So, jetzt hat die Stille Post doch noch ihren Empfänger erreicht und Herr Haider aus Oberösterreich ist zurückgetreten, hat ja nur drei Tage gedauert seit seiner großen Niederlage am Sonntag. Sehr passend dazu der Artikel von Michael Völker im heutigen Standard.
Hier zeigt sich für mich eines der Grundprobleme der SPÖ derzeit: die schlechte Kommunikation gemischt mit fehlenden Vision und der daraus sich ergebende Unfähigkeit klare Aussagen zu formulieren.
Vorgestern, am Montag war Faymann in der ZIB2 noch gegen ein “personelles Opfer”, jetzt plötzlich nicht mehr? Gerade dieses Interview in der ZIB2 zeigt wunderbar diese Formulierungsprobleme.
Sätze wie “Wir müssen mit klarer Politik das ansprechen was die Menschen bewegt”, “Verlässlicher Partner sein für das was man in einem Wahlkampf verspricht”, “Missstände hat niemand für gut zu halten”, “Ein Konflikt ist keine Schande in einer Regierung” haben irgendwie keinerlei Aussage und geben auch keinen Weg vor wie es weitergehen soll.
Da helfen noch so viele “bezahlte Anzeigen” in Standard, ÖSTERREICH, Krone, Presse & Co nicht, zuerst muss ich wissen was ich sagen will.
Ein wunderbares Beispiel für unklare Aussagen ist diese Grafik des bm:ukk von Gestern, die darstellen soll wie in Zukunft die Museen in Wien zusammenarbeite sollen:
Hans Dichand hat in seinem Leben viel erreicht, aber eine Sache, die er immer wollte, gelang ihm eigentlich nie richtig: WIRKLICH die Politik zu bestimmen.
Keine Frage, die Krone hat genug Einfluss, aber einige Sachen konnte er nicht verhindern, so z.B. Wolfgang Schüssel als Bundeskanzler und den Vertrag von Lissabon, um nur zwei aktuellere Beispiele zu nennen. Auch sind 17,7% für Hans Martin bei der Europawahl viel, aber wenn von 3 Millionen LeserInnen nur 500.000 übrig bleiben ist es wenig. Oder, Böse gesagt:
Berlusconi ist der erfolgreichere Dichand.
Gerade der Lissabon-Vertrag ist Dichand ein Dorn im Auge, deswegen denke ich das Hans Dichand eine “Schwarze Liste” hat, auf der alle Namen der PolitikerInnen stehen, die diesen Vertrag verhandelt oder unterschrieben haben. Diese Liste könnte so aussehen (schön alphabetisch geordnet):
Heinz Fischer
Alfred Gusenbauer
Ursula Plassnik
Wolfgang Schüssel
Bis auf den Bundespräsidenten hat Dichand sein Ziel erreicht: alle anderen haben sich aus der Politik (wenn auch nur in dem sie auf einen “Hinterbänkler”-Platz im Parlament sitzen) verabschiedet.
Deswegen behaupte ich:
Dichand will Pröll damit er Fischer von seiner Liste streichen kann!
Da dies, Aufgrund der Reaktionen der ÖVP, noch nicht fix ist, hier meine Alternative:
Hans Dichand for Bundespräsident!
Und in Anlehnung an ein Wahlplakat von Wolfgang Schüssel:
(Schön wäre auch der Wahlspruch Klestils: “Macht braucht Kontrolle” oder Faymanns: “Genug gestritten“ )
Bei 3 Millionen LeserInnen müsste er doch locker diese Wahl gewinnen, das richtige Alter hat Dichand und “unabhängig” ist er genauso wie seine Zeitung. Wäre doch, wie heißt es immer so schön: “Ein krönender Abschluss einer erfolgreichen Karriere”.
Dann noch Eva Dichand als Bundeskanzlerin und Dichand lacht über Berlusconi
Im Zuge der Wahl in Deutschland im September habe ich mir mir die “Wahlprogramme” der Opposition (Grüne, FDP, Piratenpartei) bzw. die “Regierungsprogramme” von SPD und CDU/CSU zur Bundestagswahl 2009 angeschaut (wird von allen Parteien als PDF angeboten). Z. B. wie viele Seiten eine Partei braucht um ihre Ideen unterzubringen:
Die Deutschen Grünen haben entweder das umfangreichste Wahlprogramm oder es ist am schwierigsten erklärt.
