Helge hat ja über die sehr eigenartigen “Marketingaktivitäten” von FON.com berichtet. Ich bin auf diese Firma vor etwas mehr als einem Jahr aufmerksam geworden da ich damals noch einen Funkfeuer-Knoten hatte (der leider ein Herbstgewitter nicht überlebt hat) und FON.com basiert eigentlich auf einem ähnlichen Prinzip: Jeder der eine Internetverbindung hat shared diese für andere User und hat somit auch überall anders wo es einen FON.com-Anschluss gibt gratis WLAN-Zugang.
So weit so gut, klingt alles Web2.0-mäßig, jeder shared seine Internetverbindung, Software Opensource, alle sind happy. So kommt auch die Webseite daher.
Die Wirklichkeit schaut dann wieder anders aus, wenn man sich z.B. so einen Router von FON.com kauft verpflichtet man sich diesen mindestens ein Jahr angeschlossen zu verwenden, wie bei Mobilfunkunternehmen mit Mindestvertragsdauer, siehe diese Antwort aus den offiziellen FAQs:

D. h. auch das ich mit dem Kauf eines Routers mich verpflichte meine Internetleitung (für die ich ja auch bezahle und hafte) zu teilen und noch eine Bindungsfrist eingehe.
Lustig ist auch die Vorgehensweise wenn jemand als Gast meine Internetverbindung verwendet:

Heist das jetzt FON.com beschickt über meine Internetverbindung mögliche User mit Werbung (an denen ich natürlich nichts verdiene)? Denn was dieses kurze Video wirklich ist wird nicht definiert.
Womit wir beim wichtigsten Punkt sind: Beim Geldverdienen.
FON.com teilt die Einnahmen von neuen “Foneros”, die sich über einen FON.com-Knoten registrieren und via PayPal (wieder eine Zwangsbeglückung mit PayPal) bezahlt haben, mit dem jeweiligen Betreiber des Knoten. Der/die BetreiberIn bekommt 50% der drei Euro (für ein Tagesticket, vor oder nach Steuer?). Das klingt ja recht praktisch, nur gibt es für mich da ein Google-Phänomen:
Wer außer FON.com kann nachvollziehen wie viele User z.B. über meinen Knoten bezahlt haben? Niemand.
Bei solchen Punkten bin ich immer für Nachvollziehbarkeit!
Außerdem stellt sich für mich die Frage wieso ich 50% meiner möglichen Einnahmen an eine Firma abgeben soll die schon beim Router-Kauf an mir verdient hat und eigentlich nichts anderes macht als einen Login-Server (und Logfiles) zu verwalten?
Wäre ja alles immer noch nicht sooo schlimm, aber wenn man das ganze jetzt mit der aggressiven Marketingstrategie, wie von Helge beschrieben, verknüpft ergibt sich für mich ein Wolf im Schafspelz, denn in dem von Helge zitiertem Brief, der an jede Menge Lokale in Wien mit Gratis WLAN verschickt wurde, machen solche Absätze zum Thema “Sicherhet” stutzig:
Jede Nutzung ist bei Bedarf nachvollziehbar
und
…Können Sie nicht verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird.
Ok, mit FON.com kann man das dann verhindern? ist da gleich ein “Kinderschutz” mit eingebaut? Oder gehen die Daten direkt an das BIA?
Den Lokalen die diese Brief bekommen haben kann ich nur empfehlen nicht auf dieses Angebot einzugehen. Wenn schon kostenpflichtig dann selber machen, dann bleiben auch 100% beim Lokalbetreiber (vor allem, ist garantiert das die 50% auch in Zukunft 50% bleiben???).
Aber viel besser, auch für die Besucherzahlen, ist ein Gratis WLAN-Zugang.