder nicht verstanden hat, ihn aber zitiert,

hat nichts bei den Grünen verloren.

So jemand ist (leider) ein Armutszeugnis der (linken) Politik in Österreich, siehe auch die Antwort von Robert Menasse dazu im Video.

Deswegen offenbare ich hier und jetzt meinen persönlichen, während dieser Wortmeldung von David Ellensohn entwickelten, streng geheimen Putschplan für die Wiener Grünen (falls ich als Unterstützer angenommen werde):

Ich werde David Ellensohn am 15. November NICHT wählen.

Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, ich steh dazu.

Fürchten sich die Wiener Grünen jetzt vor mir? Ich denke nicht, oder?

EDIT: am 15. November findet die Landesversammlung der Wiener Grünen statt, wo über die Listenplätze für die Gemeinderatswahl 2010 abgestimmt wird.

Grüne Vorwahlen: Open House Camp und Podiumsdiskussion

Politik, Dienstag 2 Juni 2009 08:09

Diese Woche gibt es gleich zwei Veranstaltungen zu den Grünen Vorwahlen!

Heute findet bei den Wiener Grünen, in der Lindengasse 40, 1070 Wien, ab 18:30 Uhr, das Open House Camp statt:

Open House Camp

Die Idee ist das Grüne und (hoffentlich bald angenommene) UnterstützerInnen gemeinsam, in Form eines Mini-Barcamps, sich austauschen.

Ich möchte gerne Auswertungen über die bisherige Berichterstattung zu den Grünen Vorwahlen im Internet präsentieren, freue mich schon!

Am Donnerstag gibt es dann im Restaurant Kent, Brunnengasse 67, 1160 Wien, 19:00 Uhr,  eine Podiumsdiskussion unter dem Titel:

Take over your local Green party

Mit dabei sind:

Moderiert wird die Veranstaltung von Edith Meinhart, Autorin und Journalistin.

Also zwei Mal die Chance sich mit Politik zu beschäftigen :)

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist natürlich frei!

Hinkommen!

Die Grünen, der Report und das Gefühl für Zeit

Politik, Mittwoch 27 Mai 2009 14:25

Gestern lief im Report ein langer Beitrag über die Grünen Vorwahlen, danke an gundvienna fürs super schnelle Online stellen:

Nachdem wir uns den Beitrag beim gestrigen (gut besuchten) Infoabend angeschaut hatten, meinten die anwesenden Grünen PolitikerInnen: “War ja gar nicht so schlimm für uns Grüne”.
Dass kann man so oder so sehen.

Gut finde ich die Aussage von Maria Vassilakou:

Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.

Wobei sich hier für mich folgende Frage stellt:

Wie ist das “fast” definiert?
Ist es nicht schon egal ob ich 400, 402 oder 405 Personen aufnehme?
Würde nicht jede(r) nicht aufgenommene(r), vor allem nach so einem Report-Beitrag, einen medialen Aufschrei auslösen?

Vor allem wo Frau Vassilakou nicht im Landesvorstand sitzt, d.h. gar nicht die Entscheidung treffen kann/muss.

Wenn man sich dann die Aussage von Markus Rathmayer, Mitglied des Grünen Landesvorstandes anhört:

Es ist noch kein einziger Antrag in irgendeiner Form behandelt worden, sondern wir haben uns bis jetzt immer noch über Grundsätzliches unterhalten und darüber diskutiert wie definieren wir denn oder wie legen wir denn das Statut aus, in dieser Form wie es jetzt da liegt. Wichtig ist einfach für uns das wir auf einer wirklich individuellen Basis entscheiden und nicht irgendwelche pauschalen Aufnahmen oder Ablehnungen hier machen, dass wäre für uns nicht Zulässig

Da frage ich mich: Ok, seit 57 Tagen denken die Wiener Grünen darüber Grundsätzlich nach, wie lange wird dann wohl die “Entscheidung auf wirklich individueller Basis” dauern?

Ob sich das zur Gemeinderatswahl 2015 ausgehen wird?

Christoph Chorherr hat schon recht das wichtige demokratische Entscheidungen Zeit brauchen, aber die zeitlichen Horizonte sind anscheinend innerhalb der Wiener Grünen anders definiert als bei ihren WählerInnen.