Wirklich interessant wird es wenn man die Wahl-/Regierungsprogramme mittels Wordle als Tagcloud darstellt (immer der Text nach dem Inhaltsverzeichnis und ohne Stichwortverzeichnis natürlich):
CDU/CSU
SPD
FDP
Die Linke
Bündnis 90/Die Grünen
Piratenpartei
Spannend wie sich da angeblich typischen Merkmale bei CDU/CSU (Deutschland) und SPD (Arbeit) abbilden. Die FDP, die das am wenigsten gestaltete PDF-File auf ihrer Webseite anbietet, nennt sich darin dafür am häufigsten. Bei den Grünen ist kein Thema klar dominierend (was mich eigentlich wundert), dafür dominiert die “Krise”. Bei der Piratenpartei erkennt man die klare Fokussierung auf Bürgerrechte und die Linken sprechen von Gesellschaftsthemen.
Lustig finde ich ja wie oft das Wort “müssen” genannt wird, speziell bei den Grünen.
Inhaltlich finde ich das Wahlprogramm der Piratenpartei am neuesten und innovativsten. Konzentriert auf das Wesentliche und genau diese Nische bespielend in der die Piraten wohl die Experten sind.
Ich bin sehr gespannt wie diese Wahl wohl ausgehen wird und welche Rolle das Internet in diesem Wahlkampf noch spielen wird.
EDIT: Ja, das Grüne Parteiprogramm hat auf jeder Seite den Satz “Aus der Krise hilft nur Grün”, deswegen ist wohl auch “Krise” das häufigste Wort bei den Grünen. Ich bin der Meinung, dass eine Partei, die explizit mit der Krise Parteiwerbung macht, es verdient, dass in der entsprechenden Tagcloud das Wort auch prominent vorkommt, aber wer damit nicht leben kann sollte sich diese Tagcloud anschauen oder sich das “Krise” wegdenken. Die anderen Parteien sind davon nicht betroffen da dort das Layout anders ist, bzw. ich die entsprechenden, offensichtlichen, Wörter (bei der CDU) entfernt habe.
Ich habe jetzt einige Zeit zu den Grünen Vorwahlen geschwiegen. Nach meiner Ablehnung als Unterstützer war ich eigentlich so wie Gerald motiviert das ich “den Weg durch die Instanzen” gehe um mein Stimmrecht zu bekommen, ich habe auch einen zweiten Unterstützerantrag, vor dem Ablauf der Frist und auf dem offiziellem Formular, den Wiener Grünen zukommen lassen. Antwort dazu habe ich bis jetzt nicht bekommen.
Jetzt, mit einiger zeitlicher und räumlicher Distanz, sieht die Sache für mich anders aus.
Symptomatisch für den Umgang der Grünen mit den Grünen Vorwahlen und mit der angekündigten “Offenheit” sind für mich die Aussagen von Maria Vassilakou gestern im ORF Sommergespräch:
Da stellt Frau Thurnher eine Frage zu den Grünen Vorwahlen und behauptet das diese eine Idee der Grünen selber waren(!), obwohl ich noch letzte Woche von der ORF-Sommerredaktion angerufen wurde da sie wissen wollten ob das Absage-Email von Robert Korbei wirklich echt ist! Irgendwie symptomatisch für den schlechten Journalismus in Österreich.
Maria Viassilakou, die ich bis jetzt immer als Befürworterin der Grünen Vorwahlen gesehen habe (sie war ja auch beim letzten Infoabend dabei), fand es nicht mal die Mühe Wert darauf hinzuweisen das die Initiative NICHT von den Grünen selber ausgegangen ist (was man sehr gut positiv darstellen könnte, wo gibt es das sonst, dass WählerInnen sich engagieren?) , aber das ist nur ein “Nebenthema”.
Was mich wirklich gestört hat war, dass Frau Vassilakou wieder mit Zahlen herum schmeißt die nicht der Wahrheit entsprechen, da ist von 500 neuen Personen die Rede wenn es in Wirklichkeit nur 230 von den Grünen Vorwahlen sind (die in dem Interview angesprochen wurden) und insgesamt nur knapp 400 aufgenommen wurden. Auch schafft sie es nicht zu erklären warum Leute abgelehnt wurden und spricht wieder von Kriterien die, wie immer, nicht erklärt werden können oder dürfen.
Hier verstehe ich nicht warum sie so schlecht vorbereitet in die Diskussion gegangen ist, aber auch das ist symptomatisch für diese Partei.
