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Archiv des Tags ‘Zukunft’

OpenData Anwendungen

Internet, Computer undPolitik, Dienstag 1 Juni 2010 08:20

Ich bin der Meinung, dass OpenData (d.h. Copyright-freie, in maschinenlesbarer Form, Veröffentlichung von nicht personenbezogenen Daten eines Staates/einer Stadt/etc., deren Erfassung durch öffentliche Gelder finanziert wird, am besten erklärt in diesem Vortrag) in Zukunft sehr wichtig werden wird. Dadurch kann den Menschen eines Landes wieder sichtbar gemacht werden, wofür ihre Steuergelder verwendet werden und OpenData, bzw. die damit gemachten Anwendungen und Visualisierungen helfen somit der Legitimierung eines Staates/einer Stadt/der Politik. Dann ist Steuerzahlen nicht mehr zum “Geld in das Schwarze Loch werfen”, sondern nachvollziehbar.

Auch muss zuerst ein Staat bzw. dessen Verwaltung Transparent werden bevor man verlangen kann das die BürgerInnen ihre Daten offenlegen (wenn überhaupt). Ich mag zwar die Metapher “Staat=Firma” nicht, aber jede(r) AktionärIn hat mehr Rechte auf Einblick in die Gebaren eines Unternehmen als BürgerInnen in einen Staat.

Um zu zeigen, was OpenData International schon kann, habe ich am Barcamp Vienna, am 29. & 30. Mai in Wien bei Microsoft, einen Vortrag über bereits bestehende Anwendungen gemacht, hier die Prezi dazu, die Links auf den einzelnen Seiten sind anklickbar (am besten in Fullscreen anschauen, dazu auf “More” klicken):

Mir ist es wichtig zu zeigen, dass OpenData eben nicht nur “Datenwüsten” besteht, sondern durchaus in vielen Lebensbereichen hilfreich sein kann, die Wirtschaft ankurbelt und in Zukunft sicherlich unsere Welt verändern wird.

In Österreich steckt OpenData leider erst in den Kinderschuhen, aber es bilden sich schon Initiativen wie Open Government Austria und Open3.

“Social Micropayment”, ein Zukunftsmodell?

Internet, Computer undWeb2.0, Dienstag 18 Mai 2010 16:50

Ach, wie gut kann ich mich noch daran erinnern, vor rund 15 Jahren saßen wir (Christine, Herwig, Christoph, Roland und ich) zusammen und diskutierten über Micropayment. Damals dachten wir noch, dass in Zukunft die (damals noch böse) Firma Microsoft jedes Mal fünf Groschen für einmal ausdrucken in Word verlangen wird.

Anfang der 2000er versuchte dann mein damaliger Arbeitgeber einen Online-Shop für Musik zu machen, scheiterte aber unter anderem an den hohen Gebühren der Kreditkartenunternehmen (Grundgebühr pro Transaktion plus Prozente).

Da ist in den letzten Jahren, dank iTunes & Co eine “stille” Revolution passiert. Amazons AWS hat kein Problem, mir im Monat einen Cent von meiner Kreditkarte abzubuchen, genauso wenig wie Cent-Beträge für Apps etwas alltägliches sind.

Insofern ist es endlich möglich, auch außerhalb von “Closed Garden” wie z.B. iTunes, Micropayment auch für Inhalte jeglicher Art anzubieten, z.B. Blogbeiträge wie dieser, Zeitungen, Videos, Musik, Flashgames, etc.

Seit kurzem gibt es dazu mindestens zwei Anbieter: Flattr und Kachingle.

Beide verwenden ein ähnliches Modell: Als KonsumentIn kann ich bestimmen wie viel Geld ich im Monat verteilen will (bei Flattr kann man zwischen €2, €5, €10 oder €20 pro Monat auswählen, bei Kachingle sind es derzeit Fix $5 pro Monat, wobei beide Services von einer Servicegebühr leben). Die Verteilung des Geldes wird recht gut in diesem Video von Flattr erklärt:

Kachingle funktioniert ähnlich, der Unterschied ist, dass ich nur einmal eine Seite “Kachinglen” muss, ab dann wird automatisch mitgezählt wie oft ich diese Seite besuche und mein monatlicher Betrag wird anteilsmäßig auf alle Seiten die ich “Kachingled” habe und in diesem Monat besucht habe aufgeteilt. Cynthia Typaldos, Gründerin von Kachingle, erklärt (gemeinsam mit ihrem Hund) in diesem Video sehr rührend die Entstehungsgeschichte:

Beide Dienste lassen sich natürlich sehr leicht (z.B. als Plugin) in bestehende Seiten einbauen, beide arbeiten sicherlich an Facebook-Applikationen und besserer Web2.0-Integration.

