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Archiv des Tags ‘Wien’

Kirchen in Wien, ein Vergleich

Allgemein und Zukunft, Mittwoch 23 Dezember 2009 15:35

Wieder einmal über die neue Beta-Version des Wien.at-Stadtplanes gestolpert. Da gibt es jetzt die Möglichkeiten Zusatzinformationen einzublenden.

Unter anderem auch, wo sich in Wien “Kirchenhäuser” (unter Anführungszeichen, da jede Religion dafür einen anderen Namen hat) befinden. Weihnachten ist ja sehr nah, deshalb habe ich mir einmal die verschiedenen Religionen einblenden lassen, mit, so finde ich, beeindruckenden Resultaten.

Fangen wir mit den Religionen mit den wenigsten “Kirchenhäusern” in Wien an:

Sowohl der Islam als auch die Jüdische Gemeinde haben laut Wien.at jeweils nur ein “Kirchenhaus” in Wien (mir ist klar das die Islamische Gemeinschaft mehrere Gebetsräume hat, auch dachte ich, dass es mehr als eine Synagoge gibt). Obwohl der Islam die zweitgrößte Religion in Wien ist.

Auf den nächsten Plätzen folgen:

Wobei hier bei Wien.at nicht näher definiert wird was unter “Sonstige Kirchen” zu verstehen ist (Zeugen Jehovas? Scientology?).

Interessant ist, dass z.B. der Buddhismus mehr “Kirchen” in Wien hat als die Orthodoxe Kirche, siehe die nächsten Plätze:

Die Evangelische Kirche war ja bis vor kurzem die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Österreich, kein Wunder, dass es da einige Kirchen gibt.

Aber wirklich erstaunt, ja fast entsetzt war ich, als ich die Katholische Kirche ausgewählt habe:

Und trotzdem Angst vor anderen haben? Geh bitte!

Eher könnte man Angst vor der Katholischen Kirche haben.

#unibrennt auf Twitter, eine Analyse

Internet, Computer und Politik, Freitag 27 November 2009 09:00

Seit 23. Oktober sammle ich alle Tweets auf Twitter mit den Hashtags “#unibrennt”, “#unsereuni” und “#audimax”.

Gerald Bäck und ich haben diese Tweets analyisiert. Gerald errechnete z.B. die “absolute Reichweite der Tweets”, während ich mich mit zeitlichen Abläufen beschäftigte.

Zuerst mal die Rohdaten: Im Zeitraum von 23. Oktober bis einschließlich 21. November 2009 wurden 66.379 Tweets von 6.780 UserInnen abgesetzt.

So sieht der zeitliche Verlauf der Tweets aus:

Tweets pro StundeTweets summiert

Aus diesen Tweets kann man natürlich eine TagCloud machen  (Hashtags und Stream-Url entfernt):

TagCloud der Tweets

Man erkennt, dass Twitter klarerweise als Organisationstool, aber auch als “die Message an die Frau / den Mann bringen”-Tool verwendet wurde.

In diesen 66.379 Tweets wurden 1.808  Fotos, die auf Twitpic geladen wurden, getwittert. Nach Abzug der Retweets bleiben 1.043 Bilder übrig, von denen 1.011 noch auf Twitpic verfügbar sind. Diese Fotos wurden insgesamt 125.612 Mal abgerufen.

Hier ein Video aller auf Twitpic noch verfügbaren Fotos mit der Anzeige der Gesamtviews:

Wem dies zu schnell war, kann hier eine Auswahl von 300 Twitpic Bilder als Animoto-Slideshow sehen:

Als Detail find ich es sehr spannend zu sehen wie Hörsäle in Europa aussehen :)

Die Studentenproteste gingen ja von der Akademie der bildenden Künste in Wien aus. Im Verlauf der letzten Wochen kamen wurden immer mehr besetzte Hörsäle und immer mehr Unis in ganz Europa dazu.