Apropos Zahlen: lustig finde ich auch die widersprüchlichen Angaben zur Anzahl der Mitglieder/UnterstützerInnen der Wiener Grünen, im April war da von 1400 Personen die Rede, dann hieß es im Jahr kommen 100-200 dazu (dann müssten die Wiener Grünen aber schon viel größer sein), danach hieß es wieder es sind um die 1200.
Gestern sagte Frau Vassilakou es sind um die 1000. Das würde dann heißen, wenn man die Zahlen von Frau Vassilakou ernst nimmt, dass durch die Grünen Vorwahlen die Parteibasis verdoppelt wurde
Auch verstehe ich nicht warum Frau Vassilakou nicht offen sagt, dass sie als Klubobfrau der Wiener Grünen keinen Einfluss auf die Entscheidung des Landesvorstandes hat, da sie dort kein Stimmrecht hat. Oder ist dieses komische System zu schwer zu erklären?
Hier zeigt sich das die angebliche Offenheit der Wiener Grünen einfach nicht existiert.
Wenn als einziger konkreter politischer Erfolg in einer 60 Minuten Diskussion nur ein Biomassekraftwerk (das schon vor 2 Jahren eröffnet wurde!) übrig bleibt ist das eher armselig.
Gerade dieses Sommergespräch hat für mich wieder einen Punkt bestätigt:
Bei den Grünen geht es nur um Befindlichkeiten.
Auf allen Ebenen und als einziges Thema.
Und das ist mir einfach zu wenig.
Deswegen habe ich für mich persönlich die Entscheidung getroffen, dass ich, ähnlich wie Martin, mit den Wiener Grünen eigentlich nichts mehr zu tun haben will.
Ich schätze viele Personen sehr die ich im Rahmen der Grünen Vorwahlen kennen gelernt habe (auch von den Grünen!), aber so wie diese Partei momentan funktioniert und agiert kann ich es einfach nicht mit meinen Gewissen vereinbaren mich dort zu engagieren oder sie zu wählen (auch wenn es eigentlich keine Alternativen gibt).
Es ist mir einfach die Energie nicht wert. Leider!
Am Donnerstag fand im Kent eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Take over your local Green party” statt, organisiert von der Initiative Grüne Vorwahlen (ohne Fördermittel und ohne Hilfe von den Grünen oder sonstigen Organisationen organisiert, das Budget war 0 Euro, wollte ich nur mal gesagt haben).
Im Zuge der Diskussion gab es einige sehr heftige Meinungen, die im sehr gut besuchten Keller (fast 100 Personen) für Raunen, Applaus, Zustimmung oder Ablehnung sorgten, die Emotionen gingen hoch.
Ich fand die Diskussion sehr spannend, sie bestätigte aber einen Punkt:
Die Wiener Grünen diskutieren zwar jetzt schon zwei Monate(!) darüber, wie sie mit den Unterstützungsanträgen umgehen wollen, sind aber leider noch keinen Millimeter weiter gekommen. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt und die gleichen Vorwürfe gemacht, traurig! Zum Glück aber gibt es auch viele bei den Grünen die verstehen um was es bei den Grünen Vorwahlen geht, diese wurden am Donnerstag teilweise von den eigenen Leuten angegriffen und vor dem Kopf gestoßen.
Dank der Leute von ichmachpolitik.at gibt es die Diskussion jetzt auch Online, absolut Sehenswert! Hat alles was ein guter Spielfilm braucht: Emotionen, Action und sogar über Sex wird gesprochen , hier Teil 1:
Hiier Teil 2:
Symptomatisch war die Wortmeldung von David Ellensohn (ab Minute 31:30 in Teil 2).
Ich behaupte: Jemand der,
ehemaligen Parteimitgliedern anderer Parteien das Recht abspricht bei den Grünen mitzuarbeiten,
UnterstützerInnen global als “rechter stehend” bezeichnet,
2009 immer noch dem Straßenkampf(!) huldigt und stolz darauf ist Morddrohungen zu bekommen,
außer dem Straßenkampf keinerlei Konzepte gegen die Rechten Parteien hat,
die selbe Sprache wie die FPÖ verwendet (“Wer war denn dort bei der Demo gegen die rechten Trotteln?”),
nicht versteht das Demokratie kein Krieg ist, deswegen “Kampf gegen Rechts” schon von der Metapher her falsch ist (oder will Ellensohn alle FPÖ-WählerInnen als Kriegsgefangene einsperren?),
jeden, der nur den geringsten Zweifel an dieser Art der “Kriegsführung gegen Rechts” hat, sofort bei den Grünen ausschließen will,
eine Überprüfung/Gesinnungstest jedes/jeder einzelnen UnterstützerIn fordert,
diesen Beitrag entweder gar nicht gelesen hat oder nicht verstanden hat, ihn aber zitiert,
hat nichts bei den Grünen verloren.