Ich finde diese Ansätze sehr interessant, wobei bei Flattr man wohl bewusster seinen “Kuchen” verteilt, Kachingle dafür vielleicht etwas “ehrlicher” bei der Verteilung ist (nicht jeder gibt zu, dass er z.B. die Kronenzeitung liest :) ).

Meiner Meinung nach ist dies erst ein Anfang, hier gibt es noch viele Möglichkeiten, dazu ein paar Ideen:

  • Jeder Retweet auf Twitter wird gezählt.
  • Jeder Klick auf eine z.B. Bit.ly-Url wird der Person zugerechnet die die URL erstellt hat.
  • Das abspielen eines YouTube-Videos wird gezählt.
  • Flickr-Images anschauen wird gezählt.
  • usw.

Hier gibt es sicherlich noch unendlich viele Ideen. Ganz großes Potential hat auch der Facebook iLike-Button. Man stelle sich vor Facebook steigt in dieses Geschäft ein!

Gespannt bin ich auch auf die Skalierbarkeit, wenn mehr Seiten den Button haben aber auch mehr Personen Geld zum verteilen haben. Die Frage ist auch ob schnell genug der “Tipping Point” erreicht wird (etwas, dass für Facebook einfacher wäre).

Ich finde solche Ansätze weitaus interessanter als z.B. eine Kulturflatrate. Nicht falsch verstehen, ich will sehr wohl, das ContentcreatorInnen bezahlt werden, aber eine Flatrate ist technisch ein massiver Aufwand und die Verteilung sowie Verwaltung weltweit überhaupt nicht geklärt. Diese Micropayment-Dienste sind da weitaus einfacher und nachvollziehbarer.

Außerdem: Ein bewusstes “bezahlen” durch Klick auf einen Button hinterlässt ein besseres Gefühl als eine Flatrate, die in einem “schwarzen Loch” verschwindet.

Ich habe einmal beide Dienste auf meinem Blog eingebaut und bin neugierig wie sich diese Services weiterentwickeln.

Sehenswert: “RIP: A Remix Manifesto”

Kunst, Design undZukunft, Dienstag 27 Oktober 2009 08:15

Freitag Nacht spielte es im Rahmen der Viennale im den Film “RIP: A Remix Manifesto“.

Der Film ist ein Pflichtfilm für alle die sich mit Copyright, Samplen, Mashups und Creative Commons befassen, da er,  anhand eines meiner Lieblingsmusikers, Greg Gillis aka “Girl Talk“, die aktuellen Probleme auf diesem Gebiet aufzeigt.

So wird z.B. “nachgerechnet” wie viel Girl Talk an Lizenzgebühren für nur eine einzige Nummer zahlen müsste: über $400.000 an über 80 Firmen, macht das wirklich Sinn?

Auch werden “historische” Beispiele gezeigt: Mir war nicht klar, dass wenn ich bei einem Geburtstagsfest “Happy Birthday” mitsinge, ich eigentlich eine Lizenz zahlen müsste, da das Copyright an diesem Song in Europa frühestens 2016 auslaufen wird. Bis dahin verdient Warner/Chappell Music jedes Jahr Millionen damit.

Filmemacher Brett Gaylor zeigt dazu noch viele andere Beispiele und Interviews. Auch mit Greg Gillis und Cory Doctorow.

Dabei werden im Verlauf des Filmes seine vier Punkte des sehr guten “Remix Manifesto” erklärt:

Das Remix Manifesto

Der Film selber ist in den USA als “pay-what-you-want to download” erhältlich, auch gibt es die Möglichkeit ein Screening zu hosten.

Leider geht das in Europa (noch) nicht, da er hier wohl erst (hoffentlich noch) in die Kinos kommt. Hier der Trailer zum Film:

Sehr schön ist die Aussage von Cory Doctorow nach seinem Besuch in Disneyland:
“All this stuff makes me wanna download a movie!”

Online kann man sich den Film, aufgeteilt in 13 Kapitel (die auch einzeln downloadbar sind) aber jetzt schon hier anschauen.