Ich wollte unbedingt diese räumliche Ausbreitung visualisieren. Mit Geralds Hilfe konnte ich bei 4.653 Twitter-UserInnen die Location (die beim jeweiligen Twitter-Account eingetragen ist) via Google einer Kartenposition zuordnen. Unter Verwendung einiger Perl-Skripte entstand so dieses Video (unbedingt in HD & Fullscreen anschauen!):

Leider erlaubt mir YouTube nicht, Mozart als musikalische Untermalung zu verwenden :(

Legende:

  • “Tweets” zeigt die Tweets/Stunde.
  • “User” zeigt wieviele unterschiedliche User pro Stunde einen Tweet abgesetzt haben.
  • “Retweets” sind die Tweets/Stunde in denen ein “@” vorkomm.
  • “URLs” sind die  Tweets/Stunde in denen eine URL (z.B. Bit.ly, Twitpic.com, etc.) vorkommt.
  • “Twitpic des Tages” ist das Twitpic-Foto an diesem Tag  mit den meisten Views.

Man sieht sehr schön wie sich einige Aktionen (Besetzung München) und vor allem der Aktionstag am 17. November auswirken. Auch sind Veranstaltungen in den besetzten Hörsälen und Fernsehsendungen zum Thema klar erkennbar.

Die meisten Tweets/Stunde (483) gab es übrigens zur “Am Punkt“-Sendung am 4. November, hier wird auch ersichtlich, dass erst danach die #unibrennt-Welle richtig nach Deutschland über schwappte.

Schlusssatz: In einer globalisierten Welt, in der es keinen Produktionsvorteil mehr gibt,  ist es für einen Staat wichtiger in Bildung, Wissen und Menschen  zu investieren als z.B. in den Bau des Koralmtunnels, der veranschlagte 5,1 Milliarden (also nach Österreichischer Rechnung im Endeffekt wohl über 10 Milliarden) Euro kosten wird.

Um so wichtiger ist es unsere uni zu unterstützen!

Meine Laudatio beim Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten

Internet, Computer und Politik, Sonntag 15 November 2009 11:05

Gestern wurde im Figurentheater Lilarum mit einer fullminanten Show zum ersten Mal der “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” vergeben.

Ich hatte die Ehre mit den Wiener Grünen auch den “Sieger” des Abends nominieren zu dürfen und ziehe meinen Hut vor Christoph Chorherr, der den Preis vor Ort entgegen nahm.

Hier meine Nominierungsrede, mit den Powerpoint Overheadfolien eingebaut, alle Zitate findet man in den Reaktionen auf die Grünen Vorwahlen:

Morgen, Sonntag (Anm.: 15. November 2009), hätte ein historischer Tag werden können.

Es hätte der Tag sein können an dem die Wiener Grünen auf ihrer Landesversammlung erfolgreich einen Vorwahlkampf um die Plätze für die Gemeinderatswahlen nächstes Jahr abschließen und mit vielen neuen Unterstützerinnen, Unterstützern, Mitgliedern und mit viel Aufmerksamkeit im Internet und in der Presse gestärkt in den kommenden Wahlkampf in Wien gehen.

So habe ich mir das vorgestellt als ich Anfang April von der Idee der Grünen Vorwahlen hörte. Eine Idee, die von den Grünen selber stammt:

Reformvorschlag: Grüne Vorwahlen.

Damals dachte ich, dass die Aufnahme als Unterstützerin und Unterstützer der Wiener Grünen ein reiner Formalakt sei. Mir persönlich war der Gedanke völlig fremd das eine Partei auch nur auf die Idee kommen könnte, Personen, die helfen, hundertausenden von Menschen in Österreich zu zeigen, dass diese Partei wirklich ihre Basis ernst nimmt, abzulehnen. Auch viele Wiener Grüne signalisierten Freude an der Idee von Vorwahlen:

Diese Initiative ist aber auch eine große Chance für die Demokratie als Ganzes.

Die Initiatoren Jana Herwig, Helge Fahrnberger, Martin Schimak und Michael Schuster, sowie das mit der Zeit um Nicky Bäck, Susanne Zöhrer, Gerald Bäck und mich erweiterte Team dachten immer, das größte Problem wird sein, für den langen Zeitraum bis Mitte Juli genügend Öffentlichkeit zu haben um vielleicht so um die 200 Unterschriften zu sammeln.
Doch plötzlich passierte etwas, womit wir alle nicht gerechnet hatten:

Dieser Passus war nie dafür, wofür er jetzt verwendet wird, gedacht gewesen.

