Wissen belastet
Home Über die Titel-Grafik Impressum Wissen belastet by Email RSS RSS Feed

Archiv des Tags ‘Wahlkampf’

Die Grünen, die Podiumsdiskussion und mein geheimer Putschplan!

Politik, Sonntag 7 Juni 2009 10:48

Am Donnerstag fand im Kent eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “Take over your local Green party” statt, organisiert von der Initiative Grüne Vorwahlen (ohne Fördermittel und ohne Hilfe von den Grünen oder sonstigen Organisationen organisiert, das Budget war 0 Euro, wollte ich nur mal gesagt haben).

Im Zuge der Diskussion gab es einige sehr heftige Meinungen, die im sehr gut besuchten Keller (fast 100 Personen) für Raunen, Applaus, Zustimmung oder Ablehnung sorgten, die Emotionen gingen hoch.

Ich fand die Diskussion sehr spannend, sie bestätigte aber einen Punkt:

Die Wiener Grünen diskutieren zwar jetzt schon zwei Monate(!) darüber, wie sie mit den Unterstützungsanträgen umgehen wollen, sind aber leider noch keinen Millimeter weiter gekommen. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt und die gleichen Vorwürfe gemacht, traurig! Zum Glück aber gibt es auch viele bei den Grünen die verstehen um was es bei den Grünen Vorwahlen geht, diese wurden am Donnerstag teilweise von den eigenen Leuten angegriffen und vor dem Kopf gestoßen.

Dank der Leute von ichmachpolitik.at gibt es die Diskussion jetzt auch Online, absolut Sehenswert! Hat alles was ein guter Spielfilm braucht: Emotionen, Action und sogar über Sex wird gesprochen :) , hier Teil 1:

Hiier Teil 2:

Symptomatisch war die Wortmeldung von David Ellensohn (ab Minute 31:30 in Teil 2).

Ich behaupte: Jemand der,

  • ehemaligen Parteimitgliedern anderer Parteien das Recht abspricht bei den Grünen mitzuarbeiten,
  • UnterstützerInnen global als “rechter stehend” bezeichnet,
  • 2009 immer noch dem Straßenkampf(!) huldigt und stolz darauf ist Morddrohungen zu bekommen,
  • außer dem Straßenkampf keinerlei Konzepte gegen die Rechten Parteien hat,
  • die selbe Sprache wie die FPÖ verwendet (”Wer war denn dort bei der Demo gegen die rechten Trotteln?”),
  • nicht versteht das Demokratie kein Krieg ist, deswegen “Kampf gegen Rechts” schon von der Metapher her falsch ist  (oder will Ellensohn alle FPÖ-WählerInnen als Kriegsgefangene einsperren?),
  • jeden, der nur den geringsten Zweifel an dieser Art der “Kriegsführung gegen Rechts” hat, sofort bei den Grünen ausschließen will,
  • eine Überprüfung/Gesinnungstest jedes/jeder einzelnen UnterstützerIn fordert,
  • diesen Beitrag entweder gar nicht gelesen hat oder nicht verstanden hat, ihn aber zitiert,

hat nichts bei den Grünen verloren.

So jemand ist (leider) ein Armutszeugnis der (linken) Politik in Österreich, siehe auch die Antwort von Robert Menasse dazu im Video.

Deswegen offenbare ich hier und jetzt meinen persönlichen, während dieser Wortmeldung von David Ellensohn entwickelten, streng geheimen Putschplan für die Wiener Grünen (falls ich als Unterstützer angenommen werde):

Ich werde David Ellensohn am 15. November NICHT wählen.

Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, ich steh dazu.

Fürchten sich die Wiener Grünen jetzt vor mir? Ich denke nicht, oder?

EDIT: am 15. November findet die Landesversammlung der Wiener Grünen statt, wo über die Listenplätze für die Gemeinderatswahl 2010 abgestimmt wird.

Die Grünen, der Banner und das “böse” Internet

Politik, Sonntag 10 Mai 2009 17:42

Ich habe ja diesen Bannergenerator (siehe auch hier) gebaut damit sich jede(r) seinen eigenen Banner machen kann um auszudrücken warum er/sie Grüne VorwählerIn werden will. Wie bei jedem Webserver werden natürlich die Aufrufe des Generators mitgeloggt.