So jemand ist (leider) ein Armutszeugnis der (linken) Politik in Österreich, siehe auch die Antwort von Robert Menasse dazu im Video.
Deswegen offenbare ich hier und jetzt meinen persönlichen, während dieser Wortmeldung von David Ellensohn entwickelten, streng geheimen Putschplan für die Wiener Grünen (falls ich als Unterstützer angenommen werde):
Ich werde David Ellensohn am 15. November NICHT wählen.
Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, ich steh dazu.
Fürchten sich die Wiener Grünen jetzt vor mir? Ich denke nicht, oder?
EDIT: am 15. November findet die Landesversammlung der Wiener Grünen statt, wo über die Listenplätze für die Gemeinderatswahl 2010 abgestimmt wird.
Gestern lief im Report ein langer Beitrag über die Grünen Vorwahlen, danke an gundvienna fürs super schnelle Online stellen:
Nachdem wir uns den Beitrag beim gestrigen (gut besuchten) Infoabend angeschaut hatten, meinten die anwesenden Grünen PolitikerInnen: “War ja gar nicht so schlimm für uns Grüne”.
Dass kann man so oder so sehen.
Gut finde ich die Aussage von Maria Vassilakou:
Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.
Wobei sich hier für mich folgende Frage stellt:
Wie ist das “fast” definiert?
Ist es nicht schon egal ob ich 400, 402 oder 405 Personen aufnehme?
Würde nicht jede(r) nicht aufgenommene(r), vor allem nach so einem Report-Beitrag, einen medialen Aufschrei auslösen?
Vor allem wo Frau Vassilakou nicht im Landesvorstand sitzt, d.h. gar nicht die Entscheidung treffen kann/muss.
Wenn man sich dann die Aussage von Markus Rathmayer, Mitglied des Grünen Landesvorstandes anhört:
Es ist noch kein einziger Antrag in irgendeiner Form behandelt worden, sondern wir haben uns bis jetzt immer noch über Grundsätzliches unterhalten und darüber diskutiert wie definieren wir denn oder wie legen wir denn das Statut aus, in dieser Form wie es jetzt da liegt. Wichtig ist einfach für uns das wir auf einer wirklich individuellen Basis entscheiden und nicht irgendwelche pauschalen Aufnahmen oder Ablehnungen hier machen, dass wäre für uns nicht Zulässig
Da frage ich mich: Ok, seit 57 Tagen denken die Wiener Grünen darüber Grundsätzlich nach, wie lange wird dann wohl die “Entscheidung auf wirklich individueller Basis” dauern?
Ob sich das zur Gemeinderatswahl 2015 ausgehen wird?
Christoph Chorherr hat schon recht das wichtige demokratische Entscheidungen Zeit brauchen, aber die zeitlichen Horizonte sind anscheinend innerhalb der Wiener Grünen anders definiert als bei ihren WählerInnen.
Ich habe ja diesen Bannergenerator (siehe auch hier) gebaut damit sich jede(r) seinen eigenen Banner machen kann um auszudrücken warum er/sie Grüne VorwählerIn werden will. Wie bei jedem Webserver werden natürlich die Aufrufe des Generators mitgeloggt.