Hat sich die Initiative Vorwahlen im schwierigsten Bereich der Grünen Innenpolitik eingemischt: die Mandatsvergabe.

Wißt ihr, dass aktive Unterstützung der Grünen erstmal nötig ist, um überhaupt UnterstützerIn werden zu können?

Plötzlich zeigte sich, dass die sogenannte „Internetpartei“ ganz und gar nicht das lebt, was sie predigt und Großteils keine Ahnung vom Kommunizieren im Internet hat:

 Wenn ich den Christoph richtig verstanden habe, dann arbeitet ihr mit so kleinen automatischen Benachrichtigungen, die sich melden wenn irgendwer zu einem bestimmten Thema etwas hinterlassen hat. Das finde ich richtig gut. Aber ich und der Großteil von uns arbeitet nicht so.

Jetzt müßte ich technisch wohl in der Lage sein das Wort „Marsch“ als Link zu benutzen. Vielleicht geht es aber auch, wenn ich sage, dass es etwas dazu auf der Website der Wiener Grünen gibt.

Da brachen Gräben auf! Plötzlich bekamen die Wiener Grünen Angst! Da wurden einige 10.000 Visits auf einer Webseite mit dem Verteilen von Flyern „aufgewogen“:

Jedes Medium erreicht Menschen, sogar unsere Flyer, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt verteilt werden.

Der Landesvorstand war nicht mehr imstande eine so einfache Entscheidung, wie die Annahme eines Unterstützungsantrages, wo die Antragstellerin, der Antragsteller unterschreiben, dass sie aktiv mitarbeiten wollen, zu treffen:

Man kann und darf es natürlich für einen großen Fehler halten Leute abzulehnen, genauso wie man das Gegenteil für einen Fehler halten darf, überhaupt darauf einzugehen.

Dass ihr uns nur so wahrnehmt ist total unser Problem, was ich vollkommen ernst meine.

Begreife ich mich als Teil der Grünen oder bin ich eigentlich nur WählerIn und sehe ich mich nicht als Teil der Grünen.

Die Reaktionenseite auf „gruenevorwahlen.at“ wurde immer größer, immer mehr Menschen verstanden die Welt nicht mehr, was passiert da in „ihrer“ Partei? Die Presse interessierte sich mehr und mehr für die Initiative, wobei wir nie auch nur einen Euro für Medienarbeit ausgegeben haben. Hierzu ein kleiner Vergleich: Der Beitrag im ORF-Report hatte fast 100.000 Zuschauer mehr als das Sommergespräch mit Maria Vassilakou.

Plötzlich wurde öffentlich gefragt, wann Anträge angenommen werden und niemand konnte glauben, dass die Wiener Grünen Personen ablehnen werden. Erklärungsnotstand machte sich breit, jede Regung der Partei wurde im Internet heftig diskutiert:

Ich gehe davon aus, dass weitestgehend alle oder fast alle aufgenommen werden.

Ablehnung und Annahmen werden sich einigermaßen die Waage halten.

Wir haben von den hunderten Anträgen, die großteils über das Internet eingetrudelt sind, drei Viertel positiv bearbeitet.

Am Schluss wurden gerade einmal 52% der 445 Anträge angenommen, Lukas Wurz sollte Wahrsager werden.

Auch Verschwörungstheorien wurden öffentlich zum besten gegeben:

Es gibt eine Hidden Agenda.

Aber auch wunderbare Kommentare zur politischen Ausrichtung der Wiener Grünen gab es:

Weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht intern, weil wir momentan in Wien eher so was sind wie linke Grüne.

Unter den „noch nicht“ oder „leider nein“ Unterstützern, aber auch unter den angenommenen machte sich Frust breit, der sich heftig im Internet widerspiegelte. Aber zu diesem Zeitpunkt hat sich die Kommunikation des Landesvorstands schon längst auf Durchhalte- bzw. Kampfparolen reduziert, die entsprechend kommentiert wurden:

„Der Vorstand könne anhand der eingereichten Unterlagen erkennen, wie sich die VorwählerInnen entwickeln werden“ Ist er der liebe Gott?

Auch wurde in den ausgeschickten Ablehnungsschreiben die eigene Partei „verleugnet“:

Die Grünen gibt es nicht.

Oder Ihre Ziele „definiert“:

Es ist ein wichtiger Zwang für eine Partei mehr Wählerinnenstimmen zu bekommen, aber kein notwendiger.

Die unprofessionelle Kommunikation des Landesvorstandes und anderer Teile der Wiener Grünen ließ kein Fettnäpfchen aus, als Beispiel sei nur die eilig einberufene Pressekonferenz genannt, wo man bekannt gab, Aufnahmekriterien zu haben, diese aber den anwesenden Journalisten leider nicht mitteilen konnte. Transparenz ist alles!

Fazit: Alles in allem bleibt ein viermonatiges Kommunikationsdisaster der Wiener Grünen übrig und so kam es wie es kommen mußte: viele, die mitarbeiten wollten, haben sich von der Partei abgewandt und sind zutiefst enttäuscht.

Das wird auch in Zukunft noch Auswirkungen haben. Man darf gespannt sein, wie oft die „Grünen Vorwahlen“ nächstes Jahr im Wiener Wahlkampf ein Thema sein werden.

Auch hat die Partei gezeigt, dass sie keine Ahnung im Umgang mit dem Internet hat und auch jetzt – nach acht Monaten – eigentlich nichts dazugelernt hat. Siehe etwa die Website „ichkandidiere.at“.
Zum Schluss das wunderbare Fazit des Landesgeschäftsführers der Wiener Grünen über die Grünen Vorwahlen:

Der Vorstand hat, obwohl von vielen Seiten auf ihn eingehackt, gezogen und gedrückt wurde, den Überblick behalten und einen Weg entschieden, der niemanden wirklich zufrieden stellt.

Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

Und so nominiere ich die Wiener Grünen für den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten.

EDIT: Christoph Chorherr hat auf der Landesversammlung den Preis an den Landesgeschäftsführer Robert Korbei übergeben übergeben:

Christoph Chorherr übergibt den Preis an Robert Korbei

EDIT2: Heute, am Tag der Landesversammlung, wird “ichkandidiere.at” gut eingesetzt um die Wahlergebnisse zu präsentieren, wobei die nummerischen Ergebnisse noch schön wären.

A-Tag 09: Rückblick & mein Vortrag

Internet, Computer, Montag 19 Oktober 2009 09:24

Am Freitag fand der A-Tag 09, eine Veranstaltung im Bereich Web Accessibility in Österreich, im Techgate in Wien statt.

Grandios war der Vortrag von Christian Heilmann, Yahoo-Developer, am besten hier auf seinem Blog nachlesen! Tomas Caspers zeigte unter anderem die seiner Meinung hässlichsten Webseiten, z. B. diese und diese. Interessant waren auch die Vorträge über den Relaunch von Linz.at und Wien.info.

Ich hatte die Ehre, da ich in Bezug auf Barrierefreiheit Laie bin, einen Vortrag über “Wie wird Web2.0 unser Leben verändern?” zu halten, hier die entsprechende Prezi dazu:

Hier die Links aus den Folien in chronologischer Reihenfolge:

War ein wirklich sehr spannend Tag und Gratulation an die Veranstalter, im besonderen an Markus, für die tolle Organisation!

Warum ich nicht mehr Grün wählen kann

Politik, Freitag 25 September 2009 11:05

Wie ja einige wissen wurde ich, im Rahmen der Grünen Vorwahlen,  als Grüner Unterstützer abgelehnt. Ich habe damals, rechtzeitig vor der letzten Sitzung des Landesvorstandes der Wiener Grünen in der noch Unterstützeranträge behandelt wurden damit die möglichen UnterstützerInnen am 15. November bei der Landesversammlung mitwählen können (vier Monate Sperrfrist), einen zweiten Antrag als Unterstützer gestellt. Auf dem offiziellem Formular, mit Angabe wo ich mich einbringen kann, usw.