Am Freitag, den 8. Mai, zwischen 16:24 und 16:46, wurden folgende Texte von immer der selben IP-Adresse in den Generator eingegeben:

Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde
Ich bin Vorwähler, weil ich glaube, dass Bloggen Politik ersetzen kann
Ich bin Vorwähler, weil mein Papi mir zu wenig Spielzeug gekauft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich links scheiße finde
Ich bin Vorwähler, weil ich linke politik nicht mag
Ich bin Vorwähler, weil mir Heide Schmidt keinen Job verschafft hat
Ich bin Vorwähler, weil ich gerne die Arbeit der ÖVP erledige
Ich bin Vorwähler, weil ich die linken Zecken nicht aushalte
Ich bin Vorwähler, weil mir beim wort Feminismus schlecht wird
Ich bin Vorwähler, weil ich Helge so lieb hab
Ich bin Vorwähler, weil ich nix hackeln aber mitreden will
Ich bin Vorwähler, weil ich diw weisheit mit dem löffel gefressen habe
Ich bin Vorwähler, weil ich soooo cooool bin – schließlich hat papi mir ein neues netbbok geschenkt
Ich bin Vorwähler, weil ich in meinem penthouse sitze und mir fad is
Ich bin Vorwähler, weil das solarium heute geschlossen hat
Ich bin Vorwähler, weil ich Linksradikale Politik mag
Ich bin Vorwähler, weil ich mehr Polizei auf der Straße haben will
Ich bin Vorwähler, weil Leistung sich lohnen muss
Ich bin Vorwähler, weil nur wenn es der wirtschaft gut geht, es uns allen gut geht
Ich bin Vorwähler, weil ein freies land auch freie märkte braucht
Ich bin Vorwähler, weil zu viel staat und zu wenig privat
Ich bin Vorwähler, weil Maggy Thatcher mein Vorbild ist
Ich bin Vorwähler, weil ich linke Randalierer wählen möchte
Ich bin Vorwähler, weil Martin Margulies zu links ist
Ich bin Vorwähler, weil ich sogar für die Junge ÖVP schon zu alt bin

Zuerst dachte ich da spielen sich ein paar Kinder, aber nachdem da einige sehr persönliche Sprüche dabei sind, habe ich mir mal die IP-Adresse via Domaintools angeschaut, da ich wissen wollte wem diese gehört:

inetnum: 85.125.XXX.XXX – 85.125.XXX.XXX
netname: Gruene-Die-Gruene-Alternative
descr: Grüne – Die Grüne Alternative Bundesbüro und Landesbüro Wien

Da war ich dann Sprachlos!

PS: Am Dienstag, 12. Mai, ab 20:00 Uhr,  findet der nächste Grüne Vorwahlen Infoabend im Cafe Ritter ( Mariahilfer Straße 73, 1060 Wien) statt.

Grüne Vorwahlen: Angst essen Seele auf!

Politik, Donnerstag 7 Mai 2009 12:59

Es ist schon sehr eigenartig: Da gibt es einen Punkt in den Statuten der Wiener Grünen die es UnterstützerInnen ermöglichen bei der Landesversammlung mitzuwählen wer auf die Liste für die Landtagswahl kommt.

Eigentlich, wie schon öfters angemerkt, eine tolle Sache.

Um UnterstützerIn zu werden muss man nur ein Formular ausfüllen und wird dann von Landesvorstand angenommen, eigentlich, so dachte ich mir, eine Formalität, denn die Grünen werden doch nicht Personen, die definitiv an ihnen interessiert sind ablehnen, noch dazu steht in den Statuten das die Ablehnung begründet werden muss. Da errege ich doch am wenigsten Unmut wenn ich das schnell abwickle, dann kann ich mich um Inhalte, etc. kümmern.

Aber die Wiener Grünen ticken anders!