Visulisierung der Reaktionen zu den Grünen Vorwahlen

Politik, Freitag 22 Mai 2009 12:03

Auf der “Reaktionen”-Seite der Grünen Vorwahlen steht ja schon eine Menge.

Damit diese Liste etwas besser “greifbar” wird (sind bereits über 100(!!!!) Einträge) habe ich Screenshots jeder Seite gemacht und mit der Hilfe von Animoto ein Video erstellt.

Dieses zeigt, in chronologischer Reihenfolge, viel deutlicher wie vielfältig und umfangreich die Berichterstattung bis jetzt war (Unbedingt in “HQ” ansehen!):

Danke an alle für die tolle Beiträge und ich hoffe die Diskussionen gehen weiter!

PS: Nicht vergessen, am Dienstag, den 26. Mai gibt es ab 20:00 Uhr wieder einen Infoabend im Cafe Westend!

Die Grünen, der Banner und das “böse” Internet

Politik, Sonntag 10 Mai 2009 17:42

Ich habe ja diesen Bannergenerator (siehe auch hier) gebaut damit sich jede(r) seinen eigenen Banner machen kann um auszudrücken warum er/sie Grüne VorwählerIn werden will. Wie bei jedem Webserver werden natürlich die Aufrufe des Generators mitgeloggt.

Am Freitag, den 8. Mai, zwischen 16:24 und 16:46, wurden folgende Texte von immer der selben IP-Adresse in den Generator eingegeben:

Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde
Ich bin Vorwähler, weil ich glaube, dass Bloggen Politik ersetzen kann
Ich bin Vorwähler, weil mein Papi mir zu wenig Spielzeug gekauft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich links scheiße finde
Ich bin Vorwähler, weil ich linke politik nicht mag
Ich bin Vorwähler, weil mir Heide Schmidt keinen Job verschafft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich gerne die Arbeit der ÖVP erledige
Ich bin Vorwähler, weil ich die linken Zecken nicht aushalte
Ich bin Vorwähler, weil mir beim wort Feminismus schlecht wird
Ich bin Vorwähler, weil ich Helge so lieb hab
Ich bin Vorwähler, weil ich nix hackeln aber mitreden will
Ich bin Vorwähler, weil ich diw weisheit mit dem löffel gefressen habe
Ich bin Vorwähler, weil ich soooo cooool bin – schließlich hat papi mir ein neues netbbok geschenkt
Ich bin Vorwähler, weil ich in meinem penthouse sitze und mir fad is
Ich bin Vorwähler, weil das solarium heute geschlossen hat
Ich bin Vorwähler, weil ich Linksradikale Politik mag
Ich bin Vorwähler, weil ich mehr Polizei auf der Straße haben will
Ich bin Vorwähler, weil Leistung sich lohnen muss
Ich bin Vorwähler, weil nur wenn es der wirtschaft gut geht, es uns allen gut geht
Ich bin Vorwähler, weil ein freies land auch freie märkte braucht
Ich bin Vorwähler, weil zu viel staat und zu wenig privat
Ich bin Vorwähler, weil Maggy Thatcher mein Vorbild ist
Ich bin Vorwähler, weil ich linke Randalierer wählen möchte
Ich bin Vorwähler, weil Martin Margulies zu links ist
Ich bin Vorwähler, weil ich sogar für die Junge ÖVP schon zu alt bin

Zuerst dachte ich da spielen sich ein paar Kinder, aber nachdem da einige sehr persönliche Sprüche dabei sind, habe ich mir mal die IP-Adresse via Domaintools angeschaut, da ich wissen wollte wem diese gehört:

inetnum: 85.125.XXX.XXX – 85.125.XXX.XXX
netname: Gruene-Die-Gruene-Alternative
descr: Grüne – Die Grüne Alternative Bundesbüro und Landesbüro Wien

Da war ich dann Sprachlos!

PS: Am Dienstag, 12. Mai, ab 20:00 Uhr,  findet der nächste Grüne Vorwahlen Infoabend im Cafe Ritter ( Mariahilfer Straße 73, 1060 Wien) statt.

Grüne Vorwahlen: Angst essen Seele auf!

Politik, Donnerstag 7 Mai 2009 12:59

Es ist schon sehr eigenartig: Da gibt es einen Punkt in den Statuten der Wiener Grünen die es UnterstützerInnen ermöglichen bei der Landesversammlung mitzuwählen wer auf die Liste für die Landtagswahl kommt.