Der Sommer verstrich, ich hörte nichts von den Wiener Grünen.

Über zwei Monate (!) später, Anfang September, erhielt ich einen Anruf von den Wiener Grünen bezüglich meines Unterstützerantrages. Ich sagte das ich diesen doch damals rechtzeitig geschickt hätte, das wurde mir auch am Telefon bestätigt. Auf meine Frage warum er dann damals nicht erledigt wurde erhielt ich als Antwort:

“Da hat sich keiner drübergetraut, deswegen wurde dein Antrag unerledigt liegen gelassen.”

Da war ich erst mal Paff,  so macht man es sich halt einfach, Fristen verstreichen lassen, fertig. Darauf hin fragte ich warum ich dann erst über zwei Monate später darüber informiert werde, Antwort:

“Du weißt, über die Sommermonate passiert halt nicht viel.”

Da war ich das zweite mal Paff. Nun gut, der/die mich anrufende(r) hat keine politische Position, er/sie exekutiert nur im Namen des Landesvorstandes. Deswegen war ich dann richtig sprachlos  als der/die mir die folgende Frage am Telefon stellte:

“Da du, auch wenn du jetzt als Unterstützer aufgenommen wird, am 15. November nicht wählen kannst, fragen wir dich ob du deinen Antrag zurückziehen willst?”

Ich hab gar nicht glauben können was ich da gefragt werde. Über zwei Monate haben die Wiener Grünen gebraucht um zu der Entscheidung zu kommen mich zu fragen ob ich meinen Antrag zurückziehe? Natürlich verneinte ich und sagte auch, dass ich mir eine offizielle Entscheidung erwarte.

Wieder vergingen weit über zwei Wochen, deswegen fragte ich vorgestern via Twitter-DM bei einem Vorstandsmitglied nach was denn jetzt der Status sei. Einen Tag später bekam ich dann diese Email:

Ablehnung meines Unterstützerantrages

(Ich hab den Namen des Senders/der Senderin unkenntlich gemacht da diese Person nur exekutiert und keine politische Entscheidungsmacht hat, selbst für das verschicken dieser Email ist der Vorstand zu feige.)

Für mich ist das Thema “Wiener Grüne” und “Grüne Vorwahlen” ein für alle mal beendet.

Auch wenn ich einige Mitglieder schätze.

Ich hoffe die Landesversammlung am 15. November zieht aus der ganzen unprofessionalität der Wiener Grünen beim Umgang mit den Grünen Vorwahlen die Konsequenten und wählt die KandidatInnen aus dem derzeitigen Landesvorstand NICHT auf die Liste für den Gemeinderat.

Symptomatisch ist auch: Ich zeige zwar zu wenig Interesse um als Unterstützer angenommen zu werden, aber für Werbung  (obwohl ich dieser nie zugestimmt habe) bin ich gut genug. Darum:

Diese Wiener Grünen sind es nicht wert unterstützt zu werden!


Visualisiert: 24 Stunden Wiener Linien

Kunst, Design, Dienstag 22 September 2009 09:04

Ich liebe ja Visualisierungen von Infrastrukturen, denn normalerweise wird erst dann jedem klar wie wichtig sie sind, wenn sie ausfallen. Ein schönes Beispiel dafür ist “Taxis in London” der BBC.

Sowas will ich auch für Wien haben!

Darum fing ich an nach Daten zu suchen und wurde bei den Wiener Linien fündig. Auf dieser Seite (bzw. auf der Barrierefreien Version)  kann man sich anzeigen lassen, wann der nächste Bus, die nächste Straßenbahn kommt.

Das ist schon mal ganz brauchbar, nur musste ich erst einmal herausfinden wie viele Haltestellen darüber abgebildet werden. Ein kleines Perl-Skript gab mir, nach rund 20.000 Seiten-abrufen :) , die Antwort.

Das nächste Problem war, dass immer nur die Daten für die nächsten zwei Stunden angezeigt werden. Auch hier half ein Perl-Skript das stündlich alle gefundenen Stationen abfragte und so, über einen Zeitraum von mehreren Tagen, alle Daten sammelte.

