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Archiv des Tags ‘Politik’

Die Krone, das Österreich und die Umfragen

Politik, Montag 29 Juni 2009 14:15

Gestern hatten sowohl die Krone als auch Österreich den “Kampf um die Hofburg” auf dem Cover. Beide Zeitungen hatten Umfragen  zur Bundespräsidentenwahl in Auftrag gegeben und damit auch zu den beiden Prölls in der Spitzenpolitik. Interessant ist wie die Ergebnisse dieser Umfrage kommuniziert werden. Österreich sagt gleich am Cover was Sache ist ist:

Österreich Cover am 28. Juni 2009

Die Krone nennt diese Zahlen nur in einem Nebensatz:

Umso erstaunlicher, dass laut IMAS bereits jetzt 20% der Österreicher im Duell um die Hofburg Pröll der Favoritenrolle sehen und Heinz Fischer trotz Amtsbonus bei 62%.

Aha, ohne Amtsbonus hätte er dann 90%?

Spannend ist auch dass das von der Krone beauftragte und als eher bürgerlich bekannte IMAS-Institut, im direkten “Duell” zwischen Fischer und Pröll Senior dem Niederösterreichischem Landeshauptmann schlechtere Umfragewerte nachsagt als Gallup in der Umfrage für Österreich (62%:20% Krone, 62%:25% Österreich).

Die Krone verpackt ihre Bundespräsidenten-Umfrage auch unter einem anderen Titel:

Cover Kronenzeitung 28. Juni 2009

Eigenartig ist in dem dazugehörigen Artikel diese Umfrage, die klar darauf abzieht Herrn Fischer in ein schräges Licht zu stellen:

Krone: Einfluss Bundespräsidenten

Da wird als Referenz eine Umfrage herangezogen aus dem Jahr 1992 (!), damals wurde gerade Thomas Klestil dass erste Mal gewählt, Heinz Fischer ist erst zwölf Jahre später Bundespräsident geworden, da gibt es doch sicher jüngere Zahlen, aber die passen wohl nicht in das Konzept.

In dem Krone-Artikel wird auch ausführlich beschrieben was die ÖsterreicherInnen davon halten wenn Onkel Pröll und Neffe Pröll staatstragende Funktionen einnehmen würden:

Nur 30% der Befragten wäre eine solche Situation unvereinbar mit ihrem demokratischen Empfinden. Eine massive Mehrheit von 62% erhebt jedoch keine Einwände, füs sie ist das schlicht kein Problem.

Soweit so gut oder schlecht, jetzt wird es spannend:

Gegner einer familiären Verkettung in hohen politischen Funktionen sind in diesem speziellen Fall in weit überdurchschnittlicher Zahl Anhänger der SPÖ und der FPÖ.

Da fängt für mich das Problem an:  Ein an sich demokratisches  “Problem” wird plötzlich zu einem parteipolitischem “Problem”! Wobei man hier noch sagen könnte das ist eine Auslegung der Kronenzeitung, aber weit gefehlt, es geht noch weiter:

Für IMAS-Forscher Paul Eiselsberg daher ein Indiz, dass diese Ablehnung im starken Maße parteipolitisch begründet ist.

Hier hört der Spass auf!

Da werden Äpfel mit Birnen verglichen und das IMAS glaubt dass auch noch!

Das ist doch  genauso wie wenn ich sagen würde dass die Gewaltentrennung parteipolitisch begründet ist.

Ich wurde als Grüner Unterstützer abgelehnt

Politik, Sonntag 21 Juni 2009 11:34

Soeben bekam ich folgende Email:

ablehnung

Ich will jetzt gar nicht auf diese Mail eingehen, dazu später mehr.

Nur eine kleine Metapher dazu (ich besitze keinen Führerschein):

Da spart jemand  Jahre lang, um sich endlich sein Lieblingsauto zu kaufen und plötzlich erklärt einem die geliebte Automarke: “Wir wissen,  nicht welchen Sinn es macht, ihnen eines unserer Produkte zu verkaufen, da sie ja nur damit fahren möchten”, deswegen verbietet man einem den Kauf.

Was wird diese Person ihren Freunden sagen?

