Am Donnerstag fand im Kent eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Take over your local Green party” statt, organisiert von der Initiative Grüne Vorwahlen (ohne Fördermittel und ohne Hilfe von den Grünen oder sonstigen Organisationen organisiert, das Budget war 0 Euro, wollte ich nur mal gesagt haben).
Im Zuge der Diskussion gab es einige sehr heftige Meinungen, die im sehr gut besuchten Keller (fast 100 Personen) für Raunen, Applaus, Zustimmung oder Ablehnung sorgten, die Emotionen gingen hoch.
Ich fand die Diskussion sehr spannend, sie bestätigte aber einen Punkt:
Die Wiener Grünen diskutieren zwar jetzt schon zwei Monate(!) darüber, wie sie mit den Unterstützungsanträgen umgehen wollen, sind aber leider noch keinen Millimeter weiter gekommen. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt und die gleichen Vorwürfe gemacht, traurig! Zum Glück aber gibt es auch viele bei den Grünen die verstehen um was es bei den Grünen Vorwahlen geht, diese wurden am Donnerstag teilweise von den eigenen Leuten angegriffen und vor dem Kopf gestoßen.
Dank der Leute von ichmachpolitik.at gibt es die Diskussion jetzt auch Online, absolut Sehenswert! Hat alles was ein guter Spielfilm braucht: Emotionen, Action und sogar über Sex wird gesprochen
, hier Teil 1:
Hiier Teil 2:
Symptomatisch war die Wortmeldung von David Ellensohn (ab Minute 31:30 in Teil 2).
Ich behaupte: Jemand der,
- ehemaligen Parteimitgliedern anderer Parteien das Recht abspricht bei den Grünen mitzuarbeiten,
- UnterstützerInnen global als “rechter stehend” bezeichnet,
- 2009 immer noch dem Straßenkampf(!) huldigt und stolz darauf ist Morddrohungen zu bekommen,
- außer dem Straßenkampf keinerlei Konzepte gegen die Rechten Parteien hat,
- die selbe Sprache wie die FPÖ verwendet (”Wer war denn dort bei der Demo gegen die rechten Trotteln?”),
- nicht versteht das Demokratie kein Krieg ist, deswegen “Kampf gegen Rechts” schon von der Metapher her falsch ist (oder will Ellensohn alle FPÖ-WählerInnen als Kriegsgefangene einsperren?),
- jeden, der nur den geringsten Zweifel an dieser Art der “Kriegsführung gegen Rechts” hat, sofort bei den Grünen ausschließen will,
- eine Überprüfung/Gesinnungstest jedes/jeder einzelnen UnterstützerIn fordert,
- diesen Beitrag entweder gar nicht gelesen hat oder nicht verstanden hat, ihn aber zitiert,
hat nichts bei den Grünen verloren.
So jemand ist (leider) ein Armutszeugnis der (linken) Politik in Österreich, siehe auch die Antwort von Robert Menasse dazu im Video.
Deswegen offenbare ich hier und jetzt meinen persönlichen, während dieser Wortmeldung von David Ellensohn entwickelten, streng geheimen Putschplan für die Wiener Grünen (falls ich als Unterstützer angenommen werde):
Ich werde David Ellensohn am 15. November NICHT wählen.
Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, ich steh dazu.
Fürchten sich die Wiener Grünen jetzt vor mir? Ich denke nicht, oder?
EDIT: am 15. November findet die Landesversammlung der Wiener Grünen statt, wo über die Listenplätze für die Gemeinderatswahl 2010 abgestimmt wird.