Da die Uhrzeitangabe nicht unbedingt immer dem Fahrplan entspricht sondern ja auch Realtime-Daten enthält, musste ich noch einen Filter einbauen der Abfahrten an einer Haltestelle die zu nah zusammen liegen bereinigt.

Das Resultat ist eine Datenbank mit 1048 Haltestelle die von 44 Buslinien, 29 Straßenbahnlinien und 18 Nightline-Busse innerhalb von 24 Stunden 510.026 Mal angefahren werden!

Leider bietet die Webseite der Wiener Linien keine Informationen über U-Bahnen und Busse die auf “B” enden an, eigentlich eigenartig, weiß jemand wieso?

Nach einer Geocodierung der Haltestellen und ein paar Korrekturen konnte ich das ganze auch schon visualisieren, hier das Ergebnis, “24 Stunden Wiener Linien“, am besten in “HD” und Fullscreen ansehen:

Die Balken links oben zeigen wie viele Busse und Straßenbahnen zu der angezeigten Uhrzeit Stationen anfahren.

So stehen jeden Tag um 18:00 Uhr 242 Busse und 266 Straßenbahnen in Haltestellen!

Wobei ich Systembedingt nicht nachrechnen kann wie viele Busse oder Straßenbahnen zu dem Zeitpunkt sich gerade zwischen zwei Stationen befinden.

Interessant ist auch die Zeit so um 1:30 in der Nacht wenn alle Straßenbahnen und Busse in die Remisen fahren.

Ich denke man bekommt ein Gefühl dafür wie wichtig und logistisch aufwendig der öffentliche Nahverkehr ist und das dieser ruhig etwas kosten darf!

Auch finde ich das solche Daten über APIs zugänglich sein sollten, wer weiß was da noch alles entstehen könnte!

EDIT: Da es schon einige Anfragen gab: Wer mit den Daten selber herumexperimentieren will kann sich einen MySQL-Dump runterladen, freue mich auf andere Visualisierungen!

Mashup und Partizipation in Kunst und Politik

Internet, Computer und Kunst, Design und Politik, Samstag 29 August 2009 12:55

Gestern durfte ich im Rahmen des Media Sculptures Projektes einen Vortrag mit anschließender Diskussion über “Mashup und Partizipation in Kunst und Politik” halten.

Hier der Vortrag zum “nachschauen”, nach dem starten bitte etwas warten bis die prezi geladen ist und am besten in Fullscreen anschauen:



EDIT: Falls jemand Probleme hat die Präsentation anzuschauen (der Prezi-Player ist noch sehr Beta) hier der direkte Link zur Präsentation.

Da es viele Fragen zu den gezeigten Projekten gab, hier, “in order of appearance”, eine Linkliste:

Danke an alle die gestern mit diskutiert haben und viel Spass beim surfen!

Der ORF, die Grünen und das Sommergespräch

Politik, Mittwoch 12 August 2009 08:28

Ich habe jetzt einige Zeit zu den Grünen Vorwahlen geschwiegen. Nach meiner Ablehnung als Unterstützer war ich eigentlich so wie Gerald motiviert das ich “den Weg durch die Instanzen” gehe um mein Stimmrecht zu bekommen, ich habe auch einen zweiten Unterstützerantrag, vor dem Ablauf der Frist und auf dem offiziellem Formular, den Wiener Grünen zukommen lassen. Antwort dazu habe ich bis jetzt nicht bekommen.

Jetzt, mit einiger zeitlicher und räumlicher Distanz, sieht die Sache für mich anders aus.

Symptomatisch für den Umgang der Grünen mit den Grünen Vorwahlen und mit der angekündigten “Offenheit” sind für mich die Aussagen von Maria Vassilakou gestern im ORF Sommergespräch:


Da stellt Frau Thurnher eine Frage zu den Grünen Vorwahlen und behauptet das diese eine Idee der Grünen selber waren(!), obwohl ich noch letzte Woche von der ORF-Sommerredaktion angerufen wurde da sie wissen wollten ob das Absage-Email von Robert Korbei wirklich echt ist! Irgendwie symptomatisch für den schlechten Journalismus in Österreich.