“Tolle Marke, aber vegiss es, in fünf Jahren bekommst du keine Ersatzteile mehr!”

Die Grünen, die Podiumsdiskussion und mein geheimer Putschplan!

Politik, Sonntag 7 Juni 2009 10:48

Am Donnerstag fand im Kent eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Take over your local Green party” statt, organisiert von der Initiative Grüne Vorwahlen (ohne Fördermittel und ohne Hilfe von den Grünen oder sonstigen Organisationen organisiert, das Budget war 0 Euro, wollte ich nur mal gesagt haben).

Im Zuge der Diskussion gab es einige sehr heftige Meinungen, die im sehr gut besuchten Keller (fast 100 Personen) für Raunen, Applaus, Zustimmung oder Ablehnung sorgten, die Emotionen gingen hoch.

Ich fand die Diskussion sehr spannend, sie bestätigte aber einen Punkt:

Die Wiener Grünen diskutieren zwar jetzt schon zwei Monate(!) darüber, wie sie mit den Unterstützungsanträgen umgehen wollen, sind aber leider noch keinen Millimeter weiter gekommen. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt und die gleichen Vorwürfe gemacht, traurig! Zum Glück aber gibt es auch viele bei den Grünen die verstehen um was es bei den Grünen Vorwahlen geht, diese wurden am Donnerstag teilweise von den eigenen Leuten angegriffen und vor dem Kopf gestoßen.

Dank der Leute von ichmachpolitik.at gibt es die Diskussion jetzt auch Online, absolut Sehenswert! Hat alles was ein guter Spielfilm braucht: Emotionen, Action und sogar über Sex wird gesprochen :) , hier Teil 1:

Hiier Teil 2:

Symptomatisch war die Wortmeldung von David Ellensohn (ab Minute 31:30 in Teil 2).

Ich behaupte: Jemand der,

  • ehemaligen Parteimitgliedern anderer Parteien das Recht abspricht bei den Grünen mitzuarbeiten,
  • UnterstützerInnen global als “rechter stehend” bezeichnet,
  • 2009 immer noch dem Straßenkampf(!) huldigt und stolz darauf ist Morddrohungen zu bekommen,
  • außer dem Straßenkampf keinerlei Konzepte gegen die Rechten Parteien hat,
  • die selbe Sprache wie die FPÖ verwendet (”Wer war denn dort bei der Demo gegen die rechten Trotteln?”),
  • nicht versteht das Demokratie kein Krieg ist, deswegen “Kampf gegen Rechts” schon von der Metapher her falsch ist  (oder will Ellensohn alle FPÖ-WählerInnen als Kriegsgefangene einsperren?),
  • jeden, der nur den geringsten Zweifel an dieser Art der “Kriegsführung gegen Rechts” hat, sofort bei den Grünen ausschließen will,
  • eine Überprüfung/Gesinnungstest jedes/jeder einzelnen UnterstützerIn fordert,
  • diesen Beitrag entweder gar nicht gelesen hat oder nicht verstanden hat, ihn aber zitiert,

hat nichts bei den Grünen verloren.

So jemand ist (leider) ein Armutszeugnis der (linken) Politik in Österreich, siehe auch die Antwort von Robert Menasse dazu im Video.

Deswegen offenbare ich hier und jetzt meinen persönlichen, während dieser Wortmeldung von David Ellensohn entwickelten, streng geheimen Putschplan für die Wiener Grünen (falls ich als Unterstützer angenommen werde):

Ich werde David Ellensohn am 15. November NICHT wählen.

Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, ich steh dazu.

Fürchten sich die Wiener Grünen jetzt vor mir? Ich denke nicht, oder?

EDIT: am 15. November findet die Landesversammlung der Wiener Grünen statt, wo über die Listenplätze für die Gemeinderatswahl 2010 abgestimmt wird.

Grüne Vorwahlen: Open House Camp und Podiumsdiskussion

Politik, Dienstag 2 Juni 2009 08:09

Diese Woche gibt es gleich zwei Veranstaltungen zu den Grünen Vorwahlen!

Heute findet bei den Wiener Grünen, in der Lindengasse 40, 1070 Wien, ab 18:30 Uhr, das Open House Camp statt:

Open House Camp

Die Idee ist das Grüne und (hoffentlich bald angenommene) UnterstützerInnen gemeinsam, in Form eines Mini-Barcamps, sich austauschen.