Brett Gaylor hat auch die Webseite “Open Source Cinema” ins Leben gerufen. Dort kann jeder an Mashups mitarbeiten oder eben diesen Film remixen.

Hier geht’s zur offiziellen Webseite von “RIP: A Remix Manifesto”.

Erste Erfahrungen mit Amazon’s Kindle

Internet, Computer undZukunft, Mittwoch 21 Oktober 2009 11:05

Heute, kurz nach 9:00, war es soweit, mein letzter Woche bestellter Kindle wurde mit DHL geliefert.

Dann ging es mal ans auspacken:

VerpackungDas GerätKindle und Verpackung

Alle TeileDer Kindle

Der Kindle zeigt auch im ausgeschaltetem Zustand ein Bild, beim entpacken eben die Anleitung wie man ihn, zum aufladen, ansteckt. Hier gibt es dann die erste “Überraschung”, der Stecker des Ladegerätes:

US-Stecker des Ladegerätes

Natürlich ein US-Stecker! aber kein Problem, einfach den USB-Stecker des beiliegenden Kabels (die Buchse am Kindle ist übrigens kein Mini-USB, sondern noch kleiner) in z.B. das iPhone-Ladegerät stecken ein mit dem Kindle funktionierendes USB-Ladegerät stecken und schon wird geladen.

Wenn man das Kindle direkt am Rechner ansteckt verhält es sich wie ein USB-Stick, wobei das Gerät selber dann nicht benutzbar ist, erst wenn man es unter Windows ”auswirft” kann man weiter lesen.

Natürlich habe ich sofort angefangen die Dinge die vorinstalliert sind zu lesen. Ein gut gemachtes Tutorial, ein Englisch-Wörterbuch und ein personalisiertes Begrüssungsmemo von Amazon sind die “Bücher” die Anfangs am Kindle sind.

Was einem sofort beim lesen auffällt: Das wirklich tolle Display!

Ich hatte vor kurzem die neuen E-Bookreader von Sony in der Hand (z.B. der mit Touchscreen) und war eigentlich entsetzt wie unscharf bzw. verwaschen die Schrift dort war. Beim Kindle ist das nicht der Fall, gestochen scharf und wunderbar lesbar.

Habe natürlich sofort den Online-Shop ausprobiert. Funktioniert einwandfrei. Das Kindle ist an den Amazon.com-Shop gebunden (wird gleich vorkonfiguriert geliefert)  und wenn man auf Amazon.com unter “Manage my Kindle” eine Kreditkartennummer angegeben hat kann man sofort, via One-Click-Shopping, einkaufen.

Habe mir gleich ein Abo der New York Times gekauft. Die gestrige Ausgabe war Sekunden später zum lesen bereit, fantastisch! Während ich diesen Artikel schreibe wurde im Hintergrund die heutige Ausgabe auf das Kindle gepusht, perfekt!

Auch das umblättern geht sehr schnell, was man von anderen E-Bookreadern nicht behaupten kann.

Da sind wir auch schon beim Thema Bedienung: die Tasten zum umblättern sind perfekt angeordnet. Auch ist der “Mini-Joystick” sehr praktisch und damit lässt sich sehr gut zwischen Kapiteln, Artikeln, etc. hin und her springen.

Neben dem US-Stecker zeigt das Kindle auch bei der Tastatur klar aus welchem Land es kommt:

Die Tastatur des Kindle

War ja klar :) Auch hab ich bis jetzt noch nicht herausgefunden wie ich die Uhrzeit einstellen kann, da sie erstens US-Format anzeigt und zweitens zwei Stunden nachgeht :(

Ich habe das “Leather Cover” zum Kindle von Amazon gekauft, das ist OK, wirkt aber etwas “Cheesy” bzw. sehr “plastifiziert”, erfüllt aber seine Zweck:

Kindle in der Hülle

Amazon sagt ja, dass der eingebaute Webbrowser in Europa disabled ist, stimmt nicht ganz, man kann ihn aufrufen, aber bis auf Wikipedia kann man keine Seite abrufen, es kommt immer diese Meldung: “Due to local restrictions, web browsing is not available for all countries”. Auch das wird sich wohl in Zukunft ändern.