Da liegen schon seit Wochen hunderte UnterstützerInnen-Erklärungen bei den Wiener Grünen und werden einfach nicht bearbeitet (und nicht nur unsere, es gibt anscheinend auch eine Gruppe mit rund 150 Erklärungen die noch nicht angenommen wurde). Mindestens zwei Mal wurde in der wöchentlichen Sitzung darüber gesprochen, anscheinend wird in den internen Online-Foren heftig darüber diskutiert, selbst die Initiatoren der Grünen Vorwahlen wurden “vorgeladen”, aber die UnterstützerInnen annehmen? Nein!

Dafür aber passieren plötzlich so peinliche wie erbärmliche Aktionen das z.b. der Text auf der “Mitmachen-Seite” der Wiener Grünen geändert wird, nachzulesen bei Gerald, glaubt da echt jemand das geht, ohne das es jemand merkt, durch? Wenn ja rate ich dringend dazu sich beraten zu lassen wie man kommuniziert!

Aber damit noch nicht genug, um anscheinend bei den Grünen, wenn auch nur als UnterstützerIn, aufgenommen zu werden muss man wohl jede Menge Eingangstests machen, plötzlich tauchen überall “Fragekataloge” an “die Grünen VorwahlerInnen” (wann kapieren die Grünen das es keine Gruppe ist sondern eine inhomogene Anhäufung von WählerInnen?) auf, die man zuerst anscheinend beantworten muss um die “heiligen Hallen” der Wiener Grünen betreten zu dürfen. Da frag ich mich ernsthaft:

Was soll das????

Vor allem wenn diese “Fragekataloge” aus solchen Themenverfehlungen bestehen!

Ich sag es ganz offen: ich werde diese Fragen nicht beantworten, denn das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen einer Partei und den WählerInnen/UnterstützerInnen:

Eine Partei muss ihre Ideen/Inhalte/Herangehensweise öffentlich machen damit sie oder die sie vertretenden Personen gewählt werden, ich muss dass nicht, ich kann eine private Meinung haben, dumme Geschichte, liebe Wiener Grünen, oder?

Dafür habe ich eine Frage an die Wiener Grünen:

Ist es wirklich so einfach mit 120+ Unterstützungserklärungen  eine Partei, die von über 100.000 Menschen gewählt werden will, aus dem Konzept zu bringen? Wie wird das erst sein wenn diese Grünen einmal wirklich Verantwortung tragen und wirkliche Entscheidungen treffen müssen? Ist dann auch die erste Frage “Warum wurde da auf Seite fünf, dritter Absatz einmal Gendern vergessen?”

Das diese Art der Kommunikation einiger Parteimitglieder kein positives Echo im “bösen” Internet ausgelöst hat ist klar, siehe z.B. hier, hier, hier und hier

Irgendwie erinnern mich die Wiener Grünen an den alten Mann in diesem Filmausschnitt, ich hoffe sie enden nicht auch so:


Also, liebe Wiener Grünen: Trefft endlich eine Entscheidung und nehmt die Unterstützungserklärungen an oder lehnt sie ab, damit wir endlich über Themen und Inhalte reden können!

Oder habt ihr vor euren (noch) WählerInnen Angst?

PS: Zum Glück gibt es einige Wiener Grünen gibt die verstanden haben worum es bei den Grünen Vorwahlen geht und teilweise diese auch unterstützen, es gibt noch Hoffnung…

PPS: Wer mehr über die Grünen Vorwahlen wissen möchte ist herzlichst eingeladen am 12. Mai um 20:00 ins Cafe Ritter zum Infoabend zu kommen!

Die FPÖ, das BZÖ und der Photoshop

Politik, Mittwoch 29 April 2009 17:19

Was fällt einem auf wenn man sich diese FPÖ-Plakat zur EU-Wahl anschaut?

Wahlplakat FPO zur EU-Wahl

Bei genauerem Hinschauen entdeckt man ein das zwar der Körper von Strache im Vordergrund ist (übrigens wohl wieder das Einheitsgesicht), dafür aber der Kopf von Mölzer vor dem Kopf von Strache steht!

Wenn man sich das dazugehörige PDF-File genauer anschaut erkennt man auch wie schlecht da mit Photoshop gearbeitet wurde, eigentlich etwas für den wunderbaren Blog “Photoshop-Distasters“:

Detail FPÖ-Plakat

Oder hat Herr Strache solche komischen Ohren?