Ich möchte gerne Auswertungen über die bisherige Berichterstattung zu den Grünen Vorwahlen im Internet präsentieren, freue mich schon!

Am Donnerstag gibt es dann im Restaurant Kent, Brunnengasse 67, 1160 Wien, 19:00 Uhr,  eine Podiumsdiskussion unter dem Titel:

Take over your local Green party

Mit dabei sind:

Moderiert wird die Veranstaltung von Edith Meinhart, Autorin und Journalistin.

Also zwei Mal die Chance sich mit Politik zu beschäftigen :)

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist natürlich frei!

Hinkommen!

Die Grünen, der Report und das Gefühl für Zeit

Politik, Mittwoch 27 Mai 2009 14:25

Gestern lief im Report ein langer Beitrag über die Grünen Vorwahlen, danke an gundvienna fürs super schnelle Online stellen:

Nachdem wir uns den Beitrag beim gestrigen (gut besuchten) Infoabend angeschaut hatten, meinten die anwesenden Grünen PolitikerInnen: “War ja gar nicht so schlimm für uns Grüne”.
Dass kann man so oder so sehen.

Gut finde ich die Aussage von Maria Vassilakou:

Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.

Wobei sich hier für mich folgende Frage stellt:

Wie ist das “fast” definiert?
Ist es nicht schon egal ob ich 400, 402 oder 405 Personen aufnehme?
Würde nicht jede(r) nicht aufgenommene(r), vor allem nach so einem Report-Beitrag, einen medialen Aufschrei auslösen?

Vor allem wo Frau Vassilakou nicht im Landesvorstand sitzt, d.h. gar nicht die Entscheidung treffen kann/muss.

Wenn man sich dann die Aussage von Markus Rathmayer, Mitglied des Grünen Landesvorstandes anhört:

Es ist noch kein einziger Antrag in irgendeiner Form behandelt worden, sondern wir haben uns bis jetzt immer noch über Grundsätzliches unterhalten und darüber diskutiert wie definieren wir denn oder wie legen wir denn das Statut aus, in dieser Form wie es jetzt da liegt. Wichtig ist einfach für uns das wir auf einer wirklich individuellen Basis entscheiden und nicht irgendwelche pauschalen Aufnahmen oder Ablehnungen hier machen, dass wäre für uns nicht Zulässig

Da frage ich mich: Ok, seit 57 Tagen denken die Wiener Grünen darüber Grundsätzlich nach, wie lange wird dann wohl die “Entscheidung auf wirklich individueller Basis” dauern?

Ob sich das zur Gemeinderatswahl 2015 ausgehen wird?

Christoph Chorherr hat schon recht das wichtige demokratische Entscheidungen Zeit brauchen, aber die zeitlichen Horizonte sind anscheinend innerhalb der Wiener Grünen anders definiert als bei ihren WählerInnen.

Gastbeitrag: Argumentarium “Netzsperren gegen Kinderpornographie?”

Internet, Computer und Politik, Montag 18 Mai 2009 15:29

Gastbeitrag von Michael Eisenriegler.

1. Gegen wen richten sich Netzsperren gegen Kinderpornographie?
Es ist schon jetzt so, daß “echtes” kinderpornographisches Material im Netz nur dann zu finden ist, wenn man genau weiß, wo man suchen muß. Ein versehentliches Anklicken, auch über legale Pornoseiten, kommt praktisch nie vor, da sich die legale Pornoindustrie aus ihrem ureigensten Interesse sehr streng von der Kinderporno-Szene abgrenzt. Netzsperren richten sich also nur gegen Leute, die bewußt auf der Suche nach Kinderpornos sind. Selbst wenn aber “Neugierige” dadurch am Ansehen solchen Materials gehindert würden, wäre das für die Verhinderung von Kindesmißbrauch irrelevant, da solche Personen ja nicht dafür zahlen würden.

2. Sind Netzsperren effizient?
Netzsperren sind in jeder Form einfach zu umgehen, zum Beispiel durch die Nutzung anderer Nameserver, offener Proxyserver oder durch frei verfügbare Anonymisierungsdienste. Anleitungen dazu sind im Netz leicht zu finden, die Installation einer solchen Umgehungsstrategie dauert nur wenige Minuten. Es ist davon auszugehen, daß jemand, der am Konsum von kinderpornographischem Material wirklich interessiert ist, auch in der Lage ist, solche Modifikationen an seinem Internetzugang vorzunehmen.

3. Was sind die Nebeneffekte von Netzsperren?
Durch die verpflichtende Einführung von Netzsperren werden Provider gezwungen, das Internet in “gute” und “böse” Seiten zu unterteilen. Durch die dazu notwendige Infrastruktur ergibt es sich praktisch zwangsläufig, daß bei den Providern auch Daten anfallen, wer “böse” Seiten anzusurfen versucht. Auch wenn diese Daten zunächst nicht mitgespeichert oder nicht herausgegeben werden, so wäre es in einem nächsten Schritt ein Leichtes, die Provider rechtlich zur Herausgabe der Userdaten zu zwingen (z.B. um Kinderporno-Konsumenten strafrechtlich zu belangen). Es benötigt nicht sehr viel Phantasie sich vorzustellen, welche demokratiepolitischen Konsequenzen daraus fast zwangsläufig entstehen, denn durch diese Art von Infrastruktur kann auch jede andere Art von Userverhalten aufgezeichnet und ausgewertet werden.

4. Was hat die Musikindustrie damit zu tun?
Die Musikindustrie hat großes Interesse an der Verfolgung von Kinderpornokonsumenten. Sobald die Infrastruktur bei den Providern funktioniert ist es absehbar, daß sie massives Lobbying betreiben wird, damit auch Filesharing-Seiten darüber blockiert werden. Der deutsche Universitätsprofessor Dr. Thomas Hoeren vom Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster sagt dazu in einem Interview:

Ich habe den Eindruck, dass die Familienministerin nicht weiß, wessen Interessen sie tatsächlich Rechnung trägt. Für die Musikindustrie, die seit Jahren die Nutzer von Privatkopien kriminalisieren möchte, ist das, was jetzt im Jugendschutz geschieht, das Beste, was passieren kann. Damit lässt sich die Ministerin letztlich auch instrumentalisieren.

Dieser Zusammenhang wird von der Musikindustrie auch selbst hergestellt:

Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: ‘Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.

5. Welche weiteren demokratiepolitischen Konsequenzen sind absehbar?
Nachdem sich relativ bald nach Einführung der Netzsperren herausstellen wird, daß diese größtenteils nutzlos sind, wäre es logisch im nächsten Schritt zu versuchen, die oben geschilderten Umgehungsstrategien gesetzlich zu verbieten. Dadurch würde dann jeder Internet-User, der aus irgendwelchen – völlig legitimen – Gründen gerne anonym im Netz surfen will, zwangsweise kriminalisiert, was letztendlich zu einer massiven Einschränkung der Grundrechte auf Informations- und Meinungsfreiheit sowie des Schutzes der Privatsphäre führen würde. Andersrum ausgedrückt: Die Benutzung des Internets wäre nur noch möglich, wenn man dabei in Kauf nimmt, daß der eigene Provider, der Staat und auch die Eigentümer der besuchten Websiten wissen oder zumindest leicht feststellen können, was sich jemand wann angesehen hat.

6. Was kann man wirklich gegen Kinderpornographie tun?
So wie bei jedem Verbrechen besteht die sinnvollste Möglichkeit zur Verfolgung darin, die Verbrecher zu belangen, wie dies ja schon seit Jahren auf Basis internationaler Zusammenarbeit zwischen Behörden, Internet-Providern und Kinderschutzorganisationen durchaus erfolgreich geschieht (siehe z.B. http://www.stopline.at/, https://www.inhope.org/).
Darüber hinaus kann der Effekt der Netzsperren mit geringerem Aufwand auch dadurch erreicht werden, daß die Provider, die das Material hosten, einfach darauf aufmerksam gemacht und gebeten werden, dieses zu entfernen. Andrea Mayer-Edoloeyi schreibt dazu etwa in der facebook-Gruppe “Gegen Internetsperren in Österreich!“:

Was sind die Alternativen, um Kinderpornos zu bekämpfen? Eine dt. Kinderrechsorganisation hat 1 Tag Arbeit investiert und Mail an 20 Provider geschrieben, die auf der dänischen Sperrliste standen. Dadurch waren 16 Kinderporno-Seiten weg. Ein Weg, nicht der einzige, aber zielführender als Internetsperren.

(Quelle)

7. Fazit
Netzsperren sind gegen die Verbreitung und insbesondere gegen die Produktion von Kinderpornographie größtenteils unwirksam. Es profitiert davon in weiterer Folge allenfalls die Musikindustrie, die demokratie- und gesellschaftspolitischen Folgen sind dagegen unabsehbar.

Dieser Artikel wurde von Michael Eisenriegler der Public Domain zur Verfügung gestellt. Jeder möge damit tun, was er oder sie für richtig hält. Hoffentlich nützt es etwas…

CERN, die Krise und Österreich

Politik und Zukunft, Mittwoch 13 Mai 2009 13:09

Ok, wir haben eine Krise. Viele Länder, z.B. die USA und Deutschland, investieren, um die Krise zu “bekämpfen”:

In der Krise sei Forschung kein Luxus, sondern “essenzieller für unseren Wohlstand als je zuvor”, so Obama.

Und was macht Österreich?

Österreich investiert in ÖBB-Tunnel, in die Baufirmen, aber nicht in die Forschung. Sogar das Gegenteil passiert, aus Kostengründen wird die CERN-Mitgliedschaft aufgekündigt. Zur Erinnerung, das ist dessen derzeitig größtes Projekt:


Auch das World Wide Web wurde in CERN erfunden.

Aber Österreich hat das nicht nötig befindet die Politik, Österreich hat zwar jetzt Jahrzehnte lang da mitgearbeitet und kaum wird es wirklich spannend ziehen wir uns zurück.

Ritchie hat es auch sehr schön zusammengefasst:

Die CERN-Beteiligung kostet jeden Österreich €2 pro Jahr, anders ausgedrückt beträgt die Gesamtsumme 16 Millionen Euro. Das sind 0,47 Prozent des Wissenschaftsministeriums-Budgets, welches 2009 gegenüber 2008 um 15% erhöht wurde. Dem gegenüber stehen im Zeitraum 1994-2007 CERN-Aufträge an die österreichische Industrie im Wert von 73 Millionen Euro.

Dazu fallen mir noch zwei Sachen ein:

1. Im Online-Standard gab es dazu ein sehr guten User-Kommentar (finde ihn nicht mehr, ist einer der 2377 Kommentare bei diesem Artikel, deswegen nicht ganz 100% richtig zitiert):

Das LHC funktioniert doch! Es hat ein Schwarzes Loch in das Gehirn des Wissenschaftsminister gebrannt!

2. Jetzt wird es leider nie solche Stars aus Österreich geben wie in diesem Werbespot:


Schade, sehr, sehr schade!

Deswegen diese Online-Petition unterschreiben und sich an der Online-Demo beteiligen!

Die Grünen, der Banner und das “böse” Internet

Politik, Sonntag 10 Mai 2009 17:42

Ich habe ja diesen Bannergenerator (siehe auch hier) gebaut damit sich jede(r) seinen eigenen Banner machen kann um auszudrücken warum er/sie Grüne VorwählerIn werden will. Wie bei jedem Webserver werden natürlich die Aufrufe des Generators mitgeloggt.

Am Freitag, den 8. Mai, zwischen 16:24 und 16:46, wurden folgende Texte von immer der selben IP-Adresse in den Generator eingegeben:

Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde
Ich bin Vorwähler, weil ich glaube, dass Bloggen Politik ersetzen kann
Ich bin Vorwähler, weil mein Papi mir zu wenig Spielzeug gekauft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich links scheiße finde
Ich bin Vorwähler, weil ich linke politik nicht mag
Ich bin Vorwähler, weil mir Heide Schmidt keinen Job verschafft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich gerne die Arbeit der ÖVP erledige
Ich bin Vorwähler, weil ich die linken Zecken nicht aushalte
Ich bin Vorwähler, weil mir beim wort Feminismus schlecht wird
Ich bin Vorwähler, weil ich Helge so lieb hab
Ich bin Vorwähler, weil ich nix hackeln aber mitreden will
Ich bin Vorwähler, weil ich diw weisheit mit dem löffel gefressen habe
Ich bin Vorwähler, weil ich soooo cooool bin – schließlich hat papi mir ein neues netbbok geschenkt
Ich bin Vorwähler, weil ich in meinem penthouse sitze und mir fad is
Ich bin Vorwähler, weil das solarium heute geschlossen hat
Ich bin Vorwähler, weil ich Linksradikale Politik mag
Ich bin Vorwähler, weil ich mehr Polizei auf der Straße haben will
Ich bin Vorwähler, weil Leistung sich lohnen muss
Ich bin Vorwähler, weil nur wenn es der wirtschaft gut geht, es uns allen gut geht
Ich bin Vorwähler, weil ein freies land auch freie märkte braucht
Ich bin Vorwähler, weil zu viel staat und zu wenig privat
Ich bin Vorwähler, weil Maggy Thatcher mein Vorbild ist
Ich bin Vorwähler, weil ich linke Randalierer wählen möchte
Ich bin Vorwähler, weil Martin Margulies zu links ist
Ich bin Vorwähler, weil ich sogar für die Junge ÖVP schon zu alt bin

Zuerst dachte ich da spielen sich ein paar Kinder, aber nachdem da einige sehr persönliche Sprüche dabei sind, habe ich mir mal die IP-Adresse via Domaintools angeschaut, da ich wissen wollte wem diese gehört:

inetnum: 85.125.XXX.XXX – 85.125.XXX.XXX
netname: Gruene-Die-Gruene-Alternative
descr: Grüne – Die Grüne Alternative Bundesbüro und Landesbüro Wien

Da war ich dann Sprachlos!

PS: Am Dienstag, 12. Mai, ab 20:00 Uhr,  findet der nächste Grüne Vorwahlen Infoabend im Cafe Ritter ( Mariahilfer Straße 73, 1060 Wien) statt.

Grüne Vorwahlen: Angst essen Seele auf!

Politik, Donnerstag 7 Mai 2009 12:59

Es ist schon sehr eigenartig: Da gibt es einen Punkt in den Statuten der Wiener Grünen die es UnterstützerInnen ermöglichen bei der Landesversammlung mitzuwählen wer auf die Liste für die Landtagswahl kommt.

Eigentlich, wie schon öfters angemerkt, eine tolle Sache.

Um UnterstützerIn zu werden muss man nur ein Formular ausfüllen und wird dann von Landesvorstand angenommen, eigentlich, so dachte ich mir, eine Formalität, denn die Grünen werden doch nicht Personen, die definitiv an ihnen interessiert sind ablehnen, noch dazu steht in den Statuten das die Ablehnung begründet werden muss. Da errege ich doch am wenigsten Unmut wenn ich das schnell abwickle, dann kann ich mich um Inhalte, etc. kümmern.

Aber die Wiener Grünen ticken anders!

Da liegen schon seit Wochen hunderte UnterstützerInnen-Erklärungen bei den Wiener Grünen und werden einfach nicht bearbeitet (und nicht nur unsere, es gibt anscheinend auch eine Gruppe mit rund 150 Erklärungen die noch nicht angenommen wurde). Mindestens zwei Mal wurde in der wöchentlichen Sitzung darüber gesprochen, anscheinend wird in den internen Online-Foren heftig darüber diskutiert, selbst die Initiatoren der Grünen Vorwahlen wurden “vorgeladen”, aber die UnterstützerInnen annehmen? Nein!

Dafür aber passieren plötzlich so peinliche wie erbärmliche Aktionen das z.b. der Text auf der “Mitmachen-Seite” der Wiener Grünen geändert wird, nachzulesen bei Gerald, glaubt da echt jemand das geht, ohne das es jemand merkt, durch? Wenn ja rate ich dringend dazu sich beraten zu lassen wie man kommuniziert!