Maria Viassilakou, die ich bis jetzt immer als Befürworterin der Grünen Vorwahlen gesehen habe (sie war ja auch beim letzten Infoabend dabei), fand es nicht mal die Mühe Wert darauf hinzuweisen das die Initiative NICHT von den Grünen selber ausgegangen ist (was man sehr gut positiv darstellen könnte, wo gibt es das sonst, dass WählerInnen sich engagieren?) , aber das ist nur ein “Nebenthema”.

Was mich wirklich gestört hat war, dass Frau Vassilakou wieder mit Zahlen herum schmeißt die nicht der Wahrheit entsprechen, da ist von 500 neuen Personen die Rede wenn es in Wirklichkeit nur 230 von den Grünen Vorwahlen sind (die in dem Interview angesprochen wurden) und insgesamt nur knapp 400 aufgenommen wurden. Auch schafft sie es nicht zu erklären warum Leute abgelehnt wurden und spricht wieder von Kriterien die, wie immer, nicht erklärt werden können oder dürfen.

Hier verstehe ich nicht warum sie so schlecht vorbereitet in die Diskussion gegangen ist, aber auch das ist symptomatisch für diese Partei.

Apropos Zahlen: lustig finde ich auch die widersprüchlichen Angaben zur Anzahl der Mitglieder/UnterstützerInnen der Wiener Grünen, im April war da von 1400 Personen die Rede, dann hieß es im Jahr kommen 100-200 dazu (dann müssten die Wiener Grünen aber schon viel größer sein), danach hieß es wieder es sind um die 1200.

Gestern sagte Frau Vassilakou es sind um die 1000. Das würde dann heißen, wenn man die Zahlen von Frau Vassilakou ernst nimmt, dass durch die Grünen Vorwahlen die Parteibasis verdoppelt wurde :)

Auch verstehe ich nicht warum Frau Vassilakou nicht offen sagt, dass sie als Klubobfrau der Wiener Grünen keinen Einfluss auf die Entscheidung des Landesvorstandes hat, da sie dort kein Stimmrecht hat. Oder ist dieses komische System zu schwer zu erklären?

Hier zeigt sich das die angebliche Offenheit der Wiener Grünen einfach nicht existiert.

Wenn als einziger konkreter politischer Erfolg in einer 60 Minuten Diskussion nur ein Biomassekraftwerk (das schon vor 2 Jahren eröffnet wurde!) übrig bleibt ist das eher armselig.

Gerade dieses Sommergespräch hat für mich wieder einen Punkt bestätigt:

Bei den Grünen geht es nur um Befindlichkeiten.

Auf allen Ebenen und als einziges Thema.

Und das ist mir einfach zu wenig.

Deswegen habe ich für mich persönlich die Entscheidung getroffen, dass ich, ähnlich wie Martin, mit den Wiener Grünen eigentlich nichts mehr zu tun haben will.

Ich schätze viele Personen sehr die ich im Rahmen der Grünen Vorwahlen kennen gelernt habe (auch von den Grünen!), aber so wie diese Partei momentan funktioniert und agiert kann ich es einfach nicht mit meinen Gewissen vereinbaren mich dort zu engagieren oder sie zu wählen (auch wenn es eigentlich keine Alternativen gibt).

Es ist mir einfach die Energie nicht wert. Leider!

Die ÖBB, die S-Bahn und der Fahrplan

Konsumenten, Montag 3 August 2009 08:02

Die ÖBB hat momentan auf ihrer Nahverkehrsvorzeigestrecke, der Wiener S-Bahn (warum wurde die eigentlich von ein paar Jahren von “Schnellbahn” auf “S-Bahn”, wie in Berlin, umgetauft?) massive Probleme, fast kein Zug ist pünktlich, überall gibt es Baustellen (ich habe schon immer behauptet das die ÖBB ein Bauunternehmen mit angeschlossenem Schienennetz ist). Dazu kommt noch der Blitzeinschlag in ein Stellwerk bei dem vorher die Blitzableiter von Metalldieben gestohlen wurden  :) .

