Am Sonntag ist es soweit, Kärnten wählt. Nicht nur den Landtag, sondern es gibt auch Gemeinderatswahlen. Selbst die KandidatInnen der kleinsten Gemeinden nehmen sich Obama als Vorbild und wollen das Internet erobern, hier ein paar Beispiele.
Zuerst der Wolfsberger Kandidat des BZÖs, Heinz Hochegger, dessen Videos eigentlich nur aus Grußbotschaften, auch von BZÖ-Stars, bestehen:
Dann das “Team Kramer” aus Ebendorf, die genau erklären wie man am Sonntag richtig bei der Gemeinderatswahl wählt, die Landtagswahl ist da unwichtig:
In Klagenfurt kämpft die Grüne Evelyn Schmid-Tarmann um den Gemeinderat und hat eine Vision für 2015, wobei ich meine das der Ton wohl etwas heftig ist, vor allem nach dem Intro:
Den Vogel schießt aber der BZÖ-Kandidat Bürgermeisterkandidat für Klagenfurt, Christian Scheider (man beachte die Schreibweise des TITEL-Tags auf der Homepage) ab, was man als Politiker alles machen muss (dieses Video gibt es sogar in hoher Qualität!):
Es gibt unzählige Videos aus verschiedensten Gemeinden auf YouTube, die meisten haben so um die 100 Views, wohl eine sehr lokale Zielgruppe
Bin ja gespannt wie die Wahl ausgeht, ich hoffe das BZÖ wird nicht stärkste Partei.
Das finde ich ein sehr interessantes Projekt für ein altes Problem: Videos mit Consumer-Digitalkameras zu machen ist zwar nett, nur ist die Auflösung bei weitem nicht so gut wie bei Standbildern mit der selben Kamera. Zukünftige Moderne Digitalkameras schaffen es aber während der Videoaufnahme in regelmäßigen Abständen ein hoch auflösendes Foto zu machen.
Darum die Frage: kann man diese Fotos verwenden um die Qualität des Videos zu verbessern?
Das Projektteam hat ein Video veröffentlicht das ihre Ergebnisse eindrucksvoll zeigt:
Spannend, denke auch das damit einfach höchst auflösende Videos möglich sind, damit meine ich jetzt nicht HDTV sondern eher 4k . Auch sind die Slowmotion-Möglichkeiten faszinierend!
Oder aber die Berechnung in Echtzeit, würde z. B. die Datenmenge weiter verringern, was dann wohl eine Weiterentwicklung von derzeitigen Komprimierungsalgorithmen wäre.
Im ORF gab es gestern im Kulturmontag ein “art.genossen: Dorfer spricht mit Anneliese Rohrer”.
Anneliese Rohrer ist wohl die “Grande Dame” der Medien in Österreich.
Das Gespräch, in dem es um die Medienlandschaft, Journalismus, Wirtschaft, Politik und die Definition von “Bürgerlich” geht, ist absolut sehenswert, jede(r) der/die mit Medien zu tun hatte sollte sich die knapp 30 Minuten Zeit nehmen:
Solche Sendungen geben mir die Hoffnung das im ORF noch nicht alles verloren ist! Mehr bitte!
Ich finde ja solche Diskussion sehr gut, sie zeigen das die Kunst und Kultur doch irgendwie noch in den Köpfen der Menschen ist.
Jetzt gibt es einen europaweiten Kunstskandal!
Der “böse” tschechische Künstler David Cerny hatte den Auftrag für Brüssel ein Kunstwerk zu schaffen das alle EU-Staaten repräsentiert und dazu sollte er auch KünstlerInnen eben aus diesen 27 EU-Staaten einladen. Gemacht hat er etwas ganz anderes: Niemanden eingeladen und alles selber gemacht (erinnert mich an die Peter Weibel-Ausstellung “Inszenierte Kunstgeschichte” 1988 im MAK).
Der Name des Kunstwerkes: “Entropa”
Groß war und ist die Aufregung, einzelne Staaten fordern eine Entschuldigung (die es auch schon gibt), usw.