Das BZÖ ist auch nicht besser, so schaut das Foto von Herrn Stadler auf Wikipedia aus:

Foto Ewald Stadler von Wikipedia

und so schaut Herr Stadler auf den BZÖ-Wahlplakaten zu EU-Wahl aus:

BZÖ-Plakat zur EU-Wahl

Wenn man da beim PDF-File genauer hinsieht, erkennt man das der Schmiss “sanft-gemalt” wurde:

Detail BZÖ-Wahlplakat zur EU-Wahl

Da will man wohl bestimmte WählerInnen nicht “verschrecken” :)

Beide Fälle zeigen wie schlecht da gearbeitet wird, auch sollen die BZÖ-Plakate wohl an die Haider-Plakate zur Nationalratswahl 2008 erinnern, was eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte ist.

Die FPÖ, Plakate und Assoziationen

Politik, Dienstag 28 April 2009 09:37

Unglaublich, aber es geht weiter!

Auch die FPÖ setzt auf eine Assoziation die aus den späten 80ern/frühen 90ern stammt:

FPÖ-Plakat zur EU-Wahl 2009

Der Spruch “Tag der Abrechnung” wurde 1991 durch diesen Film sehr bekannt:


“Terminator 2 – Tag der Abrechnung” kam 1991 in die Kinos und ist momentan laut IMDB der 62. erfolgreichste Film aller Zeiten.

Lustig ist die englische Tagline zu dem Film, vor allem wenn man das FPÖ-Plakat vor Augen hat:

This time there are two

Wer von den beiden kämpft auf der Seite der Menschen?
Oder sind hier beide auf der gleichen Seite?
Wenn ja, auf welcher?

Die SPÖ, Plakate und Assoziationen

Politik, Freitag 24 April 2009 10:22

Anscheinend ist Europa so weit weg in den Köpfen der PolitikerInnen (und wohl auch bei den WählerInnen) deswegen müssen die Parteien auf eine alteingesessene Bildsprache zurückgreifen.

Nach den Grünen ist jetzt das SPÖ-Wahlplakat für die EU-Wahl am 7. Juni gesichtet worden (Dank an rupprECHT für die Info):

SPÖ Wahlplakat zur EU-Wahl am 7. Juni

Auch hier ergibt sich natürlich sofort eine Assoziation:

Ten years ago / In 1972, a crack commando unit was sent to prison by a military court for a crime they didn’t commit. These men promptly escaped from a maximum security stockade to the Los Angeles underground. Today, still wanted by the government, they survive as soldiers of fortune. If you have a problem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire… The A-Team.

Da frag ich mich ob der Herr Swoboda jetzt immer eine dicke Zigarre rauchen wird und wer wohl die Rolle von Capt. H.M. “Howling Mad” Murdock bzw. die von Sgt. B.A. “Bad Attitude” Baracus übernehmen wird!

Grüne, Plakate und Assoziationen

Politik, Montag 20 April 2009 12:11

Seit letzter Woche gibt es das “offizielle” Plakat der Grünen zur Europawahl am 7. Juni:

Wahlplakat der Grünen zur Europawahl 09

Natürlich wird sofort klar was hier das Vorbild war:

Eugene Delacroix: Die Freiheit führt das Volk, 1830

Die Freiheit führt das Volk” von Eugène Delacroix, entstanden 1830.

Auf dem Wahlplakat sieht man leider nicht worauf die Personen stehen.

Denn im Original stehen sie auf  Leichen!

Nach all den internen Kämpfen bei den Grünen sehr passend.

PS: versteht jemand was einige auf dem Wahlplakat in der Hand halten? Eine Papierrolle?

Grüne und Vorwahlen, ein Aufeinandertreffen

Politik, Mittwoch 8 April 2009 09:08

Gestern trafen sich über 30 Personen im Cafe Ritter um über die Initiative Grüne Vorwahlen zu sprechen.