Was auffällt ist das, wenn der UMTS-Empfang schlecht ist, das Kindle manchmal langsam wird da es dann wohl zwischen 3G und GPRS hin und her wechselt (3G wird durch ein eigenes Icon angezeigt). Man kann aber Wireless komplett abschalten, dann hat man das Problem nicht.

Deswegen mein erste Fazit: Ich bin begeistert vom Kindle!

Bin gespannt wie sich das weiter entwickeln wird :)

Und ja, ich weiß Amazon ist böse, da Amazon DRM verwendet, aber vergleicht mal Apple’s iTunes vor fünf Jahren mit jetzt, da hat sich in diese Richtung einiges getan, das wird auch bei E-Bookreadern passieren, in fünf Jahren gibt’s da auch kein DRM mehr, wetten?

Aber: das Kindle und die Nachfolger, hoffentlich auch von anderen Herstellern, werden die Welt erobern, gemeinsam mit einem guten Store und der (wirklich genialen) UMTS-Verbindung wird dies unseren Umgang mit Lesestoff massiv verändern, davon bin ich überzeugt.

Bleibt nur noch eine Frage: Ist es DER Kindle oder DAS Kindle? :)

Fernsehen, HD+ und DRM durch die Hintertür!

Fernsehen undZukunft, Dienstag 20 Oktober 2009 09:37

Wer kann sich noch an VHS erinnern? Damals hat man einen Film, der im Fernsehen lief, aufgenommen und bei Bedarf angeschaut. Wichtig war, falls der aufgenommene Film durch Werbung unterbrochen wurde, zu wissen wo die Fast Forward-Taste ist, damit man vorspulen konnte. Ich wette viele haben immer noch alte VHS-Kassetten irgendwo rumliegen.

Was hätten wir damals gesagt wenn plötzlich der Videorecorder sagt: “RTL hat die Benutzung der Fast Forward-Taste für diese Aufnahme verboten” oder: “Pro Sieben hat ihre Videoaufnahme zehn Tage nach der Aufnahme löschen lassen” oder, wenn man zum Kinoabend bei Freunden eine VHS-Kassette mit nimmt, in den Videoplayer schiebt und dieser plötzlich sagt: “VOX erlaubt das abspielen auf diesem VHS-Rekorder nicht”.

Undenkbar, oder?

Genau das wollen alle Deutschen, privaten Medienanstalten in plötzlicher Einigkeit ab 1. November einführen!

Ab 1. November bietet eine ASTRA-Tochter (die Firma, die die wichtigsten Fernsehsatelliten in Europa betreibt) HD+ an, eine Plattform unter der die HDTV-Angebote der Deutschen Privatsender zum Empfang angeboten werden. Jetzt geht wohl jeder davon aus, dass dies Kostenlos passiert, sind diese Sender doch durch Werbung finanziert, aber weit gefehlt! €50/Jahr verlangt die HD PLUS GmbH von den Nutzern um zu Beginn  ProSieben, Sat.1, VOX, Kabel eins und RTL in HD-Qualität zu empfangen.

Somit wird Bezahlfernsehen für werbefinanzierte Sender eingeführt.

Das ist Schlimm, aber bei weitem nicht das schlimmste!

Das “+” in HD+ steht nicht für eine bessere Auflösung oder höhere Bandbreite oder sonstige Verbesserungen des Bildes oder Tons. Das “+” steht eigentlich für CI+ (oder CI Plus). CI steht für “Common Interface” und ist die Hardware, die in einem Sat-Receiver eingebaut ist, welche, zusammen mit der Smartcard (z.B. die ORF-Smartcard, wohl in der Hälfte der Österreichischen Haushalte im Einsatz) dafür sorgt, damit das verschlüsselte Signal auf dem Fernseher richtig angezeigt wird.

CI+ erweitert die Möglichkeiten um die oben schon als Horrorszenario angeführten Fähigkeiten (Quelle: Wikipedia, entspricht den offiziellen Spezifikationen), nämlich:

  • die Aufnahme einer Sendung gänzlich unterbinden.
  • die Wiedergabe von TV-Aufnahmen zeitlich begrenzen (zwischen sechs Stunden und 61 Tagen).
  • zeitversetztes Fernsehen gänzlich unterbinden oder begrenzen (zum Beispiel nur bis 90 Minuten nach Sendungsende).
  • TV-Aufnahmen an das jeweilige Gerät binden, die dann nicht von anderen Geräten wiedergegeben werden können
  • das Vorspulen (z. B. bei Werbung) gänzlich unterbinden. ProSieben, Sat.1 und RTL haben dies bereits angekündigt.

