Auf der Ars Electronica gab es in der Marienstrasse einen Ort wo Vorträge rund um Second Life stattfinden sollten. So z.B. von Andreas Lange und Joi Ito.
Zu der angegeben Uhrzeit für den Andreas Lange Vortrag wusste niemand vor Ort was wie wann passiert. Stunden später erfuhren wir das Andreas Lange zu der Vortragszeit noch gar nicht in Linz war…
OK, dann eben zum Vortrag von Joi Ito über World of Warcraft.
Pünktlich dort gewesen, Joi Ito war auch da, sah sich fragend um…
Der Veranstalter sprach mit ihm und teilte Joi Ito mit das er “Aufgrund des langen Aufbaus der Kunst” (seiner Kunst!) nicht dazu gekommen ist irgendetwas für die Vorträge zu organisieren, Joi Ito soll doch machen was er will…
Nachdem zusammen mit Michaela, Hans Wu und mir insgesamt rund sieben Leute anwesend waren gingen wir alle in ein Gasthaus gegenüber und plauderten eine Stunde recht lustig mit Joi Ito über World of Warcraft. Z.B. Wie die Gilden unterschiedlich strukturiert sind, wie sich Altersunterschiede auswirken, ob man viele oder wenige Regeln braucht, wie sich Raiding seit der Erweiterung verändert hat (hier waren wir alle der Meinung das Karazhan für alle Gilden eine Belastung ist und für viele SpielerInnnen dadurch die Motivation an WoW verloren ging), etc..
Interessant war der Vergleich von Joi Ito zwischen einer Kirchengemeinschaft und einer Gilde. Alles ist freiwillig, jeder kann, wann immer er/sie will, austreten und seine eigene Kirche/Gilde machen, mit seinen eigenen Regeln. Die Hardcore-Gilden, wo man z.B. ganz strenge und komische Regeln hat (z.B. Nihilum, die keine Frauen aufnehmen) und beim Ausstieg beschimpft wird, sind dann eben wie Sekten.
Ich kam in dem Gespräch zu der Ansicht das MMORPGs im Moment das Problem haben das sie MMORPG1.0 sind und nicht MMORPG2.0.
Hier ein kleines Beispiel was ich meine:
Angenommen es würde einen Instanzen-Editor in WoW geben, wo jeder eine eigene Instanz bauen kann und alle anderen sie spielen können. Könnte interessant sein, aber wie bestimmt man den Loot? Hier kommen eben die Web2.0 Tools ins Spiel, so könnte man z.B. die Instanzen bewerten und je nach Wertung ändert sich der Loot, das muss natürlich auch mit dem Schwierigkeitsgrad abgestimmt sein, denn es nutzt nichts wenn die leichteste Instanz den besten Loot hat
. Im PVP-Bereich ist das natürlich einfacher, da kann man sich an EgoShooter orientieren.
Das ist nur einmal ein Ansatz, und ich denke nicht das Blizzard so etwas jemals einbauen würde, dazu hängen sie zu sehr, auch von der Eigentümer-Struktur, in der klassischen Trennung zwischen Producer (=Blizzard) und Konsument (=SpielerInnen).
Aber vielleicht gibt es ja andere Spiele die so etwas zustande bringen, ich finde es auf jeden Fall sehr interessant über Web2.0 und MMORPGs nachzudenken, den auf SpielerInnen-Seite gibt es sowas mit unzähligen Wikis, Gamefaqs, etc. schon lange, genauso wie im Egoshooter-Bereich.