Aufgeschreckt durch die Resonanz (ist länger her das es z.B. im derstandard.at positive (!) Kommentare zu einem Artikel über die Grünen gibt) auf die Idee UnterstützerInnen zu finden die dann bei der Wiener Landesversammlung der Grünen die Kandidatenliste mitbestimmen bzw. auf den Kopf stellen könnten waren sehr viele Parteimitglieder (Funktionäre, Angestellte, Gemeinderat-, Landesrat- und Nationalratsabgeordnete) anwesend, um wohl raus zu finden was “die da” wollen.

Nach einer Erläuterung des Projekts durch die drei Initiatoren (Jana, Helge, Martin) ging es schnell in eine Fragerunde über die von den anwesenden Grünen fleißig genutzt wurde.

Hier zeigte sich für mich genau das Problem der Grünen: Sie haben den Bezug zu ihren WählerInnen/SympathisantInnen/UnterstützerInnenn komplett verloren.

In einer Phase des Projekts Grüne Vorwahlen, wo es hauptsächlich darum geht bis 15. Juni genug UnterstützerInnen zu finden damit die ganze Sache überhaupt funktioniert, wurde eigentlich keinerlei Frage zu diesem Prozess gestellt. Es ging immer nur um die Wahl der KandidatInnen und um Parteiinterne Dinge. Wo das Problem liegt zeigen gleich die ersten drei Fragen die gestern gestellt wurden:

“Wie schaut das mit dem Datenschutz aus, ihr sammelt ja die Seiten”

Ähem, jeder kann die Unterstützung auch direkt schicken, außerdem ist auf dem Formular, im Gegensatz zum Formular der Grünen, ein Feld das man ankreuzen kann wenn man keine Zusendungen der Grünen haben möchte und das Projekt selber wird damit nichts machen außer erinnern wann die Landesversammlung ist (steht auch auf dem Formular).

“Wieso wird dazu einen kommerzielle Plattform wie Facebook verwendet, warum nicht Open Source?”

Ähem, was will das Projekt  erreichen? UnterstützerInnen bekommen, nicht einen neue Online Community der Grünen aufbauen und die Leute sind nun mal auf z.B. Facebook, außerdem gibt es ja auch die eigentliche Webseite. Hier war ich gleich entsetzt über den Kommentar “Ich musste den Facebook-Account meiner Tochter verwenden um mir das anschauen zu können” Hallo? Da kann sich jeder registrieren, mehr Mut bitte!

“Das System ist unfair da es Kandidaten, die mehr im Internet machen, bevorzugt!”

Sorry, da musste ich fast lachen. Hier geht es doch jetzt einmal darum UnterstützerInnen zu bekommen, das Internet ist da “nur”, richtig eingesetzt,  eine Methode um Aufmerksamkeit zu erreichen. Wenn es genug UnterstützerInnen gibt sind die Wiener Grünen die einzigen die alle Adressen haben, dann liegt es an den KandidatInnen diese WählerInnen zu umwerben, wie ist ihnen überlassen, wenn sie wollen können sie auch von Tür zu Tür gehen! Außerdem kann ja jeder andere auch um UnterstützerInnnen werben, wo ist das Problem?

So ging es fast drei Stunden weiter, hier noch ein paar Beispiele die mich entsetzten:

“Was ist wenn da Wähler den Grünen eins auswischen wollen?”

Was ist den Grünen lieber? Leute die sich die Mühe machen zu registrieren, sich informieren und dann hoffentlich bei der Landesversammlung für Kandidaten zu stimmen oder Leute die die Grünen einfach nicht wählen? Wer dann auf die Landesliste kommt hängt einzig von den KandidatInnen ab und wie sie sich “verkaufen”. Und selbst wenn einige den Grünen eins auswischen wollen, so what? Damit muss die Partei halt umgehen, ist wohl besser es wischen ihnen nur 600 Leute bei der Landesversammlung “eins aus” als 60.000 bei der Wahl, oder?

Am schlimmsten wurde es dann als es um Inhalte ging (nicht missverstehen, es ging nie um konkrete Inhalte, es ging um den Begriff Inhalte):

“Die Plattform sollte auch Inhaltsvorschläge für die Grünen liefern!”