Mit anderen Worten: Die Privatsender wollen bestimmen, was die SeherInnen mit ihren, bereits durch Werbung finanzierten, aufgenommenen Sendungen machen dürfen!

Ein weiterer, wirklich “brutaler” Punkt ist, dass die Betreiber der Plattform die Möglichkeit haben, gezielt einzelne Sat-Receiver “auszuschalten”, um “das umgehen des Kopierschutzes zu verhindern”. Ein so “ausgeschalteter” Receiver muss dann zur kostenpflichtigen Reparatur geschickt werden!

Um all dies umzusetzen muss jede(r), der/die HD+ empfangen will, einen neuen Sat-Receiver kaufen, da die bestehenden Geräte dies natürlich nicht unterstützen. In Österreich soll das ganze erst 2010 vermarktet werden.

Für mich stellt HD+ einen Wolf im Schafpelz dar, der überhaupt nicht meinem Verständnis vom Umgang mit Informationen entspricht und eine Idee verwirklichen will, die mich an die Musikindustrie vor 10 Jahren erinnert, die Folgen sind bekannt. Wenn sich TV-Sender so ihre Zukunft vorstellen können sie sich gleich ihr eigenes Grab schaufeln.

Deswegen schließe ich mich den bereits zahlreichen Aufrufen zum Boykott von HD+ an!

Dieses Konzept ist zum Scheitern verurteilt!


SPÖ: Klare Aussagen braucht das Land!

Politik, Mittwoch 30 September 2009 17:54

So, jetzt hat die Stille Post doch noch ihren Empfänger erreicht und Herr Haider aus Oberösterreich ist zurückgetreten, hat ja nur drei Tage gedauert seit seiner großen Niederlage am Sonntag. Sehr passend dazu der Artikel von Michael Völker im heutigen Standard.

Hier zeigt sich für mich eines der Grundprobleme der SPÖ derzeit: die schlechte Kommunikation gemischt mit fehlenden Vision und der daraus sich ergebende Unfähigkeit klare Aussagen zu formulieren.

Vorgestern, am Montag war Faymann in der ZIB2 noch gegen ein “personelles Opfer”, jetzt plötzlich nicht mehr? Gerade dieses Interview in der ZIB2 zeigt wunderbar diese Formulierungsprobleme.

Sätze wie “Wir müssen mit klarer Politik das ansprechen was die Menschen bewegt”, “Verlässlicher Partner sein für das was man in einem Wahlkampf verspricht”, “Missstände hat niemand für gut zu halten”, “Ein Konflikt ist keine Schande in einer Regierung” haben irgendwie keinerlei Aussage und geben auch keinen Weg vor wie es weitergehen soll.

Da helfen noch so viele “bezahlte Anzeigen” in Standard, ÖSTERREICH, Krone, Presse & Co nicht, zuerst muss ich wissen was ich sagen will.

Ein wunderbares Beispiel für unklare Aussagen ist diese Grafik des bm:ukk von Gestern, die darstellen soll wie in Zukunft die Museen in Wien zusammenarbeite sollen:

Museumsstruktur

Alles klar, oder? Sowas nennt sich dann “Fundament der Museumslandschaft des 21. Jahrhunderts:)

Hier wünsche ich mir klarere Aussagen, einfach mal nachdenken was ich wie vermitteln will.

Die SPÖ sollte sich ein Beispiel an diesem Ausschnitt aus dem tollen Film “Thank You for Smoking” nehmen:


Alleine das Aufatmen der Bosse sagt doch alles!

Denn: Ohne Ziel dreht sich auch der beste Kapitän nur im Kreis!

Mein Galileoscope!

Zukunft, Dienstag 21 Juli 2009 13:22

Da ja heuer das Jahr der Astronomie ist, haben sich Astronomen, Optiker und Lehrer zusammengetan und ein billiges, aber doch sinnvolles Teleskop entwickelt, kein klumpert eben. Das Ergebnis ist ein sehr einfaches, aber doch gutes Fernrohr mit bis zu 50-facher Vergrößerung zum sensationellen Preis von $15 und hört auf den Namen Galileoscope!