Am Freitag, den 8. Mai, zwischen 16:24 und 16:46, wurden folgende Texte von immer der selben IP-Adresse in den Generator eingegeben:
Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde
Ich bin Vorwähler, weil ich glaube, dass Bloggen Politik ersetzen kann
Ich bin Vorwähler, weil mein Papi mir zu wenig Spielzeug gekauft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich links scheiße finde
Ich bin Vorwähler, weil ich linke politik nicht mag
Ich bin Vorwähler, weil mir Heide Schmidt keinen Job verschafft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich gerne die Arbeit der ÖVP erledige
Ich bin Vorwähler, weil ich die linken Zecken nicht aushalte
Ich bin Vorwähler, weil mir beim wort Feminismus schlecht wird
Ich bin Vorwähler, weil ich Helge so lieb hab
Ich bin Vorwähler, weil ich nix hackeln aber mitreden will
Ich bin Vorwähler, weil ich diw weisheit mit dem löffel gefressen habe
Ich bin Vorwähler, weil ich soooo cooool bin – schließlich hat papi mir ein neues netbbok geschenkt
Ich bin Vorwähler, weil ich in meinem penthouse sitze und mir fad is
Ich bin Vorwähler, weil das solarium heute geschlossen hat
Ich bin Vorwähler, weil ich Linksradikale Politik mag
Ich bin Vorwähler, weil ich mehr Polizei auf der Straße haben will
Ich bin Vorwähler, weil Leistung sich lohnen muss
Ich bin Vorwähler, weil nur wenn es der wirtschaft gut geht, es uns allen gut geht
Ich bin Vorwähler, weil ein freies land auch freie märkte braucht
Ich bin Vorwähler, weil zu viel staat und zu wenig privat
Ich bin Vorwähler, weil Maggy Thatcher mein Vorbild ist
Ich bin Vorwähler, weil ich linke Randalierer wählen möchte
Ich bin Vorwähler, weil Martin Margulies zu links ist
Ich bin Vorwähler, weil ich sogar für die Junge ÖVP schon zu alt bin
Zuerst dachte ich da spielen sich ein paar Kinder, aber nachdem da einige sehr persönliche Sprüche dabei sind, habe ich mir mal die IP-Adresse via Domaintools angeschaut, da ich wissen wollte wem diese gehört:
inetnum: 85.125.XXX.XXX – 85.125.XXX.XXX
netname: Gruene-Die-Gruene-Alternative
descr: Grüne – Die Grüne Alternative Bundesbüro und Landesbüro Wien
Da war ich dann Sprachlos!
PS: Am Dienstag, 12. Mai, ab 20:00 Uhr, findet der nächste Grüne Vorwahlen Infoabend im Cafe Ritter ( Mariahilfer Straße 73, 1060 Wien) statt.
Es ist schon sehr eigenartig: Da gibt es einen Punkt in den Statuten der Wiener Grünen die es UnterstützerInnen ermöglichen bei der Landesversammlung mitzuwählen wer auf die Liste für die Landtagswahl kommt.
Eigentlich, wie schon öfters angemerkt, eine tolle Sache.
Um UnterstützerIn zu werden muss man nur ein Formular ausfüllen und wird dann von Landesvorstand angenommen, eigentlich, so dachte ich mir, eine Formalität, denn die Grünen werden doch nicht Personen, die definitiv an ihnen interessiert sind ablehnen, noch dazu steht in den Statuten das die Ablehnung begründet werden muss. Da errege ich doch am wenigsten Unmut wenn ich das schnell abwickle, dann kann ich mich um Inhalte, etc. kümmern.
Aber die Wiener Grünen ticken anders!
Da liegen schon seit Wochen hunderte UnterstützerInnen-Erklärungen bei den Wiener Grünen und werden einfach nicht bearbeitet (und nicht nur unsere, es gibt anscheinend auch eine Gruppe mit rund 150 Erklärungen die noch nicht angenommen wurde). Mindestens zwei Mal wurde in der wöchentlichen Sitzung darüber gesprochen, anscheinend wird in den internen Online-Foren heftig darüber diskutiert, selbst die Initiatoren der Grünen Vorwahlen wurden “vorgeladen”, aber die UnterstützerInnen annehmen? Nein!
Aber damit noch nicht genug, um anscheinend bei den Grünen, wenn auch nur als UnterstützerIn, aufgenommen zu werden muss man wohl jede Menge Eingangstests machen, plötzlich tauchen überall “Fragekataloge” an “die Grünen VorwahlerInnen” (wann kapieren die Grünen das es keine Gruppe ist sondern eine inhomogene Anhäufung von WählerInnen?) auf, die man zuerst anscheinend beantworten muss um die “heiligen Hallen” der Wiener Grünen betreten zu dürfen. Da frag ich mich ernsthaft:
Ich sag es ganz offen: ich werde diese Fragen nicht beantworten, denn das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen einer Partei und den WählerInnen/UnterstützerInnen:
Eine Partei muss ihre Ideen/Inhalte/Herangehensweise öffentlich machen damit sie oder die sie vertretenden Personen gewählt werden, ich muss dass nicht, ich kann eine private Meinung haben, dumme Geschichte, liebe Wiener Grünen, oder?
Dafür habe ich eine Frage an die Wiener Grünen:
Ist es wirklich so einfach mit 120+ Unterstützungserklärungen eine Partei, die von über 100.000 Menschen gewählt werden will, aus dem Konzept zu bringen? Wie wird das erst sein wenn diese Grünen einmal wirklich Verantwortung tragen und wirkliche Entscheidungen treffen müssen? Ist dann auch die erste Frage “Warum wurde da auf Seite fünf, dritter Absatz einmal Gendern vergessen?”
