Politik, Montag 29 Juni 2009 14:15
Gestern hatten sowohl die Krone als auch Österreich den “Kampf um die Hofburg” auf dem Cover. Beide Zeitungen hatten Umfragen zur Bundespräsidentenwahl in Auftrag gegeben und damit auch zu den beiden Prölls in der Spitzenpolitik. Interessant ist wie die Ergebnisse dieser Umfrage kommuniziert werden. Österreich sagt gleich am Cover was Sache ist ist:
Die Krone nennt diese Zahlen nur in einem Nebensatz:
Umso erstaunlicher, dass laut IMAS bereits jetzt 20% der Österreicher im Duell um die Hofburg Pröll der Favoritenrolle sehen und Heinz Fischer trotz Amtsbonus bei 62%.
Aha, ohne Amtsbonus hätte er dann 90%?
Spannend ist auch dass das von der Krone beauftragte und als eher bürgerlich bekannte IMAS-Institut, im direkten “Duell” zwischen Fischer und Pröll Senior dem Niederösterreichischem Landeshauptmann schlechtere Umfragewerte nachsagt als Gallup in der Umfrage für Österreich (62%:20% Krone, 62%:25% Österreich).
Die Krone verpackt ihre Bundespräsidenten-Umfrage auch unter einem anderen Titel:
Eigenartig ist in dem dazugehörigen Artikel diese Umfrage, die klar darauf abzieht Herrn Fischer in ein schräges Licht zu stellen:

Da wird als Referenz eine Umfrage herangezogen aus dem Jahr 1992 (!), damals wurde gerade Thomas Klestil dass erste Mal gewählt, Heinz Fischer ist erst zwölf Jahre später Bundespräsident geworden, da gibt es doch sicher jüngere Zahlen, aber die passen wohl nicht in das Konzept.
In dem Krone-Artikel wird auch ausführlich beschrieben was die ÖsterreicherInnen davon halten wenn Onkel Pröll und Neffe Pröll staatstragende Funktionen einnehmen würden:
Nur 30% der Befragten wäre eine solche Situation unvereinbar mit ihrem demokratischen Empfinden. Eine massive Mehrheit von 62% erhebt jedoch keine Einwände, füs sie ist das schlicht kein Problem.
Soweit so gut oder schlecht, jetzt wird es spannend:
Gegner einer familiären Verkettung in hohen politischen Funktionen sind in diesem speziellen Fall in weit überdurchschnittlicher Zahl Anhänger der SPÖ und der FPÖ.
Da fängt für mich das Problem an: Ein an sich demokratisches “Problem” wird plötzlich zu einem parteipolitischem “Problem”! Wobei man hier noch sagen könnte das ist eine Auslegung der Kronenzeitung, aber weit gefehlt, es geht noch weiter:
Für IMAS-Forscher Paul Eiselsberg daher ein Indiz, dass diese Ablehnung im starken Maße parteipolitisch begründet ist.
Hier hört der Spass auf!
Da werden Äpfel mit Birnen verglichen und das IMAS glaubt dass auch noch!
Das ist doch genauso wie wenn ich sagen würde dass die Gewaltentrennung parteipolitisch begründet ist.
RSS Feed



