Aber damit noch nicht genug, um anscheinend bei den Grünen, wenn auch nur als UnterstützerIn, aufgenommen zu werden muss man wohl jede Menge Eingangstests machen, plötzlich tauchen überall “Fragekataloge” an “die Grünen VorwahlerInnen” (wann kapieren die Grünen das es keine Gruppe ist sondern eine inhomogene Anhäufung von WählerInnen?) auf, die man zuerst anscheinend beantworten muss um die “heiligen Hallen” der Wiener Grünen betreten zu dürfen. Da frag ich mich ernsthaft:

Was soll das????

Vor allem wenn diese “Fragekataloge” aus solchen Themenverfehlungen bestehen!

Ich sag es ganz offen: ich werde diese Fragen nicht beantworten, denn das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen einer Partei und den WählerInnen/UnterstützerInnen:

Eine Partei muss ihre Ideen/Inhalte/Herangehensweise öffentlich machen damit sie oder die sie vertretenden Personen gewählt werden, ich muss dass nicht, ich kann eine private Meinung haben, dumme Geschichte, liebe Wiener Grünen, oder?

Dafür habe ich eine Frage an die Wiener Grünen:

Ist es wirklich so einfach mit 120+ Unterstützungserklärungen  eine Partei, die von über 100.000 Menschen gewählt werden will, aus dem Konzept zu bringen? Wie wird das erst sein wenn diese Grünen einmal wirklich Verantwortung tragen und wirkliche Entscheidungen treffen müssen? Ist dann auch die erste Frage “Warum wurde da auf Seite fünf, dritter Absatz einmal Gendern vergessen?”

Das diese Art der Kommunikation einiger Parteimitglieder kein positives Echo im “bösen” Internet ausgelöst hat ist klar, siehe z.B. hier, hier, hier und hier

Irgendwie erinnern mich die Wiener Grünen an den alten Mann in diesem Filmausschnitt, ich hoffe sie enden nicht auch so:


Also, liebe Wiener Grünen: Trefft endlich eine Entscheidung und nehmt die Unterstützungserklärungen an oder lehnt sie ab, damit wir endlich über Themen und Inhalte reden können!

Oder habt ihr vor euren (noch) WählerInnen Angst?

PS: Zum Glück gibt es einige Wiener Grünen gibt die verstanden haben worum es bei den Grünen Vorwahlen geht und teilweise diese auch unterstützen, es gibt noch Hoffnung…

PPS: Wer mehr über die Grünen Vorwahlen wissen möchte ist herzlichst eingeladen am 12. Mai um 20:00 ins Cafe Ritter zum Infoabend zu kommen!

Die FPÖ, das BZÖ und der Photoshop

Politik, Mittwoch 29 April 2009 17:19

Was fällt einem auf wenn man sich diese FPÖ-Plakat zur EU-Wahl anschaut?

Wahlplakat FPO zur EU-Wahl

Bei genauerem Hinschauen entdeckt man ein das zwar der Körper von Strache im Vordergrund ist (übrigens wohl wieder das Einheitsgesicht), dafür aber der Kopf von Mölzer vor dem Kopf von Strache steht!

Wenn man sich das dazugehörige PDF-File genauer anschaut erkennt man auch wie schlecht da mit Photoshop gearbeitet wurde, eigentlich etwas für den wunderbaren Blog “Photoshop-Distasters“:

Detail FPÖ-Plakat

Oder hat Herr Strache solche komischen Ohren?

Das BZÖ ist auch nicht besser, so schaut das Foto von Herrn Stadler auf Wikipedia aus:

Foto Ewald Stadler von Wikipedia

und so schaut Herr Stadler auf den BZÖ-Wahlplakaten zu EU-Wahl aus:

BZÖ-Plakat zur EU-Wahl

Wenn man da beim PDF-File genauer hinsieht, erkennt man das der Schmiss “sanft-gemalt” wurde:

Detail BZÖ-Wahlplakat zur EU-Wahl

Da will man wohl bestimmte WählerInnen nicht “verschrecken” :)

Beide Fälle zeigen wie schlecht da gearbeitet wird, auch sollen die BZÖ-Plakate wohl an die Haider-Plakate zur Nationalratswahl 2008 erinnern, was eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ist.

Wir wollen mitbestimmen und rufen für die Wiener Wahl 2010 Grüne Vorwahlen aus.