Das diese Art der Kommunikation einiger Parteimitglieder kein positives Echo im “bösen” Internet ausgelöst hat ist klar, siehe z.B. hier, hier, hier und hier
Irgendwie erinnern mich die Wiener Grünen an den alten Mann in diesem Filmausschnitt, ich hoffe sie enden nicht auch so:
Also, liebe Wiener Grünen: Trefft endlich eine Entscheidung und nehmt die Unterstützungserklärungen an oder lehnt sie ab, damit wir endlich über Themen und Inhalte reden können!
Oder habt ihr vor euren (noch) WählerInnen Angst?
PS: Zum Glück gibt es einige Wiener Grünen gibt die verstanden haben worum es bei den Grünen Vorwahlen geht und teilweise diese auch unterstützen, es gibt noch Hoffnung…
PPS: Wer mehr über die Grünen Vorwahlen wissen möchte ist herzlichst eingeladen am 12. Mai um 20:00 ins Cafe Ritter zum Infoabend zu kommen!
Nachdem jetzt feststeht wer alle zur Europawahl am 7. Juni antritt habe ich, wie bei der Nationalratswahl 2008, wieder eine Medienbeobachtung eingerichtet:
Die Seite ist genauso aufgebaut wie bei damals: Über Searchengines wird regelmäßig nach neuen OTS-Meldungen (OTS.at), nach neuen Nachrichten in Österreichischen Zeitungen/Magazinen/Onlinemedien (Yahoo Pipes), nach neuen Blogbeiträgen (über verschiedene Blog-Searchengines), nach neuen Twitter-Meldungen (search.twitter.com) sowie nach neuen Flickr-Bildern und YouTube-Videos gesucht.
Die Suchbegriffe sind jeweils die Nachnamen der SpitzenkandidatInnen (bei der ÖVP und bei den Grünen auch die Person an zweiter Stelle, da ebenfalls in der Öffentlichkeit präsent) und bei der KPÖ, bei MARTIN und bei JuLis auch der Parteiname (bei den Parlamentsparteien suche ich nicht nach dem Namen da es ja darum geht was zum Thema Europawahl gefunden wird).
Bei den OTS- und News-Meldungen suche ich außerdem nach allen Meldungen zum Thema “Europawahl” um zu sehen was sonst noch genannt wird.
Die Seite bietet TagClouds (welche Begriffe am häufigsten genannt werden) und Graphen (Zeitlicher Verlauf der Nennung) zu OTS-, News-, Blog-, Twitter- und Foren-Meldungen, hier z.B. die TagCloud der News:
Die Tags sind anklickbar und zeigen dann nur die Meldungen die diesen Tag enthalten, auch ist es möglich nach Begriffen zu suchen, dazu dient das Eingabefeld oben:
Angezeigt werden dann ebenfalls nur die Meldungen in denen dieser Begriff vorkommt. Die Links der antretenden Parteien zeigen einen aktuellen Screenshot der entsprechenden Webseite.
Die entsprechenden Graphen findet man unter dem Punkt “Graph” bei der jeweiligen Kategorie, sie zeigen den zeitlichen Verlauf:
Was man beachten muss: Einerseits gibt es einige Namensverwechslungen (“Strasser” ist kein so seltener Name), anderseits ist “JuLius” sehr oft vertreten da sie Europaweit unter einem Namen antreten (da ist eine Differenzierung schwierig). Hier werde ich im Notfall per Hand eingreifen.
Das ist einer der Gründe warum ich Grüner Vorwähler für die Kandidatenliste der Wiener Grünen für die Gemeinderatswahlen 2010 bin:
Ein weiterer Grund:
Um die vielen unterschiedlichen Meinungen zu zeigen die Menschen dazu bewegen VorwählerInnen bei den Grünen Vorwahlen zu werden gibt es jetzt die Möglichkeit dies mittels Banner auszudrücken.
Einfach deinen Grund eingeben und die Banner (drei verschiedene Formate!) erstellen lassen:
Mit dem Einbaucode sollte es kein Problem sein die Banner auf Webseiten zu integrieren, falls jemand Probleme hat bitte melden!
Nicht vergessen! Um mitbestimmen zu können musst du UnterstützerIn werden, deswegen schnell anmelden!