Politik, Montag 19 Januar 2009 14:21
Johannes Voggenhuber kandidiert nicht mehr für die EU-Wahl, so lautete das Ergebnis der gestrigen “Kampfabstimmung”.
Mir geht es jetzt nicht darum darüber zu jammern das ohne Voggenhuber alles schlechter wird oder so, sondern ich finde wie das gestern kommuniziert wurde ist ein Desaster und negatives Lehrbeispiel, erinnert mich auch stark an die schlechte Kommunikation des LIFs am Ende des Wahlkampfs (Stichwort: “Eurofighter”).
Da ist seit Wochen klar das es eine Kampfabstimmung geben wird, da ist auch seit Wochen klar das Voggenhuber, falls er nicht auf den ersten Platz gewählt wird, nicht für die EU-Wahl kandidieren wird. Zur Erinnerung: die letzte EU-Wahl mit Voggenhuber als Spitzenkandidat hat mit 12,8% Östereichweit und 22,2% in Wien ein Resultat erzielt an das noch keine(r) Herangekommen ist (von den knapp 31.000 Vorzugstimmen will ich gar nicht reden).
Das war alles seit Wochen bekannt.
Was würde jede andere Partei/Firma/usw. machen? Genau, darüber nachdenken was alles bei dieser Abstimmung am Bundeskongress passieren kann und wie man entsprechend Kommuniziert. Das würde für mich bedeuten das man auch mit Herrn Voggenhuber Gespräche führt was passiert wenn er nicht gewählt wird.
Jede andere Partei/Firma/usw. würde das wohl machen, denn diese Medienaufmerksamkeit ist natürlich gleichzeitig auch eine Chance. Jeder andere Partei/Firma/usw. würde Presseaussendungen (für alle Möglichkeiten) vorbereiten, würde eine Abschiedsrede vorbereiten oder zu mindestens die Kommunikation mit den betroffenen Abstimmen.
Nicht so die Grünen!
Alle haben zwar brav das Ergebnis der Abstimmung gebloggt, getwittert oder der Presse mitgeteilt, aber niemand (fast niemand, Peter Pilz ist die Ausnahme) traute sich auch nur irgendeine Meinung dazu abgeben. Die Medien haben sich da selbst die Infos gesucht und dann natürlich gleich von Problemen innerhalb der Grünen usw. gesprochen.
Selbst jetzt, 24 Stunden später, findet sich kein Hinweis auf der Grünen-Webseite!
Somit wird es für die gewählte Kandidatin Ulrike Lunacek immer schwieriger. Sie hat jetzt die Aufgabe sich selber positionieren und bekannt machen zu müssen und wird sich dabei immer verteidigen müssen. Denn hätte es eben z.B. gestern eine Presseaussendung und eine funktionierende Kommunikation gegeben, hätte man die Medienaufmerksamkeit steuern können und wieder die Themenhoheit in dieser Krise bekommen können und somit vielleicht auch den Übergang besser geschafft, das wurde alles verspielt, dass aufräumen wird jetzt langwieriger. Denn das Ziel für die Europawahl muß jetzt wohl zumindestens die Einstellung des Ergebnises von Johannes Voggenhuber sein, sonst hätte es den ganzen Trubel nicht gebraucht.
So kann es jetzt passieren das Ulrike Lunacek Bauernopfer spielen muss und eine Wahl eigentlich nur noch verlieren kann und dass finde ich erbärmlich!
Genauso peinlich ist die Aussage das jetzt ein “Generationswechsel” stattfindet. Zur Erinnerung: Voggenhuber ist 1950 geboren, Lunacek 1957…
Noch peinlicher ist jetzt der Versuch aus der ganzen Fehlkommunikation einen “Geschlechterkampf” zu machen, dass ist hoffentlich nicht ernst gemeint, oder?
Dass, zusammen mit den 97,4% für Glawischnig (waren die Grünen nicht irgendwann einmal eine Partei die eine Diskussionskultur wieder in die Politik gebracht haben?) erinnert mich irgendwie an einen Spruch den man eigentlich von einer anderen Partei kennt:
Hände falten, Goschn halten!
Und das finde ich sehr eigenartig.
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