Sorry, soll das jetzt ein Outsourcen der Parteiarbeit werden? Das ist verdammt noch einmal die Aufgabe der Grünen Themen zu finden, nicht die Aufgabe der WählerInnen! Und wenn den Grünen da nichts einfällt sollten sie vielleicht Geld in die Hand nehmen und in Meinungsforschung investieren.

Wie gesagt, so ging es stundenlang weiter, da wurde z.B. noch gefordert das “Grüne Vorwahlen” den KandidatInnen eine Plattform zur Präsentation bieten muss (sic), das die Plattform um Projektförderung bei den Grünen ansuchen soll (LOL), usw.

Man merkte richtig das hier sich Unwissen mit Angst (vor den WählerInnen!) mischte.

Natürlich gab es auch ein paar gute Kommentare, vor allem von Personen die sehr aktiv im Internet sind, das war aber sehr wenig.

Im Endeffekt hat das Treffen für mich gezeigt das die Grünen schleunigst Erneuerung brauchen. Hier ist die Diskrepanz zwischen Partei und WählerInnen weitaus größer als in anderen Parteien.

Deswegen muss ich nochmals das Zitat von Michael Moore wiederholen:

Take over your local Democratic Party.

In most counties the local Democratic Party is run by just a few people, ’cause most citizens would never think of showing up. Go to the next county or town Party meeting, and bring ten friends. In most cases your bunch will constitute a majority. Use the rules and the state party by-laws (which can often be found on the Web) and seize control.

Darum jetzt UnterstützerIn werden um mitzuwählen!

EDIT: hier ein direkter Link zum Formular.

SPÖ gegen FPÖ, das ist Brutalität!

Politik, Montag 23 März 2009 07:56

Die nächste Wahl kommt bestimmt, in Wien aber eigentlich erst im Herbst 2010. Trotzdem liefern sich die SPÖ und die FPÖ momentan in der Bundeshauptstadt eine Plakat-/Anzeigen-Schlacht.

Angefangen hat die FPÖ Wien mit diesem wirklich schlechten Plakat:

Plakat der FPÖ Wien

Strache’s Kopf entstammt wohl immer noch dem selben Foto wie hier, oder? Aber auch der Rest des Plakat ist alt.

Die SPÖ Wien aber hat meiner Meinung gut gekontert mit folgender, in verschiedenen Zeitungen (Krone, Standard, etc.), geschalteten Anzeige:

Antwort der SPÖ Wien auf das FPÖ Wien Plakat

Das kann noch ein langer Wahlkampf werden…

Kärnten, Wahlkampf und YouTube

Politik, Donnerstag 26 Februar 2009 16:57

Am Sonntag ist es soweit, Kärnten wählt. Nicht nur den Landtag, sondern es gibt auch Gemeinderatswahlen. Selbst die KandidatInnen der kleinsten Gemeinden nehmen sich Obama als Vorbild und wollen das Internet erobern, hier ein paar Beispiele.

Zuerst der Wolfsberger Kandidat des BZÖs, Heinz Hochegger, dessen Videos eigentlich nur aus Grußbotschaften, auch von BZÖ-Stars, bestehen:


Dann das “Team Kramer” aus Ebendorf, die genau erklären wie man am Sonntag richtig bei der Gemeinderatswahl wählt, die Landtagswahl ist da unwichtig:


In Klagenfurt kämpft die Grüne Evelyn Schmid-Tarmann um den Gemeinderat und hat eine Vision für 2015, wobei ich meine das der Ton wohl etwas heftig ist, vor allem nach dem Intro:


Den Vogel schießt aber der BZÖ-Kandidat Bürgermeisterkandidat für Klagenfurt,  Christian Scheider (man beachte die Schreibweise des TITEL-Tags auf der Homepage) ab, was man als Politiker alles machen muss (dieses Video gibt es sogar in hoher Qualität!):


Es gibt unzählige Videos aus verschiedensten Gemeinden auf YouTube, die meisten haben so um die 100 Views, wohl eine sehr lokale Zielgruppe :)

Bin ja gespannt wie die Wahl ausgeht, ich hoffe das BZÖ wird nicht stärkste Partei.

Wir wollen mitbestimmen und rufen für die Wiener Wahl 2010 Grüne Vorwahlen aus.