Dem konnte ich natürlich nicht widerstehen (unterstütze doch seit Jahrzehnten z.B.  SETI@Home), habe es schon im März bestellt und seit 10. Juli wird es ausgeliefert, meines kam gestern mit der Post:

Die Verpackung

Das ganze Teleskop ist ein intelligenter “Plastikbomber”, hier die Einzelteile vor dem Zusammenbau:

Alle Einzelteile des Galileoscope

Der Zusammenbau gestaltet sich sehr einfach, hat 15 Minuten oder so gedauert.

Das fertige Fernrohr hat wechselbare Objektive um, durch aufstecken andere “Eyepieces”, 18-, 25- oder 50-fache Vergrößerung verwenden zu können:

Das fertige Teleskop

Tagsüber ist es natürlich etwas schwer Sterne zu sehen :) , aber mir ist es sogar gelungen mit dem iPhone Fotos zu machen, hier zum Beispiel eine Sat-Schüssel bei 50-facher Vergrößerung:

50-fache Vergrößerung

Wie viel ist 50-fach? Ganz einfach, so schaut die Sat-Schüssel aus wenn ich sie mit meinem iPhone, vom gleichen Standpunkt, ohne Teleskop fotografiere, ich hab sie sicherheitshalber markiert:

Ansicht ohne Teleskop

Alles in allem ein super Teil, für $15 auch extrem günstig und für Kinder Empfehlenswert!

Wenn man gleich mehrere kauft (für Schulen gibt es noch Discounts und auch jede Menge Schulungsunterlagen Online) dann wird das Shipping auch günstiger!

Hier gehts zur Homepage des Galileoscope!

Der Meinl, der Staat und das Geld

Politik, Freitag 3 April 2009 07:25

Das kann ich mir wunderbar bildlich vorstellen:

1. Akt

Donnerstag, 2. April, Vormittag. Es geht um die Verhängung der U-Haft über Julius Meinl den V. Die Haftrichterin sitzt mit ihrem Team zusammen:

Haftrichterin: Die Indizien sprechen dafür, ich verhänge die Untersuchungshaft über Julius Meinl den V.

Beamter A: Sehr gut! Da wird sich die Ministerin freuen!

Beamter B: Frau Haftrichter, sie sollten noch eine Kaution nennen, klingt immer gut! Halt so hoch das es eh nie jemand zahlen wird, aber die Presse wird sich sicher freuen wenn’s eine hohe Zahl hat.

Haftrichterin: Da haben sie recht, was wäre den da eine passende Summe? Eine Million?

Beamter A: Viel zu niedrig, das zahlt der ja aus der Portokassa!

Beamter B: Nehmens zehn, das klingt besser!

Haftrichterin: Wenn’s alle schon hohe Zahlen haben wollen dann richtig, machen wir gleich 100 Millionen!

Beamter A, ganz entsetzt, deswegen im Dialekt: Des san ja über 1,3 Milliarden olde Schilling, des ist vül, des zohlt erm niemand!!

Beamter B, scherzt: Wenn er abhaut spenden wir es der Schmied! (alle lachen)

Haftrichterin: Dann ist es beschlossen, die Kaution für Herrn Julius Meinl den V. beträgt 100 Millionen Euro und er muss seinen Britischen Pass abgeben.

Beamter A: Net amol a Österreicher!

Ende 1. Akt

2. Akt

Donnerstag, 2. April, früher Nachmittag:

Beamter B stürmt, ohne anzuklopfen, in das Zimmer der Haftrichterin.

Beamter B: Frau Richter, Frau Richter, der Meinl hat die 100 Mille bezahlt!

Haftrichterin: Machen’s keine Aprilscherze!

Beamter B: Doch! Aus Luxen, äh, Lichtenstein überwiesen!

Haftrichterin: Und wie soll das gehen? Bei mir dauert eine Überweisung immer zwei Werktage!

Beamter B: Keine Ahnung, aber er ist ja Banker, der wird schon wissen wie das geht.

Haftrichterin: Haben sie es schon der Ministerin gesagt?

Beamter B: Nein, das ist ihre Aufgabe…

Haftrichterin: Dann muss mir was einfallen lassen… Ah, ich weiß schon, wir brauchen 24 Stunden um das Geld zu zählen, der Meinl muss bis Freitag noch in U-Haft bleiben, das klingt doch gut, oder?

Beamter B: Gute Idee, das glaubt jeder!