Deswegen hat die ÖBB am 27.7. eine Kommunikationsoffensive gestartet. Permanente Durchsagen mit Entschuldigungen, angeblich MitarbeiterInnen am  Bahnsteig, die den KundInnen sagen wann welcher Zug ausfällt, usw.

Herzstück dazu ist ein “Baustellensonderfahrplan”, der in allen Stationen der Wiener S-Bahn aufgehängt wurde:

Baustellensonderfahrplan

Soweit so gut, leider ist dieser “Baustellensonderfahrplan” ein Lehrbeispiel für schlechtes Infodesign.

Hier ein Beispiel: Der “Baustellensonderfahrplan” ist gültig von 27.7.2009 bis 6.9.2009. In dem Fahrplan sind einige Züge grün unterlegt (Gratulation an die ÖBB für die Einführung von Farben im Fahrplan!), wie z. B. diese S2, die täglich um 8:41 Uhr fährt:

Grün unterlegter Zug im Fahrplan

Da denkt man natürlich an was Gutes, in einem Fahrplan, der mich darauf aufmerksam machen sollte welche Züge ausfallen, bedeutet Grün doch, dass ich da auf der sicheren Seite bin, oder?

Nun ja, man sollte einen Blick auf die Legende des Fahrplans werfen:

legende des Baustellensonderfahrplans

Hier wird klar das diese S2 in gesamten Zeitraum, in dem der “Baustellensonderfahrplan” gültig ist, kein einziges Mal fährt!

Da frage ich mich: Warum steht der Zug dann überhaupt auf dem Fahrplan?

Solche Beispiele gibt es jede Menge auf diesem sinnlosen Stück Papier, auch sind die anderen Farbenspiele undurchschaubar. Es war gestern wirklich faszinierend den KundInnen der ÖBB zuzuschauen wie sie vor dem “Baustellensonderfahrplan” verzweifelt sind. Noch dazu hat sich niemand bei der ÖBB die Mühe gemacht zu markieren in welcher Station man sich gerade befindet, die meisten BetrachterInnen scheitern, aufgrund des schlechten Designs, schon an dieser Aufgabe.

Dazu kommt noch das meistens rechts oder links neben dem “Baustellensonderfahrplan” (ich liebe dieses Wort :) ) folgendes hängt:

Sonderinformationen der ÖBB

Eine lose Anhäufung von Informationen zu Sperren, Zugausfällen, Verspätungen, etc. Da stellt sich natürlich die große Frage:

Sind diese Informationen jetzt in den “Baustellensonderfahrplan” eingebaut oder nicht?

Ersichtlich wird das nicht. Wenn ja dann bitte abhängen oder darauf hinweisen!

Also, liebe ÖBB, eine Informationsoffensive wäre wirklich angebracht, aber bitte holt euch dafür jemanden der sich damit auskennt, so ist das Chaos pur!

Mehr Infos zum “Baustellensonderfahrplan” und noch jede Menge weitere seltsame PDF-Files gibt es hier.

UPDATE: Online findet man bei der Fahrplanauskunft weiterhin alle bis 6.9. ausfallenden Züge so wie wenn sie ganz normal unterwegs wären!

Ich wurde als Grüner Unterstützer abgelehnt

Politik, Sonntag 21 Juni 2009 11:34

Soeben bekam ich folgende Email:

ablehnung

Ich will jetzt gar nicht auf diese Mail eingehen, dazu später mehr.

Nur eine kleine Metapher dazu (ich besitze keinen Führerschein):

Da spart jemand  Jahre lang, um sich endlich sein Lieblingsauto zu kaufen und plötzlich erklärt einem die geliebte Automarke: “Wir wissen,  nicht welchen Sinn es macht, ihnen eines unserer Produkte zu verkaufen, da sie ja nur damit fahren möchten”, deswegen verbietet man einem den Kauf.

Was wird diese Person ihren Freunden sagen?

“Tolle Marke, aber vegiss es, in fünf Jahren bekommst du keine Ersatzteile mehr!”