Eigentlich, wie schon öfters angemerkt, eine tolle Sache.

Um UnterstützerIn zu werden muss man nur ein Formular ausfüllen und wird dann von Landesvorstand angenommen, eigentlich, so dachte ich mir, eine Formalität, denn die Grünen werden doch nicht Personen, die definitiv an ihnen interessiert sind ablehnen, noch dazu steht in den Statuten das die Ablehnung begründet werden muss. Da errege ich doch am wenigsten Unmut wenn ich das schnell abwickle, dann kann ich mich um Inhalte, etc. kümmern.

Aber die Wiener Grünen ticken anders!

Da liegen schon seit Wochen hunderte UnterstützerInnen-Erklärungen bei den Wiener Grünen und werden einfach nicht bearbeitet (und nicht nur unsere, es gibt anscheinend auch eine Gruppe mit rund 150 Erklärungen die noch nicht angenommen wurde). Mindestens zwei Mal wurde in der wöchentlichen Sitzung darüber gesprochen, anscheinend wird in den internen Online-Foren heftig darüber diskutiert, selbst die Initiatoren der Grünen Vorwahlen wurden “vorgeladen”, aber die UnterstützerInnen annehmen? Nein!

Dafür aber passieren plötzlich so peinliche wie erbärmliche Aktionen das z.b. der Text auf der “Mitmachen-Seite” der Wiener Grünen geändert wird, nachzulesen bei Gerald, glaubt da echt jemand das geht, ohne das es jemand merkt, durch? Wenn ja rate ich dringend dazu sich beraten zu lassen wie man kommuniziert!

Aber damit noch nicht genug, um anscheinend bei den Grünen, wenn auch nur als UnterstützerIn, aufgenommen zu werden muss man wohl jede Menge Eingangstests machen, plötzlich tauchen überall “Fragekataloge” an “die Grünen VorwahlerInnen” (wann kapieren die Grünen das es keine Gruppe ist sondern eine inhomogene Anhäufung von WählerInnen?) auf, die man zuerst anscheinend beantworten muss um die “heiligen Hallen” der Wiener Grünen betreten zu dürfen. Da frag ich mich ernsthaft:

Was soll das????

Vor allem wenn diese “Fragekataloge” aus solchen Themenverfehlungen bestehen!

Ich sag es ganz offen: ich werde diese Fragen nicht beantworten, denn das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen einer Partei und den WählerInnen/UnterstützerInnen:

Eine Partei muss ihre Ideen/Inhalte/Herangehensweise öffentlich machen damit sie oder die sie vertretenden Personen gewählt werden, ich muss dass nicht, ich kann eine private Meinung haben, dumme Geschichte, liebe Wiener Grünen, oder?

Dafür habe ich eine Frage an die Wiener Grünen:

Ist es wirklich so einfach mit 120+ Unterstützungserklärungen  eine Partei, die von über 100.000 Menschen gewählt werden will, aus dem Konzept zu bringen? Wie wird das erst sein wenn diese Grünen einmal wirklich Verantwortung tragen und wirkliche Entscheidungen treffen müssen? Ist dann auch die erste Frage “Warum wurde da auf Seite fünf, dritter Absatz einmal Gendern vergessen?”

Das diese Art der Kommunikation einiger Parteimitglieder kein positives Echo im “bösen” Internet ausgelöst hat ist klar, siehe z.B. hier, hier, hier und hier

Irgendwie erinnern mich die Wiener Grünen an den alten Mann in diesem Filmausschnitt, ich hoffe sie enden nicht auch so:


Also, liebe Wiener Grünen: Trefft endlich eine Entscheidung und nehmt die Unterstützungserklärungen an oder lehnt sie ab, damit wir endlich über Themen und Inhalte reden können!

Oder habt ihr vor euren (noch) WählerInnen Angst?

PS: Zum Glück gibt es einige Wiener Grünen gibt die verstanden haben worum es bei den Grünen Vorwahlen geht und teilweise diese auch unterstützen, es gibt noch Hoffnung…

PPS: Wer mehr über die Grünen Vorwahlen wissen möchte ist herzlichst eingeladen am 12. Mai um 20:00 ins Cafe Ritter zum Infoabend zu kommen!