Ende 2. Akt

3. Akt

In der nahen Zukunft, Julius Meinl der V. ist aus der U-Haft entlassen worden.

Haftrichterin, Beamter A und Beamter B werden zur  Ministerin gerufen:

Ministerin: Wie konnte das passieren?

Haftrichterin: Die Beamten sind Schuld!

Beamter A und B Gleichzeitig: Haben wir wissen können das der Meinl auch einen Personalausweis hat?

Vorhang

Ist rein fiktiv (es gilt für alle die Unschuldsvermutung) aber irgendwie kann ich es mir gut so vorstellen, ich hoffe nur auf ein anderes Ende!

Fotos der Postsparkasse 1906-1973

Zukunft, Dienstag 10 März 2009 17:57

Da ich aufgrund einer andere, sehr, sehr spannenden Geschichte (dazu ein anderes Mal mehr!) heute das Archiv meines vor über 30 Jahren verstorbenen Vater durchstöbert habe (über 50 Bananen-Kartons, seit ende der 70er nicht angerührt), wurde ich auf Fotos der von Otto Wagner geplanten und 1906 in Wien eröffneten Postsparkasse aufmerksam.

Diese Fotos finde ich insofern interessant da logischer Weise die sehr alten Fotos “sehr alt” sind, aber die Fotos aus den 50er, 60er und 70er eigentlich genauso alt wirken, da es ja damals z. B. noch keinen Computer gab.

Hier mal die “sehr alten”, 1906-1928, der Bilduntertitel ist der Text der auf der Rückseite der Fotos steht:

Kassensaal der Postsparkasse 1906Büroraum um 1910
Hauptkasse um 1910Kassensaal der Postsparkasse 1928

Vor allem die Arbeitssituation ist interessant!

Jetzt zu den Fotos 1955-1973, wenn man es genau betrachtet ist da die Arbeitssituation nicht viel besser, bei einem einzigem Foto steht der Fotograf dabei:

Büroraum im Postsparkassengebäude um 1955Toto-Wettscheinabgabe 1955, heutiges Scheckbüro (?)ehemaliges Scheckbüro
Büroraum im Postsparkassengebäude um 1960Haptkasse um 1970Kassensaal der Österreichischen Postsparkasse vor der Renovierung (März 1973)
Vom Bundesdenkmalamt genehmigter Schalter (wohl auch 1973)

Da merkt man erst wie viel sich in den letzten 35 Jahren geändert hat! Alleine das “Scheckbüro” und die “Hauptkasse” zeigen ein komplett anderes Bild von einer Bank als man es heutzutage gewohnt ist.

Anfang der 70er wurde die Postsparkasse groß renoviert (dazu gibt es auch noch genügend Zeitungsartikel im Archiv meines Vaters da es viele Diskussionen gab wie weit man sich an das Original halten soll) und in diesem Zusammenhang sind wohl auch diese Fotos bei meinem Vater gelandet.

Die Postsparkasse wurde 2003-2005 wieder renoviert und ist auf jeden Fall sehenswert, mehr Infos dazu gibt es hier (mit Panoramabild).

Videos, Standbilder und die Qualität

Zukunft, Dienstag 27 Januar 2009 09:35

Das finde ich ein sehr interessantes Projekt für ein altes Problem: Videos mit Consumer-Digitalkameras zu machen ist zwar nett, nur ist die Auflösung bei weitem nicht so gut wie bei Standbildern mit der selben Kamera. Zukünftige Moderne Digitalkameras schaffen es aber während der Videoaufnahme in regelmäßigen Abständen ein hoch auflösendes Foto zu machen.

Darum die Frage: kann man diese Fotos verwenden um die Qualität des Videos zu verbessern?

Ja! Lautet die Antwort eine Teams des “Graphics And Image Laboratory” (GRAIL) an der University of Washington.

Das Projektteam hat ein Video veröffentlicht das ihre Ergebnisse eindrucksvoll zeigt:


Spannend, denke auch das damit einfach höchst auflösende Videos möglich sind, damit meine ich jetzt nicht HDTV sondern eher 4k . Auch sind die Slowmotion-Möglichkeiten faszinierend!

Oder aber die Berechnung in Echtzeit, würde z. B. die Datenmenge weiter verringern, was dann wohl eine Weiterentwicklung von derzeitigen Komprimierungsalgorithmen wäre.

Mehr Infos gibt es auf der Projektseite des Teams.

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