Was ich aber weitaus interessanter finde: Schon bei der “Willkommen Österreich”-Sache (die ich total harmlos finde) war es so das die eigentliche Sendung von knapp 200.000 Menschen gesehen wurde, die Diskussion dazu im Fernsehen sahen aber doppelt so viele Menschen. Genau das gleiche passiert jetzt mit “Entropa”: Es gibt nur ganz wenig Fotos bzw. Videos davon, keiner erklärt die Intention dahinter, usw. jeder redet über etwas das er/sie nicht kennt.
Deswegen habe ich mal versucht mehr Infos zu dem Kunstwerk selber zu finden, hier ein sehr schönes Video auf YouTube (unbedingt in HD ansehen):
Schön wäre zu wissen was in dem Folder, den gegen Ende des Videos die Besucher in der Hand halten, steht!
Auf FLickr gibt es nur sehr wenig, hier eine Frontansicht, das Foto selber ist aber von Reuters:
Ich finde ja die Arbeit sehr gelungen, der Baukasten Europa passt genau. Ich muss auch zugeben das so aus dem Kontext gerissen ich viele Länder nicht Aufgrund des Umrisses erkenne, bei einigen aber die Assoziation (Ikea für Sschweden) sehr treffend ist. Auch muss klar sein das die Darstellung Österreichs (vier Atommeiler in der grünen Wiese) aus Tschechischer Sicht sicherlich ein guter Kommentar ist.
Ich Bin gespannt wie sich diese Diskussion weiter entwickelt!
In Berlin sind bis 21. Februar 2009 im Hauch of Venison Installationen von Bill Viola zu sehen.
Bill Viola ist wohl einer der wichtigsten Video- und Medienkünstler, der seit den 80er fest im Kunstdiskurs und Kunstbetrieb verankert ist.
Im großen Raum der tollen Galerie sieht man die Projektion “The Messenger” (1996):
In den weiteren Räumen sie sind einige sehr beeindruckende Arbeiten auf LCD-Monitoren in verschiedenen Größen zu sehen, wobei mich am meisten die Arbeit “Small Saints” auf sechs kleinen OLED-Panels beeindruckt hat. Zu sehen sind jeweils Personen die durch einen Regenvorhang schreiten und dabei in Zeitlupe von ihrem “Geistbild” ins Farbbild wechseln um anschließend wieder als Geist hinter dem Vorhang zu verschwinden.
Diese Arbeiten sind Weiterentwicklungen von “Ocean without a Sea” das auf der letzten Biennale in Venedig gezeigt wurden, hier eine Doku dazu:
Wobei ich es sehr spannend fand das die neue Arbeiten ohne Ton sind, dadurch werden sie noch präziser. Hier ein Foto von der Galerie-Webseite auf dem man die OLED-Panels im Vergleich zu einem LCD-Schirm sieht:
Absolut Sehenswert, ich war nur zu begeistert um selber Fotos von den Werken zu machen
Gestern zufällig daran gedacht und heute schon gefunden, einer der schönsten Dialoge aus dem Film “Ghost Busters” zwischen Dr. Ray Stanz (Dan Aykroyd) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson) auf der Fahrt zum einem Einsatzort:
Da es vielleicht schwer zu verstehen ist er sagt: “Never met him.”
1993 organisierte Christine Meierhofer mit der Unterstützung von HILUS ein Projekt an dem 45 MedienkünstlerInnen teilnahmen. Die Idee war recht simpel: Jede(r) macht eine Computeranimation und gibt das letzte Bild dieser Animation an den/die nächste(n) in der Kette weiter.
Herausgekommen ist ein 21 minütiges Video:
Fast alle Animationen sind auf Amigas gemacht worden, war damals “State of the Art”.
Hier noch die Liste der TeilnehmerInnen (in der Reihenfolge des “Auftretens”), ist interessant zu sehen wer 15 Jahre später immer noch im Kunstbetrieb ist, ich habe versucht Homepages zu finden: